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Ординатура / Офтальмология / Немецкие материалы / Retinale Gefäßerkrankungen_Joussen_2011.pdf
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56 Kapitel 4 · Die Bedeutung der PDT für vaskuläre Erkrankungen der Netzhaut

che) verabreicht wurde, einen Verschluss retinaler Gefäße. Histopathologische Untersuchungen konnten keine signifikanten Effekte auf die retinalen Gefäße, die Ganglienzellschicht und die Photorezeptoren nachweisen bei einer verabreichten Lichtdosis von 50 J/cm2 und 100 J/cm2.

Hingegen wurden Veränderungen des retinalen Pigmentepithels (RPE) nach PDT in mehreren Fallserien und prospektiven Studien beschrieben ( Abb. 4.6). Diese

4Veränderungen des RPE wurden häufiger bei jungen (weiblichen) Patienten mit klassischen CNV sowie Patienten mit choroidalen Hämangiom gesehen. Die Reaktionen des RPE in Form von Pigmentverklumpungen sowie fokaler Atrophie korrelierten mit der Größe des zur Behandlung verwendeten Zielstrahls (Spotgröße), ohne dass signifikante Veränderungen der Netzhautfunktion nachgewiesen werden konnten. Eine verstärkte Sensibilisierung gegenüber den photochemischen Effekten der PDT für das retinale Pigmentepithel, eine fokale Atrophie des RPE infolge einer zumindest temporären Okklusion der choroidalen Gefäße, eine verstärkte Reaktion des RPE und der Einfluss hormoneller Faktoren wurden als Ursachen der RPE-Reaktionen nach einer PDT diskutiert.

4.3Behandlungsparameter

Die derzeitigen Therapieempfehlungen zur PDT basieren auf tierexperimentellen Wirksamkeitsund prospektiven Multizenterstudien zur Behandlung von neovaskulären Läsionen infolge einer altersabhängigen Makuladegene-

ration (AMD) und CNV außerhalb der AMD sowie der pathologischen Myopie: Verteporfin wird in einer Dosierung von 6 mg/m2 Körperoberfläche über einen Zeitraum von 10 min intravenös appliziert. Nach weiteren 5 min, d.h. 15 min nach Beginn der Infusion, erfolgt die Beleuchtung des zu behandelnden Areals mit einem Dioden-Laser der Wellenlänge 689 nm (nicht thermisches rotes Licht). Es wird eine Lichtdosis von 50 J/cm2 mit einer Beleuchtungsdichte (Intensität) von 600 mW/ cm2 über 83 s abgegeben. Der Laserspot sollte die Läsion mit den Veränderungen im Randbereich (Blutungen, Blockaden durch RPE, Blut oder Fibrose sowie Pigmentepithelabhebungen) komplett erfassen, ggf. wird eine ergänzende Beleuchtung durch nicht überlappende Spots erforderlich. Ausgehend von Publikationen zur Therapie des choroidalen Hämangioms wird von einigen Autoren für die Behandlung von retinalen Angiomen eine Lichtdosis von 100 J/cm2 (600 mW/cm2 über einen Zeitraum von 166 s) favorisiert, um eine dauerhafte Gefäßokklusion sicherzustellen. Wenn auch mit einer Lichtdosis von 50 J/ cm2 therapeutische Effekte beobachtet wurden, so entwickelte sich während der Nachbeobachtungszeit vereinzelt eine erneute Exsudation. Einige Autoren betrachten die ursprünglich zur Behandlung vaskulärer Tumorläsionen verwendete Lichtdosis von 100 J/cm2 als effektiver hinsichtlich der Resorption von Flüssigkeit, der Regression der Läsion, der Rezidivneigung und einer Stabilisierung visueller Funktionen und bevorzugen daher diese gegenüber der ursprünglich für die CNV verwendeten Lichtdosis von 50 J/cm2.

vor PDT

nach PDT

Abb. 4.6 Pigmentverschiebungen und Fensterdefekte des RPE. Die Fläche der Atrophie des RPE korreliert mit der Größe des gewählten Zielstrahls des Lasers. (Aus Jurklies B u. Bornfeld N 2007)