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Ординатура / Офтальмология / Учебные материалы / Entzündliche Augenerkrankungen Springer.pdf
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6.3  •  Operative Behandlung des uveitischen Glaukoms (engl. Glaucoma, surgery, uveitis)

und das Nebenwirkungsprofil mit der Trabekulektomie verglichen und eine äquivalente Senkung des Augeninnendrucks bei selteneren postoperativen Komplikationen gefunden (Ang, Varga et al. 2009; Mendrinos, Mermoud et al. 2008; Dupas, Fardeau et al. 2009). Die Kombination von nicht-penetrierenden Verfahren mit Drainage-Implan- taten und Antimetaboliten zeigte auch in Uveitis vielversprechende vorläufige Ergebnisse (Auer, Mermoud et al. 2004; Anand 2011).

6.3.9 Uveitisches Glaukom bei Kindern

Uveitis im Kindesalter kann eine therapeutische Herausforderung darstellen und führt neben dem Glaukom auch zu amblyopigenen Pathologien (z. B. Katarakt, Bandkeratopathie, vorderen sowie hinteren Synechien und Makulaödem) (de Boer, Wulffraat et al. 2003; Holland and Stiehm 2003). Etwa 25–30 % von Kindern mit Uveitis entwickeln entweder als Folge der Uveitis oder eines Glaukoms eine schwere Sehbehinderung (de Boer, Wulffraat et al. 2003; Heiligenhaus, Niewerth et al. 2005; Mingels, Hudde et al. 2005). Die juvenile idiopathische Arthritis ist überdurchschnittlich häufig (über 50 % der Fälle) mit einem Glaukom assoziiert (Heinz, Schlote et al. 2007; Paroli, Spinucci et al. 2009). Auch bei Kindern ist eine Kombination aus verschiedenen Mechanismen für die intraokulare Drucksteigerung verantwortlich (.Tab.6.11).

Die chirurgische Behandlung des uveitischen Glaukoms im Kindesalter ist kompliziert, folgt aber prinzipiell denselben Grundsätzen wie bei Erwachsenen, jedoch mit gewissen Unterschieden (Freedman, Rodriguez-Rosa et al. 2002; Ho and Walton 2004; Ho, Wong et al. 2004; Rolim de Moura, Fraser-Bell et al. 2005).

Filtrierende und zyklodestruktive Verfahren werden bei Kindern mittlerweile selten angewandt (Beauchamp and Parks 1979; Heinz, Koch et al. 2006). Glaukom- Drainage-Implantate stellen eine wirksame chirurgische Option dar (Kafkala, Hynes et al. 2005; Rolim de Moura, Fraser-Bell et al. 2005; Papadaki, Zacharopoulos et al. 2007; Carreno, Villaron et al. 2011). Darüber hinaus ist die Implantation mehrerer Shunts möglich, jedoch stellen Komplikationen, wie Schielen, Dekompensation der Hornhaut, verstärkte Entzündungsreaktion sowie Kataraktentwicklung wichtige Komplikationen dar (Autrata, Helmanova et al. 2007; O’Malley Schotthoefer, Yanovitch et al. 2008; O’Malley Schotthoefer, Yanovitch et al. 2008).

Die Goniotomie wurde mit guten Ergebnissen und geringen Komplikationsraten bei chronischen anterioren Uveititiden angewandt (Freedman, Rodriguez-Rosa et al. 2002; Ho, Wong et al. 2004; Kafkala, Hynes et al. 2005). Ho et al. berichteten von einer Erfolgsrate von 71 % nach 10 Jahren, die in einer weiteren Studie bestätigt wurde (Bohnsack and

.. Tab. 6.11  Faktoren, die zur intraokularen Drucksteigerung

bei Uveitis im Kindesalter führen können

Trabekulodysge-

Z. B. Rötelnembryopathie (Irishypopla-

nesie

sie, Persistenz der Pupillarmembran,

 

Kammerwinkeldysgenesie)

Trabekulitis/Endo-

Z. B. HSV Infektion

theliitis

 

Chronisch obst-

Chronische Veränderungen des Trabe-

ruktiv

kelmaschenwerks

Akut obstruktiv

Verstopfung der intertrabekulären

(sog. Überfrach-

Zwischenräume

tungsglaukom)

 

Sekundärer Win-

Zirkuläre anteriore Synechien, z. B.

kelblock

bei aphaken Augen und chronischer

 

Uveitis

Pupillar-Blockme-

Iris bombata bei zirkulären hinteren

chanismus

Synechien, z. B. bei juveniler idiopathi-

 

scher Arthritis und Uveitis

Steroid-induziert

Lokale/systemische Steroide

Freedman; Ho and Walton 2004). Die Operationsdauer ist kurz, Goniotomie ist relativ schnell und schont die Bindehaut. Allerdings ist sie nur bei gonioskopisch offenem Kammerwinkel sinnvoll. Sie kann versagen und ggf. wiederholt werden oder mit einer Drainageimplantation unterstützt werden (Bohnsack and Freedman).

