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Ординатура / Офтальмология / Учебные материалы / Entzündliche Augenerkrankungen Springer.pdf
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470 Kapitel 10  •  Nichtinfektiös

spätere Studien zeigten, dass sozioökonomische und Umwelteinflüsse sowohl den Verlauf als auch den Ausgang der Erkrankung mitbestimmen. Frauen im gebärfähigen Alter sind deutlich häufiger betroffen als Männer (9:1) mit einem Altersgipfel zwischen den späten Teenagerjahren und der vierten Lebensdekade.

10.14.3 Ätiologie und Pathogenese

Die Pathogenese des SLE ist komplex und noch nicht vollständig geklärt. Genetische Faktoren spielen möglicherweise eine Rolle. Die HLAAntigene HLA-A1, B8 und DR2 sowie DR3 werden gehäuft bei Lupuspatienten gefunden. Eine andere Studie konnte nachweisen, dass Nullallele, die einen Mangel früher Komplementfaktoren bedingen, ein starkes Erkrankungsrisiko für den SLE darstellen.

Umweltfaktoren und hormonelle Einflüsse spielen möglicherweise ebenfalls eine Rolle. Es ist allgemein bekannt, dass Sonnenlichtexposition zur Krankheitsexazerbation führen kann. Weiterhin wird vermutet, dass orale Kontrazeptiva, die Östrogen enthalten, ebenfalls ein erhöhtes Erkrankungsrisiko beinhalten, da hauptsächlich Frauen im gebärfähigen Alter erkranken. Epstein-Barr Virus, das B-Zellen befällt, wurde ebenfalls als mögliche Ursache identifiziert. Medikamente, wie Procainamid, Hydralazin, Quinidine, Chlorpromazin, Methyldopa und Isoniazid, können einen medikamentös induzierten Lupus auslösen, der jedoch milder verläuft und sich meist nach Absetzen des auslösenden Medikamentes bessert.

Aktuell wird vermutet, dass Autoantikörper in der Pathogenese des SLE eine Schlüsselrolle spielen, wobei das Immunsystem multifaktoriell involviert ist. Zelltod durch Apoptosis führt möglicherweise zur Bildung von Autoantigenen, die normalerweise intrazellulär abgebaut werden, stattdessen jedoch Antigen-präsentierenden Zellen zugeführt werden und damit eine Immunantwort initiieren. Zelluläre Interaktionen zwischen den Molekularkomplexen auf der Oberfläche dieser Zellen mit T- und B-Lymphozyten führen dann eventuell zur Bildung von Autoantikörpern mit hoher Affinität. Diese Autoantikörper verursachen dann vermutlich einen Gewebsschaden durch direkte Schädigung des Gewebes oder durch Bildung von Immunkomplexen und Aktivierung des Komplementsystems.

Bestimmte Zytokinexpressionsmuster und abnorme Signaltransduktionswege spielen möglicherweise ebenfalls eine Rolle in der Pathogenese der Erkrankung.

10.14.4 Klinik

Klinik der Systemerkrankung

Patienten mit SLE weisen in 95 % Allgemeinbeschwerden, wie Fieber, Schwäche und Gewichtsverlust sowie seltener eine Lymphadenopathie auf. Muskelund Gelenkbeschwerden sind häufig. Eine Polyarthritis ohne Erosionen tritt in > 80 % der Patienten auf sowie eine Myositis in ca. 40 % der Patienten. Die für den Lupus typischen Hautveränderungen finden sich in > 70 % der Patienten. Das Schmetterlingserythem spart die Nasolabialfalten aus. Der diskoide Lupus geht mit leuchtend roten Papeln mit Schuppenbildung und follikulärer Hyperkeratose einher.

Dabei befällt der chronisch diskoide Lupus erythematodes (CDLE) meist nur die Haut und weist daher eine günstige Prognose auf. Die Läsionen kommen hierbei in 90 % nur am Kopf lokalisiert vor und können zu einer vernarbenden Alopezie führen. Bei der disseminierten Form befallen die Läsionen den Körperstamm und die Oberarme.

Der subakute kutane Lupus erythematodes (SCLE) nimmt dagegen eine Mittelstellung hinsichtlich Klinik und Prognose ein, da hier ein allgemeines Krankheitsgefühl, Arthralgien, Myalgien, Hautveränderungen und eventuell ein Sjögren-Syndrom vorhanden sind. Eine Nierenbeteiligung findet sich selten beim SCLE.

