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Ординатура / Офтальмология / Учебные материалы / Entzündliche Augenerkrankungen Springer.pdf
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167

4

 

4.7  •  Episkleritis und Skleritis (engl.: Scleritis; griechisch sklērós = spröde, hart)

..Abb. 4.39a,b  Nekrotisierende Skleritis mit Rarefizierung der skleralen und episkleralen Gefäße

..Abb. 4.40a–c  Akute posteriore Skleritis. a Ultraschall (B-Bild) des linken Auges zeigt die sklerale Inflammation durch Verdickung der Episklera (0,95 mm) und Sklera. b, c Funduskopisches Bild nach konventioneller Therapie. Prominente, randunscharfe Papille und Gefäßverdickungen

In Tertiärzentren wurde bei bis zu 50 % der Patienten mit Skleritis eine assoziierte systemische Erkrankung beobachtet, wobei Autoimmunerkrankungen mit 40 % am häufigsten sind (.Tab.4.20). Davon ist bei ca. 80 % der Patienten die systemische Erkrankung bereits zum Zeitpunkt der Erstmanifestation einer Skleritis bekannt, und in weiteren 15 % wird diese neu diagnostiziert. Hingegen kommt es bei etwa 8 % der Patienten erst in weiteren Verlaufsuntersuchungen zur Bestätigung einer assoziierten systemischen Erkrankung. Die rheumatoide Arthritis (RA) stellt mit Abstand die häufigste Assoziation mit einer Skleritis dar, gefolgt von der Wegener Granulomatose.

4.7.5 Infektiöse Genese der (Epi)Skleritis

.. Tab. 4.20  Skleritis bei systemischen Autoimmunerkrankun-

gen

Autoimmunerkrankung

Vorkommen bei Skleritis (%)

Rheumatoide Arthritis (RA)

18 bis 33

Systemische Vaskulitis

7 bis 19

(M. Wegener)

 

Systemischer Lupus erythe-

4 bis 7

matodes (SLE)

 

Chronisch entzündliche

4 bis 7

Darmerkrankung

 

Polychondritis, Kryoglobuli-

≤ 3

nämie, Sarkoidose

 

Eine infektiöse Genese der (Epi-)Skleritis (Tuberkulose, Syphilis, Herpes Zoster) ist eher selten, muss im Einzelfall allerdings abweichend therapiert werden.

Die Tuberkulose als exogene Infektion oder im Rahmen einer generalisierten Miliartuberkulose ist sehr selten geworden. Patienten entwickeln eine noduläre Episkleritis oder im Rahmen einer generalisiserten Infektion eine Skleritis, aber auch Tuberkel im Bereich der Retina, Iris oder Ziliarkörper können gefunden werden. Die Patienten

sind meist sehr krank und haben eine Lungenbeteiligung. Als Therapie wird eine Vierfach-Therapie bestehend aus Isoniazid, Rifampicin, Pyrazonamid und Ethambutol über sechs Monate gegeben.

Bei der Syphilis kommt es im Sekundäroder Tertiärstadium zu einer okulären Beteiligung. Patienten weisen eine Skleritis auf, die sich anterior, meist nodulär oder posterior manifestieren kann, auch eine nekrotisierende Skleritis wird beobachtet. Penicillin stellt nach wie vor die Therapie der Wahl dar.

 

168

Kapitel 4  •  Okuläre Oberfläche – nicht infektiös

 

 

1

 

.. Tab. 4.21  Zusammenfassung wesentlicher Charakteristika von Patienten mit Episkleritis und Skleritis (Jabs et al., 2000)

 

 

2

 

Merkmal

Episkleritis

Skleritis

p

 

Patienten (n)

37

97

 

 

 

 

3

 

Alter (Jahre)

45 (9–71)

51 (6–81)

0,120

 

Männer (%)

29,7

28,9

1,00

4

 

 

Frauen (%)

70,3

71,1

 

 

 

 

5

 

Bilaterale Erkrankung (%)

48,6

50,5

1,00

 

Okuläre Komplikationen (%)

13,5

58,8

< 0,0001

 

 

 

 

Visusminderung (%)

0

15,9

0,110

6

 

Rheumatologische Erkran-

29,7

39,2

0,326

7

 

kung (%)

 

 

 

 

Rheumatoide Arthritis

10,8

17,5

 

 

 

 

 

 

Vaskulitis

5,4

7,2

 

8

 

Entzündliche Darmerkran-

8,1

5,2

 

9

 

kung

 

 

 

 

Systemischer Lupus erythe-

2,7

4,1

 

 

 

