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66. Lesen Sie und übersetzen Sie den Text unten dann diskutieren Sie, ob das Lesen für Kinder wichtig ist und warum?

Und wie ist die Situation in der Ukraine?

Phantastische Bibliothek und Zentrum für Literatur in Wetzlar 

Gehört das Lesen im Jahre 2100 noch zu den beliebtesten F reizeitbeschäftigungen? Schwer vorstellbar. In Wetzlar tut man jedoch mit einem einzigartigen thematischen Angebot und einem weitreichenden Kooperationskonzept alles dafür, junge wie alte Leser zu gewinnen und auf Tuchfühlung mit Büchern und anderen Medien zu halten.

Ein kleiner grüner Drache sitzt auf einem Stapel Bücher und versenkt seine Drachennase in einen dicken braunen Schmöker. Mit wachen Augen und gespitzten Ohren. – Die PISA-Studie hat gezeigt, dass es im Land der Dichter und Denker mit den Lesekompetenzen nicht weit her ist. 22,6 Prozent der Schüler können lediglich simpelste Texte verstehen. Lesen macht wenigen so viel Spaß wie dem gemalten Drachen, der die Hauswand der Phantastischen Bibliothek schmückt: 40 Prozent der deutschen Schüler lesen überhaupt nicht freiwillig.

Lesen ist ein wichtiger Schlüssel für die Teilhabe am gesellschaftlichen wie kulturellen Leben. Daher gehören Leseförderung, die Unterstützung der Medien- und Informationskompetenz sowie die Ermunterung zu lebenslangem Lernen zu den vorrangigen Aufgaben der öffentlichen Bibliotheken. Die Phantastische Bibliothek und das Zentrum für Literatur in Wetzlar widmen sich diesen Aufgaben mit besonderen Konzepten.

Phantastisches Angebot – Eine Spezialbibliothek

Die Phantastische Bibliothek in Wetzlar, die im September 1989 eröffnet wurde, sammelt alles, was in den phantastischen Literaturgenres in deutscher Sprache erschienen ist: Science Fiction, Fantasy, klassische Phantastik, Horror und utopische Romane, phantastische Reise- und Abenteuerliteratur, Märchen, Sagen und Mythen, einschließlich der entsprechenden Sekundärliteratur. Neben gebundenen Büchern werden auch Heftromane, Zeitschriften sowie eine Vielzahl von Fach- und Fanmagazinen aufgenommen. Mittlerweile ist die Bibliothek am Friedrich-Ebert-Platz mit rund 120.000 Titeln die weltweit größte öffentlich zugängliche phantastische Bibliothek.

Schon Albert Einstein wusste: "Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt." Die Phantastische Bibliothek versucht bewusst Grenzen zu überwinden. Sie schlägt mit ihrem Bestand eine Brücke zwischen traditioneller und moderner Literatur. Als Kultur-, Arbeits- und Begegnungsstätte ist sie für ein Publikum jeden Alters und jeder Bildungsstufe offen. Das spiegelt sich auch in der Vielfalt ihrer Aktivitäten: Hier finden Arbeitsgemeinschaften von Schülern ebenso statt wie Universitätsseminare und Fachsymposien.

Clevere Kooperationen – Ein Kompetenzzentrum

Die Phantastische Bibliothek kann auf eine jahrelange Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten zurückblicken. Seit 2001 werden die Kooperationen in dem an der Phantastischen Bibliothek gegründeten "Zentrum für Literatur" gezielt weiter ausgebaut.

Im Vordergrund der Aktivitäten des Kompetenzzentrums stehen als Ziele die Förderung besonders begabter und besonders schwacher Schüler aller Schulstufen und Schularten in ihrem Zugang zu Sprache und Literatur sowie die Förderung des Lesens als Grundlage für eine umfassende Medienfähigkeit.

In den Räumen der Phantastischen Bibliothek finden Seminare für Lehrer, Schüler-AGs, Schülerkurse für Kreatives Schreiben, Klassenführungen und Vorleseprojekte statt. In einigen Seminaren, in denen die Grenzen zwischen Lehrenden und Lernenden aufgehoben werden, arbeiten Schüler, Studenten und Lehrer als gleichberechtigte Partner miteinander.

Engagierte Wirtschaft – Ein Sponsoring-Programm

Beispielhaft ist auch die Kooperation mit den Wirtschaftsverbänden in der Region, mit denen das Zentrum für Literatur im Bereich der Frühförderung in Kindergärten zusammenarbeitet. Dabei verfolgt die Wirtschaft ihre eigenen Interessen, denn die Ursachen für die zum Teil schlechten Qualifikationen der Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt liegen vielfach in der ungenügenden vorschulischen Förderung.

Mit finanzieller Unterstützung aus der Wirtschaft wurde ein umfassendes Konzept zur Leseförderung in Kindergärten erarbeitet. Aus Spenden finanziert wurden Bücherkäufe, Seminare für Erzieherinnen und die Ausbildung von Vorlesepaten. Die Paten unterstützen Familien, die die Lesekompetenz ihrer Kinder aus sprachlichen oder sozialen Gründen nicht fördern können.

Das Zentrum für Literatur hat sich zu einem Knotenpunkt in einem offenen Netzwerk entwickelt, in dem Informationen, Kontakte und Anregungen zusammenlaufen. Vernetzung und Kooperation sind die neuen Zauberworte im Bereich der Leseförderung. Und wenn im Jahre 2100 Kinder wieder Bücher verschlingen wie der kleine grüne Drache? Das wäre phantastisch.

Dagmar Giersberg, Cleeves Communication UnitZwei. arbeitet als Redakteurin und Publizistin in Bonn

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