An Organmanifestationen finden sich beim SLE in

60–70 % kardiopulmonale Veränderungen mit Pleuritis und/oder Perikarditis mit Ergüssen, Endokarditis, Myokarditis und pulmonalen Infiltrationen. Nierenveränderungen finden sich ebenfalls in ca. 60–70 % der Patienten. Mögliche Nierenbeteiligungen reichen von einer asymptomatischen Hämaturie und/oder Proteinurie über ein akutes nephritisches oder nephrotisches Syndrom bis hin zur rasch progredienten Glomerulonephritis (Immunkomplexglomerulonephritis) mit chronischer Niereninsuffizienz und renoparenchymatöser Hypertonie. Der Nierenbefall beim SLE spielt eine wichtige Rolle hinsichtlich Mortalität und Morbidität. Zusammen mit dem renalen Befall sind neurologische Veränderungen in 60 % Prognose bestimmend. Diese können von Vigilanzdefiziten und Depressionen bis hin zum Status epilepticus, Apoplex oder MS-ähnlichen Verläufen reichen. In 15 % der Patienten ist das periphere Nervensystem befallen.

SLE-Patienten mit höhertitrigen AntiphospholipidAK haben ein erhöhtes Risiko für ein AntiphospholipidSyndrom (APS) mit der Trias arterielle oder venöse Thrombosen, Aborte und Thrombozytopenie. Antiphos- pholipid-AK finden sich ebenfalls häufig bei der fokal neurologischen Form des SLE.

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10.14  •  Systemischer Lupus erythematodes (SLE) (engl. Systemic lupus erythematosus)

..Abb. 10.52a,b  50jährige Patientin, die erstmalig mit einer gesamten Rötung des Gesichtes ohne typisches Schmetterlingserythem und Pseudoporphyrie in der Rheumatologie zur stationären Abklärung aufgenommen wurde. Bei 1:640 ANA, hoch-positiven Anti-ds DNS-AK, negativen Anti-ds DNS-AK Crithidia, positiven Anti-Nukleosomen-AK, positiven Anti-SmD-AK, stark positiven Anti-SS-A, positiven Anti-Ro 52 und positiven Anti-AMA-M2 sowie bestehender Hautmanifestation erfolgte in der Rheumatologie die Diagnose eines subakuten SLE ohne aktuelle Hinweise für Organmanifestation. Es zeigte sich jedoch eine Lupusretinopathie mit Cotton-wool-Herden beidseits. Ein Sjögrensyndrom war bereits seit 1983 bekannt. Eine begonnene Quensyltherapie wurde aufgrund von Taubheitsgefühl in den Füßen abgesetzt und stattdessen eine Basistherapie mit Resorchin eingeleitet. Zusätzlich wird die Patientin mit einer regelmäßigen Urbasonsstoßtherapie behandelt

Klinik der Augenbeteiligung

Vorderer Augenabschnitt

Die häufigste Augenbeteiligung beim SLE stellt eine Keratoconjunktivitis sicca (KCS) dar, die nicht selten in Verbindung mit einem sekundären Sjögren-Syndrom (SS) auftritt. Eine stromale Keratitis findet sich in diesem Zusammenhang selten. Beim diskoiden Lupus erythematodes wurde jedoch über eine Keratitis superficialis punctata in Verbindung mit rezidivierenden Erosiones berichtet. Eine chronische Blepharitis kann durch diskoide Läsionen der Augenlider imitiert werden, sodass bei einer schwer zu therapierenden chronischen Blepharitis auch immer an einen SLE gedacht werden sollte. Aufgrund der beschriebenen Siccaproblematik sollte die Indikationsstellung für eine korneale Excimerlaserbehandlung zum Ausgleich von Refraktionsfehlern bei Patienten mit SLE und anderweitigen Bindegewebserkrankungen streng gestellt werden.

Weitere mögliche Vorderabschnittsbeteiligungen stellen Episkleritis und Skleritis dar.

>> Die Skleritis kann als Indikator für eine signifikante systemische Krankheitsaktivität des SLE gewertet und nur durch eine adäquate Kontrolle der Systemerkrankung zum ausreichenden Abklingen gebracht werden.

