Добавил:
Upload Опубликованный материал нарушает ваши авторские права? Сообщите нам.
Вуз: Предмет: Файл:
Julia_MAN4.docx
Скачиваний:
2
Добавлен:
01.04.2025
Размер:
110 Кб
Скачать
☆

Teil 1 Übersicht der Traklsuntersuchungen in der Ukraine und im Ausland

1.1.Einfluß der sakralen Barockkunst auf die Gestaltung der poetischen Welt g.Trakls.

Wie es schon in der Einleitung erwähnt wurde, bleibt Trakls Werk in der Ukraine auch heute immer noch wenig bekannt. Ein großes Verdienst in der Popularisierung seines Schaffens, in dessen Übersetzung, Untersuchung, wie auch in der kritischen Analyse der Übertragungen Traklscher Dichtung von anderen ukrainischen Übersetzern gehört Tymofiy Havryliv.

In seinem Vorwort zum 1997 herausgegebenen Band der Werke von G. Trakl unter dem Titel „Metaphysik von Traklschen Farben“ („Метафізика Траклевих барвів“) verfolgt T. Havryliv virtuell das Leben und Werden des Dichters in der Atmosphäre seiner Heimatstadt, der damaligen Provinzstadt Salzburg mit seiner wunderschönen barocken Architektur, mit dem sonnigen Schweigen der alten Plätze, mit den Brunnen, aus denen Rösse tauchen, mit den braun erhellten Kirchen und Orgelklängen im tiefen Blau des Abendhimmels. Das alles sind Bilder, die G. Trakl in seinem Gedicht „Die schöne Stadt“ verewigt hat.

Hier, in dieser Stadt an den Ufern der Salzach hat der Dichter seine Kinder- und Jugendjahre verbracht, und das Wasser hat ihn immer durch ihre unüberwältige Magie fasziniert. Es ist zum ständigen Attribut seiner Dichtung geworden. Das Wahrnehmen des Wassers ist mit seiner Form und Funktion verbunden, die von dem Sinn efüllt sind, der mit dem inneren Zustand des Schauenden übereinstimmt und in entsprechenden Farben zum Ausdruck gebracht wird.Schwarz sind der Tau, die Tränen, der Regen, der das Stoppelfeld befeuchtet – Konnotation des Tropfens ist immer schwarz. Schwarz ist die Farbe des Abgrunds unseres unbewussten, verschwommenen Vergangenen und des geahnten Zukünftigen. Aber das Wasser kann bei Trakl auch grün, silbern, blau oder weiß sein. Silbern ist der Bach, der durch die Melancholie des Abends davon rauscht, grün ist das Wasser im Moor, voll Verwesung, der Durstige trinkt die kühle Bläue des Felsenquells und ganz ungeheuer kommt dem Leser das weiße Wasser in Graburnen vor.

Obwohl Trakl Protestant war, hat die sakrale Kunst Salburgs, das zu 98% katholisch war, sehr stark seine poetische Welt beeinflusst, deren Bilder oft wie duch das Wort beseelte Fresken vorkommen.

Sein Essey beginnt und endet T. Havryliv mit Tatsachen aus den letzten Tagen des Dichters, die mit den grausigen Ereignissen des ersten Weltkieges verbunden sind [11].

1.2.“Identität des Kunstraums von Georg Trakl im Kontext der Zeit, der Traditionen und des Kulturdialogs“

2005 erscheint der erste Band der Studien zur österreichischen Literatur unter dem Titel „Identität des Kunstraums Georg Trakls im Kontext der Zeit, der Traditionen und des Kulturdialogs“, verfasst von Timofiy Havryliv. In diesem Band gibt es Untersuchungen von Hans Weichselbaum, Karoly Csuri, Wendelin-Schmidt Dengler, Walter Methlagl, Petro Rychlo, Krzysztof Lipinski und von Tymofiy Havryliv selbst.

