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Cтилістика Навчальний посібник.doc
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5. Mit welchen Mitteln der Bildhaftigkeit ist eine besondere emotionale Wirkung im folgenden Gedicht von g. Weerth verbunden?

Pfingstlied

Sie herzten und sie küßten sich

Mit liebevoller Gebärde.

Der junge Herr Frühling wonniglich,

Der besuchte die alte Frau Erde.

Er ist der guten, ehrlichen Frau

Mit eins an den Hals gesprungen.

Daß bis hinauf in den Himmel blau

Nur Lust und Jubel erklungen.

„Mein Sohn, es freut uns, daß du hier!

Lang währte des Winters Tosen.

Meine Felder brauchen die goldne Zier,

Meine Gärten Lilien und Rosen.

Verstummt sind all meine Nachtigall'n

Seit ich dich verloren hatte;

Drum schmücke den Vögeln die grünen Hall'n

Und den Hirschen die blumige Matte.

Ich habe so oft an dich gedacht.

Wenn es stürmte wilder und wilder,

Doch sprich, was hast du mir mitgebracht

Für die lieblichen Menschenbilder?"

„Für die Menschenbilder?" versetzte da

Der junge Herr Frühling stutzend —

In die Tasche griff er behend: „Voila!

Revolutionen ein Dutzend."

Vorlesung № 6-8

Thema: Tropen und ihre Charakteristik.

Die Tropen sind Mittel des bildlichen Ausdrucks auf Grund übertragener Wortbedeutung. Wieder treten zwei Wörter aus verschiedenen Begriffsbezirken zueinander in Beziehung; aber diesmal werden sie nicht – wie beim Vergleich – nebeneinandergestellt, sondern eins durch das andere ausgetauscht. Dabei entsteht eine neue begriffliche Qualität.

Unter Tropus (griech.: „Wendung, Vertauschung des Ausdrucks“) versteht man:

1. die Übertragung der Namensbezeichnung von einem Gegenstand auf einen anderen, von einer Erscheinung auf eine andere unter der Voraussetzung, dass eine äußere oder innere Ähnlichkeit (oft Ähnlichkeit der Funktion) diese Übertragung rechtfertigt. In diesem Fall sprechen wir von der Metapher und ihren Abarten. Das Gemeinsame zwischen Grund- Übertragungsbegriff wird, ebenso wie beim Vergleich, „tertium comparationis“ genannt.

2. den Ersatz der Namensbezeichnung durch eine andere unter der Voraussetzung, dass zwischen den zugehörigen Gegenständen oder Erscheinungen ein logisches Abhängigkeitsverhältnis in Zeit, Raum, Stoff usw. besteht, irgendeine kausale, qualitative oder quantitative Beziehung. In diesem Fall sprechen wir von der Metonymie in ihren zahlreichen Erscheinungsformen. Das logische Abhängigkeitsverhältnis, auf Grund dessen ein Wort durch ein anderes ersetzt werden kann, könnte man als „Vertauschungsbasis“ bezeichnen.

1. Hauptmittel der bildlichen Ausdrucksweise ist die Metapher, eine Erscheinung, die nicht als Einzelwort, sondern als kleines „Stück Text“ zu verstehen ist. Wie groß der Sinnzusammenhang sein muß, um die Bedeutungsübertragung richtig zu erfassen, hängt vom Inhalt der Aussage und ihrer sprachlichen Ausformung ab. Nach ihrer Genesis kann man zwei Arten der Metaphern unterscheiden: a) solche, bei denen das Sem der bildlichen Übertragung sich innerhalb einer lexischen Struktur befindet, und b) solche, bei denen aufgrund emotionaler oder/und rationaler Vergleichsmöglichkeit ein gemeinsames Merkmal verschiedener lexischer Strukturen semantisch modifiziert wird.

