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Kapitel II. Heil- und sonderpädagogik

1. Pädagogik als Wissenschaft

    1. . Die Begriffe „Pädagogik" und „Erziehungswissenschaft"

Die meisten Wissenschaften kennen für ihre Wissenschaft nur einen Namen: Der Psychologe bezeichnet „seine" Wissenschaft als Psychologie, der Biologe als Biologie und der Mediziner als Medizin. Bei den Pädagogen ist das anders: Für „ihre" Wissenschaft gibt es zwei Begriffe: Pädagogik und Erziehungswissenschaft1.

Der ältere Begriff von diesen beiden, Pädagogik, stammt aus dem Griechischen. Als „pai-dagogös“2 wurde ursprünglich jener Diener bezeichnet, der das Kind zur Schule begleiten sollte. Dieses „Führen der Kinder" erhielt dann zunehmend die Bedeutung von „Erziehen" in einem umfassenden Sinn.

Zunächst war Pädagogik eine Sam­melbezeichnung für alle Formen, die das praktische Erziehungs­geschehen3 betrafen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Erziehungspraxis.

Erziehungspraxis bezeichnet das Handeln4 in konkreten erzieheri­schen Situationen, das ein bestimm­tes Ziel verfolgt.

Als Wissenschaft musste die Pädagogik natürlich eigene und eindeutige Begriffe ent­wickeln, sie musste sich abgrenzen können von subjektiven Meinungen über Erziehung und sie musste das Verhältnis von Erziehungspraxis und wissenschaftlicher Erziehungs­theorie genau bestimmen. Es bestand somit zunehmend Bedarf an einem Begriff, der allein die wissenschaftliche Erhellung des Erziehungsgeschehens bezeichnete: der Begriff Erziehungswissenschaft. Gegenüber dem vieldeutigen Begriff Pädagogik sollte durch die Einführung dieses neuen Begriffes ihre Wissenschaftlichkeit dokumentiert werden.

Nach diesen Überlegungen können die beiden Begriffe Pädagogik und Erziehungs­wissenschaft folgendermaßen voneinander abgegrenzt werden:

Unter Pädagogik werden sowohl alle Formen des praktischen Erziehungsgeschehens als auch die wissenschaftliche Erhellung1 der Erziehungswirklichkeit verstanden.

Erziehungswissenschaft bezeichnet die wissenschaftliche Erhellung des Gegenstandsbereiches der Erziehung, der Erziehungswirklichkeit.

Der Gegenstand der Pädagogik ist die Erziehungswirklichkeit. Die Erforschung dieser Wirklichkeit bezieht sich auf Vorstellungen über Erziehung, die Beziehung zwischen Erzieher und zu Erziehendem2, Ziele und Handlungen in der Erziehung, auf Voraussetzungen und Bedingungen der Erziehung sowie auf Erziehungseinrichtungen. Um die Erziehungswirklichkeit in den Griff3 zu bekommen, haben sich bestimmte Teilgebiete entwickelt, die als Disziplinen der Pädagogik bezeichnet werden.

1.2. Disziplinen der Pädagogik

Die Disziplinen der Pädagogik beziehen sich jeweils auf einen bestimmten Teilbereich der Erziehungswirklichkeit und betreffen sowohl das praktische Erziehungsgeschehen als auch wissenschaftlich-theoretische Bemühungen4 dieses Geschehens.

- Allgemeine Pädagogik

Die allgemeine Pädagogik, manchmal auch systematische Pädagogik genannt, versucht grundlegende Erkenntnisse über den Gegenstandsbereich der Pädagogik, die Erziehungswirklichkeit, zu gewinnen und diese Erkenntnisse zu systematisieren.

- Geschichte der Pädagogik

Die Geschichte der Pädagogik verfolgt die Entfaltung von erzieherischen Ideen und Vorstellungen in der Vergangenheit, beschäftigt sich mit der Erziehungswirklichkeit in den einzelnen Epochen und befasst sich mit der Interpretation von Texten und mit dem Leben und Werk bedeutender Pädagogen der Vergangenheit.

- Schulpädagogik

Die Schulpädagogik setzt sich mit der Erziehung, dem Lehren und Lernen in der Institution Schule auseinander1. Eng mit der Schulpädagogik hängt die Didaktik zusammen, die sich mit dem Lehren und Lernen generell, also nicht nur in der Schule, beschäftigt.

- Berufspädagogik

Die Berufspädagogik behandelt und klärt alle mit Beruf und Arbeitswelt zusammenhängenden2 erzieherischen Fragen.

- Freizeitpädagogik

Die Freizeitpädagogik möchte Hilfen für sinnvolle Freizeitgestaltung bieten und den Einzelnen befähigen3, den Spielraum persönlicher Freiheit gegenüber den verschiedenen Interessengruppen zu behaupten.

- Sexualpädagogik

Sexualpädagogik befasst sich mit Aspekten der menschlichen Sexualität und den damit verbundenen erzieherischen Konsequenzen.

- Medienpädagogik

Die Medienpädagogik beschäftigt sich mit allen erzieherischen Fragen, Problemen und Themen, die mit den verschiedenen Medien zusammenhängen. Ein Teilbereich der Medienpädagogik ist die Medienerziehung, unter der man die Erziehung zum kritischen

Umgang mit Medien versteht.

- Sozialpädagogik

Die Sozialpädagogik bezeichnet denjenigen Teil der sozialen Arbeit, der sich auf die Erziehung außerhalb Familie, Schule und Berufsausbildung bezieht und auf Bewältigung und Verhinderung von unterschiedlichen Notsituationen individueller und sozialer Art abzielt.

- Heil- bzw. Sonderpädagogik1

Die Heil- bzw. Sonderpädagogik ist die Theorie und Praxis der Erziehung von Menschen, bei denen spezielle Lern- und Erziehungshilfen notwendig sind. Ihr Gegenstand ist also die Erziehung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die im Rahmen der allgemeinen und üblichen2 Erziehung nicht hinreichend gefördert3 werden können und deshalb spezieller Hilfe bedürfen.

- Erwachsenenbildung

E rwachsenenbildung, im Fachausdruck Andragogik genannt, versteht sich als organisiertes Lernen nach Schule und Berufsausbildung im Erwachsenenalter. Die bekannteste Einrichtung der Erwachsenenbildung ist die Volkshochschule.

1) Bestimmen Sie die Begriffe „Pädagogik“ und „Erziehungswissenschaft“ und grenzen Sie beide Begriffe voneinander ab.

2) Erläutern Sie wichtige Disziplinen der Pädagogik und veranschaulichen Sie diese an je einem Beispiel.

3) Fragen Sie Ihre Verwandten und Bekannte, welche Bedeutung sie mit dem Wort „Pädagogik“ verbinden, was sie unter Pädagogik verstehen. Notieren Sie die Antworten und diskutieren Sie darüber in Ihrer Klasse.