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Ординатура / Офтальмология / Учебные материалы / Entzündliche Augenerkrankungen Springer.pdf
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6

 

6.2  •  MedikamentöseTherapie aus rheumatologischer Sicht (engl. medical treatment, rheumatology)

 

 

 

 

 

 

Alternativen:

Monotherapie

 

 

 

 

 

Le unomid

MTX (15mg/Wo) + Prednisolon

 

 

 

Sulfasalazin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4–6 Wo

 

Gold parenteral

 

 

 

 

 

 

 

MTX Optimierung, Prednisolon

 

(Hydroxy)chloroquin

 

Anpassung

 

Ciclosporin A

 

 

 

 

 

 

Azathioprin

 

 

 

4–6 Wo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DMARD

MTX + LEF

MTX + SSZ + HCQ

 

 

MTX + CiA

Kombination

 

 

3 Mo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1. Biologikum

ABC, ADM**, CEZ**, ETC**, GOM,

 

Anakinra + MTX

 

INX, TOZ*** + MTX

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3–6 Wo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2. Biologikum

ABC, RIX, TNF**, TOZ ***

 

Weitere immunmodulierende

 

+ MTX

 

Therapien inkl. Cyclophosphamid

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

..Abb. 6.2  Deutsche S1 Leitline zur Behandlung der Rheumatoiden Arthritis (RA). MTX: Methotrexat, LEF: Leflunomid; CiA: Ciclosporin A, ABC: Abatacept; ADM: Adalimumab; ETC: Etanercept; GOM: Golimumab; INX: Infliximab; TOZ: Tocilizumab; RIX: Rituximab; SSZ: Sulfasalazin; HCQ: Hydroxychloroquin. (Aus Krüger 2012)

6.2.3Zusammenfassende Darstellung der Biologika

Hier muss man zwischen Zytokinantagonisten und gegen zelluläre Antigene gerichtete Substanzen unterscheiden. Alle Biologika müssen i. v. oder s. c. verabreicht werden.

In .Tab.6.7 sind die bis heute zugelassenen Zytokinantagonisten und gegen zelluläre Antigene gerichteten Biologika, ihre Struktur, Dosierung und Zulassungsstatus sowie die Applikationsform dargestellt.

Die TNF Antagonisten waren die ersten Biologika, gefolgt von dem IL-1 Antagonisten Kineret (Anakinra).

Die TNF Antagonisten sind zur Therapie der RA und der Spondyloarthritden zugelassen, einige auch zur Therapie der JIA. Bei der Zulassung für die RA ist zu beachten, dass diese meist erst nach dem Versagen eines oder mehrerer DMARD inklusive MTX besteht. Der IL-6 Antagonist Tocilizumab ist zur Therapie der RA und JIA zugelassen. Kineret, ein IL-1 Rezeptorantagonist, ist zur Therapie der RA zugelassen, wird aufgrund der dort relativ geringen Effektivität heute überwiegend beim M. Still und bei anderen autoinflammatorischen Erkrankungen eingesetzt, bei denen IL-1 in der Pathogenese eine wesentliche Rolle spielt. Eine Zulassung für einige autoinflammatorische Syndrome und für die therapierefraktäre Gicht besteht für Canakinumab, einen IL1-Antagonisten. Abatacept, ein T-Zell Costimulationsblocker, ist ebenfalls für die Therapie der RA zugelassen. Rituximab, ein B-Zell-Antikörper, der gegen CD20 gerichtet ist, kam aus der Behandlung der B-Zell Lymphome in

NSAR (mind. 2)

Axiale SpA

 

 

 

Periphere SpA

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Physiotherapie

 

SchulungPatienten

 

Operation

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sulfasalazin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lokale Glucocorticosteroide

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

TNF Blocker

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

..Abb. 6.3  Therapieempfehlungen der ASAS Gruppe für die Ankylosierende Spondylitis. Axiale SPA beschreibt eine Spondylitis ankylosans ohne periphere Gelenkbeteiligung, also ausschließlich mit Befall der Wirbelsäule. (Mod. nach einem ASAS-Slide (www.asas-group.org))

die Rheumatologie und ist dort inzwischen für die RA und die Remissionsinduktion der GPA zugelassen. Relativ neu zugelassen ist mit Belimumab ein Antikörper, der einen B-Zellstimulationsfaktor (BLyS, B-Lymphocyte activator) blockiert. Hier besteht eine Zulassung für mittleschwere Verlaufsformen des SLE nach Versagen der Standardtherapie (ohne Nierenoder ZNS Beteiligung).