2. Der metaphorische Text ist durch eine gewisse Doppelbödigkeit gekennzeichnet, insofern gleichzeitig zwei Assoziationslinien zusammenwirken, die zu verschiedenen Denotaten führen, aber doch durch ein gemeinsames Merkmal (seltener durch mehr als eines) zueinander in Verbindung stehen.

Zur Entstehung des zweiten metaphorischen Typs: Voraussetzung ist hier ein konnotationsreiches tertium comparationis zwischen zwei verschiedenen lexischen Strukturen. Zum richtigen Verständnis dieser konkreten Stilfigur müssen wir oft den Großkontext ins Auge fassen.

3. Wie beim Vergleich, unterscheiden wir auch hier nach Häufigkeit und Verbreitung individuelle, gemeinsprachliche und verblasste sowie nach ihrer Struktur, knappe, erweiterte und ausgebaute (ausgeschlossene Metaphern).

4. Die Metapher kommt in allen funktionalen Stilen in stärkerer oder geringerer Frequenz vor – gewiß mit manchen Unterschiedlichkeiten in ihren Wesen, der strukturellen Beschaffenheit und vor allem in ihrer pragmatischen Funktion. Wenn sie in der schönen Literatur ästhetische Wirkung, in der Publizistik hauptsächlich Appell, in der Alltagsrede Eindringlichkeit, Humor und Spott hervorruft, so dient sie in der Wissenschaft teils zur Benennung neuer Denotate, neuer Abstraktionen, aber darüber hinaus auch zur Veranschaulichung und Verlebendigung der Darstellung, zum leichteren Verständnis der Aussage.

5. a) Unter Metapher verstehen wir die Namensübertragung von einem Denotat auf ein anderes aufgrund eines gemeinsamen Merkmals (Vergleichsbasis, beruhend auf dem gleichen lexischen Sem). Die kontrastierenden Bedeutungselemente des Grundbegriffs treten in den Hintergrund, können aber gelegentlich implizit zum Durchbruch kommen.

b) Die Metaphorisierung führt als Ergebnis entweder zur Benennung bisher noch unbenannter Denotate oder zur begrifflichen Präzisierung sowie zur emotionalen Veranschaulichung bereits bestehender Bezeichnungen für konkrete und abstrakte Gegebenheiten.

c) der „semantische Mehrwert“ der Metapher (Terminus von Fonagy) erwächst aus dem Verhältnis des Wortes mit direkter Bedeutung zum Kontext; er beruht auf dem Zusammenschwingen von Grund- und Übertragungsbegriff, auf einer gewissen Zweischichtigkeit des Kommunikationsprozesses (Doppelbödigkeit, Unterschwelligkeit).

d) Bei jeder Metapher macht sich mehr oder weniger stark die semantische Unverträglichkeit der lexischen Elemente (in direkter Bedeutung) sowie deren ungewöhnliche Valenz bemerkbar. Anstelle der erwarteten Determination (Vorhersehbarkeit der Aussage) kann Konterdetermination erfolgen, eine getäuschte Erwartung, ein Überraschungseffekt, ein V-Effekt (Verfremdungseffekt).

e) Wir vertreten die Meinung, dass bei der kühnen Metapher das tertium comparationis keinesfalls so weit in den Hintergrund treten darf, dass die Bildlichkeit – zusammen mit der Bildhaftigkeit – fast oder völlig verbleicht. Auch wir sehen die Metapher als Mittel der Spannung an, aber einer Spannung, bei der das „metaphorische Rätsel“, trotz aller Widersprüchlichkeit der direkten Aussage, trotz eingetretener Konterdetermination, dennoch gelöst wird. Als kühne Metaphern bezeichnen wir originelle Bilder, die letztlich im Gesamtzusammenhang die Mitteilungsabsicht des Senders aufdecken sollen. Selbst bei der kühnsten Metapher darf es zu keiner Informationsstörung kommen. Das Gesagte schließt aber nicht aus, dass immer noch genügend Raum für gedankliche, gefühls- und willensmäßige Konnotationen bleibt.

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