Im Rahmen des SLE ist eine orbitale Inflammation mit Episoden von akuter Proptosis, Lidödem, konjunktivaler Chemose und eingeschränkter Motilität möglich.

Hinterer Augenabschnitt

Nach einem Siccasyndrom und Therapie-induzierten Komplikationen, wie Steroid-induzierter Katarakt, Sekundärglaukom und Schießscheibenmakulopathie, stellte die Lupusretinopathie die 3. häufigste Augenbeteiligung bei 91 Patienten eines nepalesischen Krankenhauses beim SLE dar. Die Lupusretinopathie korreliert dabei sehr stark mit der systemischen Krankheitsaktivität. Staffort-Brady et al konnten in einer prospektiven Studie an 550 Patienten über 16 Jahre in 7,5 % der Patienten retinale Veränderungen nachweisen, wovon 88 % eine aktive Systemerkrankung und 73 % eine ZNS-Beteiligung aufwiesen. Meist tritt die Lupusretinopathie (.Abb.10.52a,b) mit Cotton- wool-Herden und retinalen Hämorrhagien in Erscheinung. Netzhautödem, harte Exsudate, Mikroaneurysmen, verengte Arterien sowie erweiterte Venen und Tortuositas vasorum können jedoch ebenfalls gefunden werden. Die Lupusretinopathie ähnelt nicht selten einer hypertensiven Retinopathie, wobei ein arterieller Hypertonus aufgrund einer Nierenbeteiligung beim SLE häufig vorliegt. Die Lupusretinopathie tritt jedoch auch in Abwesenheit eines arteriellen Hypertonus bei Krankheitsaktivität des SLE auf.

Die Netzhautbefunde sind häufig diskret und lassen sich besser durch eine Fluoreszenzangiorgraphie als arterielle und kapilläre Minderperfusionen, Leckage aus Neovaskularisationen und Staining involvierter Gefäßwände nachweisen. Nur wenige Patienten entwickeln eine so schwere Vaskulitis mit diffuser arteriolärer Okklusion, kapillärer Minderperfusion und multiplen arteriellen Ge-

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472 Kapitel 10  •  Nichtinfektiös

fäßverschlüssen, dass eine proliferative Retinopathie entsteht. Eine Lupuschoroidopathie mit multifokaler seröser Abhebung der Netzhaut und des retinalen Pigmentepithels sind möglich. Histopathologische Studien konnten bei der Lupusretinopathie einen Verschluss retinaler und choroidaler Gefäße nachweisen, wobei selten eine aktive Vaskulitis, sondern eher eine milde Perivaskulitis gefunden wurde. Für die Lupusvaskulopathie wird eine multifaktorielle Genese vermutet, die Lupusantikoagulans, anti-Cardiolipin- AK und andere Antiphospholipid AK mit einschließt, da diese Auto-AK thrombogen wirken und sowohl bei der Lu- pus-ZNS-Vaskulitis als auch bei der okklusiven Lupusretinopathie nachgewiesen werden konnten. Durch die frühen Studien der Lupusklinik des St. Thomas’s Hospital in London konnte Hughes, nach dem das APS auch als HughesSyndrom bezeichnet wird, bereits zeigen, dass Patienten mit SLE und erhöhten anti-Cardiolipin-AK ein deutlich höheres Risiko aufweisen, okuläre Gefäßverschlüsse zu erleiden, als Patienten ohne AK. Die Prävalenz, einen okulären Gefäßverschluss zu entwickeln, liegt beim APS bei 8 %, dagegen jedoch nur bei 0,5–2 % beim reinen SLE.

>> An ein APS sollte unbedingt bei jüngeren Patienten mit retinalen Gefäßverschlüssen ohne Gefäßrisikofaktoren gedacht werden.

>> 7,5 % der SLE-Patienten weisen retinale Veränderungen auf, die sehr stark mit der Krankheitsaktivität korrelieren und ein schlechtes prognostisches Zeichen darstellen.

Der Augenarzt hat die Aufgabe das Vorhandensein einer Lupusretinopathie dem behandelnden Rheumatologen mitzuteilen, damit nach einer Aktivität der Systemerkrankung und ZNS-Beteiligung gesucht werden und diese entsprechend therapiert werden kann.

