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8. Bedeutungswandel im Deutschen (Bedeutungserweiterung, Bedeutungsverengung und Bedeutungsübertragung).

Bedeutungswandel – Veränderung der Bedeutung eines sprachlichen Ausdrucks im Laufe seiner Sprachgeschichte. Nach der logischen Klassifikation:

Quantitativer Bedeutungswandel (Bedeutungsverengung, B-Erweiterung, B-Verschiebung)

Qualitativer Bedeutungswandel (Bedeutungsverbesserung, B-Verschlechtung)

1) Die Bedeutungserweiterung (Generalisierung) meint die Erweiterung des Bedeutungsumfanges eines Wortes nach dem Prozess des Bedeutungswandels. Z.B.: machen ist ein westgermanisches Wort, verwandt mit dem englischen Wort make. Das Wort machen bedeutete zuerst „kneten, formen, zusammenfügen. Später entwickelte sich die Bedeutung „zurechtmachen, in Ordnung bringen“. Die Bedeutung hat sich verallgemeinert. Heute gehört machen zu den Lexemen mit erweiterter semantischer Grundlage.

2) Die Bedeutungsverengung (Spezialisierung)besteht darin, dass ein Wort mit einem ursprünglichen breiten Bedeutungsumfang später nur noch einen Teil der Bedeutung aufweist. Der parallele Terminus heißt Spezialisierung der Bedeutung.

fahren bezeichnete ursprünglich jede Art der Fortbewegung (fahrendes Volk, der Fuchs fährt aus dem Bau, mit der Hand über das Gesicht fahren). Heute versteht man darunter die Fortbewegung mit Hilfe von Rädern. reiten bedeute im Mittelalter jedes Schaukeln mit Fortbewegung (in einem Wagen, Schiff usw.). Heute bezeichnet das Verb die Fortbewegung nur mit dem Pferd.

Bedeutungsverschiebung wird Bedeutungsübertragung genannt. Ei dieser Form des Bedeutungswandels kann man die eigentliche Wortbedeutung nicht mehr feststellen bzw. nur noch erahnen.

Metapher bedeutet eigentlich Übertragung. Ihr liegen Assoziationen nach der Ähnlichkeit zugrunde. Für die Metapher ist ein latenter Vergleich kennzeichnend.

Es gibt zwei Arten der Metapher: die stilistische und die lexikalische. Es gibt verschiedene Abarten der Ähnlichkeit, die die metaphorische Übertragung hervorrufen können: Ähnlichkeit der Form: Schlange in der Bedeutung „eine Reihe wartender Menschen“, Ähnlichkeit des Äußeren: ein schöner Mann – Apollo, Ähnlichkeit eines inneren Merkmals: bittere Worte Eine große Gruppe von Metaphern bildet die Übertragung vom Tier auf den Menschen: Fuchs „listiger Mensch“, Personifizierung: die Jahre gehen, Ähnlichkeit der Funktion: Fuß eines Berges, eines Gefäßes; Namensübertragung von Sachen auf Menschen: Leuchte „berühmter Fachmann, kluger Kopf, Ähnlichkeit der Farbe: die Grünen „Angehörige einer Partei, die für Umweltschutz auftritt“

Metonymie ist eine Art von Bezeichnungsübertragung auf Grund mannigfaltiger Bedeutungsbeziehungen. Das sind räumliche, zeitliche, ursächliche Beziehungen, Beziehung zwischen Handlung und Resultat. Synekdoche: er ist ein kluger Kopf ,Namensübertragung vom Raum auf die sich dort befindlichen Menschen: die ganze Schule anstatt Schüler, Namensübertragung vom Behälter auf das, was sich darin befindet: Tasse statt Tee, Kaffee; Übertragung von der Benennung des Ortes auf das, was dort hergestellt wird: Havanna, Übertragung vom Namen des Schöpfers auf sein Werk: Mackintosch; Übertragung der Namensbezeichnung von der Handlung auf das Resultat: sammeln – Sammlung, Zeitliche Bedeutungsbeziehungen: Mittag „Essen, Mittagessen“, Namensübertragung von einem Körperteil auf ein Kleidungsstück: Kragen bedeutete „Hals“;

Bei der Bedeutungsverbesserung (Melioration) nimmt ein Ausdruck eine Bedeutung an, die in der jeweiligen Gesellschaft als nüzlicher-wertvoller gilt.

Bei der Bedeutungsverschlechtung (Pejorisierung) Bedeutung sozial, moralisch oder stilistisch schlechter bzw. weniger anerkannt wird.

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