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6. Das Zustandspassiv (Stativ)

An der Seite des werden-Passivs sieht im Deutschen das sein-Passiv, auch Zustandspassiv (im Gegensatz zum Vorgangspassiv) und Stativ genannt, z. B.: Die Antwort ist gefunden; Die Sperre ist aufgehoben.

Die Formen ist gefunden, ist beteiligt, war geöffnet, (es) sei gesagt u. ä. drücken einen statischen Zu­ stand aus, der die Folge, das Resultat eines vorhergehenden (dynamischen) Vorgangs ist: Zuerst wurde das Fenster geöffnet (Vorgang), im Re­- sultat war es geöffnet (Zustand).

Das sein-Passiv kann mit und ohne Agensangabe gebraucht werden: Der Brief ist (von mir) geschrieben; Für Arbeit ist (von mir) gesorgt. Wie auch bei den anderen Passivformen dominieren Passiv-Sätze mit Ausspa­rung des Agens.

Der Bedeutungsgehalt des zwei- bzw. dreigliedrigen sein-Passivs (mit bzw. ohne Agensangabe) ist also:

Grammem

Bedeutungselemente (Seme)

Stativ

(sein- Passiv)

„Zustand als Resultat

einer vorhergehenden Handlung"

vom Patiens aus ge­sehen" (Subjekt = Patiens)

„Aussparung des Agens“

Die Opposition zwischen dem werden-Passiv (Vorgangspassiv) und dem sein-Passiv (Zustandspassiv, Stativ) ist also: „Prozessualität" / „Zustand als Resultat".

Mit dem Rückzuge Geismaiers auf venetianisches Gebiet hatte das letzte Nachspiel des Bauernkrieges sein Ende erreicht. Die Bauern waren überall wieder unter die Botmäßigkeit ihrer geistlichen, adligen oder patrizischen Herren gebracht. (Engels)

Das Zustandspassiv nimmt im System der Passivformen eine periphere Stellung ein. Das hängt einerseits mit bestimmten Einschränkungen der Bildung des Zustandspassivs gegenüber dem Vorgangspassiv zusammen, andererseits mit der Parallelität zwischen dem Zustandspassiv und sol­chen Adjektivfügungen wie: Er ist erstaunt; Du bist verwöhnt u. ä.

Das unpersönliche Zustandspassiv wird nicht gebildet von einwer­tigen intransitiven Verben. Die Sätze: Es wurde weiter marschiert; Es wird getanzt haben keine Parallelformen mit sein/ haben.

Auch nicht alle transitiven und besonders intransitiven zwei- und mehrwertigen Verben mit Vorgangspassiv bilden das Zustandspassiv. Das Zustandspassiv bil­den nur:

1) die perfekiv-mutative Verben, z. B. Er ist aufgerufen; Die Antwort ist gefun­den, aber nicht: +Er ist gerufen; +Die Antwort ist gesucht;

2) die Verben, die eine so starke Einwirkung auf das Ob­jekt bezeichnen, dass dieser Einwirkung zu Folge ein bleibendes Re­sultat, eine Art Qualitätsveränderung möglich ist. Obwohl solche Änderung nicht immer möglich ist. Das hängt mit der Semantik der Verben zusammen. Vgl.:

1. Der Dieb wird von der Polizei gefasst. Der Dieb ist gefasst. (Er sitzt im Gefängnis.)

2. Das Kind wird an der Hand gefaßt. +Das Kind ist an der Hand gefasst. (Unmöglich)

Beispiel 1. illustriert ein bleibendes Resultats, das ein Zustandspassiv ermöglicht; bei 2. dagegen kommt das gleiche Verb vor, bei dem aber in diesem Kontext solches Resultat nicht erreichbar ist.

Die Einschränkungen in der Bildung des Zustandspassivs sind aber nicht der einzige Grund, um das sein-Passiv als eine periphere Erscheinung im System der Genera verbi zu betrachten. Noch mehr spricht dafür die Paralleli­tät zwischen dem Zustandspassiv und den Adjektivfügungen, und zwar dem nominalen Prädikat mit einem Prädikatsadjektiv. Z.B.:

Ihr starkes aschblondes Haar, mit einer dunkelroten Sammetschleife geschmückt, war über der Stirn gelockt. (Th. Mann)

In diesem Beispiel geht es um qualitative (attributive) Chrarkteristik des Subjektes „Ihr Haar“.

Der verbale Charakter des 2. Partizips und der ganzen Fügung tritt besonders stark in den Vordergrund, wenn die Ursache des geschilderten Zustandes oder die Umstände der Handlung im Satz an­gegeben sind. Die Fügung erscheint als eine Passivform (Zustandspassiv):

Indessen war das Königreich gespalten durch Katholiken und Prote­stanten, und dies in allen seinen Teilen, schon seit langer Zeit. (H. Mann)

Der passivische Charakter der Fügung sein + 2. Partizip tritt in den Vordergrund auch dann, wenn sie als Äquivalent einer relativen Tem­pusform der Vorzeitigkeit gebraucht wird, z. B.

Als er durch die beiden Tore in den inneren Hof trat, waren bereits Verhafteten ausgezählt. (Seghers) =...hatte man die Verhafteten bereits ausgezählt.

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