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  1. Wie können Sie kulturellen Unterschieden angemessen begegnen?

Vorurteile und Stereotypen

Jeder Mensch bewertet Verhaltensweisen immer zunächst entsprechend seinem eigenen kulturellen Hintergrund; also unter Rückgriff auf das, was er gelernt hat. Fremdes wird mit Hilfe der eigenen Vorstellung davon, was richtig und falsch ist, betrachtet und kommentiert.

Man kann sich davon sehr schwer lösen. Im Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen sollten Sie die Neugier siegen lassen. Versuchen Sie, Neues, Unbekanntes und vielleicht sogar Widersprüchliches unkommentiert und vor allem unbewertet zu betrachten.

Wie können Sie mit ungewohnten Verhaltensweisen umgehen?

  • Stoppen Sie den Bewertungsprozess. Eine Bewertung wäre zum Beispiel: Italiener sind zu laut.

  • Formulieren Sie stattdessen, was Ihnen auffällt oder was Sie irritiert. „Die beiden Italiener am Nachbartisch sprechen so laut, dass ich jedes Wort der Unterhaltung zwangsläufig mitbekomme.“

  • Überlegen Sie, wo die Ursachen dieses Verhaltens liegen: In der Kultur, der Situation oder einfach nur in der agierenden Person? 

Zum Beispiel: Sind Ihre beiden Tischnachbarn möglicherweise aufgeregt? Haben beide vielleicht ein Gläschen zu viel getrunken? Oder sind kulturelle Unterschiede dafür verantwortlich, dass sie gar nicht merken, dass sie so laut sind?

Versuchen Sie, bei Unterschieden, die auf die jeweilige Kultur zurückzuführen sind, die Irritation auszuhalten und das Beobachtete unkommentiert zu lassen. Sie müssen die andere Kultur nicht ändern.

Überlegen Sie sich bei nicht tolerierbarem Verhalten von Einzelpersonen, wie Sie die Situation ansprechen könnten. Beispiel: Weisen Sie höflich darauf hin, dass die Lautstärke die eigene Kommunikation beeinträchtigt.

Sie können alternativ auch versuchen, sich der Situation zu entziehen. Etwa: Sie wechseln an einen anderen Tisch im Restaurant.

Denken Sie daran: Sie wirken ebenfalls fremd und wollen nicht auf die immer gleichen Stereotypen über Deutsche reduziert werden. Geben Sie jedem die Chance, sich anders verhalten zu dürfen, als Sie sich ihn vorgestellt haben oder als Sie über dessen kulturelle Eigenheiten gelesen haben.

Text 2. Sieben Weltwunder

Die erste vollständige Liste der bekannten „sieben Weltwunder“ findet sich in einem Epigramm des Schriftstellers Antipatros von Sidon (2. Jahrhundert v. Chr.), der einen Reiseführer des Mittelmeerraums und Vorderasiens schrieb. Die Griechen nannten sie – „die sieben Sehenswürdigkeiten der bewohnten [Erde]“.

Diese Liste wurde im Laufe der Jahre oft geändert und den Reisegewohnheiten der jeweiligen Gesellschaften angepasst. Schon in klassischer Zeit gab es Alternativen, wie das Kapitol in Rom, den „Hörneraltar der Artemis auf Delos“, den „Hadrianustempel des Zeus in Kyzikos“ (südliches Marmarameer) und viele mehr. Im 13. Jahrhundert wurden die gesamte Stadt Rom, die Hagia Sophia in Konstantinopel (heute Istanbul, Türkei) und sogar die Arche Noah aufgenommen. Aus der anfänglich kurzen Reiseliste entstand zeitweise ein ganzer Reisekatalog, der alle bedeutenden Bauwerke wie Tempel oder Skulpturen enthielt. Doch diese zerfielen mit der Zeit, und im Gedächtnis blieb vor allem der Mythos der ursprünglichen Weltwunder.

Auch heute noch inspirieren die klassischen „sieben Weltwunder“ Autoren, immer wieder neue Listen von „Weltwundern“ in den verschiedensten Bereichen zu erstellen. Darunter fallen zeitgenössische Bauwerke ebenso wie auch außergewöhnliche Aufzählungen von Naturereignissen oder Kunstwerken.