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67. Lesen Sie, übersetzen Sie den Text unten und diskutieren Sie. Machen Sie eigene Angebote, wie man Leselust unter Jugendlichen fördern kann.

Lust aufs Lesen wecken 

Spätestens seit der Veröffentlichung der für Deutschland wenig schmeichelhaften Ergebnisse der PISA-Studie klagen Verantwortliche im Bildungsbereich darüber, dass Kinder und Jugendliche in Deutschland zu wenig lesen. An guten Ideen, wie man Kinder wieder zum Buch führen kann, fehlt es aber nicht.

D ie Ergebnisse der PISA-Studie, in der unter anderem die Lesekompetenz von Schülern untersucht wurde, haben in Deutschland große Besorgnis ausgelöst. Dass die Leseleistungen der deutschen Schüler weit unter dem europäischen Durchschnitt liegen (Platz 21 von 31), dass gut 20 Prozent der 15-Jährigen nur simpelste Texte verstehen, dass 42 Prozent der 15-Jährigen in der Freizeit überhaupt nicht lesen – all das schockierte im Land der Dichter und Denker nicht nur die Verantwortlichen im Bildungsbereich.

Aktionen für Lesefreude

Nicht erst seit PISA gibt es jedoch in Deutschland eine Vielzahl von Initiativen, die der Leseunlust abhelfen sollen. Mittlerweile wurden in allen Bundesländern Projekte und Aktionen zur Förderung der Lesekultur bei Kindern und Jugendlichen initiiert. Eine zentrale Rolle spielt dabei die bundesweit agierende "Stiftung Lesen".

Experten gehen davon aus, dass Erwachsene kaum zum Buch greifen, wenn sie nicht in den ersten Lesejahren – etwa bis zum 15. Lebensjahr – eine positive Beziehung zum Lesen entwickelt haben. Darum soll mit Aktionen wie "Bücherwürmer in NRW – An die Bücher – fertig – lies!", "Leselust in Rheinland-Pfalz", "Orte für Worte" in Baden-Württemberg oder – wie in Thüringen – schlicht "Lust auf Lesen" schon bei den Kleinsten das Interesse fürs Buch geweckt werden.

Zu den vielfältigen Angeboten zählen Lesetage, Lesenächte und Lesewochen, kreative Schreibwerkstätten, Lesewettbewerbe, literarische Exkursionen, Kinder- und Jugendbuchmessen sowie Autorenlesungen in Kindergärten und Schulen. Auch für die Vorlesekultur wird in Kindergärten, Grundschulen, Betreuungseinrichtungen und Bibliotheken geworben – etwa mit dem Projekt "Lesewelt" in Berlin oder mit der Aktion "Vorlesepaten für Hessen". In Niedersachsen ist ein "Lesebus" in Sachen Leseförderung beratend unterwegs.

Motivationskraft der neuen Medien

Oft wird beklagt, dass der Computer das Buch verdrängt habe. Doch gerade in den erfolgreichen Projekten wird das Motivationspotenzial für Kinder und Jugendliche, das die neuen Medien besitzen, gezielt für die Leseförderung genutzt – so etwa im Projekt "Kinder lesen", das das Landesinstitut für Schule NRW zusammen mit der Stadtbücherei in Hamm durchführt, oder auch im Projekt "Antolin.de", das großen Zulauf hat.

Antolin.de wurde vom Volksschullehrer Albert Hoffmann in Ruderting bei Passau initiiert und ist ein Internet-Programm zur Leseförderung. Die Computer-Software, die Kinder im Grundschulalter dazu anregen soll Bücher zu lesen, wird mittlerweile von über 250 Schulen aus 12 Bundesländern zur Unterstützung des Deutschunterrichts genutzt.

Und das funktioniert so: Wenn die Schüler ein Buch gelesen haben, können sie im Anschluss an ihre Lektüre auf der Internet-Seite www.antolin.de Punkte sammeln, indem sie etwa 15 Fragen zum Inhalt des Buches beantworten. Jederzeit – also auch in der Freizeit und in den Ferien – können die Schüler ihr persönliches Punkte-Konto aufbessern, wenn sie ein weiteres Buch gelesen haben.

Zugleich erhalten die Lehrer der bei Antolin registrierten Klassen mit Hilfe des Programms einen guten Überblick über die Leseleistung der gesamten Klasse sowie der einzelnen Schützlinge.

Die Arbeit mit dem Computer, der Quizcharakter der Fragen sowie der Punkte-Vergleich motivieren die Kinder offenbar, wieder Bücher zu lesen. So beschreibt eine Lehrerin aus Bayern den Erfolg des Programms: "Bei uns ist in der Klasse dank Antolin.de das Lesefieber ausgebrochen."

Hoffnung auch dank IGLU

Der Erfolg solcher Initiativen zeigt, dass es ebenso wenig Grund dazu gibt, Nekrologe auf das Medium Buch zu schreiben, wie dazu, das Erbe der Dichter und Denker gefährdet zu sehen. Und auch der noch tiefsitzende PISA-Schock wurde durch die jüngsten Ergebnisse der Internationalen-Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) gemildert. Hier belegen die deutschen Viertklässler Platz 11 von 35.

Dagmar Giersberg Cleeves Communication Unit Zwei. Redakteurin und Publizistin, Bonn

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