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Ординатура / Офтальмология / Учебные материалы / Entzündliche Augenerkrankungen Springer.pdf
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248 Kapitel 5  •  Hintergrund/Diagnostische Grundkonzepte

a

b

c

19.01.

21.01.

06.04.

 

VA = LP

VA = 0,63

..Abb. 5.63  Unklare Keratitis mit umschriebenem Infiltrat das sich unter antibiotischer Behandlung zunächst progredient entwickelte. Nachweis von HSV Antikörpern im Kammerwasser und unter systemischer Acyclovirtherapie deutliche Befundbesserung

5.5.6 Praktische Aspekte

Hinweis zum Zeitpunkt einer diagnostischen Punktion und Probenaufteilung  Eine Punktion sollte möglichst vor Beginn einer Behandlung durchgeführt werden. Aus mikrobiologischen Untersuchungen ist bekannt, dass eine antibiotische (.Abb.5.63) oder antivirale Therapie vor der diagnostischen Probenentnahme die Zahl falsch negativer Befunde deutlich erhöht. Dies gilt auch für die PCR auf

Toxoplasma gondii, Mycobakterien bzw. Viren der Herpesfamilie. Aus eigener Erfahrung ist hier die Antikörperbestimmung gegenüber der PCR verlässlicher, da bis zur Einleitung einer Behandlung die Antikörperbildung bereits begonnen hat, und der Nachweis möglich ist. Beim Vergleich von PCR und AK-Bestimmung hat sich herausgestellt, dass bei vielen Infektionen die PCR Analyse im frühen Stadium der Infektion (ca. 1. Woche) verlässlicher ist. Durch die längere Persistenz ist dagegen der Nachweis von AK im weiteren Verlauf des Krankheitsgeschehens überlegen.

Immunstatus des Patienten  Bestimmte Grunderkrankungen sollten bei der Wahl der Labormethoden berücksichtigt werden. Bei immunsupprimierten Patienten (HIV, lymphoproliferative Erkrankung, medikamentöse Immunsuppression nach Transplantation oder bereits langfristiger Uveitistherapie) muss man mit einer reduzierten Immunantwort und damit geringer oder fehlender Antikörperbildung rechnen. Eine PCR kann hier wahrscheinlich eher einen positiven Befund ergeben, als die Bestimmung des Goldmann-Witmer-Koeffizienten.

Aufteilung des Kammerwassers bei mehreren Analysetechniken  Durchgesetzt haben sich bei Kammerwasseranalysen lediglich die Bestimmung der spezifischen Antikörper und der Gesamt-Immunglobulin-G-Konzentration sowie die PCR. Für mikrobiologische Untersuchungen, wie die bakteriologische Kultur, sind die Erregermengen

häufig zu gering, da zum Anwachsen im Medium eine bestimmte Inokulumgröße erforderlich ist. Für die zytologische Diagnostik, besonders im Hinblick auf ein Lymphom, ist die Qualität der Zellen aus der Vorderkammer meist nicht ausreichend. Im Operationssaal kann aus der Spritze der größere Anteil (100–150 µl) für die Antikörperbestimmung in ein steriles Röhrchen umgefüllt werden, während der kleinere Rest (50–100 µl) für die PCRDiagnostik in der Spritze verbleibt und steril verschlossen werden sollte.

5.5.7 Künftige Entwicklungen

Untersuchungen mittels intraokularer Antikörperproduktion oder PCR haben sich als Methoden zwar bewährt, allerdings ist die verfügbare Probenmenge limitiert und nicht ausreichend, um alle Tests durchzuführen. Neue technische Möglichkeiten sind daher von Interesse, die einerseits rasch und effizient mit geringem Probenvolumen mehrere Bestimmungen ermöglichen, andererseits sollten sie nach neuen bisher nicht bekannten Assoziationen suchen und eine quantitative Einschätzung (z. B. Erreger) ermöglichen.

Interessante Techniken

Seldi-Tof-Methode  Mit dieser Technik können nicht nur bekannte Proteine differenziert, sondern auch neue Biomarker detektiert werden. Anwendungen sind bereits aus der Tumorforschung bekannt. Hierbei wird die Flüssigkeit auf einen Biochip aufgetragen, der Proteine mit verschiedenen biochemischen Eigenschaften bindet. Diese werden anschließend ionisiert und mit einem Laser beschleunigt. Die Geschwindigkeit, mit der die Proteine in einem Vakuumcontainer fluktuieren, wird gemessen und kann der Molekülgröße des Proteins gleichgesetzt werden.