SLE-Patienten sollten auf Antiphospholipid-AK untersucht werden, da diese in 20–50 % der Patienten vorkommen und mit einem erhöhten Risiko für retinale Gefäßverschlüsse verbunden sind.

Neuroophthalmologische Manifestationen

Eine ZNS-Beteiligung des SLE kann multiple neuroophthalmologische Manifestationen und Symptome aufweisen. Hirnnervenlähmungen können zu Ophthalmoplegie, Diplopie, Ptosis oder Pupillenfunktionsstörungen führen. Es wurde ebenfalls über das Auftreten von homonymen Gesichtsfelddefekten, kortikaler Blindheit, internukleärer Ophthalmoplegie, Nystagmus, visuelle Halluzinationen, Pseudotumor cerebri mit Papillenödem und Migräne artigen Kopfschmerzen mit Fortifikationen oder Skotomen berichtet. Eine direkte N. opticus-Beteiligung kann als Retrobulbärneuritis, Papillitis, AION oder langsamer Visus-

abfall auftreten. Sowohl die Optikusneuropathie als auch die okklusive retinale Vaskulopathie können dabei zu einer Optikusatrophie führen.

10.14.5 Diagnostik

Diagnosekriterien

Die Diagnose des SLE wird anhand der Diagnosekriterien des American College of Rheumatology (ACR) von 1982 gestellt. Wenn 4 der 11 Kriterien erfüllt sind, besteht mit 80 bis 90 %iger Wahrscheinlichkeit die Diagnose des SLE.

>> ACR-Kriterien

Schmetterlingserythem Diskoider Lupus erythematodes Photosensibilität

-Nicht-erosive Arthritis von 2 oder mehr Gelenken Serositis (Pleuritis, Perikarditis) Nierenbeteiligung (Proteinurie > 0,5 g/d oder

-Zylindurie) ZNS-Beteiligung

Hämatologische Befunde: Coombs-positive hä-

-molytische Anämie, Thrombopenie, Leukopenie Immunologische Befunde: Anti-Ds DNS, Anti-Sm,

-Antiphospholipid-AK

Antinukleäre Antikörper (ANA)Orale oder nasale Schleimhautulzera

Laborparameter

An immunologischen Laborparametern finden sich in 95 % der Patienten hohe ANA-Titer. Diese weisen mit 97 % eine hohe Sensitivität auf. Dementsprechend ist ein negativer Test sehr hilfreich eine SLE als Differentialdiagnose auszuschließen. Positive, jedoch niedrige ANA-Titer finden sich auch bei gesunden Personen mit steigender Häufigkeit im zunehmenden Alter. ANA’s treten ebenfalls bei Patienten mit juveniler idiopathische Arthritis, Uveitis und bei anderen Kollagenoseformen, wie dem Sjögren-Syndrom, auf.

Weitere Autoantikörper, die mit dem SLE assoziiert -werden, sind:

anti-Ro- (SSA) und anti-La-AK (SSB), AntiC1q, antiSm, anti-Nukleosome, anti-N-Methyl-D-As-

-Antiphospholipid-AK

Anti-dsDNS-AK treten in 60–90 % der Patienten auf. Anti-Sm findet sich dagegen nur in 25 % der Patienten. Bei 20–50 % sind Antiphospholipid-AK vorhanden. Diese können durch 2 Testmethoden in Anti-Cardiolipin-AK und Lupusantikoagulans diffe-

-renziert werden.

Beim SCLE lassen sich HLA-Antigen DR3, Anti-Ro und ANA’s, meistens aber keine Anti-dsDNS finden.part-Säure (NMDA)-Rezeptor, antiα-Aktinin und

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10.14  •  Systemischer Lupus erythematodes (SLE) (engl. Systemic lupus erythematosus)

-Das sekundäre Sjögrensyndrom weist eine starke Assoziation zu HLA-DRW 52 sowie anti-Ro- (SSA) und anti-La-AK (SSB) auf.

Oft kommt es beim SLE zu einer autoantikörperinduzierten Zytopenie mit einer Coombs-positiven hämolytischen Anämie, Leukozytopenie, Lymphozytopenie und Thrombozytopenie.

