Ординатура / Офтальмология / Немецкие материалы / Checkliste Augenheilkund 3 auflage_Burk_2005
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Untersuchungen
1.13Dunkeladaptation
c)Beim Anbieten der MNG 40/15 unteres Testfeld als deutlich zu dunkel empfunden, gewünscht 40/60 – 80: V.a. Achromatopsie (totale Farbenblindheit); folgende Untersuchungen schließen an:
1.Bei Stellung der Mischschraube auf 73 (reines Rot) wird die Gelbschraube auf 2 justiert.
2.Bei Stellung der Mischschraube auf 0 (reines Grün) wird auch noch bei maximaler Helligkeit, d. h. Gelbschraube zeigt 87 Skalenteile, das untere Testfeld im Vergleich zum oberen als zu dunkel empfunden.
Anomaliequotient (AQ): Rotanteil der MNG Grünanteil des Patienten durch Grünanteil der MNG Rotanteil des Patienten.
–Ggf. für beide bei Bestimmung der absoluten Einstellbreite gerade noch als gleich empfundene Gleichungen berechnen: Beispiel: 40/15 und 41/15 gerade noch als gleich empfunden AQ für 40/15: Rotanteil der MNG = 40; Grünanteil des Patienten 73 – 40 = 33; Grünanteil der MNG = 73 – 40 = 33; Rotanteil des Patienten = 40; ergibt:
AQ = 40 33 = 1 33 40
AQ für 41/15: Rotanteil der MNG = 40; Grünanteil des Patienten 73 – 41 = 32; Grünanteil der MNG = 73 – 40 = 33; Rotanteil des Patienten = 41; ergibt:
AQ = 40 32 = 0,95 33 41
–Für Gutachten ist der AQ mit der größten Differenz zu 1 entscheidend (im Beispiel 0,95).
–Protanomalie AQ 1, Deuteranomalie AQ 1: Keine Fahrerlaubnis bei den Klassen D, D1, DE, D1E und zur Fahrgastbeförderung; bei Klassen C, C1, CE, C1E Aufklärung des Betroffenen über mögliche Gefährdung.
–Luftfahrt: Tauglichkeitsgrad I–II untauglich, wenn AQ 1,3 bzw. 0,65; Tauglichkeitsgrad III untauglich, wenn AQ 6,0 bzw. 0,65 (aber Fliegerarzt kann bei bestandenem Signaltest auf Tauglichkeit erklären).
–Sportbootführerschein: Normale Trichromasie mit AQ 0,7 – 1,4 erforderlich oder Deuteranomalie mit AQ zwischen 1,4 und 6,0.
–Seediensttauglichkeit: Normale Trichromasie mit AQ zwischen 0,7 und 1,4 erforderlich.
–Arbeitsmedizin: Siehe Sondervorschriften BVA Richtlinien.
1.13Dunkeladaptation
Daueradaptation mit dem Adaptometer nach Goldmann-Weekers
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Indikation: Verdacht auf Nachtblindheit.
Durchführung:
1.10 Min. Helladaptation, mind. 1000 cd/m2 (3000 asb); für photochemischen Zerfallsprozess wird einheitliche Basis geschaffen.
2.Dunkeladaptation, Pigmentregeneration der Photorezeptoren setzt ein; gemessen wird die mit der Zeit zunehmende Netzhautempfindlichkeit:
Sofort nach Abschalten der Beleuchtung wird in bestimmten Zeitabständen über 40 Min. die Schwellenleuchtdichte des Testreizes festgestellt (Art des Testreizes, Leuchtdichte und Umfeldleuchtdichte den Gerätevorschriften entsprechend).