 

 

 

matodes (SLE)

 

 

 

10

 

Polychondritis

0,0

3,1

 

 

Infektiöse Erkrankungen (%)

5,4

8,3

0,673

11

 

 

Herpes Zoster ophthalmicus

2,7

5,2

 

 

 

 

12

 

Herpes simplex

0,0

2,1

 

 

Borreliose

2,7

1,0

 

 

 

 

13

 

Therapie

 

 

 

 

Keine

16,7

2,9

< 0,001

14

 

Lokale Kortikosteroide

50,0

2,9

 

 

Orale NSAIDs

16,7

30,4

 

15

 

Oral Prednison

0,0

31,9

 

 

Immunsuppressiva

0,0

26,1

 

 

 

 

16

 

Auch eine Borreliose kann sich in Form einer Episkle-

Über andere infektiöse Ursachen wurde in Einzelfällen

17

ritis oder Skleritis äußern. Diese tritt meist im Stadium

berichtet:

II und III der Erkrankung auf. Als Therapie hat sich eine

 

 

 

Kombinationstherapie aus Cephalosporin und Steroiden

Infektiöse Ursachen von Skleritis und Episkleritis

18

bewährt.

 

 

Viren

 

 

Patienten mit einem Zoster ophthalmicus weisen in

-

H. zoster

19

ca. 8 % eine Episkleritis oder Skleritis auf. Patienten, die bei

Auftreten des Zosters zunächst nur mit einer Episkleritis

H. simplex

– Paramyxoviren

 

augenscheinlich werden, können noch Jahre später eine

20

– Mumps

schwere, therapierfraktäre, noduläre oder nekrotisierende

Bakterien

 

Skleritis entwickeln. In jedem Fall sollte eine systemische

-– Gram-positive Kokken

21

Therapie mit Aciclovir angestrebt werden. Die zusätzliche

Gabe von Steroiden zur Prävention der postherpetischen

– Gram-negative Stäbchen

 

– Mykobakterien

 

Neuralgie wird kontrovers diskutiert.

22

M. tuberculosis

 

 

 

 

 

 

 

169

4

 

4.7  •  Episkleritis und Skleritis (engl.: Scleritis; griechisch sklērós = spröde, hart)

.. Tab. 4.22  Empfohlene Labordiagnostik und interdisziplinäre Abklärungen bei Skleritis

Untersuchungsform

Typische Befunde bei entzündlichen Systemerkrankungen

Labor

 

Differentialblutbild

Hypochrome Entzündungsanämie, evtl. leichte Thrombozytose und Leuko-

 

zytose

Leberenzyme: ASAT, ALAT, γGT

Ausgangsbefund vor Therapiebeginn

Kreatinin, Harnstoff

Anstieg des Serumkreatinins bei Nierenbeteiligung einer Vaskulitis

Elektrolyte

Ausgangsbefund vor Therapiebeginn

CRP, Blutsenkung

Erhöhung im Sinne einer unspezifischen Entzündungsreaktion

c-ANCA, p-ANCA, MPO

Anstieg im Rahmen von Vaskulitiden (z. B. M. Wegener)

ANA, ENA, ds-DNA-AK

Systemischer Lupus Erythematodes (SLE)

Rheumafaktor, CCP-AK

Rheumatoide Arthritis (RA)

ACE, Lysozym, IL-2R

Sarkoidose

C3, C 4, CiC

Tiefe Werte für Komplementfaktoren C 3 und C 4

Urinstatus

Goodpasture-Syndrom, Nephritis

Quantiferon-Test, TPHA, HSV-, VZV-Antikörper

Ausschluss von assoziierten Infektionen (Tuberkulose, Lues, HSV, VZV)

Radiologie

 

Röntgen-Thorax

Hinweise für Tuberkulose, M. Wegener

Ggf. CT oder MRT Schädel (inkl. Nasennebenhöhlen)

Z. B. Verschattung der Nasennebenhöhlen, Infiltrationen, Rundherde bei M.

 

Wegener

Konsiluntersuchungen

 

Rheumatologie

Interdisziplinäre Suche nach entzündlicher Systemerkrankung (Vaskulitis)

HNO

 

Dermatologie

 

Neurologie

 

1ASAT = Aspartat-Aminotransferase (GOT); ALAT = Alanin-Aminotransferase (ALAT); γGT = Gamma-Glutamyltransferase; CRP = C-reaktives Protein; c-ANCA = cytoplasmatische antineutrophile cytoplasmatische Autoantikörper; p-ANCA = perinukleäre ANCA; MPO = Myeloperoxidase; ANA = antinukleäre Antikörper; ENA = Antikörper gegen extrahierbare nukleäre Antikörper; ds-DNA-AK = Antikörper gegen doppelsträngige DNA; CCP-AK = cyclische Citrullin-Peptid-Antikörper; IL2-R =Interleukin-2-Rezeptor-Antikörper; ACE = Angiotensin-Converting-Enzym; C3 = Komplement 3; C4 = Komplement 4; CiC = zirkulierende Antigen-Antikörper-Immunkomplexe; TPHA = Treponema-pallidum-Hämagglutinationstest; HSV = Herpes-simplex-Virus; VZV = Varizella-zoster-Virus.

