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Ординатура / Офтальмология / Немецкие материалы / Retinale Gefäßerkrankungen_Joussen_2011.pdf
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4.2 · Verteporfin

Mit einer Lichtdosis von 50 J/cm2 wurde ein homogener Verschluss der Choriokapillaris mit Beeinträchtigung der Endothelzellen (Schwellung, Destruktion, Abhebung von der Basalmembran) beobachtet, zusammen mit extravasalen Entzündungszellen und Erythrozyten. Die Verteilung regulärer Endothelzellen ließ jedoch Mechanismen der Reorganisation neuer Gefäße mit dem Ziel einer Rekanalisation der okkludierten Gefäße vermuten. Vereinzelt wurden auch vakuolisierte Zellen des retinalen Pigmentepithels beobachtet. Bei einer Lichtdosis von 100 J/cm2 zeigten sich zusätzlich Effekte an größeren Aderhautgefäßen und teilweise im RPE mit einer zellulären Vakuolisierung und Separierung von der Bruchschen Membran. Sowohl mit 50 J/ cm2 als auch mit 100 J/cm2 zeigten sich keine signifikanten Effekte der PDT auf die Photorezeptoren, die retinalen Kapillaren oder die Ganglienzellschicht.

4.2.4Toxische Effekte und Nebenwirkungen der PDT mit Verteporfin

Eine der wichtigsten Nebenwirkungen der PDT ist die erhöhte Photosensibilisierung, vor allem für die Haut, solange der Photosensibilisator in seiner aktiven Form zirkuliert. Sowohl die Clearance als auch die Retentionszeit des Sensibilisators bestimmen das Risiko eines potentiell phototoxischen Effekts auf die Haut mit.

55

4

 

 

 

Praxistipp

I

I

 

 

Bei einer Dosis von 6 mg/m2 Körperoberfläche Verteporfin wurden sowohl innerhalb von 24 Stunden als

auch im weiteren Verlauf nach der Infusion keine phototoxischen Schäden der Haut beobachtet.

Das Spektrum möglicher Nebenwirkungen einer PDT mit Verteporfin wurde in zahlreichen prospektiven, randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Multizenterstudien untersucht. Klinisch relevante Nebeneffekte, die im Rahmen dieser Studien beobachtet worden sind, werden in Tab. 4.3 dargestellt: Sehstörungen in Form von Veränderungen des Sehvermögens im Vergleich zum Ausgangsbefund vor der Infusion und Behandlung wurden bei Patienten mit okkulten CNV häufiger beobachtet als bei Patienten mit klassischen CNV. Auch ein akuter schwerer Sehverlust innert 7 Tagen nach PDT wurde bei Vorliegen okkulter CNV häufiger festgestellt als bei klassischen CNV. Allergische Reaktionen, infusionsbedingte Schmerzen, lokale Veränderungen im Bereich der Infusionsstelle und eine Photosensibilisierung der Haut fanden sich als weitere systemische Nebenwirkungen in den Multizenterstudien.

Die Ergebnisse der Phase-I/II-Studie zeigten ab einer verwendeten Lichtdosis von 150 J/cm2, welche 15 min nach Infusion von Verteporfin (6 mg/m2 Körperoberflä-

Tab. 4.3 Klinisch relevante Nebenwirkungen der PDT in den Multizenterstudien TAP, VIP und VIM (Angaben in % der behandelten Augen)

 

TAP, 2001

VIP, 2001

VIP, 2001

VIM, 2004

 

AMD

AMD

Myopie

AMD

Visuelle Beeinträchtigungen+

22,1++

42+++

23++++

5/13

Akture Visusminderung§

0,7§§§§

4,4§§

-

0/3

Lokale Reaktionen#

15,9

8

10

8/15

Rückenschmerzen (Infusion)

2,5

2,2

1

3/5

Allergische Reaktion

2

1

4

0/0

Photosensibilsierung

3,5

0,4

4

0/0

Visusminderung ≥6 Zeilen

18,2

29§§§

11

18/13

+ Visuelle Beeinträchtigungen umfassen Sehstörungen, Visusminderung und Gesichtsfelddefekte in der Verteporfin-Gruppe

++ TAP-Studie nach 24 Monaten: Sehstörungen (10,2%), Visusminderung (14,4%) und Gesichtsfelddefekte (6%) in der Verteporfin-Gruppe

+++ VIP-Studie nach 24 Monaten: Sehstörungen (20%), Visusminderung (30%), Gesichtsfelddefekte (15%) in der Verteporfin-Gruppe

++++ VIP-Studie CNV bei pathologischer Myopie nach 24 Monaten: Sehstörungen (9%), Visusminderung (16%), Gesichtsfelddefekte (4%) in der Verteporfin-Gruppe

§ Visusabfall von mindestens 4 Zeilen innerhalb von 7 Tagen nach PDT

§§ Verteporfin-Gruppe mit okkulter CNV bei AMD: ausgedehnte subretinale Exsudation (0,4%), subretinale RPE-Hämorrhagien (1,3%), ohne eindeutige Ursache (2,6%).

§§§ Angaben für Verteporfin-Gruppe mit okkulter CNV bei AMD

§§§§ TAP-Studie: 3 der 402 Patienten in der Verteporfin-Gruppe

# Reaktionen im Bereich der Infusionsstelle, z.B. Schmerzen, Ödem, Extravasation, Entzündung, Blutung, Überempfindlichkeit, Verfärbung und Fibrose

* Die Angaben gelten für die 2 Subgruppen mit reduzierter (25 J/cm2 ) und Standardlichtdosis (50 J/cm2)