>> Die meisten für die Behandlung der RA zugelassenen Biologika haben die Zulassung nur in Kombination mit MTX, da sie in der Kombination deutlich besser

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266 Kapitel 6  •  Therapie: Grundkonzepte

Lebensgefahr

ja

1.Plasmapherese

2.SDH-Stoss

3.CYCstoss

 

 

nein

 

 

 

 

Nieren-/Lungenbeteiligung?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ja

 

 

 

 

nein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Induktionstherapie

 

 

 

 

 

 

Pred. + MTX

 

 

 

 

1 mg/kg Pred. + 2 mg/kg CYC p.o. tägl.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

versus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1 mg/kg Pred. + 15 mg/kg CYC i.v.,

 

 

 

 

 

 

 

 

alle 2 Wo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

zusätzliche PCP-Prophylaxe:

 

 

 

 

Remissionserhaltende Therapie

TMP-SMX 960 mg 3x/Woche

 

 

 

Prednisolon + MTX oder LEF. MMF?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Therapiepause?

Nicht-Ansprechen:

TNF-Blocker (cave erhöhte Tumor-Inzidenz nach vorherigem Cyc; ETA unwirksam) Rituximab (RAVE und RITUXVAS Studie 2011)

autologe PBSCT (Fallberichte)

..Abb. 6.4  Therapiealgorithmus bei GPA. SDH: Soludecortin; CYC: Cyclophosphamid; Pred: Prednisolon; MTX: Methotrexat; LEF: Leflunomd; MMF: Mycophenolatmofetil; TMP-SMX: Thrimethoprim-Sulfamethoxazol; PBSCT: periphere Blut-Stammzell-Transplantation

wirken und auch die Bildung antiidiotypischer Antikörper mit MTX (und somit ein sekundärer Wirkverlust) vermindert wird.

Bei den Biologika, insbesondere den TNF Antagonisten, sollte vor Therapiebeginn eine Tuberkulose ausgeschlossen werden. Insgesamt ist neben Allergien auch mit einer erhöhten Infektneigung zu rechnen.

>> Da die meisten Biologika plazentagängig sind, kann ein Einsatz in der Schwangerschaft nicht empfohlen werden. Impfungen sind unter manchen Biologika, vor allem Rituximab, gar nicht oder nur sehr vermindert wirksam.

Weitere Biologika sind in der Entwicklung oder stehen bereits kurz vor der Zulassung. In Kürze wird z. B. die Zulassung von Secukinumab, einem IL-17 Antikörper zur Behandlung der Psoriasis und Psoriasisarthritis erwartet.

6.2.4Beispiele

von Behandlungsalgorithmen in der Rheumatologie

Rheumatoide Arthritis (RA)

Hier ist von der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie eine Therapieleitlinie (S1 Leitlinie) herausgegeben worden, die das empfohlene Vorgehen bei der RA beschreibt (.Abb.6.2).

Spondylitis Ankylosans

Hier gibt es europäische Therapieempfehlungen, die in

.Abb.6.3 dargestellt sind.

Vaskulitiden am Beispiel der GPA und des M. Behcet (MB)

Für die GPA und den MB wurden EULAR Therapieempfehlungen publiziert. .Abbildung6.4 stellt das nach aktuellem Zulassungsstatus modifizierte Therapieschema für die GPA, .Abb.6.5 das für den MB dar.

