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1. Lesen Sie Texte 1 und 2 und sagen Sie, ob es stimmt oder nicht stimmt.

  1. Die BRD ist ein hoch entwickeltes Industrieland.

  2. Deutschland führt viele Rohstoffe aus.

  3. Deutschland exportiert etwa 35% der Produktion.

  4. Der Fahrzeugbau ist einer der wichtigsten Industriezweige Deutschlands.

  5. In Deutschland arbeiten heutzutage 115 bäuerliche Familienbetriebe.

  6. Die BRD hat alle modernen Verkehrsmittel.

  7. Der Strukturwandel bedeutet, dass der Dienstleistungsbereich in der Wirtschaft immer wichtiger wird.

  8. In der BRD existiert die Planwirtschaft.

  9. Streben nach Gewinn ist eines der wichtigsten Prinzipien der Marktwirtschaft.

10. Die soziale Marktwirtschaft funktioniert ohne Wettbewerb.

11. Der Staat kontrolliert und reguliert solche Lebensbereiche wie Gesundheit, Wohnen, Bildung und Forschung.

  1. Die soziale Marktwirtschaft bedeutet für jeden Bürger die soziale Sicherheit und den sozialen Ausgleich.

Text 1. Wirtschaft der brd

Die Bundesrepublik Deutschland gehört zu den größten Industrieländern. Sie steht in der Welt an der vierten Stelle, im Welthandel nimmt sie nach den USA sogar den zweiten Platz ein.

Der Außenhandel spielt in der Wirtschaft der BRD eine entscheidende Rolle, denn die Industrie braucht Rohstoffe, die importiert werden müssen, und einen Absatzmarkt für ihre Produktion. Von den wichtigsten Rohstoffen kommen Stein- und Braunkohle sowie Eisen in Deutschland selbst vor. Andere Rohstoffe werden eingeführt. Der Export besteht überwiegend aus Fertigwaren hoher Technologie. Etwa 35% der deutschen Gesamtproduktion wird ausgeführt.

Die wichtigsten Industriezweige der BRD sind Steinkohlenbergbau, Metallurgie und Elektrotechnik, optische und chemische Industrie. Die Industrie konzentriert sich auf den Hochtechnologiebereich und ist stark automatisiert.

Die Bundesrepublik Deutschland hat eine leistungsfähige Landwirtschaft. Die wichtigsten Produkte sind Getreide, Obst, Kartoffeln, Fleisch, Milch, Hopfen. Bäuerliche Familienbetriebe spielen in der Landwirtschaft eine sehr wichtige Rolle. 1950 ernährte ein deutscher Landwirt 10 Personen, heute aber 115.

Deutschland hat eines der intensivsten Verkehrssysteme der Welt: ein dichtes Autobahnnetz, große Wasserstraßen, Tausende von Kilometern Eisenbahnstrecken, internationale Flughäfen und Seehäfen.

In den letzten Jahrzehnten kann man in der deutschen Wirtschaft einen Strukturwandel beobachten. Der Anteil der industriellen und landwirtschaftlichen Produktion geht zurück, während der Dienstleistungssektor (Handel, Banken, Versicherungen, Verkehr) immer mehr an Bedeutung gewinnt. Für moderne Industriestaaten ist es typisch, dass im Dienstleistungsbereich viel mehr als 50 % aller Beschäftigten arbeiten.

Text 2. Soziale Marktwirtschaft

Das Wirtschaftssystem der BRD bezeichnet man als soziale Marktwirtschaft. Diese Idee gehört Prof. Ludwig Erhard, dem ersten Wirtschaftsminister der BRD. Diese Wirtschaftsordnung verbindet die wichtigsten Prinzipien der Marktwirtschaft mit den Ideen des sozialen Fortschritts und der sozialen Sicherheit.

Die Voraussetzung für das Funktionieren der Marktwirtschaft ist der Wettbewerb. Ohne Konkurrenz kann es keine Marktwirtschaft geben. Weitere wichtige Prinzipien der Marktwirtschaft sind:

  • selbständige Planungen und Entscheidungen aller Marktteilnehmer;

  • Streben nach dem größtmöglichen Gewinn;

  • freie Preisbildung am Markt durch Angebot und Nachfrage;

  • Privateigentum an den Produktionsmitteln.

Die Ziele der sozialen Marktwirtschaft sind:

  • stabile Preise und stetiges ökonomisches Wachstum;

  • ein hoher Beschäftigungsstand;

  • gerechte Verteilung des Wohlstandes;

  • Schaffung der bestmöglichen sozialen Sicherheit für alle Bürger.

