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Ординатура / Офтальмология / Немецкие материалы / Fluoreszenzangiographie in der Augenheilkund_Dithmar, Holz_2008

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200 Kapitel 8 · Erkrankungen des Sehnerven

8.1.6.3 Exophytisches Wachstum

Die exophytische Wachstumsform eines juxtapapillären kapillären Hämangioms ist dadurch gekennzeichnet, dass das Hämangiom seinen Ausgang von den äußeren Netzhautschichten nimmt und dann auch unter die Netzhaut vorwächst. Klinisch zeigt sich ein rötlich-oranger prominenter intraretinaler/subretinaler Tumor, über den die großen Netzhautgefäße hinwegziehen. Evtl. sieht

man oberflächliche erweiterte retinale Gefäße, die nach außen in den Tumor hineinziehen. Auch bei dieser Wachstumsform kann es zur Ausbildung einer begleitenden serösen Netzhautablösung mit Lipidexsudation kommen.

Fluoreszein-Angiographie / ICG-Angiographie

Das Fluoreszenzangiographische Verhalten des Tumors entspricht im Wesentlichen den o.g. Wachstumsformen.

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Abb. 8.9a–f. 57-jährige Patientin mit juxtapapillärem retinalen kapillären Hämangiom (exophytischer Typ). Visusreduktion des rechten Auges auf 0,4. Die Patientin ist sonst gesund. a Schematische Lage des Hämangioms. b Funduskopisch zeigt sich nasal der Papille ein rötlicher prominenter, relativ scharf begrenzter Tumor. Der Tumor liegt überwiegend subretinal und ist von einer flachen serösen Netz-

hautablösung mit zarter Lipidexsudation umgeben. c Autofluoreszenzaufnahme: im Hämangiombereich zeigt sich eine Abschattung der normalen Autofluoreszenz. d ICG-Angiographie mit deutlicher Darstellung des Hämangioms. e Fluoreszeinangiographisch stellt sich das Hämangiom zusammen mit der retinalen Zirkulation dar. In der Spätphase f zeigt sich eine Leckage um das Hämangiom.

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8.1 · Kongenitale Papillenanomalien

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202 Kapitel 8 · Erkrankungen des Sehnerven

8.1.7 Pigmentierte Papillenanomalien

Zu den kongenitalen pigmentierten Papillenanomalien gehören das juxtapapilläre kombinierte Hamartom der Retina und des retinalen Pigmentepithels und das Melanozytom, ein seltenes, pigmentiertes Hamartom. Diese beiden gutartigen Prozesse müssen von einem uvealen malignen Melanom mit Papillenbeteiligung abgegrenzt werden.

Fundus

Das juxtapapilläre kombinierte Hamartom der Retina und des retinalen Pigmentepithels ist eine ungleichmäßige Pigmentierung im Bereich der Papille und der umgebenden Netzhaut mit Gliagewebsvermehrung und Gefäßektasien. Die Veränderung ist unscharf begrenzt und relativ flach.

8Gliazellproliferationen und Hyperpigmentierungen finden sich auch auf den retinalen Gefäßen, wodurch diese z.T. verdeckt und auch verzogen werden können.

Das Melanozytom ist eine meist stark pigmentierte Veränderung im Papillenbereich, die in einigen Fällen auch prominent sein kann. Im Unterschied zum uvealen parapapillären malignen Melanom besteht keine peripapilläre Netzhautabhebung.

Fluoreszein-Angiographie

Das juxtapapilläre kombinierte Hamartom der Retina und des retinalen Pigmentepithels führt im Bereich der Hyperpigmentierungen und der Gliazellproliferation zu einer Abschattung der Hintergrundfluoreszenz. Angiographisch lassen sich gut die ausgeprägten Kapillarektasien und verzogenen retinalen Gefäße darstellen. In der Spätphase zeigt sich eine von den ektatischen Gefäßabschnitten kommende Leckage.

Das Melanozytom führt ebenfalls zu einer Abschattung der normalen Papillenfluoreszenz. Im Ggs. zu uvealen malignen Melanomen haben Melanozytome kein tumoreigenes Gefäßnetz.

Abb. 8.10a–d. 44-jähriger Patient, bei dem als Zufallsbefund am linken Auge ein juxtapapilläres kombiniertes Hamartom der Retina und des retinalen Pigmentepithels entdeckt wurde. Visus 1,0. a Funduskopisch findet sich eine zarte Pigmentierung

und Gliazellproliferation im Bereich der Papille sowie peripapillär. Die peripapillären Gefäße sind hierdurch verzogen, was auch in der Fluoreszein-Angiographie bd deutlich wird. In der Spätphase stellt sich eine dezente Leckage aufgrund der Gefäßverziehung dar.

Abb. 8.11. 23-jährige Patientin mit Melanozytom der Papille (rechtes Auge). Es zeigt sich eine flache, relativ starke Pigmentierung ohne begleitende se-

röse Netzhautablösung. Der Befund ist seit 5 Jahren unverändert. Die Patientin hat keine Beschwerden, der Visus ist 1,0.

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8.1 · Kongenitale Papillenanomalien

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204 Kapitel 8 · Erkrankungen des Sehnerven

8.2Anteriore ischämische Optikusneuropathie

Bei der anterioren ischämischen Optikusneuropathie (AION) kommt es zu einer Perfusionsminderung der Papille infolge von Verschlüssen der die Papille versorgenden Gefäße. Zugrundeliegen können arteriosklerotische Prozesse oder aber entzündliche Erkrankungen (Arteriitis temporalis). Durch die hypoxisch-bedingte Störung des axoplasmatischen Flusses entwickelt sich ein Papillenödem. Strichförmige Blutungen im Bereich

der Nervenfaserschicht können je nach Ausprägung des Befundes auftreten.