M. leprae

M. tortuitum

M. chelonei

Spirochäten

Borrelia burgdorferi

Treponema pallidum

-– Nokardien Pilze Parasiten

Protozoen (T. gondii)

Helminthen

Neben den autoimmunen und infektiösen Ursachen, müssen differentialdiagnostisch auch Skleritis „nachahmende“ Erkrankungen berücksichtigt werden. Ein primär okuläres ZNS-Lymphom kann sich neben einer Infiltration des Glaskörpers auch mit Zeichen einer posterioren Skleritis mit seröser Netzhautablösung manifestieren. Neben einer Skleritis muss differentialdiagnostisch auch an ein Vogt- Konayagi-Harada-Syndrom (VKH), eine systemische Hypertension sowie eine Eklampsie gedacht werden. Eine Übersicht zu Charakteristika von Patienten mit Episkleritis und Skleritis geht aus .Tab.4.21 hervor.

 

170

Kapitel 4  •  Okuläre Oberfläche – nicht infektiös

 

 

1

 

 

 

 

2

 

 

 

 

3

 

 

 

 

4

 

 

 

 

5

 

 

 

 

6

 

 

 

 

7

 

 

 

 

8

 

 

 

 

9

 

 

 

 

10

 

 

 

 

11

. Abb. 4.41 Fluoreszenzund ICG-Angiographie der (epi-)skleralen Gefäße

 

 

 

12

4.7.6

Diagnostik

Varizella-zoster-Viren nachweisen, lässt sich bei vielen Pati-

 

Klinik

 

enten mit einer langfristigen kombinierten antiviralen und

13

 

antientzündlichen Therapie eine Remission erzielen.

Die Diagnose der Skleritis wird klinisch gestellt. Es ist kein

 

 

 

 

 

14

eindeutiger Surrogatoder Laborparameter bekannt, der

Empfehlungen zur diagnostischen Abklärung bei

zu Diagnose, Verlauf und Prognose herangezogen werden

V. a. Skleritis (. Tab. 4.23)

 

könnte. Dennoch ist aus den bereits genannten Gründen

 

 

Anamnese (Allgemeine Erkrankungen, Symptome/

 

eine umfassende differentialdiagnostische Abklärung sinn-

 

15

-nächtlicher Schmerz, Augen-OP?)

voll.

 

16

 

 

 

Augenärztliche Untersuchung

Laboruntersuchungen (. Tab. 4.22)

 

Ophthalmologische Zusatzdiagnostik

 

 

 

 

Ultraschall

17

Zusatzuntersuchungen

 

Angiografie

-

Körperliche Untersuchung (Konsil)

 

Da eine Vaskulitis v. a. bei nekrotisierender Skleritis be-

 

Laboruntersuchungen

18

deutsam ist, kann eine Fluoreszenzoder ICG Angiografie

Röntgen-Thorax a–p

 

zusätzliche Informationen über Aktivitätund Therapie-

 

19

verlauf bieten (. Abb. 4.41).

 

Sklera-Biopsie

4.7.7

Therapie

20

Zur Diagnostik kann bei V. a. eine infektiöse Genese und zur

Behandlungsziele bei Episkleritis und Skleritis sind es,

 

DD maligner Prozesse ggf. eine Sklera-Biopsie sinnvoll sein.

21

Vorderkammerpunktion bei Sklerouveitis

langfristig einen beschwerdeund symptomfreien Verlauf

für den Patienten zu erreichen. Sofern eine Grunderkran-

22

Liegt eine begleitende Uveitis vor und besteht Verdacht auf

kung vorliegt, ist diese gezielt zu behandeln; systemische

ein Infekt-assoziiertes Geschehen, kann im aktiven Gesche-

und okuläre Komplikationen sowie Rezidive sollten ver-

 

hen eine VKP sinnvoll sein. Lassen sich ggf. Herpesoder

hindert werden.

171

4

 

4.7  •  Episkleritis und Skleritis (engl.: Scleritis; griechisch sklērós = spröde, hart)

.. Tab. 4.23  Differentialdiagnostisches Vorgehen bei (Epi-)Skleritis und Systembeteiligung

Systemerkrankung

Typische Befunde

Rheumatoide Arthritis (RA)

Morgendliche Gelenksteifigkeit, Bewegungsschmerz und Schwellung der

 

Fingergrundund proximalen Interphalangealgelenke, Gelenkergüsse, extra-

 

artikuläre Organmanifestation (z. B. Vaskulitis der Vasa vasorum, Perikarditis,

 

Myokarditis, Pleuritis, Glomerulopathie)

Morbus Wegener

Chronische Atemwegsentzündungen (Rhinitis, Sinusitis) Chondritis: Sattelnase,

 

Septumperforation), Lungenrundherde, vaskulitisches Syndrom (alveoläre

 

Hämorrhagie und Glomerulonephritis)

Systemischer Lupus erythematodes (SLE)

Hautveränderungen: Schmetterlingserythem, diskoider Lupus

 

Organmanifestationen: Polyarthritis, Myositis, Pleuritis, Perikarditis, Lupusne-

 

phritis, Mikrozirkulationsstörungen

Sarkoidose

Granulomatöse Systemerkrankung: Arthritis, Erythema nodosum, bihiläre

 

Lymphadenopathie; Lungenbefall (Lungenfibrose); ggf. Parotitis, Ostitis, Fazia-

 

lislähmung

 

Histologie: nicht verkäsende epitheloidzellige Granulome mit Langhans’

 

Riesenzellen

Polychondritis

Entzündung von Nasen- (Sattelnase) und Ohrknorpel; Muskel und Gelenk-

 

schmerzen, Gelenksentzündungen, Vaskulitis, Schlaganfälle, Polyneuropathie,

 

Myokardinfarkt

Morbus Crohn, Colitis ulcerosa

Abdominalschmerzen, Diarrhoe, Erythema nodosum, Arthritis, gastrointestinale

 

Fisteln, Malabsorptionssyndrom, Darmstenosen

Infektionskrankheiten

Z. B. Herpes, Tuberkulose

Episkleritis

Da v. a. bei Episkleritis die Ätiologie oft unklar ist, gestaltet sich die Behandlung häufig unbefriedigend; lokale Behandlungen sind nur bedingt wirksam – und eine systemische, eingreifende Behandlung wird oft bzgl. unerwünschter Wirkungen gescheut.

Wichtigstes Therapiekriterium bei der Behandlung der idiopathischen Episkleritis ist die Schwere der Beschwerden (.Abb.4.42). Die überwiegend applizierten lokalen NSAIDs und tropischen Steroide haben in einer doppelmaskierten Studie keinen signifikanten Einfluss auf den Beschwerdeverlauf gezeigt, lediglich eine etwas schnellere Besserung der Symptome konnte belegt werden.

Dennoch wird die lokale Anwendung nicht-steroidaler Antiphlogistika oder steroidhaltiger Augentropfen bei einer hohen Rezidivrate empfohlen. Zur Verfügung stehen diesbezüglich z. B. Indomethacin, Keterolac, Bromfenac AT 2–4× tgl. für 1 Woche als nicht-steroidales Medikament oder Loteprednol AT 0,5 % stündlich als topisches Steroid Präparat. Bei gutem Ansprechen ist eine Reduktion auf 3× tgl. für 1 Woche möglich. Eine systemische Behandlung mit NSAIDs kann stärker wirksam sein. Hierbei muss jedoch beachtet werden, dass der Einsatz von systemischen NSAR bei Patienten mit signifikanten kardiovaskulären Risikofaktoren nur nach sorgfältiger Abwägung erfolgen sollte. Das geringste kardiovaskuläre Risikoprofil weist Naproxen auf.

Skleritis

Die Behandlung der Skleritis hängt von der klinischen Manifestation und der ggf. zugrundliegenden Grunderkrankung ab (.Abb.4.43). Watson et al. konnten zeigen, dass 27 % der Patienten mit nekrotisierender Skleritis bei unzureichender immunsuppressiver Therapie innerhalb von 5 Jahren versterben, meist aufgrund der Beteiligung von anderen Organsystemen (Herz-Gefäß-System, Respirationstrakt, Niere) und den damit verbundenen Komplikationen (z. B. Myokardinfarkte, Pleuritis, Nephritis, Schlaganfälle).

So ist es verständlich, dass eine Skleritistherapie nicht nur auf die Reizfreiheit des Augenbefunds, sondern insbesondere auch auf eine ausreichende Behandlung der entzündlichen Systemerkrankung abzielen muss und damit eine interdisziplinäre Herausforderung darstellt.

Noduläre und diffuse anteriore Skleritis

Bei Skleritiden wird eine stufenweise entzündungshemmende Behandlung empfohlen. Bei der nodulären und diffusen anterioren Skleritis erfolgt i. d. R. zunächst der Einsatz von systemischen NSARs. Topische Kortiokosteroide können zusätzlich adjuvant verwendet werden. Bei fehlendem Ansprechen (ca. 26 % der Patienten) auf eine solche Therapie bzw. als sofortige Therapie bei schwerer Entzündung mit starken Schmerzen sollte nach Ausschluss einer infektiösen Ursache eine systemische Steroidthera-

1

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21

22

172 Kapitel 4  •  Okuläre Oberfläche – nicht infektiös

Episkleritis

Beschwerden

+

Untersucher entscheidet

 

 

 

 

lokale NSAID

 

 

 

 

 

 

 

 

 

+ ggf. topische Steroide

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

keine Besserung

 

 

 

 

 

 

Besserung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

sytemische NSAID (Cox2-Hemmer)

 

 

 

 

 

ausschleichen

 

 

 

CAVE: Herzpatienten,

 

 

 

 

 

 

 

 

 

rheumatologische Vorstellung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

keine Besserung

 

Besserung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

system. Steroide

 

ausschleichen

 

 

 

 

 

..Abb. 4.42  Algorithmus zur Therapie bei idiopathische Episkleritis

pie begonnen werden (initial mit 1–1,5 mg/kg Körpergewicht). Wenn bei Dosisreduktion nur eine unzureichende Kontrolle der Entzündungsaktivität zu erzielen ist, die Steroide nicht ausreichend unter die Cushing-Schwelle reduziert werden können oder nicht akzeptable unerwünschte Wirkungen auftreten, sollte auf eine steroidsparende immunsuppressive Therapie gewechselt werden. Hier bieten sich als Firstline-Medikamente klassische immunmodulatorische Medikamente, wie Methotrexat, Azathioprin, Ciclosporin A oder Mycophenolat Mofetil an.

Subtenonale Steroidinjektion

Studien haben gezeigt, dass die subkonjunktivale Gabe von Triamcinolon bei nicht infektiösen und nicht nekrotischen Skleritiden, welche umschrieben sind und/oder auf eine systemische entzündungshemmende Therapie nicht angesprochen haben, eine weitere Therapieoption darstellt. Aufgrund einer potenziellen Nekroseinduktion sollte die Notwendigkeit einer lokalen Steroidverabreichung aber im Einzelfall jeweils kritisch geprüft werden.

Nekrotisierende Skleritis

Bei der nekrotisierenden Skleritis muss bereits initial eine aggressivere, systemische immunsuppressive Therapie eingesetzt werden. Dies kann durch eine intravenöse,

hoch dosierte Steroidstoßtherapie (Methylpredisolon 20–30 mg/kg Körpergewicht) oder aber auch rasch wirksame immunmodulatorische Medikamente, wie Cyclophosphamid oder Biologika erreicht werden. Insbesondere mit TNF-alpha-Inhibitoren (z. B. Infliximab) wurde in ansonsten therapieresistenten Fällen z. T. bereits nach wenigen Wochen ein Erfolg erzielt. Der systemische Einsatz von Glukokortikoide bis hin zur MethylprednisolonStoßtherapie wird insbesondere erforderlich, wenn kein ausreichender Effekt unter NSAR eintritt, wenn eine nekrotisierende anteriore Skleritis vorliegt sowie bei posteriorer Skleritis.

In einer Fallserie von 3 Patienten mit Skleritis im Rahmen einer rheumatoiden Arthritis wurde ebenfalls ein guter therapeutischer Effekt unter Rituximab beschrieben. Die behandelten Patienten waren therapieresistent bzw. zeigten eine Unverträglichkeit gegenüber der konventionellen Therapie mit Cyclophosphamid oder TNF-α Inhibitoren. Einzelne Fallberichte liegen auch zum Einsatz von Anakinra bei Patienten mit anteriorer Skleritis vor, wobei eine komplette Remission über einen Beobachtungszeitraum von bis zu 3 Jahren erreicht wurde. Interessanterweise war in einem Fall eine ineffektive Behandlung mit Infliximab vorausgegangen, während bei einem anderen Patienten die anteriore Skleritis während der Behand-