Der Stellenwert der Lasertrabekuloplastik ist aufgrund niedrigen Erfolgsquote sowie erhöhter Komplikationsneigung relativ gering. Zyklodestruktive Verfahren, wie z. B. die Diodenlaserbehandlung (Zyklophotokoagulation, Endozyklophoto), werden auch bei Kindern eher als Alternative bei therapierefraktären Fällen angewendet (Heinz, Schlote et al. 2007). Außerdem besteht die Gefahr einer Exazerbation der Uveitis sowie einer Hypotonie.

6.3.10 Zusammenfassung

Obwohl die Pathophysiologie des uveitischen Glaukoms vielschichtig ist, entwickeln die meisten Patienten ein sekundäres Offenwinkelglaukom. Für viele von ihnen ist die medikamentöse Einstellung erfolgreich, gleichzeitig muss eine aggressive und umfassende Behandlung der Uveitis stattfinden. Für Patienten, bei denen die medikamentöse Therapie nicht ausreicht, ist bei Erwachsenen die Trabekulektomie mit Antimetaboliten der Goldstandard, bei Kindern stellt die Goniotomie eine Option dar. Zusätzlich kann die Implantation eines Shunts erwogen werden, auch als erste Operation.

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274

Kapitel 6  •  Therapie: Grundkonzepte

 

 

 

.. Tab. 6.12  Indikationen zur Vitrektomie

 

 

 

Häufige Indikationen zur therapeutischen Vitrektomie

Häufige Indikationen zur diagnostischen Vitrektomie

Glaskörpertrübungen

– Endophthalmitis, v. a. bei ausgeprägten Glaskörpertrübungen

– Epiretinale Membranen mit sekundärem Makulaödem

oder pars plana Exudaten

Vitreoretinales Traktionssyndrom

– Zum Ausschluss eines intraokularen Lymphoms

Traktive Membranen mit Traktionsamotio

– Klinischer V. a. virale Retinitis

– Amotio durch Nekrose im Rahmen einer viralen Retinitis

 

6.4Vitrektomie bei intraokularen Entzündung (engl. vitrectoms, pars plana vitrectomy (PPV))

M. Becker, S. Michels

6.4.1 Einleitung

Bei intraokularen Entzündungen kann, v. a. bei Beteiligung des hinteren Augensegments und chronischen Verlaufsformen, durch die Zellinfiltration komplizierend eine Trübung im Glaskörperraum auftreten. Eine Vitrektomie scheint sowohl aus therapeutischer wie auch diagnostischer Sicht eine naheliegende Option zu sein. Hierbei sind allerdings verschiedene Punkte zu berücksichtigen, um für den Patienten ein optimales Ergebnis zu erzielen und für den Chirurgen unerwartete Komplikationen zu vermeiden.

6.4.2 Grundsätzliche Überlegungen

Man muss sich bewusst sein, dass eine „Uveitis“ nur der Oberbegriff ist für eine heterogene Krankheitsgruppe verschiedenster Krankheitsbilder. Genauso differenziert muss auch die Indikation zu einer Vitrektomie betrachtet werden. Außerdem ist wichtig für das Verständnis, dass eine Uveitis immunologisch gesehen keine reine Augenerkrankung ist, sondern viele andere immunologisch aktive Gewebe involviert sind. Zu denken ist in der Pathogenese z. B. an lokoregionäre Lymphknoten oder die Milz. Insofern entfernt eine Vitrektomie nicht einfach das antigene Material und somit die Entzündung selber. Nur weil das Glaskörpergerüst fehlt und spaltlampenmikroskopisch möglicherweise weniger Zellen im ehemaligen Glaskörperraum erkennbar sind, heißt das nicht, dass verantwortliche Zytokine im Auge nicht immer noch aktiv sind, und z. B. postoperativ ein Makulaödem entstehen kann. Daher müssen Surrogat-Parameter zur Aktivitätsbeurteilung herangezogen werden (Fluoreszenzangiographie zur Beobachtung von Gefässleckagen, intraokulare Zytokinlevel, Elektroretinographie, Flaremeter, OCT etc.).

