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Die sieben Weltwunder der Antike

In der Antike beschrieb der erwähnte Antipatros die heute geläufige Liste der klassischen sieben Weltwunder in seinem Reiseführer. Genannt wurden darin die imposantesten und prunkvollsten Bauwerke seiner Zeit und seines Kulturkreises:

  1. Die hängenden Gärten der Semiramis zu Babylon

  2. Der Koloss von Rhodos

  3. Das Grab des Königs Mausolos II. zu Halikarnassos

  4. Der Leuchtturm auf der Insel Pharos vor Alexandria

  5. Die Pyramiden von Gizeh in Ägypten

  6. Der Tempel der Artemis in Ephesos

  7. Die Zeusstatue des Phidias von Olympia

Die Liste umfasst sieben Weltwunder, weil die Zahl Sieben in der Antike als „vollkommen“ galt. Diese festgelegte Zahl sollte die Bauwerke in ihrer Bedeutung erhöhen.

Heute existieren von diesen Weltwundern nur noch die Pyramiden von Gizeh. Die anderen wurden durch Erdbeben und Kriege zerstört oder zerfielen im Laufe der Zeit. Die ursprünglich aufgelisteten Stadtmauern von Babylon wurden z. B. schon von Antipatros aus der Liste entfernt, da sie zerstört waren, und durch den Leuchtturm von Alexandria ersetzt. In späteren Listen waren die Mauern von Babylon aber teilweise noch verzeichnet. Erst Gregor von Tours strich sie im 6. Jahrhundert endgültig aus der Liste. Der Turm zu Babel fand dagegen nie Eingang in die Liste der Weltwunder, weil er schon bei ihrer ersten Erfassung nicht mehr existierte.

Weitere „Weltwunder“

Da die ursprünglichen Weltwunder weitgehend zerstört wurden, wurden Versuche unternommen, neue Listen zu erstellen. Die sieben Weltwunder inspirierten Autoren, andere Bauwerke in die klassische Liste einzufügen, wobei sie auch „jüngere“ Bauwerke wie das Taj Mahal berücksichtigten. Die meisten gehören zum Weltkulturerbe.

In jüngster Vergangenheit ernannte man auch modernere Bauwerke zu „Weltwundern“, die sich durch ihre hohe Baukunst oder auch ihr außergewöhnliches Äußeres von anderen abhoben. Diese Liste beruht nicht auf Rekorden, sondern auf architektonischen Meisterleistungen, die sich im Lauf der Zeit durchgesetzt haben. 1995 erstellte die American Society of Civil Engineers eine Liste der „Sieben Wunder der modernen Welt“:

  • CN Tower (in Toronto, Kanada)

  • Deltawerke (weit verteilt in den Niederlanden)

  • Empire State Building (in New York City, Vereinigte Staaten)

  • Eurotunnel (unter dem Ärmelkanal zwischen Frankreich und Großbritannien)

  • Golden Gate Bridge (in San Francisco, Vereinigte Staaten)

  • Itaipu-Damm (zwischen Brasilien und Paraguay)

  • Panamakanal (in Panama)

1995 waren aktuellere Bauwerke noch nicht fertiggestellt, etwa die momentan höchsten Wolkenkratzer Burj Khalifa und Taipei 101, die höchste und längste Schrägseilbrücke Viaduc de Millau oder der 57 km lange Gotthard-Basistunnel, der längste Tunnel seiner Art.

Die neuen 7 Weltwunder“

Ein größeres Medienecho erreichte Mitte der 2000er Jahre die 1998 von dem Schweizer Bernard Weber gegründete Stiftung „New Open World Foundation“ mit der Wahl der sogenannten „New 7 Wonders of the World“. Ziel war laut Weber, Menschen aus aller Welt durch ihr gemeinsames kulturelles Erbe zu verbinden. Die Wahl erfolgte in einer Kombination aus Online-Wahl und Juryentscheidung in drei Phasen.

In der ersten Phase standen 200 Bauwerke zur Auswahl, über die, nach Angabe der Veranstalter, ca. 20 Millionen Internetnutzer abstimmten. Aus den 77 Bestplatzierten wurden in der zweiten Phase von einer Jury, bestehend aus sieben Architekten (unter anderem Zaha Hadid, Tadao Ando, César Pelli und Harry Seidler) unter dem Vorsitz des ehemaligen UNESCO-Generaldirektors Federico Mayor Zaragoza, 21 Finalisten ausgewählt.

Protest kam aus Ägypten: Kulturminister Farouk Hosni und der Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung Zahi Hawass stellten fest, dass die Wahl keinerlei wissenschaftlichen oder offiziellen Hintergrund habe, und bezeichneten sie als „Unfug“. Daraufhin wurden die Pyramiden von Gizeh aus der Liste genommen und als „ewiges Weltwunder“ deklariert. In der dritten Phase von Januar 2006 bis Juni 2007 konnte per Internet, Telefon oder SMS abgestimmt werden. Laut Veranstalter wurden insgesamt 100 Millionen Stimmen abgegeben. Schloss Neuschwanstein verpasste den Einzug in die Liste nur knapp und wurde auf Platz 8 gewählt.

Am 7. Juli 2007 wurden in Lissabon im Rahmen einer aufwendig inszenierten Fernsehshow die „New 7 Wonders of the World“ bekannt gegeben:

  • Chichén Itzá, Maya-Ruinen auf der Halbinsel Yucatán (Mexiko)

  • Chinesische Mauer, Grenzbefestigungsanlage (Volksrepublik China)

  • Cristo Redentor, Christusstatue in Rio de Janeiro (Brasilien)

  • Kolosseum, antikes Amphitheater in Rom (Italien)

  • Machu Picchu, Inka-Ruinenstadt in den Anden (Peru)

  • Petra, Felsenstadt (Jordanien)

  • Taj Mahal, Grabmoschee (Indien)

Weltwunder der Natur

Analog zu den von Menschen geschaffenen „Weltwundern“ werden auch verschiedene Naturerscheinungen wie der Grand Canyon in den Vereinigten Staaten oder das Great Barrier Reef vor der Küste Australiens manchmal als solche bezeichnet, viele davon gehören auch zum Weltnaturerbe. Auch hier wurde eine weltweite Umfrage des New 7 Wonders Projekts durchgeführt. Dabei herausgekommen sind folgende:

  • Amazonas in Südamerika

  • Halong-Bucht in Vietnam

  • Iguazú-Wasserfälle im Grenzgebiet zwischen Argentinien und Brasilien

  • Jejudo Vulkaninsel Südkoreas

  • Komodo (Insel) Indonesien

  • Tafelberg (Südafrika)

  • Puerto-Princesa-Subterranean-River-Nationalpark auf den Philippinen

Das achte Weltwunder

Der Titel „achtes Weltwunder“ wurde häufig verwendet, um in den Medien – gelegentlich auch als Werbung – auf Dinge aufmerksam zu machen, die tatsächlich oder vermeintlich einen Superlativ darstellen (und bisweilen, in ironischer Form, auch Personen). Heute wird er seltener verwendet.

Ein Beispiel: An den vier Wänden im Eingangsbereich des Empire State Building sind die sieben Weltwunder als illuminierte Hinterglasbilder der Künstler Roy Sparkia und Renée Nemorov ausgestellt, die Anfang der 1960er Jahre entstanden sind. In einem weiteren Bild ist das Gebäude selbst dargestellt, das sich durch diesen Kontext zu einem „achten Weltwunder“ apostrophiert. Das Gebäude war von 1931 bis 1972 das höchste Hochhaus der Welt.