Bei Verschlechterung des Adaptationsvorgangs in den ersten 15 Min. Ausschluss einer unzureichenden physiologischen Pupillenerweiterung und von Trübungen
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der brechenden Medien. |
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Aus A.Burk u. R.Burk.: Checkliste Augenheilkunde, 4. Aufl. (ISBN 3-13-100573-4) © 2005 Georg Thieme Verlag, Stuttgart
1.14 Dämmerungssehschärfe
Leuchtdichte
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Abb. 1.50 · Empfindlichkeitszunahme der Photorezeptoren bei Dunkeladaptation nach vorheriger Helladaptation (Ordinate: relative Testfeldleuchtdichte, Bereich 100 107)
0Helladaptation –10 Min
1 etwa erste 8–10Min. Zapfenadaptation, schneller als Stäbchenadaptation, max. Empfindlichkeitssteigerung im Verhältnis 1:50
2Kohlrausch-Knick, Zapfenadaptation hat Maximum erreicht. Stäbchenadaptation bestimmt weiteren Kurvenverlauf
3Kurve der Stäbchenadaptation flacher, aber max. Empfindlichkeitssteigerung im Verhältnis 1:1000
Beurteilung:
Norm: Voll nachtsehtüchtig, wenn nach Helladaptation von 10 Min. an 1000 cd/m2, Empfindlichkeit innerhalb von 40 Min. auf 1 : 15 000fache gesteigert wird;
Pathologisch: Empfindlichkeit 5000fach gesteigert: nachtblind.
1.14 Dämmerungssehschärfe
Untersuchung der Dämmerungssehschärfe
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Definition: Das Dämmerungssehvermögen liefert eine Aussage über die Unterschiedsempfindlichkeit bei mesopischer Adaptation. Geprüft wird dabei nicht die Sehschärfe mit Optotypen abgestufter Größe, sondern die Unterschiedsempfindlichkeit durch Veränderung des Testzeichenkontrastes gegenüber dem Umfeld mit und ohne Blendung.
Indikation: Verkehrsund Arbeitsophthalmologie, Eignungsuntersuchungen für bestimmte Berufe.
Hinweis:
Zur Zeit gibt es für alle Klassen der Fahrerlaubnisverordnung keine Mindestanforderungen an Blendempfindlichkeit oder Dämmerungssehschärfe (beachte hierzu aber die Empfehlungen der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG): http://www.dog.org/publikationen-verkehrskommission/gutachten323. htm.
Diese entfallen auch für den Sportbootführerschein.
Nachtblindheit führt zur Seedienstuntauglichkeit; in der Luftfahrt wird das Dämmerungssehen geprüft.
Durchführung:
Mit von den zuständigen Kommissionen der DOG anerkannten Geräten: Kontrastometer, Mesotest II, Nyktometer 500 (nähere Angaben siehe Bedienungsanleitungen der jeweiligen Geräte).
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Untersuchungen
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Untersuchungen
1.15Elektrophysiologie
Von 5 angebotenen unterschiedlichen Testzeichen müssen 3 als richtig erkannt werden, mit und ohne Blendung (Durchmesser der Blendlichtquelle ca. 20', Blendwinkel 3 , Hornhautbeleuchtungsstärke 0,35 lx).
Beurteilung (Empfehlung der DOG):
Nachtfahreignung ist anzunehmen, wenn ein Landoltring mit einer Lückenbreite von 10' oder ein anerkanntes gleichwertiges Sehzeichen bei folgenden Kontrasten und Grundleuchtdichten erkannt wird:
–Ohne Blendung, Umfeld 0,032 cd/m2/mit Blendung, Umfeld 0,1 cd/m2:
–Kontrast 1:2,7 für Führerscheinklassen C, Cl, CE, C1E, D, D1, DE, D1E und Fahrgastbeförderung;
–Kontrast 1:5 für Führerscheinklassen A, A1, B, BE, M, L und T.
Ein Fahrer, der auch die kontrastreichsten Sehzeichen (1:23) nicht erkennt, ist definitiv nicht in der Lage, ein Kraftfahrzeug in Nacht und Dämmerung sicher zu führen. In diesem Fall muss im Gutachten ein Nachtfahrverbot vorgeschlagen werden. Busfahrer (D, D1, DE, D1E) sollten in jedem Fall Kontrast 1:2,7 erkennen.
Einschränkungen der Dämmerungssehschärfe sollen dem Bewerber mitgeteilt und Empfehlungen zur Risikominderung ausgesprochen werden (schriftliche Fixierung mindestens in der Krankenakte).
