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Arbeitsbuch für Mediziner-2.docx
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Die Sinnesorgane

Ständig wirkt die Umwelt durch Reize wie Druck, Temperatur, Geruchs - und Geschmacksstoffe, Licht und Schall auf uns ein. Diese Reize werden von entsprechenden Sinnesorganen aufgenommen (Reizaufnahme) und über Nervenfasern als elektrische Impulse zu einzelnen Gehirnabschnitten geleitet (Reizleitung). Erst hier rufen sie bestimmte Eindrücke oder Empfindungen hervor, die unwillkürlich oder willkürlich beantwortet werden können (Reizbeantwortung). Auf diese Weise erfassen und erkennen wir unsere Umwelt. Auch Vorgänge im Körper nehmen unsere Sinne wahr. Unter dem Sinnesorgan versteht man ein Organ, dass Informationen in Form von Reizen erfassen kann. Diese Reize werden durch Nerven in das Gehirn geleitet und dort verarbeitet. Der Mensch hat fünf Sinnesorgane: Haut, Auge, Ohr, Nase und Mund.

Die Haut ist nicht nur das größte Sinnesorgan des Menschen, sondern auch das größte Organ des Menschen überhaupt. Die Haut bildet eine wasserfeste und keimresistente Außenhülle, um die empfindlichen inneren Organe vor der rauen Außenwelt zu schützen. Sie filtert gefährliche ultraviolette Strahlen, sorgt für eine gleichmäßige Körpertemperatur und besitzt Sinnesorgane, die z.B. auf Berührung und Druck reagieren. Die Haut besteht aus drei Schichten – der Oberhaut (Epidermis), aus der Haare und Nägel wachsen, der Lederhaut und der Unterhaut. Die Hautoberfläche scheint glatt und eben zu sein. Doch unter einem Mikroskop oder Vergrößerungsglas kann man Furchen, Erhebungen und winzige Hautschuppen erkennen, von denen pro Minute mehrere Tausend abgenutzt werden. An den Hautinnenseiten und Fußsohlen befinden sich Hautleisten, die man Papillarlinien nennt. Sie bilden insbesondere an den Fingerkuppen ein charakteristisches Muster, den Fingerabdruck, der für jeden Menschen einzigartig ist. Die Lederhaut enthält Blutgefäße, Nervenfasern, Schweißdrüsen und Haarfollikel, in denen sich auch Talgdrüsen befinden. Die Unterhaut enthält Fettgewebe, das vor Kälte schützt.

Sehen ist der beherrschende Sinn, weil er das Gehirn mit einer gewaltigen Informationsmenge über die Umgebung des Körpers füttert. Die Augen enthalten Millionen Fotorezeptoren oder lichtempfindliche Zellen, die auf Licht reagieren und Signale an das Gehirn senden. Das Gehirn setzt die Nervenimpulse in dreidimensionale Bilder um, die wir „sehen“ können. Der lichtbrechende Apparat der Augen kann die Lichtmenge regulieren, die in das Auge fällt, und Objekte aus verschiedenen Entfernungen scharf auf der Netzhaut abbilden. Es existiert eine äußere, mittlere und innere Augenhaut.  Die äußere Augenhaut beinhaltet die Lederhaut, an welche die Augenmuskeln zum Bewegen des Auges angreifen. Zur mittleren Augenhaut zählt man die Aderhaut (reich an Blutgefäßen), den Ziliarkörper (Aufhängung der Augenlinse und Akkomodation) sowie die Regenbogenhaut (Iris), welche die Pupille bildet. Zur inneren Augenhaut (Retina) zählt man die Lichtsinneszellen. In der Netzhaut stehen etwa 130 Millionen Sehsinneszellen dicht bei einander. Diese werden in Stäbchen und Zäpfchen unterteilt. Dabei liefern die eStäbchen ein schwarz-weißes Bild und ermöglichen dadurch ein Sehen bei Dämmerung. Mit den Zapfen werden Farben wahrgenommen.

Die Ohren sind Sinnesorgane, die zum größten Teil innerhalb des Schädels verborgen liegen. Jedes Ohr besteht aus Außen-, Mittel- und Innenohr. Schallwellen, die das Ohr erreichen, werden von Schallrezeptoren im Innenohr empfangen. Diese senden Nervensignale an das Gehirn, die als Schall empfunden werden. Im Innenohr sitzt auch das Gleichgewichtsorgan. Das Außenohr besteht aus der Ohrmuschel, die Schallwellen aufnimmt, und dem etwa 2,5 cm langen, luftgefüllten Gehörgang, der am Trommelfell endet. Drüsen im Gehörgang sondern Ohrenschmalz ab, der den Gehörgang reinigt. Im luftgefüllten Mittelohr sitzen die drei Gehörknochelchen. Das Innenohr enthält flüssigkeitsgefüllte Kanäle. In der Schnecke sitzt das eigentliche Hörorgan, das Corti-Organ. Drei Bogengänge bilden das Gleichgewichtsorgan.

Gasförmige Stoffe können Geruchsempfindungen hervorrufen, flüssige - Geschmacksempfindungen. Dabei üben die Moleküle dieser Substanzen einen Reiz auf die Sinneszellen von Mund - bzw. Nasenhöhle aus. Sie kontrollieren vor allem die einzuatmende Luft und die aufzunehmende Nahrung. Beim Menschen ist nur etwa 600 mm² große Riechschleimhaut der Nase geruchsempfindlich. Sie liegt im Nasendach jeder Nasenhöhle und besteht aus Stütz - und Riechzellen. Die Endigungen der Riechzellen, die Riechkolben, tragen feine Härchen. Diese nehmen tausend Geruchsqualitäten, die man den Gerüchen würzig (Pfeffer), blumig (Jasmin), fruchtig (Apfeläther), harzig (Räucherharz), faulig (Schwefelwasserstoff) und brenzlig (Teer) zuordnet. Die meisten Riechstoffe rufen Mischempfindungen hervor. Das Hauptorgan für Geschmacksempfindungen ist die Zunge. Ihre Oberfläche wird von vielen fadenförmigen, zahlreichen Papillen bedeckt. Im wesentlichen unterscheiden wir die Geschmacksqualitäten süß, sauer, bitter und salzig. Es lassen sich auf der Zunge also nur vier Geschmacksfelder feststellen. Beim Kauen werden durch den Speichel Bestandteile der Nahrung aufgelöst und die Sinneszellen der Zungenhaut werden durch diese Stoffe gereizt und melden die Information über den Geschmacksstoff an das Gehirn, welches die Informationen auswertet. Es treten allerdings einige Moleküle der Nahrungsstoffe in die Atemluft über und gelangen an die Nasenschleimhaut. Die Kombination von Geschmacksreiz und Geruchsreiz wird dann vom Gehirn als ganzes registriert. Der Geschmack einer Substanz wird aber nicht nur durch Geschmacksreize bewirkst sondern auch durch das Zusammenspiel der unterschiedlichsten Sinnesempfindungen wie Geruch, Berührung, Druck, Temperatur und Schmerz.

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