1.2.1. Stichwörter bei Trakl in der Untersuchung von k.Lipinski

Von besonderem Interesse ist für uns der Artikel von Krzysztof Lipinski, in dem die große Bedeutung von Stichwörtern bei der Übersetzung hervorgehoben wird. Sie seien Hauptelemente der poetischen Welt von Georg Trakl und verfügen über eine nur für diese Welt geltende und ihr allein zugehörige Semantik. Zu den wichtigsten Stichwörtern zählt der Autor neben den Nomen Verwesung und Untergang und neben dem Verb tönen auch die Farbbezeichnungen, vor allem blau und rot. Das ganze Werk von Georg Trakl hält K. Lipinski für eine Ein-Gedicht-Struktur, deshalb findet er besonders wichtig bei der Übersetzung die Stichwörter im Zielsprachetext zu erhalten und dafür ein äquivalentes Zeichensystem zu schaffen. Die Stichwörter blau und rot repräsentieren die Farbenwelt, besitzen aber dabei eine spezifische eigene Semantik. Unter den Trakls Farben spielt Blau eine besondere Rolle. Es ist nicht nur die Farbe des Herbsthimmels, des Wassers, sondern auch die Eigenfarbe Trakls, wovon die Häufigkeit und die positive Bewertung von Blau zeugen. Der Verfasser führt ein weites Zitat von Iris Denneler an: „Häufigkeit und positive Bewertung von Blau lassen vermuten, das hier die Eigenfarbe Trakls vorliegt, die gegen das extensivste Farbfeld des Dunklen immer wieder ihren friedlichen, ruhigen, angenehmen Stimmungswert setzt. Schon Theodor Spoerri erkannte, dass der Gegensatz zu schwarz nicht weiß verkörpere, sondern das stimmungsmäßige Gleichgewicht blau sei [10 , S. 97]. Beide Farbbereiche bleiben komplementär aufeinander bezogen. Blau ist die positive Seite des Dunklen, die bewusst erlebt werden kann …, während das Dämmernde, Finstere dem Traumzustand des Unbewussten und dem Vergessen angehört. Aus der Vorstellung des reinen Wassers, die Trakl mit blau als Meditationsfarbe verbindet (36 Belege), ergeben sich Konnotationen zum Wunsch nach Präexistenz, Geborgenheit und Unschuld, einer Zeit des Unberührten, Heiligen. In der Konstellation mit Zeitvorstellungen und dem Gedanken des Reinen, Religiösen nähert sich Blau hinsichtlich seiner Konnotationsmöglichkeiten der Goldfarbe, die Timothy J. Casey „eher Bewertung, als Farbe“ nennt [10, S. 98]“. Bei der Übersetzung des Stichworts blau steht man vor dem Problem unterschiedlicher Segmentierung des Farbenspektrums in verschiedenen Sprachen. So z. B. verfügt das Deutsche über das weiteste Blauspektrum von Hellblau bis zum tiefen, dichten, fast schwarzen Blau. Im Polnischen und im Russischen gibt es dafür verschiedene Farbbezeichnungen.

Über die Semantik von Rot bei G. Trakl schreibt Iris Denneler folgendes: „Wie bei seiner Komplementärfarbe Grün dominiert auch hier die Konstellation Rot-Vegetatives, deren Termmenge 26 Belege aufweist (Blume, Buchen, Wald ect.). Als Bezeichnung des gesteigerten, überreifen Lebens – Assoziationen zur Erfahrungswelt (reife Früchte, „roter“ Herbst) dürften hier mit einfließen – steht die Konstellation in Verbindung zum zweithäufigsten angeschlossenen Wortfeld, dem Bereich des Sinnlich-Erotischen (12 Belege). Exemplarisch dafür steht die Vorstellung des „Mundes“, der mit „Frucht“, d.h. dem reifen, aber auch dem Verfall anheimgegebenen Leben in eins gesetzt wird: „In roten Beeren verbeißt sich mein Mund“ [10, S. 101]“.

Also Rot ist nicht nur die Farbe des Herbstes (rotes Laub), des Blutes, sondern auch des Animalisch-Sinnlichen. Auch Rot umfasst im Deutschen im Vergleich zum Polnischen oder zum Russischen den größten Teil des Spektrums, ist aber konkreter, als Blau. Obwohl jede von drei Sprachen nur ein Hauptwort für diese Farbe kennt (rot, czerwony, красный), ist die Situation mit der Übersetzung ähnlich wie bei Blau.

Der Autor beweist, dass die homogenisierte Übersetzung Traklscher Dichtung möglich und wünschenswert sei, und stellt fest, dass die Ein-Gedicht-Struktur seines Werks von dem Übersetzer Genauigkeit und Konsequenz fordert. Andererseits braucht die Lyrik ein Feld sowohl für ästhetisches als auch für sprachliches Manöver. Das Pendel der Lösung schwingt zwischen diesen zwei Polen. Darin besteht eben die Übersetzungskunst [10, S. 104].

Соседние файлы в предмете [НЕСОРТИРОВАННОЕ]