1.15 Elektrophysiologie
Elektroretinogramm (ERG, Ganzfeld-)
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Definition: Aufzeichnung des Summenpotentials der Netzhautantwort auf Lichtstimulation, erzeugt durch Standardblitz (weiß, max. Blitzintensität 2500 mcds/m2, max. Reizdauer 5 ms), unter photopischen (Zapfen, helladaptiert) und skotopischen
(Stäbchen, dunkeladaptiert) Bedingungen.
Indikation: z. B. degenerative Netzhauterkrankungen (Retinitis pigmentosa; S. 299), Zapfendystrophien (S. 308), Intoxikationen, Dunkelanpassungsstörungen, Funktionsprüfungen der Netzhaut bei Medientrübungen, unklaren Sehstörungen.
Durchführung: Mydriasis (s. auch S. 37), z. B. Tropicamid 1%; Messung der Pupillenweite.
1. Kontaktlinsenelektrode auf der Kornea (Folienoder Fadenelektrode im unteren Konjunktivalsack); 2. Referenzelektrode Stirn oder Orbitarand, 20 mm lateral des temporalen Kanthus; 3. Erdungselektrode (Stirn oder Ohrläppchen).
Bei Säuglingen ERG mit Hautelektroden (weniger zuverlässig).
Mindestumfang einer ERG-Untersuchung nach ISCEV-Standard (http://www.iscev.org): s. Tab. 1.9.
Tabelle 1.9 · Mindestumfang einer ERG-Untersuchung nach ISCEV-Standard
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Dunkeladaptiert ( 20 Min.):
–Stäbchenantwort (ausgelöst durch mittels Graufilter um 2,5 log Einheiten abgeschwächten Standardblitz, Zeitintervall zwischen Einzelblitzen 2 Sek.; nur b-Welle zu registrieren.
–Stäbchen-Zapfen-Antwort (Maximalantwort; ausgelöst durch Standardblitz, Zeitintervall zwischen Einzelblitzen mindestens 5 Sek., a- und b-Welle zu registrieren).
–Oszillatorische Potenziale (Hochpassfilter auf 100 Hz, Zeitintervall zwischen Einzelblitzen
mind. 15 Sek.): vor allem Horizontalzellen.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Helladaptiert: (10 Min., eingeschaltete Umfeldbeleuchtung 33 cd/m2:
–30 Hz-Flimmer-Reiz (a- und b-Welle nicht sicher zu trennen).
–Zapfenantwort auf Standardeinzelblitz (a- und b-Welle klar zu differenzieren).
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1.15 Elektrophysiologie
Beurteilung:
Schema einer normalen Blitz-ERG-Antwort s. Abb. 1.51 (Form abhängig von jeweiligen Laborbedingungen, Art des Stimulus, Lichtadaptation, außerdem Altersabhängigkeit der Amplituden und Gipfelzeiten, tageszeitliche Schwankungen).
Gipfelzeit: Beginn des Blitzes bis Gipfel der b-Welle.
Gemessen wird die globale Funktion der äußeren und mittleren Netzhautschichten.
Reizbedingungen für Stäbchen-, Zapfen-, Horizontalzellantwort s. Tab. 1.9.
Anmerkung:
–Die Ganglienzellen können mit dem Muster-Elektroretinogramm (M-ERG, pattern-ERG, ERG) erfasst werden, die Stimulation erfolgt hierbei nicht mit Blitzlicht, sondern über Musterumkehr (Indikation: z. B. Glaukom).
–Beim multifokalen ERG (mf-ERG) ermöglichen zahlreiche simultane photopische ERGs innerhalb der zentralen 25 – 30 des Fundus eine Topographie der ERG-Funktion (Indikation: beginnende Makuladystrophie; altersabhängige Makuladegeneration [im Einzelfall]; umschriebene Netzhautfunktionsstörungen im Bereich des hinteren Augenpols).
Abb. 1.51 · Blitz-ERG-Antwort
a-Welle: initialer, negativer Ausschlag; Entstehung: Photorezeptoren (gemessen Grundlinie bis tiefster Punkt a-Welle).
b-Welle: zweiter, positiver Ausschlag; Entstehung: hauptsächlich Müller-Zellen, repräsentiert Veränderungen in mittleren Netzhautschichten (gemessen tiefster Punkt a-Welle bis höchster b-Welle).
