
3. Lexikologie und Nachbarwissenschaften
Lexikologie als Wissenschaftsdisziplin steht im Schnittpunkt mehrerer Wissenschaften und charakterisiert sich durch eine interdisziplinäre Ausrichtung. Da die Lexikologie es mit Wort und Wortschatz zu tun hat, ist sie eng mit verschiedenen linguistischen und geisteswissenschaftlichen Disziplinen eng verbunden. Dazu gehören:
■ Philosophie
■ Logik
■ Psychologie
■ Kommunikationswissenschaft
■ Literaturwissenschaft
■ Psycholinguistik
■ Soziolinguistik
■ Textlinguistik
■ Stilistik
Prof. I.G. Olschanskiy nennt auch folgende linguistische Disziplinen, mit denen die Lexikologie eng verbunden ist. Dazu gehören: lexikalische Semantik, Morphologie, Fonologie, Grafematik, Grammatiktheorie, Computerlinquistik, Sprachdidaktik, kognitive Linguistik, Linguokulturologie ( S. 13).
Zwischen diesen Wissenszweigen bestehen ein intensives Zusammenwirken und ein reger Austausch von Ideen, Anregungen und Informationen. Einerseits steht die Lexikologie auf der Empfängerseite und erhält Impulse und Informationen von diesen Wissenschaften, andererseits erfüllt sie die Sender- und Geberfunktion und bereichert benachbarte Disziplinen mit eigenen Forschungsergebnissen.
4. Arten der Lexikologien
Diese vielfältigen Aspekte des Wortschatzes werden von verschiedenen Lexikologien betrachtet.
Die allgemeine Lexikologie sucht nach den Gemeinsamkeiten aller Wörter aller Sprachen, fragt also nach den Universalien und den theoretischen Grundlagen. Ansichten, die das Lexikon nur für eine Ansammlung von Zufälligkeiten halten, werden von der allgemeinen Lexikologie nicht geteilt.
Zu den universellen Eigenschaften aller Sprachen gehört, dass alle Sprachen über einen Vorrat an Morphemen (Wortteilen) und eine Menge Konventionen verfügen, die festlegen, wie sich diese zu sinnvollen Kombinationen wie komplexen Wörtern, Phrasen und Sätzen zusammenbauen lassen.
Die spezielle Lexikologie beschäftigt sich mit den Spezifika der Einzelsprachen. Sie ist in der Regel auf die Gegenwartssprache ausgerichtet und hat als Objekt den Wortschatz einer speziellen Sprache.
Die historische Lexikologie, die auch Etymologie genannt wird, betrachtet die historische Dimension des Wortschatzes. Sie kann die Entwicklung einzelner Wörter über einen historischen Zeitraum beschreiben.
So hat das Wort Weinbrand eine interessante Geschichte. Es ist eine deutlich motivierte Prägung (Weinbrand ← gebrannter Wein), die im Gefolge der Restriktion entstanden ist.
Cognac eine geschützte Bezeichnung für Weinbrand aus dem französischen Weinbaugebiet Cognac.
Die kognitive Linguistik beschreibt die Speicherung und Verarbeitung der Wörter im menschlichen Gehirn. Sie beschäftigt sich u.a. damit, welche Charakteristika das mentale Lexikon hat und aus welchen Modulen es besteht.
Literatur:
Ольшанский И.Г., Гусева А.Е. Лексикология: Современный немецкий язык. – М.: Академия, 2005
Степанова М.Д., Чернышева И.И. Лексикология современного немецкого.- M.: ACADEMA, 2003
Fragen:
Was ist die Lexikologie?
Worin sieht die Lexikologie ihren Hauptgegenstand?
Wie betrachtet die Lexikologie die Wörter?
Mit welchen Problemen befasst sich die Lexikologie?
Beschreiben Sie die Teildisziplinen der Lexikologie.
Beweisen Sie, das Lexikologie eine interdisziplinäre Wissenschaftsdisziplin ist.
Womit beschäftigt sich die allgemeine Lexikologie?
Was können Sie über die spezielle Lexikologie sagen?
Womit ist die historische Lexikologie verbunden?
Was beschreibt die kognitive Lexikologie?