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Ординатура / Офтальмология / Немецкие материалы / Retinale Gefäßerkrankungen_Joussen_2011.pdf
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10.5 · Okuläres Ischämiesyndrom (OIS)

Abb. 10.44 A. und V. centralis retinae im Bereich des Sehnervenkopfes bei einem enukleierten Auge mit OIS. Lymphozytäre Infiltrate um die Gefäße herum im Sinne einer Perivaskulitis

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10

 

 

 

10.5.6 Differentialdiagnose

Die Differentialdiagnose umfasst beinahe alle ischämischen Retinopathien des älteren Menschen. Die diabetische Retinopathie, die Retinopathie im Rahmen der arteriellen Hypertonie und die HIV-Retinopathie sind in aller Regel bilateral und nicht, wie die Retinopathie bei OIS, einseitig. Die Fundusveränderungen beim OIS ähneln mitunter jenen beim ZVV, obwohl die Venen nur wenig oder gar nicht geschlängelt sind und die Blutungen bevorzugt in der mittleren Peripherie (und nicht wie beim ZVV am hinteren Pol) lokalisiert sind.

!Cave!

Die Pseudo-Uveitis beim OIS kann u. U. als nicht-gra- nulomatöse anteriore Uveitis fehlgedeutet werden.

Gefäßuntersuchungen

Ist ein OIS zu vermuten, müssen die Karotiden sowie die Aa. vertebrales und die A. basilaris untersucht werden. Dieses geschieht bevorzugt mit einer farbkodierten Dopplersonographie.

!Cave!

Etwa 70% aller Patienten haben noch keine Gefäßultraschalluntersuchung zum Zeitpunkt der Diagnose des OIS erhalten. Zeigt sich eine Stenose oder gar ein Verschluss einer oder mehrerer Hirn versorgender Arterien, sollte mittels MRT ein älterer oder frischere Hirninfarkt ausgeschlossen werden. Die Morphologie der Arterie kann mit einer MR-Angiographie (MRA) weiter abgeklärt werden ( Abb. 10.37).

Risikofaktoren und internistische

Untersuchung

Da die Atherosklerose mit Abstand der führende Grund für die Gefäßobstruktion ist, finden sich die Risikofaktoren für die Atherosklerose auch bei der Mehrzahl der Patienten mit ischämischer Ophthalmopathie. Bei diesen Faktoren handelt es sich vor allem um das Rauchen, die arterielle Hypertonie, den Diabetes mellitus sowie die Hyperlipidämie.

Praxistipp

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Die internistische Untersuchung der Patienten mit OIS

sollte zumindest ein komplettes Blutbild, eine Bestimmung des C-reaktiven Proteins, der Blutsenkungsgeschwindigkeit, des Blutzuckers und der Blutfette sowie eine Blutdruckmessung umfassen.

Andere Serumassays (wie z.B. Autoimmunparameter) können unter bestimmten Bedingungen indiziert sein.

10.5.7 Therapie

Die kausale Therapie des OIS besteht prinzipiell in der Wiederherstellung eines normalen Blutflusses in der ACI (oder der betroffenen sonstigen Arterie). Dennoch ist die Sinnhaftigkeit der Stenosebeseitigung beim OIS nicht ganz unumstritten. Generell ergibt sich die Indikation für die Karotisbehandlung weniger aus der okulären Ischämie als vielmehr zur Prävention eines (u. U. tödlichen) Schlaganfalls.

Symptomatische Stenosen mit >50% und asymptomatische Stenosen mit >70% Lumeneinengung werden bevorzugt interdisziplinär (Neuro-Radiologie/Neurologie/ Gefäßchirurgie) mittels endovaskulärer, Stent-gestützter Angioplastie behandelt, da dieses Verfahren für die Patienten im allgemeinen weniger invasiv ist als die Chirurgie ab externo. Die Carotis-Endarterektomie (CEA) hat ganz ähnliche Erfolgsraten (bezüglich der Verhinderung von Schlaganfall bzw. Tod) und eine vergleichbare Morbidität wie das Stenting. Einige Studien berichteten sogar über eine geringere Häufigkeit von Schlaganfall und Tod bei Patienten nach CEA im Vergleich mit dem Stenting und empfehlen die CEA als Therapie der Wahl bei der Mehrzahl der Patienten mit symptomatischer ACI-Stenose von >70%.

!Cave!

Eine schnelle Wiederherstellung des Blutflusses in den Karotiden führt nicht selten zu einer akuten Dekompensation des Augendruckes, da die Kammerwassersekretion durch den Ziliarkörper erheblich gesteigert wird, während der Abfluss kompromittiert bleibt.

Üblicherweise wird eine Therapie mit 100 mg ASS pro Tag empfohlen. Die Atherosklerose-Risikofaktoren sollten so weit wie möglich vermindert bzw. eliminiert werden. Wurde die ACI durch eine andere Erkrankung (z.B.