>> Wie bei der Katarakt-Entstehung im Rahmen einer Uveitis, gilt auch bei er Vitrektomie, dass die Vorbeugung einer inflammatorischen Glaskörpertrübung die beste Therapie ist.

Dies bedeutet, dass bei Uveitispatienten primär eine adäquate und suffiziente immunsuppressive Therapie durchgeführt werden muss, um einen operativen Eingriff (jeglicher Art) möglichst zu verhindern oder eine postoperative durch das operative Trauma vermehrte Aktivität zu minimieren.

>> Eine chirurgische Intervention als therapeutische, Visus-verbessernde Maßnahme steht nach Ausschöpfen aller medikamentösen Optionen i. d. R. an letzter Stelle.

Eine Vitrektomie erfolgt also nicht zur Vermeidung einer immunsuppressiven Therapie (hier ist ein in den letzten 10 Jahren ein Paradigmenwechsel zu beobachten!), vielmehr ist Letzteres im präwie postoperativen Verlauf als Voraussetzung für ein erfolgreiches chirurgisches Ergebnis anzusehen.

6.4.3 Indikation zur Vitrektomie

Bei der Indikationen zur Vitrektomie (.Tab.6.12) im Rahmen einer Uveitis stehen zwei voneinander zu trennende Aspekte im Vordergrund: der therapeutische und der diagnostische. Die Indikation zu einer therapeutischen Vitrektomie ist gegeben, wenn eine langjährige intraokulare Entzündung zu strukturellen Schäden des Auges geführt hat, die medikamentös nicht mehr beeinflussbar sind. Eine diagnostische Vitrektomie wird insbesondere durchgeführt bei akuten infektiösen Formen oder Mas- querade-Syndromen, wie dem intraokularen Lymphom. Sie ist natürlich immer auch eine therapeutische Operation bzw. sollte neben der reinen Glaskörperbiopsie auch durch entsprechende vitreoretinale Therapiemodule (wie Membranpeeling, Endolaser/Kryokoagulation, intraokulare Tamponade) erweitert werden können. Die Materialgewinnung für eine zusätzliche Diagnostik ist im Rahmen einer Vitrektomie ein geringer operativer Zusatzaufwand. Aufwändig

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6.4  •  Vitrektomie bei intraokularen Entzündung (engl. vitrectoms, pars plana vitrectomy (PPV))

ist allerdings der Aufbau und die Pflege eines entsprechenden, auf Klein-Mengen-Biopsate (Vorderkammer-Punktat ca. 200 μl, Glaskörperbiopsat 2–3 ml) eingerichteten Netzwerkes mit Infektiologen und Zytopathologen sowie das Vorhandensein von geschultem OP-Personal. Eine diagnostische Vitrektomie ist kein Routineeingriff und bedarf einer intensiven Vorbereitung des OP-Personals und der Abläufe. Ausgefüllte Anforderungsscheine als Mustervorlagen sind hilfreich.

>> Eine diagnostische Vitrektomie sollte idealerweise immer mit einer diagnostischen Vorderkammerpunktion kombiniert werden.

Grundsätzlich unterscheidet sich eine therapeutische Vitrektomie bei einem Uveitispatienten in ihrer technischen Durchführung nicht von der eines Patienten mit einer anderen Hinterabschnittspathologie. Empfohlen wird auch hier ein Standard-Drei-Port Zugang über die Pars plana. Beim Gauge-ing scheint es plausibel, dass Zugänge mit kleinerem Lumen (23G, 25G, 27G) möglicherweise weniger Inflammation induzieren. Aber gerade bei zytologischen Fragestellungen macht es möglicherweise mehr Sinn, einen 20G Zugang zu wählen, um die fragilen Lymphomzellen möglichst unbeschadet zu aspirieren. Hierzu gibt es in der Literatur allerdings keine Daten. Ist vorgesehen, bei Endophthalmitis-Patienten eine Antibiotika-haltige Spüllösung im Auge zu belassen, wäre ebenfalls ein 20G Zugang mit entsprechender 7-0 Vicryl Kreuznaht über die Sklerotomie vorteilhaft (ohne z. B. Lufttamponade, die den Antibiotika-Gehalt im Auge reduzieren würde).