>> ANA’s werden in 95 % der SLE-Patienten in hohen Titern nachgewiesen und besitzen mit 97 % eine hohe Sensitivität. Ein negativer ANA-Test ist dementsprechend hilfreich, wenn eine SLE als Differentialdiagnose ausgeschlossen werden soll.

eignissen oder Neuropathie vorstellt, empfiehlt sich eine ausführliche Anamnese nach folgenden Symptomen:

Müdigkeit Appetitlosigkeit Fieber Gewichtsverlust

-Hautausschläge

Schleimhautveränderungen ArthritisPleuraschmerzen

Liegen Hinweise für eine Systemerkrankung vor, sollten Laboruntersuchungen durchgeführt werden, wobei ANA’s den besten Screeningtest für den SLE darstellen.

10.14.6 Differentialdiagnostik

 

10.14.8 Therapie

 

 

 

Wichtige Differentialdiagnosen der Lupusretinopathie und Augenbeteiligung beim SLE sind:

Hypertensive Retinopathie -Leukämische Retinopathie

Infektion bei immunkompromittiertem Patient Papillitis anderweitiger Genese (infektiös, nicht infek-

-tiös)

Choroidale Vaskulitis Entzündliche Orbitaerkrankung

-Differentialdiagnosen, an die bei V. a. SLE zu denken ist: Rheumatoide Arthritis und andere Kollagenosen Hämatologische Erkrankungen bei Blutbildverände-

-rungen

Nierenerkrankungen anderer Genese bei renaler -Manifestation

Neurologische Erkrankungen anderer Genese bei -neurologischer Manifestation

Primäres Antiphospholipid-Syndrom ohne Hinweise -für SLE

Medikamentös induzierter Lupus

10.14.7 Diagnostisches Vorgehen

Der Augenarzt stellt nur in seltenen Fällen die Diagnose eines SLE. Wahrscheinlicher ist, dass sich ein Patient bei bereits bekannter SLE mit Beschwerden beim Augenarzt vorstellt. Bei vorhandenen Befunden kommt dem Augenarzt jedoch die wichtige Rolle zu, die Befunde und deren Therapierelevanz an den behandelnden Rheumatologen weiterzuleiten, damit die Systemtherapie adäquat durchgeführt werden kann.

Wenn sich jedoch eine junge Patientin mit mikroangiopathischer Retinopathie, retinalen vaso-okklusiven Er-

Nicht-steroidale Antirheumatika, Kortikosteroide und Immunsuppressiva bilden die 3 Hauptpfeiler der Therapie des SLE. Zur Behandlung von unspezifischen Krankheitszeichen, wie Fieber, Arthralgien, Arthritis und Serositis, werden nicht-steroidale Antirheumatika inklusive Aspirin und Antimalariamittel, wie Hydroxychloroquine und Plaquenil, eingesetzt. Orale oder intravenös verabreichte Steroide werden bei Befall lebenswichtiger Organe und bei hämatologischen Komplikationen, wie hämolytischer Anämie und Thrombozytopenie, hinzugezogen. Wenn eine Steroid-sparende Dauertherapie benötigt wird, werden Immunsuppressiva, insbesondere Azathioprin aber auch Ciclosporin und Methotrexat, eingesetzt. Schwere Organmanifestationen werden durch CyclophosphamidBolustherapien in Kombination mit hochdosierten Steroiden behandelt. Meist wird Cyclopshophamid über 6 Monate gegeben, um eine Remission zu induzieren. Nach Erreichen der Remission wird Cyclophosphamid durch ein weniger toxisches Immunsuppressivum ersetzt. Biologika, wie Rituximab, werden ebenfalls eingesetzt. Eine gute Wirksamkeit von Rituximab konnte in einer Fallserie von mehr als 180 Patienten nachgewiesen werden. Eine randomisierte, doppelblinde Phase II/III-Studie konnte die Wirksamkeit von Rituximab jedoch nicht eindeutig bei moderater bis schwerer Aktivität des SLE belegen. Deoxyspergualin und Belimumab gehören zu neueren Medikamenten, die sich noch in der klinischen Erprobung befinden. Eine Plasmapherese kann sinnvoll sein, um zirkulierende Immunkomplexe und Antikörper zu reduzieren.

Bei gleichzeitig bestehendem Antiphospholipid-Syn- drom sollten Antikoagulanzien eingesetzt werden. Weist eine schwangere Patientin einen SLE mit APL auf, sollten Low-dose-Heparine und ASS 100 mg verordnet werden, um Spontanaborte zu verhindern.