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Лингвистика.doc
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Der Stil des offiziellen Verkehrs:

Bereich: Dazu gehören alle öffentlichen Einrichtungen, Staatsämter und kommunale Verwaltung, alles, was zur Struktur des Staates gehört.

Funktion:

die schriftliche und mündliche Verständigung:

  • zwischen den Staatsämtern miteinander und

  • zwischen diesen Einrichtungen und Publikum

Substile — Gliederung innerhalb des Stils: Diplomatenverkehr, Gesundheitswesen, Gerichtsverfahren, Schulwesen, Postwesen, Eisenbahnwesen, Hochschulwesen usw.

Man unterscheidet folgende Erscheinungsformen des Stils der öffentlichen Rede:

  • schriftlich-monologisch (in Dokumenten, Akten, Protokollen usw.);

  • mündlich-monologisch (in Reden von Amtspersonen);

  • mündlich-dialogisch (im Amtsverkehr).

Die genannten Erscheinungsformen sind literarisch genormt; auch bei mündlichem Verständigungsweg ist keine umgangssprachliche Auflockerung zulässig.

Kommunikationsform: Erlässe (Pl.) der Regierung, allerlei Verordnungen, Gesetzbuch (Paragraphen und Artikel), Protokolle, Akten, Gebrauchsanweisungen, Gesuche (schriftlich vorgebrachte Bitte), Anträge, Werbung, Lebenslauf

Diesem Stil sind folgende Merkmale zueigen:

  • Förmlichkeit (Unpersönlichkeit),

  • Abstraktheit

  • fachliche Genauigkeit

  • exakte Definitionen

  • Eindeutigkeit/Genauigkeit der Aussage

  • Sachlichkeit, Objektivität, Kürze

Allerdings sind die Merkmale nicht in gleichem Maße vertreten; die Anwesenheit der Merkmalen hängt vom konkreten Text und der Kommunikationsform (mündliche oder schriftlich) ab.

Die Stilnormen des gegenwärtigen deutschen Amtsstils verlangen Ausschaltung jeglicher Emotionalität – daher völliger Ausschluss expressiver Lexik und Phraseologie. Trotz aller Unpersönlichkeit können manche Textsorten im öffentlichen Stil expressiv sein: logische Expressivität in politischen (Parteibeschluss, Deklaration), juristischen und anderen ämtlichen Dokumenten; b) emotionale Expressivität (Trauer, Nachruf, Worte des Gedenkens).

Sprachliche Realisierung:

Phonetische Ebene: Hier gibt es keine individuelle Besonderheiten der Aussprache, keinen dialektalen Beiklang, keine Synkopen, Aphäresen usw.

Lexische Ebene:

  • Keinerlei bewertende Epitheta, emotionale Idiome, vollständiges Fehlen individueller Tropen, Vergleiche und Periphrasen.

  • Substantivierung und Funktionsverbgefüge , z.B.: eine Erklärung abgeben statt erklären

  • Verwendung fachsprachlicher Lexik entsprechend den Sachgebieten des öffentlichen Verkehrs, z.B.: Beförderungsmittel statt Bus/Straßenbahn

  • Präpositionen, die gelegentlich als „papierdeutsch“ bezeichnet werden wie z.B. anteilig, kraft, laut, betreffs und infolge;

  • Die Wort- und Wortgruppenklischees sowie die Satzklischees: in Anerkenung der Tatsache; zur Genehmigung vorlegen (Dokumente, Verträge, Abänderungen);

  • Sammelnamen: die Wahlen, die Fahrer usw.;

Morphologische Ebene:

auf dieser Ebene wird der Eindruck des Unpersönlichen und Offiziellen erweck; intensive Verwendung von dem unpersönlichen Pronomen „man“ und unpersönlich gebrauchten Verben, von Passivkonstruktionen, von Infinitiven und Partizipien II in imperativischer Funktion.

Syntaktische Ebene:

  • Die grammatische Wortfolge (Thema — Rhema) als Ausdruck der Sachlichkeit und der Objektivität;

  • Die sogenannten Rechtsattribute (ersten, zweiten, dritten Grades), durch Genetiv-Substantive und Präpositionalgruppen ausgedrückt; gelten als Mittel der Dichte.

  • Das erweiterte Attribut: Mittel der Kürze und der Verdichtung des Gedankens.

  • Parenthesen tragen einen erläuternden Charakter, sie dienen der logischen Anschaulichkeit;

  • Aufzählung ist eines der verbreitesten Mittel zum Ausdruck der Knappheit;

  • Infinitivgruppen sind ein Mittel der Kürze, außerdem sind sie Ausdruck der Unpersönlichkeit;

  • Aussagesatz dominiert in diesem Stil (Sachlichkeit, Objektivität);

  • Als Mittel der sprachlichen Kürze wird in dem modernen Amtsstil häufig der Ellipse verwendet: Deutliche Handschrift erbeten.