6.4.4 Diagnostische Vitrektomie

Bei der diagnostischen Vitrektomie wird im Seitschluss aus dem Aspirationsschlauch des Vitrektoms das Glaskörpermaterial direkt in einer Spritze aufgefangen (.Abb.6.9). Die Vitrektomie muss hierbei zur Stabilisation des Auges und zur Vermeidung einer Kontamination gegen Luft erfolgen (.Abb.6.10). Zusätzlich kann über eine umschriebene Retinotomie und iatrogene Amotio eine Aspiration subretinaler Zellansammlungen oder Abszesse mit einer Flötenkanüle durchgeführt werden (.Abb.6.11).

Mikrobiologische Diagnostik

Die technischen Möglichkeiten zur molekularbiologischen Aufarbeitung des Materials haben sich in den letzten Jahren immer weiter verbessert. Neben kulturellen Nachweismethoden stehen Techniken auf PolymeraseKettenreaktion (PCR)-Basis (eubakterielle, panfungale,

..Abb. 6.9  Set für die diagnostische Vitrektomie gegen Luft. Der Aspirationsschlauch des Vitrektoms wird direkt mit einer 5 ml-Spritze verbunden

..Abb. 6.10  Handling einer diagnostischen Vitrektomie. Das instrumentierende Personal zieht das Glaskörperbiopsat vom Vitrektom direkt in eine Spritze

..Abb. 6.11  Set zur subretinalen Zell-Aspiration mittels Flötenkanüle („Staubsauger“). Das speziell geschulte OP-Pflegepersonal bedient unter Kommando des Operateurs die 5 ml Spritze, um die subretinalen Zell-Ansammlungen aufzufangen

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276 Kapitel 6  •  Therapie: Grundkonzepte

Real-Time-PCR) zur Verfügung. Deshalb ist sogar zu empfehlen, das Glaskörperbiopsat zu aliquotieren und einen Rest für spätere Fragestellungen oder zukünftig möglicherweise zur Verfügung stehende Diagnostik bei −80 C bei vorliegendem Einverständnis des Patienten und Erlaubnis der Ethikkommission einzufrieren. Bei infektiösen Formen (virale Retinitiden, Endophthalmitis), die die Indikation im Intervall der aktiven Entzündung für eine Vitrektomie auslösen, ist die Diagnostik sogar ein Muss.

>> Für die Prognose entscheidend ist gerade bei akuten Endophthalmitiden die früh und rechtzeitig durchgeführte komplette Vitrektomie zur Entfernung des mit Zytokinen und Bakterien durchsetzten Glaskörpers.

Zum Stellen der Indikation einer Frühvitrektomie ist nicht unbedingt der Visus, sondern v. a. der Glaskörper-Haze entscheidend: ab Haze Grad 2 (Gefäße gerade noch sichtbar, aber keine Fundusdetails mehr erkennbar) ist die Indikation gegeben; bei Haze < 2 sollte aber auf jeden Fall eine intravitreale Injektion mit Antibiotika erfolgen und der Patient beobachtet werden. Bei einer Verschlechterung trotz intravitrealer Gabe sollte innerhalb von 24 Stunden vitrektomiert werden.

>> Vorsicht ist hier geboten bei Netzhautnekrosen viraler Retinitiden, die in aller Regel eine Silikonölfüllung erforderlich machen. Bei Endophthalmitiden ist unbedingt auf eine Antibiose in der Spülflüssigkeit zu achten. Diese sollte so bemessen sein, dass sie am Ende einer Operation die gleiche Menge an Antibiotikum im Auge belässt, wie nach einer intravitrealen Injektion. Die entsprechenden Dosierungsanleitungen für den intraoperativen oder intravitrealen Gebrauch finden sich im Anhang gemäß der ESCRS Leitlinie.

Aus Vorderkammerpunktaten lassen sich mittels Kultur nur bei 22 %–30 % ein Keimnachweis führen, aus Glaskörperpunktaten bei 40 %–69 %. Neben den kulturellen Nachweismethoden gibt es die viel sensitiveren Tests auf Basis der PCR für infektiöse Formen intraokularer Entzündungen. In der klinischen Routine hat sich die eubakterielle PCR zum Nachweis der 16S ribosomalen DNA durchgesetzt, bei der variable rDNA-Segmente mittels PCR amplifiziert, sequenziert und mit den Sequenzen einer Genbank abgeglichen werden. Mittels PCR lässt sich die bakterielle und fungale Detektionsrate auf 61–100 % steigern (Kultur: 32–38 %). Mit dem Verfahren der Real-time PCR ließ sich diese Detektionsrate ebenfalls erreichen (66 % vs. 34 %), allerdings in deutlich kürzerer Zeit; zusätzlich sind hierbei

quantitative Aussagen zur Pathogen-Menge in der Probe möglich.

