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Лексикология 1.doc
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Geschichte der Sprache

Wie schon gesagt, bilden den Gegenstand der Untersuchung der Lexikologie das Wort und der Wortschatz. Aber das Wort wird auch von anderen Disziplinen der Sprachwissenschaft erforscht. Die Pho­netik (Phonologie) untersucht das Wort vom lautlichen Standpunkt aus. Die Grammatik erforscht die Bildung, die Bedeutung und den Gebrauch der Wortformen. Bis heute bleibt die Streitfrage nach der Stellung der Wortbildungslehre in der Linguistik. Die Sprachforscher betrachten die Wortbildung verschiedenartig, weil es sich sowohl bei der Formenbildung als auch bei der Wortbildung um Erscheinungen strukturellen Charakters handelt und auf beiden Gebieten scheinbar dieselbe Affixe auftreten. Aber die wortbildenden und die formbil­denden Morpheme sind strukturelle Elemente, die zu den verschiedenen Bereichen der Sprache gehören, verschiedenen sprachlichen Inhalt besitzen. Mit Hilfe der wortbildenden Morpheme werden die neuen Wörter gebildet, z.B, lehren — der Lehr-er. Dank den formbilden­den Morphemen ergeben sich verschiedene grammatische Formen eines und desselben Wortes: Wald - Wäld-er.

Es gibt auch eine enge Beziehung zwischen der Lexikologie und der Stilistik, die sich mit den Ausdrucksmöglichkeiten der Wörter befasst. Die Lexikologie ist aufs engste mit der Geschichte der Sprache verbunden: nur auf Grund der historischen Analyse können einige Wörter erklärt werden. Das Wort ist das begriffstragende Element der Sprache und die wesentliche kommunikative Einheit. Für seine Erforschung müssen psychologische und soziologische Einsichten genutzt werden. Deshalb steht die Lexikologie in enger Beziehung zur Soziolinquistik und Psycholinquistik.

Bei der wissenschaftlichen Betrachtung des Wortes und des Wortschatzes kann ein Aspekt dominieren. Daher unterscheiden wir: allgemeine, vergleichende und spezielle Lexikologie.

Die allgemeine Lexikologie befaßt sich mit der Erforschung der Gesetzmäßigkeiten, die für Wörter und Wortbestand jeder Sprache charakte­ristisch sind.

Die vergleichende Lexikologie untersucht den Wortbestand einer Gruppe oder einer Familie der nahverwandten Sprachen.

Die spezielle Lexikologie untersucht Wort und Wortschatz einer Sprache. Wir sprechen von der Lexikologie der deutschen, der russischen Sprache usw. Diese Lexikologie wird ihrerseits eingeteilt in: 1). historische (diachrone) Lexikologie, die die Geschichte des Wortbe­standes (d.h. seine Entwicklung) behandelt; 2). beschreibende (synchrone) Lexikologie, die den Wortbestand der gegen­wärtigen Sprache untersucht und auch die Entwicklungstendenzen weist die in die Zukunft führen.

Also, die Lexikologie der Gegenwartsprache und die historische Lexikologie benutzen 2 unterschiedliche Methoden der Erforschung der sprachlichen Erscheinungen: synchronische (synchrone) und diachronische (diachrone) Betrachtungsweise. Die historische Lexikologie (mit anderen Worten - diachronische Lexikologie) bedient sich der diachronischen Betrachtungsweise, d.h. sie untersucht den Wortschatz in seiner histori­schen Entwicklung. Die beschreibende Lexikologie bedient sich hingegen der synchronischen Betrachtungsweise, d.h. sie untersucht den Wortschatz einer Sprache in einer bestimmten Epoche der Entwicklung dieser Sprache.

Die Auffassung der Sprache als System, die Abgrenzung der Synchronie und Diachronie in den Arbeiten von F.de Saussure waren von großer Bedeu­tung für die Lexikologie als Wissenschaft. Denn wenn am Anfang des 20. Jhts. die Lexikologie sich in erster Linie mit der Etymologie, d.h. mit der Herkunft (Geschichte) der Wörter beschäftigte, so befaßt sich die moderne Lexikologie mit dem Inhalt der menschlichen Sprache und Rede, die Etymologie hat der Semasiologie und Onomasiologie Platz gemacht.