267

6

 

6.3  •  Operative Behandlung des uveitischen Glaukoms (engl. Glaucoma, surgery, uveitis)

Schweregrad

 

Schweregrad

 

Schweregrad

Mild

 

Mittel

 

Schwer

 

 

 

 

 

 

 

 

NUR

Haut

Schleimhäute

Gelenke

Colchicin (Thalidomid) +/– Steroide Lokale Ther.

AUGE (anterior) Auge (mild posterior) Mild arteriell

Mild venös

Azathioprin

CSA+Steroide

IFN-α

Refraktär okulär, ZNS Gastrointestinal TNF-Antagonisten

Retinale Vasculitis

ZNS

GI

Schwer arteriell

CSA+Steroide

IFN-α

Cyclophosphamid

CAVE CSA:

ZNS Beteiligungen unter CSA

Kotake et al., Ophthalmology 1999, Kato et al., Clin Exp Ophthalmol 2001 Kötter et al. Clin Exp Rheumatol 2006 Akman-Demir et al., Clin Exp Rheumatol 2008

..Abb. 6.5  Therapiealgorithmus bei M. Behcet. GI: gastrointestinal; CSA: Ciclosporin A; IFN-a: alpha-Interferon. Cyclophosphamid wird ausschließlich bei schwerer ZNS Beteiligung empfohlen

6.2.5Empfohlene Kontrollen, Therapiemerkblätter

Für die verschiedenen in der Rheumatologie gebräuchlichen krankheitsmodifizierenden Therapeutika und Immunsuppressiva werden, je nach Nebenwirkungsspektrum, von der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRH, Kommission Pharmakotherapie) unterschiedliche Kontrollintervalle und Laborbzw. klinische Untersuchungen empfohlen. Diesbezüglich hat die DGRH Therapiemerkblätter für Arzt und Patient herausgegeben, die von der Homepage als pdf herunter geladen werden können (http://dgrh.de/therapieueberwachen.html).

6.3Operative Behandlung des uveitischen Glaukoms

(engl. Glaucoma, surgery, uveitis)

A. Chronopoulos, U. Pleyer, D. J. Salchow

6.3.1 Definition und Geschichte

Joseph Bier beschrieb zuerst 1813 die Entwicklung eines Glaukoms bei einer mit Arthritis assoziierten Iridozyklitis, später (1891) schlug Priesley Smith die erste moderne Klassifizierung für ein Sekundärglaukom bei Uveitis vor. Formen der Uveitis, die oft mit Glaukom assoziiert sind,

wurden von Fuchs im Jahre 1906 (Heterochromiezyklitis) sowie Posner und Schlossman 1948 (glaukomatozyklitische Krise) beschrieben.

6.3.2 Epidemiologie

Es liegen wenige verlässliche Angaben über die Prävalenz des Sekundärglaukoms bei intraokularer Entzündung vor. Dies liegt zum einen daran, dass oft ein erhöhter Augeninnendruck mit dem Vorliegen eines Glaukoms gleichgesetzt wurde, ohne dass bereits vorhandene Sehnervenschäden oder Gesichtsfeldeinschränkungen für die Diagnosefindung vorlagen. Zum anderen ist die Prävalenz von der Erkrankungsdauer, der Uveitisform, dem Alter der Uveitispatienten und der zugrunde liegenden Allgemeinerkrankung abhängig. Sie wird mit 5–40 % angegeben (Merayo-Lloves, Power et al. 1999; Takahashi, Ohtani et al. 2002; Neri, Azu- ara-Blanco et al. 2004).

In einer Studie an über 400 Augen wurde die Prävalenz intraokularer Druckerhöhung bei akuter Uveitis mit 26 %, bei chronischer Uveitis dagegen mit 46 % angegeben (Herbert, Viswanathan et al. 2004). Eine den Augeninnendruck senkende Therapie war in 15,1 % bzw. in 33,8 % der Patienten notwendig. Erhöhte Intraokulardrücke korrelieren bei den meisten Patienten mit gleichzeitig bestehender Uveitisaktivität. Während beim Posner- Schlossmann-Syndrom definitionsgemäß als Leitbefund

