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54. Syntax: ihr Gegenstand und Aufgaben.

Die Syntax ist die Lehre vom Bau des Satzes. In der Syntax geht es nicht nur um die Analyse von Sätzen, Untersuchungsgegenstand der Syntax sind alle sprachlichen Strukturen, deren gemeinsames Merkmal es ist, dass es sich um Verbindungen oberhalb der Wortebene handelt.

Der Satz stellt die obere Einheit dieser Verbindungen dar, das Wort – die untere. Die Analysen, die über die Satzebene hinausgehen, sind nicht mehr Gegenstand der Syntax, sondern anderer Disziplinen (Stilistik und Linguistik). Das Ziel der Syntaxtheorien ist Gesetzmäßigkeiten herauszuarbeiten, nach denen Wörter zu Wortgefügen und zu einfachen/ komplexen Sätzen zusammengefügt werden: das, klein, Kind → das kleine Kind

55. Tempus und Temporalität als morphologische und syntaktische Kategorien.

Es gibt unterschiedliche sprachliche Mittel, um sich auf zeitliche Relationen und Entitäten in der Welt zu beziehen. Zwei grundlegende Möglichkeiten des Zeitbezugs sind: spezielle Ausdrücke, grammatische Mittel

Zu den speziellen Zeitausdrücken gehören insbesondere verschiedene Arten von temporalen Adverbialen. Mit Positionsadverbialen werden Eventualitäten zeitlich lokalisiert. Mit Zeitdaueradverbialen wird die Zeit angegeben, über die sich Eventualitäten erstrecken. Mit Frequenzadverbialen wird über Zeiten von Eventualitäten quantifiziert. Mit temporalen Konjunktionen wird die Vorzeitigkeit (nachdem, sobald), Gleichzeitigkeit (während, als, solange) oder Nachzeitigkeit (bevor, bis) von Eventualitäten ausgedrückt.

Ein wichtiges grammatisches Mittel zur Herstellung des Zeitbezugs ist in sehr vielen Sprachen das Tempus. Unter Tempus wird gewöhnlich die Lokalisierung der mit dem Satz beschriebenen Eventualität (oder Situation) vor, zu oder nach der Äußerungszeit verstanden. Die 3 Grundtempora zum Bezug auf Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges werden im Deutschen entsprechend Präteritum, Präsens und Futur genannt. Im Deutschen werden noch mindestens 3 weitere Tempora − das Perfekt, das Plusquamperfekt und das Futur II − unterschieden.

56. Tendenzen zur Auflockerung des deutschen Satzbaus.

Innerhalb eines Satzmodells können unterschiedliche Wandlungen (Modifikationen) vorgenommen werden. Zu den syntaktischen Modifikationen gehören Veränderung der Wortfolge, Verwandlung in eine negative Aussage, Erweiterung der Aussage durch zusätzliche Satzglieder, Erweiterung der Aussage durch gleichartige Satzglieder, Erweiterung des Prädikats durch modale oder aspektmäßige Verben. Zu den morphologischen Modifikationen gehören Veränderungen des Verbs nach Person, Zahl, Zeit, Genus und Modus, sowie Veränderung des Substantivs nach der Zahl. Die lexikalische Füllung des Satzes kann beliebig ausgetauscht werden, aber nur unter Berücksichtigung der modellbildenden Bedingungen: Subjekt – Prädikat – präpositionales Objekt. Lexikalische Modifikationen ergeben keine Varianten des Satzmodells.

57. Text als Objekt der Grammatik.

Der Text ist eine inhaltliche, kommunikative und strukturelle Ganzheit. Als Text bezeichnet man jedes Stück zusammenhängender Rede, ange­fangen mit einer schlichten Äußerung im Alltag bis zu einer Novelle, einem Roman, einer publizistischen Schrift oder einer wissenschaftlichen Abhand­lung, da sie alle Erzeugnisse der kommunikativen Sprechtätigkeit der Men­schen sind.

Unter Textversteht Pfütze „eine be­stimmte sinn- und zweckvoll geordnete Menge von Sätzen oder satzwertigen Einheiten (Elementen), zwischen denen Relationen mit Bedeutungen bzw. Funktionen bestehen, d. h. eine strukturierte Gesamtheit, die als eine linguistische Einheit einen komplexen Sachverhalt im Bewußtsein als rela­tiv abgeschlossene Sinneinheit darstellt". Horst Isenbergdefiniert den Text als „eine Folge von Sätzen", deren Vertextungsmechanismus zu untersuchen ist.

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