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Ординатура / Офтальмология / Немецкие материалы / Retinale Gefäßerkrankungen_Joussen_2011.pdf
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Literatur

keitsvorteil. Indem die spektralen Informationen einer ganzen Fläche gleichzeitig durch einen 2-dimensionalen Detektor anstelle eines linearen Aufbaus aufgenommen werden, negieren Ganzfeld-OCTs den Zeitverlust, der bei konventionellen Systemen durch serielles Abtasten jedes einzelnen A-Scans entsteht. Andere vielversprechende Zukunftsrichtungen der OCT-Hardware sind die polarisationssensitive OCT (PS OCT), Doppler-OCT oder die funktionelle OCT. PS OCT basiert auf den nativen Polarisationseigenschaften der Gewebeschichten (wie der Nervenfaserschicht), um das Reflektivitätssignal weiter zu differenzieren. Die Doppler-OCT nutzt die im OCTSignal enkodierten Bewegungsdaten und könnte eine detaillierte Kartierung von Blutgefäßen und Blutfluss erlauben, analog zur Fluoreszenzangiographie. Obwohl die Doppler-OCT die dynamischen Leckageinformationen einer FA nicht erfassen kann, könnte sie eine Brücke zwischen beiden Technologien darstellen. Abschließend stellt die funktionelle Bildgebung und ihr Fokus auf Gesundheit und Funktion des Gewebes – anstelle seiner Struktur allein – ein gänzlich neues Paradigma in der Bildgebung dar. Aktuelle Forschungsanstrengungen zur funktionellen OCT machen sich die Spektralinformationen neuerer OCTs zunutze. Gekoppelt mit adaptiver Optik könnte die funktionelle OCT ein leistungsstarkes, neues Werkzeug für sowohl Forschung als auch Klinik werden.

Praxistipp

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Die Doppler-OCT könnte eine Brückentechnologie zur

FA sein, indem sie dynamische OCT-Daten liefert.

2.5.3 Die Zukunft der OCT-Software

Trotz des gewaltigen Sprunges in der automatisierten Quantifizierung durch die Erstgeneration-OCT-Software waren die folgenden Fortschritte schleppend verglichen mit der raschen Fortentwicklung der OCT-Hardware. Die Defizite der aktuell verfügbaren OCT-Software wurden umso klarer mit Erscheinen der FD-OCT-Technologie. Nunmehr werden größere Datenmengen in kürzerer Zeit gesammelt und komplexe mathematische Transformationen sind notwendig, um klinisch nützliche Daten zu erhalten. Kliniker, die in der Vergangenheit noch jeden der 6 radiären Scans einzeln begutachten konnten, verlassen sich jetzt nahezu vollkommen auf die automatisch generierten, topographischen Karten der FD-OCT-Geräte. Eine Begutachtung der einzelnen B-Scans eines Volumenscans ist im klinischen Alltag nur schwer möglich. Zudem werden in dieser Ära der quantitativen Medizin subjektive, klinische Befundungen immer stärker durch objektive Messverfahren wie der OCT verdrängt.

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Zwei wichtige Verbesserungen werden für die OCTSoftware der nächsten Generation notwendig sein. An erster Stelle muss die Genauigkeit der Messungen deutlich verbessert werden. Da klinische Entscheidungen mehr und mehr auf die Präzision der OCT-Quantifizierung vertrauen werden, sind die Standards für die Software der nächsten Generation höher anzusetzen, als bei der momentan verfügbaren, fehleranfälligen Software. Ein ungelöstes Problem jedoch besteht darin, dass unser histopathologisches Verständnis mit der technischen Weiterentwicklung der OCT Schritt halten muss. So ist nun z.B. bekannt, dass die äußere Netzhautgrenze vom Stratus OCT inkorrekt wiedergegeben wurde. Idealerweise besitzen zukünftige OCTSoftwaresysteme die Fähigkeit, sich an aktuelle Fortschritte des klinischen Verständnisses anzupassen und diese in die diagnostischen Messungen einfließen zu lassen.

Die andere große Herausforderung, der zukünftige OCT-Softwaresysteme gegenüberstehen werden, ist, die klinische Relevanz der Messungen zu erhöhen. Obwohl die Netzhautdicke für viele Erkrankungen einen wichtigen Parameter darstellt, so wird doch ein großer Vorteil dieses Querschichtaufnahmeverfahrens verspielt, indem alle subretinalen und intraretinalen Pathologien in einer einzigen Messung gebündelt werden. In einer Zeit der allseits präsenten intravitrealen anti-VEGF-Therapien wäre es nützlich, die Volumina der individuellen Strukturen wie Netzhaut, zystoider Räume, subretinaler Flüssigkeit, subretinalem Gewebe und dem sub-RPE-Raum anstelle eines einfachen Gesamtnetzhautvolumens zu quantifizieren. Zudem könnten diese Messungen dank der verbesserten Bildregistrierungsmöglichkeiten der FD-OCT-Geräte im Zeitverlauf miteinander verglichen werden, um eine klinisch relevante Krankheitsprogression einfacher zu erkennen.

Fazit für die Praxis

Die OCT hat die Augenheilkunde revolutioniert. Zukünftige Hardwareund Softwareentwicklungen sollten die Relevanz und Präzision der OCT-Messungen verbessern. Diese gesteigerte Leistungsfähigkeit wird dem Arzt beim Management komplexer Erkrankungen helfen, eine wichtige Entscheidungshilfe für kritische Therapieschritte sein und vielleicht auch eine Diagnose im früheren Krankheitsstadium ermöglichen.

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