Jeweils ein Tropfen der intraoperativ punktierten Lösung wird direkt im OP in ein Bouillon-Röhrchen gegeben wie z. B. Thioglykolat-Röhrchen („Boullion“, z. B. BBL Enriched Thioglycollate Medium, Fa. Becton Dickinson, Lagerung bei 2–8 °C; Haltbarkeit ca. 9 Monate). Der Rest des Punktats verbleibt in der Punktionsspritze (Verschluss z. B. mit rotem Einmaldeckel) und wird zusammen mit dem Thioglykolat-Röhrchen in die Mikrobiologie versandt.

Zytologische Diagnostik

Neben der PCR spielt auch die Zytologie in der bioptischen Diagnostik eine wesentliche Rolle. Zytologien werden im Wesentlichen zum Ausschluss eines intraokularen Lymphoms oder auch zur Diagnostik einer Sarkoidose angewandt. Wegen der Fragilität der Zellen empfiehlt es sich, eine diagnostische Vitrektomie möglichst mit einem großlumigen 20G-System durchzuführen (.Abb.6.12). Gerade beim Ausschluss eines Lymphoms sollte operativ so nah an den pathologischen Prozess herangegangen werden, wie möglich. Neben Vorderkammerpunktion und diagnostischer Vitrektomie empfiehlt es sich, bei subretinalen Zellansammlungen eine Aspiration oder sogar eine Aderhautbiopsie durchzuführen. Oft ermöglicht nur der invasivste und chirurgisch heikelste Teil der Operation die finale Diagnose.

Im Labor erfolgt eine DNA-Extraktion mit B-Zell- PCR, um die Anwesenheit von B-Zellen auszuschließen. Das genomische Material wird amplifiziert und die resultierenden Banden nach oligo-/polyklonal (entzündlich verändert) und mono-/biklonal (neoplastisch verändert) differenziert. Im zytomorphologischen Aspirat erfolgt i. d. R. eine May-Grünwald-Giemsa (MGG)-Färbung zum Ausschluss lymphoider Zellen mit polymorphen Kernen und prominenten, gelappten Nucleoli und Mitosen (.Abb.6.13). Die Zytomorphologie wird anschließend über einen Zellausstrich oder Zytozentrifugat nach B-Zell-Färbung (CD-19, APAAP-Färbung) beurteilt

(.Abb.6.14a,b).

Eine diagnostische Vitrektomie sollte nur in Erwägung gezogen werden, wenn konventionelle nicht-invasive Verfahren keine konklusive Diagnose ermöglichen, eine klinische Verdachtsdiagnose besteht, die durch eine Biopsie bewiesen werden soll, und die von einem Eingriff zu erwartenden Informationen sehr wahrscheinlich etwas am weiteren therapeutischen und diagnostischen Vorgehen ändern werden.

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6.4  •  Vitrektomie bei intraokularen Entzündung (engl. vitrectoms, pars plana vitrectomy (PPV))

Vitrektomie

2 Tropfen (50 l)

Thioglykolat

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

steriler Verschluss

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Augen OP

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rohrpost-System

 

 

 

 

 

24-h-Inkubation

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mikrobiologielabor

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1. Aussaat

 

 

DNA-Extraktion

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blutagar

 

 

 

16S rDNA-PCR

 

alle Bakterien

 

 

Schokoladenagar

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

48-h-Inkubation

Schädler-Agar

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 3

bei Verdacht:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

+ Sabouraud-Agar

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

falls angefordert:

 

alle Pilze

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

panfungale PCR

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tuberkulose

Tag 1

 

 

 

 

 

 

 

TB PCR

 

Tag 5

2. Aussaat

 

 

 

Herpesviridae

 

 

 

virale PCRs

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sequenzierergebnis:

 

Tag 2

 

 

 

 

 

 

 

Speziesidenti•kation

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

..Abb. 6.12  Weiteres diagnostisches Vorgehen der entnommenen Probe bei Vitrektomie. (Aus Zimmermann 2007)

..Abb. 6.13a–c  Typischer Zellbefund bei okulärem Lymphom mit Mitosen und lymphoiden Zellen mit polymorphen Kernen und prominenten, gelappten Nucleoli