Die Lehre von den Wortbedeutungen wird Semantik oder Semasiologie genannt. Oft bezeichnet man auch die Bedeutung der Wörter selbst als ihre Semantik. Die Semasiologie ist also die Bedeutungslehre. Während die Semasiologie vom sprachlichen Zeichen, d.h. der Bezeichnung (Lautung, Form), ausgeht, um fest­zustellen, welche Bedeutungen dieser Bezeichnung zugehören, geht die Onomasiologie (Wissenschaft von den Benennungen, m.a.W. Bezeichnungslehre) von einem beistimmten Gegenstand oder einem bestimmten Begriff aus und erforscht, mit welchen Wörtern sie bezeichnet werden. Also, die Semasio­logie untersucht verschiedene Bedeutungen der Wörter, die Onomasiologie - verschiedene Bezeichnungen für Begriffe und Sachen (z.B. der Kopf, der Haupt, der Kohl). Die Beziehungen zwischen dem Wort (der Lauthülle) und der Bedeutung können als folgende Erscheinungen betrachtet werden: die Synonymie (sprechen, reden), die Homonymie (der Ball /das Spielzeug und der Tanzenabend/), Polysemie (der Zug). In der Semasiologie werden homonymische Beziehungen und Beziehungen der Polysemie behandelt; in der Onomasiologie (beim onomasiologischen Verfahren) - solche Systembeziehungen wie Synonymie.

Den nächsten Zweig der Lexikologie bildet die Wortbildungslehre. Sie untersucht die Vorgänge der Wortbildung, Wortbildungsregeln und die sprachlichen Mittel, die dabei verwendet werden. Sie beschreibt auch Elemente und Strukturen dieser Vorgänge, die "fertigen" Wörter. Manche Autoren, z.B. Th. Sсhippan, glauben, die Wortbildungslehre kann neben Lexikologie und Grammatik eine selbständige Stellung einnehmen, denn sie umfaßt lexikalische und grammatische Kategorien und Regeln. Zum letzten Zweig der Lexikologie gehört die Phraseologie, oder die Lehre von den festen Wortverbindungen. Die Phraseologie wurde erst in der zweiten Hälfte der 60-er Jahre zum Gegenstand selbständiger Untersuchun­gen. Einen besonders großen Beitrag zur Entwicklung der Phraseologie haben die sowjetischen Sprachforscher geleistet (Stepanowa, Cernysova, Gorodnikova u.a.). Die Phraseologie wird in der letzten Zeit als relativ selbständige sprachwissenschaftliche Disziplin betrachtet (sieh Th.Schippan, S.45-46). Die Phraseologismen nehmen eine "Zwischenstellung" zwischen Syntax und Lexikologie ein. Einerseits sind sie syntaktische Fügungen aus mehreren Wörtern. Andererseits hat ihr Kernbestand die lexikalischen Eigenschaften der Idiomatizität, Reproduzierbarkeit, Festigkeit und gehört damit zum Lexembestand der Sprache.

Aber in vielen Lexikologien der deutschen Sprache wird die Phraseologie noch als Bestandteil der Lexikologie aufgefaßt. Die diachronische Phraseologie ist aber noch im Werden. Die Phraseologie kann ebenso wie die meisten Lexikologiezweige sowohl ein synohronisches als auch diachro­nisches Fach erscheinen.

Außer der Lexikologie gibt es noch eine linguistische Wissenschaft, die sich mit den Problemen der Wort- und Wortschatztheorie befaßt. Das ist die Lexikographie. Sie beschäftigt sich mit den Methoden der Zusammenstellung von Wörterbüchern und ihrer Typologisierung. Obwohl die Lexikographie die Ergebnisse der Lexikologie anwendet, kann man sie nicht als den Zweig der Lexikologie betrachten, ihr Gegenstand ist weiter und erfordert die Einbeziehung von Ergebnissen der Grammatik, der Sprachgeschichte, der Dialektologie und zahlreicher Fachwissenschaften.

Zu den Hauptmethoden der modernen lexikologischen Untersuchungen gehören folgende:

1) Die Semanalyse (die Komponentenanalyse) der Wortbedeutung;

2) die Distributionsanalyse;

3) die Substitutionsanalyse (das -test);

4) die Transformationsanalyse;

5) die Analyse der Wortdefinitionen;

Die Semanalyse der Wortbedeutung ist die Zerlegung der Wortbedeutung in die kleinsten Bedeutungselemente - Seme (semantische Merkmale, semantische Komponenten, Noeme), die eine hierarchische Struktur bilden. Z.B. führen wir die Semanalyse der Bedeutungen der Wörter

Vater/Mutter durch: Seme (die kleinsten Bestandteile der Wortbedeutung)

Vater Mutter

Gegenständlichkeit + +

(belebt) + +

Mensch + +

verwandt + +

hervorbringende Generation + +