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11. Lektion Die Lebererkrankungen

Die Leber wird oft als die chemische Fabrik des Organismus bezeichnet. Tatsächlich ist sie an nahezu allen Stoffwechselprozessen, auch am Abbau und Umbau von Medikamenten und Schadstoffen, beteiligt. Durch massive Schädigung (Vergiftung) oder chronische Belastung (Alkohol) kann ein Ausfall der Leberfunktion eintreten. Auch bei entzündlichen Veränderungen oder Geschwulstleiden wird die Funktionsfähigkeit der Leber stark beeinträchtigt. Der verbreitete toxische Leberschaden entsteht infolge von Alkohol­missbrauch. Er wird u. a. auch als häufigste Ursache für die Entstehung einer Fettleber und — beim chronischen Genuss über 15 Jahre — einer Schrumpfleber angesehen. Ein ständiger Alkoholmissbrauch führt in der Leber zu Fettinfiltrationen und Gewebestörungen. Hier werden rund 95 Prozent der zugeführten Alkoholmenge mit Hilfe eines Ferments ab­gebaut. Der Rest wird über Niere und Lunge ausgeschieden.

Die häufigste Erkrankung der Leber ist die Fettleber, sie liegt bei 20 Prozent der Bevölkerung in Industrieländer vor. Diese Erkrankung tritt bei Übergewicht und bei häufigen Gewichtsschwankungen auf, weil dabei viel Fett im Blut sich befindet, das die Leber verarbeiten muss. Zu den häufig­sten Ursachen zählen auch übermäßiger Alkoholgenuss, da die Leber sich immer zuerst der Entgiftung des Alkohols widmet und Fett zunächst speichert. Vor allem die alkoholische Fettleber neigt zur Entzündung und kann zur Leberzirrose führen.

Chronische Lebererkrankungen nehmen zweifellos zu. Die Ursache für diese Krankheitsform sind die Virushepatitis, die Verschädigung der Leber, rheumatische Gelenkerkrankung, chronische Magendarmerkrankung, Erkrankung der Gallenwege, Fehl- und Mangelernährung, Hor­monstörungen oder autoimmunisierende Faktoren. Die Leberzirrhose ist das Endstadium. Beschwerden bei chronischen Lebererkrankungen sind: verhinder­tes Leistungsvermögen, Mattigkeit, Müdigkeit, Schlafstörungen, Ver­stimmung, Depression, Gewichtsverlust, heller Stuhl, Gelbfärbung der Augen sowie der Haut, pappiger Geschmack, Druck im Oberbauch, Voll­gefühl, geschwollene Beine, Durst, Hautjucken, Unverträglichkeit von Fetten, Gebratenem und Alkohol.

Im Frühstadium der Lebererkrankungen können typische Beschwerden fehlen. Eine vergrö­ßerte Leber, die zu tasten ist, sollte immer Anlass sein, einen Arzt aufzusuchen. In einer Spezialklinik können dann die notwendigen En­zymuntersuchungen und eventuell eine Leberspiegelung vorgenommen werden. Bei dieser Untersuchung leuchtet der Arzt die Bauchhöhle aus und kann alle Organe genau inspizieren. Außerdem lassen sich aus der Leber kleine Gewebemengen zur Untersuchung entnehmen.

In der Behandlung kommt der Ernährung die ausschlaggebende Be­deutung zu. Neben Diät steht die Bettruhe an erster Stelle. Eine der häufigsten Ursachen der Leberzirrhose ist eine ungenügend behandelte, zuweilen jahrelang zu­rückliegende Virushepatitis.

Bei allen chronischen Lebererkrankungen muss der Arzt individuell entscheiden, ob der Patient arbeitsfähig ist, in welchem Maße er sich körperlich betätigen kann, ob er Sport treiben darf. Besonders bei aku­ten entzündlichen Prozessen in der Leber, wie chronische Hepatitis und Schrumpfung, wird eine körperliche Belastung meist schlecht vertragen und sollte möglichst vermieden werden. Es versteht sich, dass auch hier das Befinden des Patienten eine Rolle spielt. Regelmäßige klinische Untersuchungen und die Kontrolle der biochemischen Befunde geben dem Arzt Aufschluss über den Verlauf der Erkrankung. Die sportliche Betätigung darf nur vorsichtig und allmählich einsetzen. Patienten mit einer Fettleber sollten sich ständig körperlich betätigen.

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