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Ординатура / Офтальмология / Немецкие материалы / Retinale Gefäßerkrankungen_Joussen_2011.pdf
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7.4 · Intravitreale operative Medikamentenapplikation (IVOM)

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erhaltenen Sehfunktion überzeugen. Für unkooperative Patienten (Demenz, Sprache, etc.) und einen schlechten Ausgangsvisus ist eine sofortige Funduskopie angeraten, um mit größerer Sicherheit eine ausreichende Perfusion der Zentralarterie überprüfen zu können.

Abb. 7.4 Der Einstich erfolgt über die inferotemporale Pars plana (3,5 mm Limbusabstand) im Aufblick, um eine Verletzung von Linse oder Netzhaut zu vermeiden. Die Lage und Ausdehnung des Ziliarkörperbands (bei 2 mm) können durch Transillumination überprüft werden

ein geringer Außendurchmesser, zumindest 30-Gauge (0,31 mm)- oder 32-Gauge (0,24 mm)-Kanülen.

Praxistipp

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Nach schrägem, tunneliertem Durchstechen der Binde-

haut und Sklera sollte die Nadel zum hinteren Pol hin orientiert sein und der Wirkstoff langsam in die hintere Kavität erfolgen. Nach dem Verabreichen der genauen Dosis sollte die Spritze erst mit etwas Verzögerung zurückgezogen werden.

Der Nutzen einer generellen Parazentese ist umstritten. Insbesondere in kleinen hyperopen Augen ist die Gefahr einer Linsenverletzung oder eines schnellen Druckanstiegs (je nach Volumen des Wirkstoffs) jedoch erhöht. Ein kontrolliertes Ablassen von Kammerwasser vor der Eingabe des Wirkstoffs kann in diesen Situationen ein Reservevolumen schaffen und so auch das Risiko eines Reflux oder Glaskörperprolaps verringern. Nach dem Herausziehen der Nadel kann der Stichkanal mit einem Tupfer oder einer Kolibri zusätzlich kurz abgedichtet werden.

Nachkontrolle

Es ist sinnvoll, den postoperativen Augendruck palpatorisch, wenn nicht sogar applanatorisch zu beurteilen. Mittels einer Kontrolle sollte der Operateur sich von der

7.4.2 Risiken und Komplikationen

Endophthalmitis

In der VISION-Studie wurde im ersten Jahr eine Rate von 0,18% beobachtet, als die Injektion noch an der Spaltlampe erfolgen durfte. Die Beachtung von Desinfektion und Verwendung steriler Handschuhe konnten die Inzidenz auf 0,07% senken. Während der Zulassungsstudien von Ranibizumab traten nach 18.096 Behandlungen acht Endophthalmitiden auf (0,04%). Somit handelt es sich schon um eine seltene Komplikation (<0,1%).

!Cave!

Allerdings muss beachtet werden, dass die überwiegende Mehrheit der Patienten – wenn einmal erkrankt – eine schwere Sehverschlechterung erleidet (Erblindungsrisiko: 15%).

Die Keime stammen fast immer von der bakteriellen Flora der Bindehaut, sodass vor allem die individuellen Risikofaktoren berücksichtigt werden müssen. Neben der Erregerlast der okulären Adnexe kann das eine bekannte Immunsuppression oder -schwäche bzw. Neurodermitis sein.

Auch nicht-infektiöse Entzündungen sind für einzelne Wirkstoffe beschrieben. Im Vergleich zu den bakteriellen Infektionen scheint der Entzündungsreiz bei den immunogenen Entzündungen früher aufzutreten. Die akute Endophthalmitis ist dagegen häufiger von Schmerzen und einer zellulären Infiltration/Hypopyon begleitet.

Hyposphagma

Arteriosklerotische Gefäßveränderungen und die Manipulation an der oberflächlichen Bindehaut können zu Unterblutungen der Bindehaut variabler Ausprägung führen (Häufigkeit: 20%). Meist sind sie nur Ursache einer grundlosen Beunruhigung, selten kann eine prominente Blutung aber auch eine Benetzungsproblematik oder Erosio bewirken. Blutverdünnende oder gegen die Blutstillung gerichtete Medikamente müssen nicht abgesetzt werden.

Schmerzen

Postoperative Missempfindungen sind nicht selten. Sie gehen meist auf die Reizung der Bindehaut durch die Desinfektion zurück.

Hierzu kann selten eine Verletzung des konjunktivalen oder kornealen Epithels beitragen (Häufigkeit einer