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Arbeitsbuch für Mediziner-2.docx
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23. Lektion Harnproduktion

Täglich fließen etwa 1.500 l Blut durch die Nieren, d.h. das gesamte Blut des Körpers (5 bis 7 l) strömt mehrfach pro Tag durch diese Organe. Über die Nierenarterie gelangt das Blut zu den Glomeruli. Hier werden vor allem Proteine und Zellen von der Flüssigkeit getrennt und der sogenannte Primärharn entsteht. Dieser enthält jedoch neben Abfällen auch noch für den Körper wichtige, verwendbare Substanzen wie Glukose und Salze. Damit diese nicht ausgeschieden werden und dem Körper verloren gehen, müssen sie zurückgewonnen werden. Ist jedoch der Blutzucker, d.h. der Gehalt an Glukose im Blut zu hoch, muss die überschüssige Menge ausgeschieden werden. In diesem Fall geben die Glomeruli mehr Zucker in den Primärharn ab, als von den Tubuli wieder "recycelt" werden kann. Der Überschuss gelangt so mit dem Harn ins Nierenbecken und von dort über die Harnleiter zur Blase.

Würde der gesamte Primärharn, ca. 180 Liter pro Tag, ausgeschieden werden, würde der Körper viel zu viel Flüssigkeit verlieren. Deshalb wird der größte Teil des Primärharns (Wasser und die darin gelösten wertvollen Stoffe) wieder in das Blut aufgenommen. Dies geschieht ebenfalls in Strukturen, die zu den Nierenkörperchen gehören, nämlich in den Tubuli. Der verbleibende Teil wird als Endharn (Urin) bezeichnet. Er enthält alles, was für den Körper nicht mehr verwendbar bzw. giftig ist. Die Niere produziert in etwa 1,5 Liter Endharn pro Tag, der dann auch ausgeschieden wird.

In der Diagnostik wird der Menge des Primärharns eine hohe Bedeutung beigemessen. Als sogenannte Glomuläre Filtrationsrate (GFR) ist sie für die Abschätzung der Nierenfunktion die wichtigste Größe. Sie sinkt bei jedem Menschen mit zunehmendem Lebensalter. Unterschreitet die GFR einen bestimmten Grenzwert - dies ist besonders bei verschiedenen Nierenerkrankungen der Fall - so spricht man von einer pathologischen (krankhaft erniedrigten) GFR.

Funktionen der Niere. Obwohl die Nieren paarig vorhanden sind, kann eine einzelne Niere alle für den Körper erforderlichen Funktionen übernehmen. Es ist also möglich, mit nur einem dieser beiden Organe zu überleben.

Die wichtigsten Funktionen der Nieren sind, den Flüssigkeitshaushalt, den Gehalt an Salzen (die Elektrolyte Kalium, Natrium und Phosphor) und das Säure-Basen-Gleichgewicht zu regulieren. So ist es für viele Stoffwechselfunktionen wichtig, dass die Zellen über genug Kalium verfügen oder das Milieu in der Zelle nicht zu sauer oder basisch ist.

Die Niere ist zudem das "Klärwerk" unseres Körpers. Sie hat die Aufgabe, Giftstoffe, Medikamentenreste sowie harnpflichtige Substanzen wie Kreatinin, Harnstoff und Harnsäure aus dem Blut zu filtern. Diese werden anschließend mit dem Urin ausgeschieden. Würden sie im Körper verbleiben, käme es zu Vergiftungserscheinungen.

Die Niere ist weiterhin für die sehr komplexe Regulation des Blutdrucks zuständig. Ist der Blutdruck zu niedrig, werden Organe eventuell nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Ist er zu hoch, werden auf Dauer die Blutgefäße und Organe geschädigt.

Der Blutdruck ist abhängig vom Gefäßwiderstand und vom Blutvolumen. Beides sind die "Stellschrauben", mit deren Regulation der Körper versucht, den Blutdruck innerhalb gewisser Normalgrenzen zu halten. Daran ist neben der Natrium-Konzentration des Blutes u.a. auch das Enzym Renin beteiligt. Es wird von der Niere gebildet und stößt einen Mechanismus an, der zur Erhöhung des Blutdrucks führt. Darüber hinaus beeinflusst Renin die Funktion der Nebennierenrinde.

Auch am Knochenstoffwechsel ist die Niere beteiligt. In der Niere gebildetes aktives Vitamin D3 (Kalzitriol) ermöglicht es dem Körper, Kalzium über den Darm aufzunehmen und in die Knochen einzulagern.

Weiterhin produziert die Niere das Hormon Erythropoetin, welches die Bildung der roten Blutkörperchen anregt.

1. Ergänzen Sie die Tabelle mit den Fremdwörtern aus dem Text.

Deutsch

Die Übersetzung oder deutsche Definition

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