Autofluoreszenz / Fluoreszeinangiographie

Die geschwollenen Axone führen zu einer Abschattung sowohl der Autofluoreszenz wie auch der peripapillären Hintergrundfluoreszenz. Die Papillenperfusion kann verzögert sein. Im Bereich des Papillenödems finden sich erweiterte Kapillaren. In der Spätphase stellt sich eine auf das Papillenödem begrenzte Leckage dar.

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Abb. 8.12a–e. 67-jähriger Patient der 2 Stunden nach dem Aufstehen eine Sehverschlechterung auf dem rechten Auge aufgrund einer AION bemerkt hatte. Ein arterieller Hypertonus ist seit 10 Jahren bekannt. a Funduskopisch zeigt sich eine relativ blasse, geschwollene Papille die unscharf begrenzt ist. Das Papillenödem ist temporal oben am stärksten ausgeprägt. Nebenbefundlich besteht nasal unterhalb der Papille ein Aderhautnävus. b Autofluoreszenzuntersuchung. Im Bereich der Papillenschwellung sind die Autofluoreszenzsignale abgeschwächt. ce

Simultane Fluoreszein-Angiographie (linke Bildhälfte) und ICG-Angiographie (rechte Bildhälfte): Durch die Papillenschwellung ist die peripapilläre Hintergrundfluoreszenz abgeschwächt. In der Frühphase findet sich insbesondere temporal oben eine verzögerte Papillenperfusion. Es stellen sich dilatierte Kapillaren auf der Papillenoberfläche dar. In der Spätphase e kommt es nur in der Fluoreszein-Angiographie zu einer Leckage, welche auf das Gebiet der Papillenschwellung begrenzt ist.

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8.2 · Anteriore ischämische Optikusneuropathie

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206 Kapitel 8 · Erkrankungen des Sehnerven

8.3Papillitis

Die Papillitis ist eine umschriebene Entzündung der Papille, die sehr heterogene Ursachen haben kann. Klinisch findet sich eine randunscharfe, prominente Papille. Durch das Papillenödem kann der retinal-venöse Abfluss gestört sein, was zu einer Stauung der retinalen Zentralvene führt.

Autofluoreszenz / Fluoreszein-Angiographie

Im Bereich des Papillenödems findet sich eine Reduktion der normalen Autofluoreszenzsignale und in der Fluoreszein-Angiographie eine Abschattung der normalen Hintergrundfluoreszenz. Im Angiographieverlauf stellen sich meist dilatierte Kapillaren der Papillenoberfläche dar. Die Spätphase zeigt eine auf das Papillenödem begrenzte Fluoreszein-Leckage.

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Abb. 8.13a–e. 39-jährige Patientin mit linksseitiger Papilitis und Visusreduktion auf 0,05 seit einer Woche. Kraniales MRT sowie Laboruntersuchungen sind unauffällig. a Funduskopisch zeigt sich ein Papillenödem mit umschriebener Nervenfaserschichthämorrhagie unten und sekundärer Dilatation der retinalen Venen. b Die normale peripapilläre Autofluoreszenz

ist im Bereich des Papillenödems abgeschattet. ce Simultane Fluoreszein-Angiographie (linke Bildhälfte) und ICG-Angiographie (rechte Bildhälfte): Im Verlauf der Angiographie stellen sich zunehmend teleangiektatisch veränderte Kapillaren im Bereich des Papillenödem dar. In der Spätphase Darstellung einer auf das Papillenödem begrenzten Fluoreszein-Leckage.

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8.3 · Papillitis

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208 Kapitel 8 · Erkrankungen des Sehnerven

8.4Stauungspapille

Zu einer Stauungspapille kommte es aufgrund eines erhöhten Liquordrucks. Die damit einhergehende Drucksteigerung in den Optikusscheiden führt zu einer Behinderung des axoplasmatischen Flusses, was eine Anschwellung der Axone zur Folge hat. Durch die Papillenschwellung wird die Neuroretina etwas zur Seite gedrängt, weshalb es zu einer Vergrößerung des blinden Flecks kommt.

Autofluoreszenz / Fluoreszein-Angiographie

Das Papillenödem führt zu einer Reduktion der normalen peripapillären Autofluoreszenzsignale und in der Fluoreszein-Angiographie zu einer Abschattung der Hintergrundfluoreszenz. Angiographisch stellen sich dilatierte Kapillaren im Bereich des Papillenödems dar, in der Spätphase zeigt sich eine auf das Papillenödem begrenzte Leckage.

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Abb. 8.14a–e. 52-jährige Patientin mit Pseudotumor cerebri und beidseitiger Stauungspapille. Visusreduktion bds. auf 0,7. a Linkes Auge: deutliches Papillenödem mit Papillenrandunschärfe und Dilatation der Zentralvene. Nebenbefundlich finden sich vereinzelte RPE-Atrophiezonen perimakulär. b Autofluoreszenzuntersuchung: Die Papille erscheint randunscharf da das Papillenödem die parapapilläre

normale Autofluoreszenz z.T. abschattet. ce Simultane Fluoreszein-Angiographie (linke Bildhälfte) und ICG-Angiographie (rechte Bildhälfte): Im Angiographieverlauf stellen sich im Bereich des Papillenödems dilatierte Kapillaren dar. Als Nebenbefund zeigen sich hyperfluoreszente Zonen korrelierend zu den RPEAtrophiearealen. In der Spätphase e Fluoreszeinleckage im Bereich des Papillenödems.

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8.4 · Stauungspapille

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