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FACHDEUTSCH- MEDIZIN- ДОП.ПОСОБИЕ.doc
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Sozialer Stress

Streit oder Ärger in der Familie und Konflikte mit Kollegen oder dem Chef gehören zu den sehr häufigen Ursachen für Stress. Dieser soziale Stress, der sich zum Beispiel in Ärger und Konflikten darstellt,  kann unterschiedlichste Ursachen haben. Eine bedeutende Ursache für sozialen Stress ist das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Werte- und Bewertungssysteme.

Gerade in einer Umwelt, die voller Anforderungen steckt, bestimmt das persönliche Wertesystem darüber, welcher Aufgabe eine hohe Priorität zugeordnet wird, und welche Tätigkeiten aufgeschoben werden.

  • Konflikte: In privaten zwischenmenschlichen Beziehungen können Konflikte entstehen, wenn das Verhältnis von Nähe und Distanz, Abhängigkeit und Autonomie, Liebe und Hass, Scham und Schuld oder Bindungswunsch und Freiheitsbedürfnis gestört ist. All diese Themen erzeugen neben sexuellen oder Identitätskonflikten eine Spannung, die im negativen Fall als Ärger und Belastung stresserzeugend wirken kann.

  • Kommunikation: Menschen haben ein grundlegendes Bedürfnis nach sozialem Austausch mit anderen Menschen. Dabei besteht Kommunikation auch aus dem Austausch nicht-sprachlicher und unbewusster Prozesse. Eine häufig verwendete Metapher hierfür ist der Eisberg, dessen Spitze die verbale Kommunikation symbolisiert und die von einem riesigen, unter der Wasseroberfläche verborgenen Fundament getragen wird. Dieses Fundament aus non-verbalen Kommunikationsbeziehungen enthält zum Beispiel Normen über Rollen, Umgangsformen und Distanz. Gestörte Kommunikationsbeziehungen können die Beziehungen mit anderen Menschen stark belasten oder scheitern lassen.

  • Soziale Netzwerke und emotionale Unterforderung: Vergegenwärtigt man sich die zunehmende Vernetzung von Menschen in sozialen Netzwerken, könnten die Familie und der klassische Freundeskreis bereits als traditionelle Formen der Kommunikationsgemeinschaft angesehen werden. Die Leichtigkeit der Kontaktaufnahme und -pflege auch über größere räumliche Distanz fördert den zunehmenden Anteil virtueller Freunde. Aber auch im klassischen Freundeskreis verläuft ein Großteil der Kommunikation über Dienste wie zum Beispiel SMS und E-Mail. Die Zunahme des Austausches von Informationen kann bei gleichzeitiger Abnahme von wahrhaften Begegnungen zwischen den Menschen dazu führen, dass man einerseits eine Überforderung durch die Anzahl der Kontakte und andererseits eine emotionale Unterforderung durch die Abnahme der nicht-sprachlichen Kommunikation erfährt.

  • Macht: Während im beruflichen Miteinander in der Regel soziale Rahmenbedingungen für das Ausmaß an Distanz, Autonomie und Freiheitsbedürfnis festgelegt sind, können gerade im Job Konflikte durch einen unterschiedlichen Umgang mit Weisungsbefugnissen und der Akzeptanz von Hierarchien aufbrechen.

Emotionaler Stress

Emotionaler Stress kann für Betroffene intensive Probleme bereiten, da es von außen schwer zu unterscheiden ist, ob Leistungseinbußen durch fehlenden Willen oder durch hohe emotionale Belastungen verursacht werden. Typische Auslöser von emotionalem Stress sind Sorgen und Trauer, die zu weiteren Beschwerden wie Schlafproblemen führen können.

  • Gesundheitliche Probleme: Sorgen über die eigene Gesundheit gehören zu den häufigsten Auslösern von emotionalem Stress. Zum einen können die Aufwendungen zum Ausgleich gesundheitlicher Einschränkung sehr belastend sein, zum anderen können Vorstellungen und Zukunftsperspektiven durch Krankheiten zerstört werden oder das gewohnte soziale Umfeld verändern. Wenn Sorgen eine zu hohe Eigendynamik entwickeln, resultieren Zwänge, Ängste oder Furcht daraus, welche sich als starke emotionale Belastungen für Betroffene darstellen. Von den Menschen, die sich vornehmen Stress abzubauen oder zu vermeiden, empfindet fast jeder Zweite (ungefähr 47 %) gesundheitliche Sorgen als Stress.

  • Trauer: Wenn man ein sehr betrübendes Ereignis erlebt hat, kann dies Menschen emotional sehr stark belasten. Der Schock über den Verlust eines nahe stehenden Menschen oder die Unveränderbarkeit der Realität weicht oft nur langsam und durch eine Phase der motivationslosen Betrübtheit. Solche Formen von Trauer gehören zum normalen emotionalen Erleben des Menschen und ermöglichen, dass die emotionale Belastung mit der Zeit abklingen kann und die frühere Leistungsfähigkeit wieder erreicht wird.

  • Sorgen: Neben der Sorge um gesundheitliche Probleme sind finanzielle Sorgen, Sorgen um einen Arbeitsplatzverlust, Sorgen vor der Überforderung durch den Fortschritt und Sorgen vor Terrorismus sehr weit verbreitet. Dabei bestehen viele Interaktionen zwischen den Aspekten der Überforderung, des Berufsausfalls und der finanziellen Lage. Die Schwierigkeit, zukünftige Ereignisse vorherzusehen und die eigene Lebensplanung daran anzupassen, geht mit zunehmenden Unsicherheiten einher. Einigen Menschen fällt es leichter als anderen, mit Unsicherheiten und Mehrdeutigkeit umzugehen (Ambiguitätstoleranz). Häufig kann es sich schon als hilfreich erweisen, wenn man sich in Situationen nicht auf die mangelnde Sicherheit fixiert, sondern die wachsende persönliche Flexibilität wertschätzen lernt.

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