Soziale Marktwirtschaft braucht einen starken Staat. Er mischt sich in die Wirtschaft regulierend ein, insbesondere bei Gesundheit, Wohnen, Bildung und Forschung. Der Staat ist verpflichtet, jeden Bürger vor sozialer Unsicherheit und Lebensrisiken wie Alter, Krankheit, Unfall, Arbeitslosigkeit zu schützen.

Der Staat garantiert den Bürgern alle nötigen Sozialleistungen. Das sind in erster Linie verschiedene Arten von Versicherungen: Krankenversicherung, Unfall- und Invalidenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung. Dazu gehören auch die Maßnahmen des sozialen Ausgleichs und Hilfe in Notlagen: Erziehungsgeld, Kindergeld, Mutterschutz, Wohngeld, sozialer Wohnungsbau und Sozialhilfe.

Die Regierung führt auch eine aktive Arbeitsmarktpolitik durch. Es geht um Fortbildung und Umschulung der Arbeitslosen, Schaffung von neuen Arbeitsplätzen, Schutz vor Entlassungen, Schutz der Arbeitnehmer im Betrieb und so weiter.

2. Lesen Sie und übersetzen Sie den nachstehenden Text über Ludwig Erhard (1897 – 1977), den «Vater des deutschen Wirtschaftswunders», ins Russische. Was bedeutet der Ausdruck „Wirtschaftswunder“?

Text 3. Die Mark und der Markt

Prof. Ludwig Erhard wird «Vater des deutschen Wirtschaftswunders» genannt. Als Wirtschaftsminister unter dem ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer und später als Bundeskanzler (19631966) setzte Erhard auf die Kräfte des Marktes, hielt einem ungezügelten Kapitalismus jedoch immer die humane Komponente entgegen. In seine Amtszeit fällt ein beispielloser wirtschaftlicher Aufschwung im Westen Deutschlands.

Wirtschafts-Experte Ludwig Erhard wurde 1947 beauftragt, die von Staatsschulden ruinierte „Reichsmark“ zu reformieren. Am 21.4.48 war es soweit. Am 20. Juni 1948 wurde die Deutsche Mark (DM) als neue Währung eingeführt und damit wurde der Inflation ein Ende gemacht. Die Deutschen verloren 80% ihres nahezu wertlos gewordenen Geldvermögens -und bekamen dafür die Deutsche Mark“. Jeder Deutsche erhielt als Startkapital 40 Mark. Das restliche Geld wurde zum Kurs 1 zu 10 umgestellt. Das war ein schmerzhafter Währungsschnitt. Die Folge war eine rapide Preissteigerung. Die Laden füllten sich jedoch über Nacht mit Waren, denn für das Inflationsgeld wollten die Kaufleute ihre Waren nicht verkaufen. Im November 1948 kündigte Ludwig Erhard ein Jedermannprogramm an. Damit wurde die Produktion von Jedermannwaren, d. h. von billigen Waren, gestartet. Erhard versprach «Wohlstand für alle».

Erhard verkündete an jenem Tag zugleich das Ende der „Zwangsbewirtschaftung" (Warenbezugs-Scheine usw.). Manche fürchteten, dass ein freier Markt in Zeiten des Mangels nicht funktioniert, andere wollten eine sozialistische Staatswirtschaft, die Großindustrie hätte gern an den Monopol-Strukturen der Vergangenheit festgehalten. Doch das Ex­periment klappte. So wurde Erhard zum Vater des Wirtschaftswunders und der sozialen Marktwirtschaft.

Die ungleiche Verteilung des Reichtums und die Kluft zwischen Arm und Reich wurden nicht abgeschafft, andererseits erreichte die westdeutsche Wirtschaft jährliche Wachstumsraten von rund 8 Prozent. Diese Entwicklung hielt in den gesamten fünfziger Jahren an. Das Durchschnittseinkommen der Arbeiter zwischen 19501962 stieg um 250 Prozent. Die Grundlage der Politik Erhards bestand darin, dass der Staat nur indirekt in die Wirtschaft eingriff, in erster Linie um die wachstumsfördernden Faktoren, insbesondere Investitionen, zu fördern. Für den Begründer der sozialen Marktwirtschaft war Liberalisierung, d. h. mehr wirtschaftliche Freiheit, die eigentliche Wohlstandsformel. Damit schuf er die Grundlagen für das deutsche Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit.