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Ординатура / Офтальмология / Учебные материалы / Entzündliche Augenerkrankungen Springer.pdf
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Okuläre Oberfläche – infektiös

H. Aspöck, G.U. Auffarth, A. Bialasiewicz, D. Kaiser, F. Paulsen, S. Sel,

K.-P. Steuhl, J. Walochnik, H. Westekemper

3.1Blepharitis (engl. blepharitis)  –  73

3.1.1Definition  –  73

3.1.2Epidemiologie  –  73

3.1.3Ätiologie  –  73

3.1.4Klinik  –  74

3.1.5Diagnostik  –  76

3.1.6Therapie  –  78

3.1.7Prognose  –  80

3.2Konjunktivitis/Keratitis – viral (engl. conjunctivitis)  –  80

3.2.1Definition, Ätiologie  –  80

3.2.2Epidemiologie  –  80

3.2.3Pathogenese  –  80

3.2.4Klinik (allgemein)  –  81

3.2.5Diagnostik  –  88

3.2.6Therapie  –  88

3.2.7Prognose  –  88

3.2.8Selbsthilfegruppen und hilfreiche Websites  –  88

3.3Konjunktivitis/Keratitis – bakterielle Infektionen

(engl. conjunctivitis, keratitis, bacterial)  –  89

3.3.1Konjunktivitisformen  –  89

3.3.2Bakterielle follikuläre und eitrige Konjunktivitiden  –  89

3.3.3Membranöse Konjunktivitis  –  90

3.3.4Pseudomembranöse Konjunktivitis  –  90

3.3.5Konjunktivitis lignosa  –  90

3.3.6Hämorrhagische Konjunktivitis  –  90

3.3.7Phlyktänuläre Konjunktivitis  –  91

3.3.8Granulomatöse Konjunktivitis  –  91

3.3.9Ulzerative und nekrotisierende Konjunktivitis  –  91

3.3.10Infektiöse (Epi)skleritis   –  91

U. Pleyer (Hrsg.), Entzündliche Augenerkrankungen,

DOI 10.1007/978-3-642-38419-6_3, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2014

3.4Konjunktivitis/Keratitis: virale Infektionen

(engl. keratitis, conjunctivitis, viral)  –  95

3.4.1Einführung  –  95

3.4.2Adenovirusinfektionen  –  96

3.4.3Okuläre Herpesinfektionen  –  102

3.5Akanthamöben-Keratitis (AK)

(engl. Akanthamoeba keratitis)  –  105

3.5.1Definition  –  105

3.5.2Epidemiologie und Historie  –  105

3.5.3Ätiologie und Pathogenese  –  106

3.5.4Klinik  –  107

3.5.5Diagnostik  –  108

3.5.6Therapie  –  110

3.5.7Praxistipps  –  113

3.5.8Selbsthilfegruppen und wichtige Websites  –  113

Literatur  –  113

3.1  •  Blepharitis (engl. blepharitis)

3.1Blepharitis (engl. blepharitis)

F. Paulsen, D. Kaiser, G.U. Auffarth, S. Sel

ICD-10 Code H01.0 Blepharitis, H10.5 Blepharokonjunktivitis

Die Blepharitis ist eine der häufigsten Augenoberflächenerkrankungen die in der augenärztlichen Praxis vorkommen. Im Verlauf kann es zu Konjunktivitis, Keratitis und Veränderungen des Tränenfilms kommen. Bestehen bereits Augenoberflächenerkrankungen, wie ein Trockenes Auge oder eine allergische Entzündung, werden diese durch eine Blepharitis zusätzlich verstärkt.

3.1.1 Definition

Blepharitis

Die Blepharitis (griech. blepharon „Lid“) fasst als Oberbegriff sämtliche Entzündungen des Augenlids zusammen und betrifft sowohl Kinder als auch Erwachsene. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Entzündung als oberflächliche Hautveränderung in Erscheinung tritt oder im Lid selbst entsteht. Lokalisierte Blepharitiden werden meist selbständig bezeichnet: z. B. Hordeolum (Gerstenkorn, Infektion der Zeis-Drüsen), Meibomitis (Entzündung einer Meibom Drüsen), Blepharitis angularis (Entzündung des Lidwinkels).

Im Gegensatz zu dieser mehr allgemeinen Definition bezeichnet der Kliniker mit „Blepharitis“ meist nur alle Formen der Lidrandentzündung und reduziert damit die Pathologie der Blepharitis auf den eigentlichen Lidrand (sog. mukokutane Übergangszone mit Lid-wiper) einschließlich der hier mündenden Meibom-Drüsen sowie den Wimpern.

>> Da die von der Blepharitis betroffenen Strukturen am physiologischen Aufbau des Tränenfilms beteiligt sind, geht die Blepharitis meist mit einer begleitenden Benetzungsstörung sowie Störungen der Augenoberfläche einher.

Insbesondere liegt dabei die hyperevaporative Form des Trockenen Auges, basierend auf Veränderungen der Mei- bom-Drüsen und den von den Meibom-Drüsen sezernierten Lipiden, vor.

3.1.2 Epidemiologie

Bislang existieren nur wenige verlässliche Daten zur Prävalenz der Blepharitis. Nach einer Umfrage unter US amerikanischen Augenärzten und Augenoptikern leiden zwi-

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schen 37–47 % aller Patienten an einer Blepharitis. Durch Staphylokokken ausgelöste Blepharitiden kommen häufiger bei Frauen vor (Durchschnittsalter 42 Jahre) und treten eher bei warmem Klima auf. Seborrhoische Blepharitiden kommen bei beiden Geschlechtern vor, wobei das Durchschnittsalter 50 Jahre beträgt. In Österreich wird eine Blepharitis in der ophthalmologischen Praxis bei 5–10 % der Patienten diagnostiziert.

Die Meibom-Drüsen Dysfunktion (MGD, Meibomian gland dysfunction), die als hintere Blepharitis in Erscheinung treten kann, ist wesentlich häufiger mit der hyperevaporativen Form (EDE, evaporative dry eye) des Trockenen Auges vergesellschaftet. Zwar unterscheidet sich ihre Ätiologie von der tränendefizienten Form des Trockenen Auges (ADDE, aqueous deficient dry eye), dennoch haben beide Störungen gemeinsame klinische Kennzeichen wie okuläre Reizung, instabilen Visus, verminderte Tränenfilmstabilität und Augenoberflächenschädigung. Beide Subtypen schließen sich damit nicht gegenseitig aus. Aussagen bisheriger Studien der MGD sind durch das Fehlen übereinstimmender Definitionskriterien und standardisierter klinischer Testverfahren stark eingeschränkt. Dadurch fehlen evidenzbasierte Daten zu Verlauf, Pathogenese und zur Frage, wann sich Symptome im Krankheitsverlauf entwickeln. Ebenso ist bislang ungeklärt, ob eine Symptomatik bereits zu Beginn oder erst nach Veränderungen der Meibom-Drüsen auftritt.

>> Etwa 70 % aller Patienten mit Blepharitis leiden zusätzlich an einer Hauterkrankung. Am häufigsten sind Blepharitiden mit seborrhoischer Dermatitis, Akne, Rosazea und atopischer Dermatitis (Neurodermitis) vergesellschaftet.

3.1.3 Ätiologie

Ursachen einer Blepharitis können lokale Infektionen (besonders mit Staphylokokken und Propionibakterien), bestimmte Hauterkrankungen (seborrhoische Dermatitis, Akne, Rosazea, atopische Dermatitis) und eine durch genetische Disposition veränderte Fettsekretion sein. Bestimmte Kosmetikartikel können eine Lidrandentzündung fördern oder unterhalten; vermehrte Bildschirmarbeit/Fernsehen, Umwelteinflüsse (Staub, Ozon) führen zu einer erhöhten Verdunstung des Tränenfilms, lösen aber alleine keine Blepharitis aus. Ursachen für die bei der MGD (Meibom-Drüsen Dysfunktion, s. u.) auftretende Verhornung der Meibom-Drüsenausführungsgänge und die sekundären Veränderungen in den Drüsen sind bislang unbekannt. U. a. werden Veränderungen im Hormonstatus der Patienten verantwortlich gemacht (Androgenmangel). Als Folge kommt es zu einer Blepharitis (s. u.). Kontaktlin-

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74 Kapitel 3  •  Okuläre Oberfläche – infektiös

sentragen führt gehäuft zu morphologischen Veränderungen der Meibom-Drüsen. Somit spielen die MGD und die damit einhergehende Blepharitis auch bei den kontaktlinsenassoziierten Siccabeschwerden eine wesentliche Rolle und stellen einen der häufigsten Gründe für die Unverträglichkeit von Kontaktlinsen dar.

3.1.4 Klinik

Klassifikation

Klinisch wird die Blepharitis in eine vordere (anteriore) Blepharitis und eine hintere (posteriore) Blepharitis unterteilt.

Die anteriore Blepharitis umfasst alle Strukturen vor der grauen Linie (engl. grey line) des Lidrands um die Wimpernbasis bis zur angrenzenden Haut. Sie kann durch Infektion mit Staphylokokken bedingt sein (staphylokokkenbedingte Blepharitis) oder als seborrhoische Form (seborrhoische Blepharitis) in Erscheinung treten. Beide Formen können auch als Mischform (gemischt bakteriellseborrhoische Blepharitis) vorkommen.

Die posteriore Blepharitis umfasst alle Entzündungsformen hinter der grauen Linie des Lidrands bis zum Übergang in das Bindehautepithel. Da bei der hinteren Blepharitis fast immer die Ausführungsgänge der Meibom-Drüsen mit befallen sind, wird die hintere Blepharitis oft mit dem Begriff Meibom-Drüsen Dysfunktion (MGD, Meibomian Gland Dysfunction) gleichgesetzt.

>> Die Begriffe sollten aber nicht synonym verwendet werden. Die hintere Blepharitis beschreibt Entzündungsvorgänge im Bereich des hinteren Lidrands von denen die MGD nur eine Ursache (wenn auch die häufigste) ist.

In frühen Stadien kann die MGD auch völlig symptomfrei und somit ohne hintere Blepharitis ablaufen. Treten Symptome in Erscheinung, spricht man vom Vorliegen einer MGD bedingten hinteren Blepharitis. So können im Verlauf einer hinteren Blepharitis verschiedene Formen abgegrenzt werden:

a)Blepharitis mit Meibom-Seborrhö

b)Seborrhoische Blepharitis mit sekundärer MeibomDrüsen Entzündung

c)Primäre Meibomitis

d)Allergische Blepharokonjunktivitis

Andere Ursachen für eine posteriore Blepharitis können Bindehautentzündungen (allergisch oder infektiös) und/ oder andere Erkrankungen, wie eine Akne rosazea sein.

Es existieren verschiedene weitere Klassifikationen, die auf morphologischen Kriterien des Lidrands, Sekret-

beschaffenheit und funktionellen Daten (Schirmer-Test, Osmolarität etc.) basieren, pathologische Veränderungen der Meibom-Drüsen zugrunde legen oder sich allein auf die MGD beziehen. Eine Übersicht über die verschiedenen Klassifikationen haben Kaercher und Brewitt zusammengestellt. Die aktuellsten Daten zur Klassifikation der hinteren Blepharitis in Form einer MGD sind in .Abb.3.1 zusammengefasst und können im umfangreichen Report of the TFOS (Tear Film and Ocular Surface Society) Workshop on Meibomian Gland Dysfunction (MGD) nachgeschlagen werden, der über die Homepage der TFOS (www. tearfilm.org) in diversen Spachen, u. a. auch auf Deutsch, abrufbar ist.

Mikrobiologie

Die häufigsten bakteriellen Erreger sind Staphylococcus aureus und Staphylococcus epidermidis sowie Propioni bacterium agnes. S. epidermidis ist bei einem Großteil der Bevölkerung ein kommensaler Keim der Augenoberfläche. Die Bakterien geben verschiedene Enzyme (z. B. Esterasen, Lipasen) ab, mit deren Hilfe sie die Meibom-Drüsen-Se- krete verändern und Entzündungsprozesse in Gang setzen können.

Besiedlung der Zilien mit Demodex folliculorum und Demodex brevis sind häufig, bleiben aber oftmals unbemerkt und nehmen mit dem Alter zu. Neuere Metaanalysen haben gezeigt, dass der Befall mit Demodex und eine Blepharitis signifikant korrelieren. Daher sollte bei Ausbleiben eines Therapieerfolgs mit konventionellen Maßnahmen immer auf einen Befall mit Demodex untersucht werden.

Im Rahmen einer Herpes simplex Infektion ist häufig der Lidrand mitbetroffen. Die auftretenden Bläschen prominieren dabei oft in Form einer angulären rezidivierenden Blepharitis. Bei umschriebenen Blepharitiden mit meist beidseitigen Veränderungen des äußeren Lidwinkels muss an einen Befall mit Diplobazillen (Diplobazillus Mo- rax-Axenfeld) gedacht werden. Infektionen des Lidrands mit Parasiten sind rar. Selten kommt als Ursache Phthirius pubis in Frage.