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268 Kapitel 6  •  Therapie: Grundkonzepte

.. Tab. 6.8  Sekundärglaukom und erhöhter Intraokulardruck bei aktiver Uveitis (Pleyer, Ruokonen et al. 2008)

Uveitis – Klinisches Bild

Sekundärglaukom (%)

Vorderkammerreizzustand

 

 

Ja (%)

Nein (%)

Posner-Schlossman-Syndrom

100

100

0

Herpes-Keratouveitis

30

100

0

HLA-B-27-assoziierte anteriore Uveitis

20

100

0

Okuläre Toxoplasmose

12

82

18

Sarkoidose

34

66

34

Vogt-Koyanagi-Harada-Syndrom

16

54

46

M. Behçet

21

30

70

Idiopathische Uveitis

15

79

21

 

B: Morphologische

 

Trabekelwerkveränderungen

 

• Toxisch

 

 

 

(Zykotine, freie Radikale)

A: Zelluläre und

• Trabekulitis

• Steroide•ekt

biochemische

(TIGR Gen Expression)

Veränderungen des

 

 

 

Kammerwassers

 

 

 

C

D

 

 

B

D

 

A

C–D: Synechienbildung

Winkelblock

Pupillarblock

Iris bombata

Ziliolentikulärer Block

..Abb. 6.6  Pathophysiologie: Mechanismen, die zur intraokularen Drucksteigerung bei Uveitis führen können. Differenziert nach Veränderungen im Kammerwasser (a), Beteiligung des Trabekelwerks (b) bzw. ziliolentikulärer Affektion (c, d). (Aus Pleyer, Ruokonen et al. 2008)

.. Tab. 6.9  Faktoren, die zur intraokularen Drucksteigerung

bei Uveitis führen können. (Aus Pleyer, Ruokonen et al. 2008)

A

B

C–D

Zelluläre und

Morphologische

Synechien

biochemische

Veränderungen des

und Blockbil-

Veränderungen

Trabekelwerks durch

dung

des Kammerwas-

 

 

sers durch

 

 

Proteine

Toxische Wirkung

Winkelblock

 

durch Zytokine, freie

 

 

Radikale, proteoly-

 

 

tische Enzyme

 

Entzündungs-

Trabekulitis mit

Ziliolentiku-

zellen

Schwellung und

lärer Block

 

Funktionsverlust

 

Entzündungs-

Steroide

Pupillarblock,

mediatoren

 

Iris bombata

(Prostaglandine,

 

 

Zytokine, freie

 

 

Radikale)

 

 

die intraokulare Drucksteigerung gefordert wird, variiert der Anteil bei anderen klinischen Uveitisformen stark (.Tab.6.8). Bemerkenswerte Ausnahmen stellen die juvenile idiopathische Arthritis und Uveitis sowie der M. Behçet dar. Hier treten häufig intraokulare Drucksteigerungen ohne gleichzeitig erkennbare aktive Entzündung auf.

6.3.3 Ätiologie und Pathogenese

Die Ätiologie und Pathogenese entzündungsassoziierter okulärer Hypertension und Glaukome sind komplex und gehen über die bekannten Mechanismen hinaus. Eine

Kombination verschiedener biochemischer und zellulärer Mechanismen ist für die intraokulare Drucksteigerung verantwortlich. Wichtige Faktoren sind in .Abb.6.6 und

.Tab.6.9 zusammengefasst.

zz Störung der Blut-Kammerwasser-Schranke

Als eine der ersten Konsequenzen der Entzündung wird die Blut-Kammerwasser-Schranke gestört, und Proteine treten in die Vorderkammer über (Baatz, Pleyer et al. 1995). Der Proteingehalt liegt physiologischerweise im Kammerwasser bei ca. 1 % des Serumproteins, kann jedoch bei Zusammenbruch der Barriere auf eine Proteinkonzentration von über 90 % ansteigen. Dadurch kommt es zur Viskositätserhöhung des Kammerwassers mit vermindertem Abfluss. Abhängig von der Proteinzusammensetzung (Fibrin) kön-