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11. Die Hauptbegriffe der grammatischen Theorie (grammatische Bedeutung, grammatische Form, grammatische Kategorie, Haupteinheiten der Morphologie und der Syntax).

Der Begriff Grammatik ist zweideutig. Im weiteren Sinne bezeichnet er das gesamte Sprachsystem einerseits und andererseits die Theorie, die dieses System beschreibt. Im engeren Sinne wird er zur Bezeichnung des grammatischen Baus einer Sprache und der Theorie, die ihn beschreibt, verwendet. Gegenstand der theoretischen Grammatik ist der grammatische Bau einer Sprache (die Gesamtheit der sprachlichen Einheiten und der Regeln ihrer Verknüpfung). Als Gegenstand der Grammatik kann zudem die Standardsprache gelten. Grammatik ist nicht nur Bestandteil des Sprachsystems, sondern auch die Wissenschaft von diesem System.

Theoretische Grammatik besteht aus zwei Hautgebieten: der Morphologie und Syntax. Die Morphologie erforscht die innere Struktur von Wörtern (sog. morphologische Struktur), die Wortarten und ihre Eigenschaften. Haupteinheitender Morphologie sind Wörter, Wortformen, Morpheme, Morphe und Allomorphe.

Die Syntax bezeichnet allgemein die Beschreibung der Struktur von Sätzen und diese Struktur selbst. Haupteinheiten der Syntax sind sprachliche Strukturen, die oberhalb der Wortebene liegen: Wörter, Wortgruppen und Sätze.

Grammatische Bedeutungbilden alle grammatischen Merkmale, die dem Wort als einer Wortart angehörend eigen sind (man nennt sie auch Grammeme).

Grammatische Form ist Änderung des Wortesje nach der grammatischen Kategorie, zu der es gehört.

Grammatische Bedeutung ist gekennzeichnet durch grammatische Form; Sie bilden eine Einheit.

Als grammatische Kategorien werden Gesamtheiten von Wortformen gleicher Art angesehen.Von einer grammatischen Kategorie kann nur dann gesprochen werden, wenn mindestens zwei Wortformen gleicher Art einander gegenüberstehen. Notwendig ist dabei, dass sie sich in Bedeutung und normalerweise in Form unterscheiden.

12. Die Wortarten und ihre Bestimmung. Das Problem der Klassifikation von Wortarten.

Das Problem der Gliederung des Wortbestandes in grammatische Wortklassen.

Die moderne Grammatik hat keine einheitliche Klassifikation der Wortarten. Die Zahl der Wortklassen, die von einzelnen Linguisten ausgegliedert werden, schwankt für das Deutsche zischen 4 und 14. Am häufigsten werden 9-10 Wortklassen erwähnt. Von diesen Wortarten bleiben nur 2 unangeflochten (Verb und Substantiv). Hinsichtlich aller anderen gibt es Meinungsverschiedenheiten. Zum Beispiel werden die Numeralien von den meisten Sprachforschern in der Wortart Adjektiv aufgelöst. Auch die Stellung der Pronomen und Numeralien schwankend.

Das Wesen der Wortarten oder der Wortklassen wird von den Linguisten unterschiedlich beurteilt. Häufig werden sie als lexikalisch-semantisch cha­rakterisiert. Manchmal nennt man sie grammatisch-semantisch. Einige Linguisten betrachten sie als grammatische Klas­sen (ADMONI, MOSKALSKAJA). Wie man die Art der Wort­klassen beurteilt, hängt davon ab, an welches Einteilungsprinzip dabei in erster Linie gedacht wird.

Es gibt Vorschläge, entweder seman­tisches oder morphologisches oder syntaktisches oder komplexes Prinzip zu benutzen.

Nach dem semantischen Prinzip sind die Beziehungen zwischen Wort und Begriff zu berücksichtigen oder wie wird die Realität widerspiegelt und ausgedrückt. Moskalskaja spricht in dieser Hinsicht von Autosemantika (=Vollwörter) und Synsemantika (Hilfs- bzw. Dienstwörter).

Nach dem morphologischen Prinzip sind die Unterschiede der Formeigenschaften zu berücksichtigen (s. Flämig). Alle Wörter werden in flektierbare und nicht flektierbare eingeteilt.

Zum syntaktischen Prinzip sind Kriterien “satzwertig/nicht satzwertig” und “satzgliedwertig/nicht satzgliedwertig” zu rechnen (s. Helbig/Buscha, Moskalskaja).

Das komplexe Prinzip gestattet, semantische, morphologische und syntaktische Eigenschaften der Wörter als Kriterien heranzuziehen. Auf diesem Prinzip basieren die Systeme der Wortklassen, die innerhalb der traditionellen Grammatik vorgeschlagen worden sind (s. Gylyga, Admoni, Moskalskaja, Duden-Grammatik u.a.m.)

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