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01.07.2025
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  1. Mit welchen Grenzerfahrungen müssen Sie bei Fernreisen rechnen?

Fernreisen sind beliebt. Exotische Kulturen und fremde Verhaltensweisen locken besonders. Fast überall begegnet man Ihnen, also dem Fremden, offen und mit Interesse.

Trotzdem kann es zu Irritationen, zum Beispiel über Ihre ungewöhnlich freizügige Kleidung, Ihren zur Schau gestellten Reichtum, Ihre auffällige Art zu reden oder Ihre hart klingende Sprache, kommen.

Fremdes Verhalten ist nicht immer ein Ergebnis von Entwicklungen, die innerhalb einer Kultur abgelaufen sind. Versuchen Sie, Verhaltensweisen auch über den Einfluss des modernen Tourismus oder das von Ihnen eingebrachte Fremdbild zu erklären.

Hierzu ein exotisches Beispiel aus Deutschland: Der Schuhplattler ist ein Gebirgstanz und somit nur am äußersten Südrand Bayerns heimisch gewesen. Touristen jedoch sehen diesen Tanz sogar als Ausdruck des Deutschtums. Dieser Fremdeindruck beeinflusste unsere Betrachtungsweise nachhaltig. Selbst viele Bayern glauben inzwischen, das Schuhplattler-Tanzen sei eine ursprünglich im ganzen Freistaat verbreitete Tradition.

Umgang mit Armut: Wecken Sie keine Begehrlichkeiten

Wie immer Sie sich auch in fernen Ländern verhalten, eines ist klar erkennbar: Sie sind reich. Das hat nichts mit Ihrem realen Einkommen zu tun. Es genügt die Tatsache der Anwesenheit und der damit verbundenen teuren Anreise.

Sie können damit Begehrlichkeiten wecken. Schon aus diesem Grund sollten Sie sich dezenter kleiden, Schmuck und auffällige Taschen zuhause lassen und sich im Vorfeld der Reise über Tricks, die bei Betrügern und kriminellen Banden des Landes üblich sind, informieren.

Wie verhalten Sie sich in Gefahrensituationen richtig?

Selbst wenn Sie bestens vorbereitet sind und alle Warnungen berücksichtigen, können Sie in Gefahrensituationen geraten. Beachten Sie deshalb ein paar mitunter sogar lebensrettende Grundsätze

  • Gehen Sie davon aus, dass nur Ihr Geld und nicht die Verletzung Ihres Leibes und Lebens Ziel des Angriffs ist.

  • Leisten Sie bei einem Überfall deswegen keinen Widerstand.

  • Nehmen Sie immer ein wenig Bargeld mit, das Sie im Falle des Falles aushändigen könnten. Ein frustrierter Angreifer könnte sonst unberechenbar sein.

  • Trennen Sie sich bei einem Überfall ggf. auch von persönlichen Gegenständen.

  • Suchen Sie nach einem Überfall Zeugen, und verständigen Sie die örtlichen Behörden.

  • Holen Sie sich von deutschen Einrichtungen im Lande ggf. Unterstützung und Hilfestellung im Umgang mit den Behörden vor Ort.

Weit verbreitet und für Reisende oft sehr unangenehm oder beschämend ist die Situation armer Menschen. Informieren Sie sich vor Reiseantritt über die wirtschaftlichen Verhältnisse im Zielland, zum Beispiel über die stets aktualisierten Seiten des Auswärtigen Amtes. Versuchen Sie auf jeden Fall die Situation immer differenziert zu betrachten.

In Kuba verhungert niemand. Das Bildungs- und Gesundheitssystem zählt zu den besten im amerikanischen Raum. Dennoch kostet ein Kilo Fleisch in etwa ein Viertel des Monatslohns.

Die USA hingegen sind eines der reichsten Länder der Welt. Trotzdem leben dort Menschen ohne Sozial- und Krankenversicherung und sterben aufgrund fehlender medizinischer Versorgung. Entscheiden Sie selbst, wo und wem Sie Geld geben wollen.

In islamisch geprägten Ländern sollten Sie sich grundsätzlich spendenfreudiger zeigen. Die milde Gabe für Arme ist eines der wichtigsten religiösen Gebote im Islam und wird sehr ernst genommen. Nichts zu geben stößt deswegen auf absolutes Unverständnis.