Lipidzusammensetzung

Die Lipidzusammensetzung des Tränenfilms differiert etwas von den durch die Meibom-Drüsen gebildeten Lipiden. Letztere wiederum unterscheiden sich deutlich von den durch Talgdrüsen gebildeten Lipiden, die mit Haaren assoziiert sind. Das Meibomsekret (Meibum) ist besonders reich an den sehr hydrophoben Waxund Cholesterolesthern. Außerdem kommen Neutralfette, Acylglycerol, Ceramide und Phospholipide vor. Die Menge an Phospholipiden ist allerdings deutlich geringer als früher angenommen (für eine Übersicht siehe Green-Church 2011).

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3.1  •  Blepharitis (engl. blepharitis)

Meibomdrüsen-Erkrankung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Angebor.

 

Neoplast.

 

 

Akut

 

 

Andere

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Meibomdrüsen-Dysfunktion

(MGD)

 

 

 

 

Geringe Sekretion

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hohe Sekretion

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hyposekretorisch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Obstruktiv

 

 

 

 

 

 

 

 

Hypersekretorisch

 

 

(Meibom Sicca)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Meibom Seborrhoe)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vernarbend

 

 

 

 

 

 

Nicht

vernarbend

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Primär

 

Sekundär

 

 

Primär

 

Sekundär

 

 

Primär

 

 

Sekundär

 

 

Primär

 

Sekundär

 

 

 

(z.B.

 

 

 

 

 

 

- Trachom

 

 

 

 

 

 

- Seborr.

 

 

 

 

 

- Seborr.

 

 

 

Medikation)

 

 

 

 

 

 

- Okuläres

 

 

 

 

 

 

Dermatitis

 

 

 

 

 

Dermatitis

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pemphigoid

 

 

 

 

 

 

- Acne roacea

 

 

 

 

 

- Acne

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

- Erythema

 

 

 

 

 

 

- Atopie

 

 

 

 

 

rosacea

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

multiforme

 

 

 

 

 

 

- Psoriasis

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

- Atopie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Störung des

 

 

 

 

 

 

Okuläre

 

 

 

 

 

Klinische

 

 

 

 

Augenober†. Erkr.

 

Tränen lms

 

 

 

 

 

 

Irritation

 

 

 

 

Entzündung

 

 

 

 

inkl. Trock. Auge

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

..Abb. 3.1  Neue Klassifikation der Meibom-Drüsen Dysfunktion nach den Vorschlägen des International Worshop reports on MGD. (Mod. nach Nelson 2011)

Die verschiedenen Formen der Blepharitis gehen mit

Marker

Änderungen der Lipidzusammensetzung im Tränenfilm

Im Rahmen von Blepharitiden kommt es zu Veränderun-

einher. Einige der Veränderungen bei Blepharitiden las-

gen in der Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit. So

sen sich auf die Anwesenheit kommensaler Lidbakterien

kann die Konzentration an proinflammatorischen Zyto-

zurückführen (u. a. Staphylokokken), die Lipide hydrolysie-

kinen oder an antimikrobiellen Substanzen erhöht sein,

ren können. Andere lassen sich auf einen Androgenmangel

antiinflammatorische Proteine können erniedrigt sein.

(auch durch Antiandrogen-Therapie) oder eine Androgen-

Allerdings gibt es bislang keine geeigneten Marker für die

Insensitivität zurückführen. Auch Patienten mit Sjögren-

Diagnose „Blepharitis“ im Tränenfilm.

Syndrom zeigen Änderungen in der Zusammensetzung

Histologie

der polaren und nichtpolaren Lipidkomponente. Bei der

MGD kommt es durch die obstruktiven Veränderungen im

Histologisch nachweisbare Veränderungen im Rahmen der

Ausführungsgang der Meibom-Drüsen zum Sekretrück-

MGD wie sie oben bereits beschrieben wurden (Hyper-

stau und sekundär zu Veränderungen des Drüsensekrets

keratinisierung der Meibom-Drüsen Ausführungsgänge,

im Sinne einer Viskositätszunahme. Dabei sind Triglyze-

morphologische Veränderungen im Drüsenparenchym so-

ride und Cholesterol signifikant reduziert. Vertiefende An-

wie Änderungen in der Sekretzusammensetzung) sind gut

gaben zum derzeitigen Kenntnisstand über Veränderungen

belegt. Die umfangreiche Literatur kann im Report of the

der Lipidzusammensetzung bei Blepharitis können im Re-

TFOS Workshop on MGD nachgelesen werden. Gesicherte

port of the TFOS Workshop on Meibomian Gland Disease

Daten zu den Ursachen der beschriebenen Befunde sind

nachgelesen werden.

allerdings derzeit gänzlich unbekannt. Für alle anderen