Elektrookulogramm (EOG)
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Definition: Abgeleitet wird das Potenzial zwischen elektrisch positiver Kornea und elektrisch negativer Netzhaut; das EOG gibt die Interaktion von retinalem Pigmentepithel (RPE) und Photorezeptoren wieder.
Indikation: z. B. bei Morbus Best (Überträger-Identifikation, vgl. S. 307), sonst Indikation wie beim ERG (s. o.), dieses bei Erkrankungen des RPE ergänzend.
Durchführung: Miosis/Mydriasis: je nach Labor unterschiedlich.
Elektroden am medialen und lateralen Kanthus (Erdungselektrode Stirnmitte), Patient blickt rhythmisch von links nach rechts; Ableitung zuerst dunkeladaptiert (15 Min.), dann helladaptiert (15 Min.).
Beurteilung: Quotient wird gebildet aus maximaler Potenzialhöhe bei Helladaptation durch Minimum (Wellental) bei Dunkeladaptation.
Arden-Index: Quotient multipliziert mit 100, ausgedrückt in %.
Norm: 180%; Schwankungen im Tagesverlauf möglich.
Patholologisch: 160%.
Visuell evozierte Potenziale (VEP)
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Definition: Bei Reizung der Netzhaut durch Lichtblitz-, oder alternierendes Schachbrettmuster (Blitz-VEP, Muster-VEP) entsteht ein elektrisches Signal im okzipitalen visuellen Kortex.
Indikation: Die stärkste Beeinflussung erfolgt durch prächiasmale Verletzungen
und Erkrankungen des Sehnervs; bei demyelinisierenden Erkrankungen in 90% Latenzzeitverlängerung; Aussagen über Visus mittels Muster- (alternierendes Schachbrett oder Gitter) VEP möglich.
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Untersuchungen
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Untersuchungen
1.16 Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie)
Durchführung:
Untersuchung bei nicht erweiterter Pupille mit optimaler Brillenkorrektion.
Elektrode(n) okzipital zur Potenzialableitung; Referenzelektrode Stirn oder Scheitel.
Beurteilung:
Gemessen wird die elektrische Aktivität des afferenten visuellen Systems.
Normale Antwort: a) Blitz-VEP: frühe Welle und W-förmige folgende Welle; b) Muster-VEP: vorwiegend positive Welle nach 95 – 120 ms = Latenzzeit.
Beachte: Amplitude auch bei Normalbefund sehr variabel.
1.16 Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie)
Apparative Perimetrie
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Definition: Das Gesichtsfeld (GF) ist die Summe aller Richtungen, aus denen vom fixierenden Auge simultan Licht wahrgenommen wird.
Indikation: z. B. Glaukom (vgl. S. 375); neuroophthalmologische Fragestellungen (ab S. 384); unklare Sehstörungen.
Durchführung:
Messung des GF monokular.
Bei der kinetischen Perimetrie (z. B. Halbkugel Projektionsperimeter nach Goldmann) werden bewegte Lichtreize definierter Größe (Marke V bis 0), Intensität (4 bis 1) und Transmission (e–a) dargeboten; die Lichtmarke wird meridional von peripher in Richtung Zentrum mit gleichmäßiger Geschwindigkeit (ca. 2 /s) in Abständen von 15 – 30 geführt; signalisiert der Patient die Stimuluswahrnehmung, markiert der Untersucher die Position der Lichtmarke auf dem Dokumentationsblatt (Abb. 1.52).
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Abb. 1.52 · Goldmann-Gesichtsfeld; Normalbefund linkes Auge (Testmarken I4 bis I1) |
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1.16 Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie)
–Isoptere: Verbindungslinie aller Markierungspunkte eines definierten Stimulus, an denen dieser erstmals erkannt wird.
–Standardreize: Perimetriert wird mit Reizen V4, III4 (Gutachten), I4 sowie I2 und
I1 bei maximaler Transmission (e); Goldmann-GF-Beispiel vgl. Abb. 1.52und 1.53.
Computergesteuerte statische Schwellenwert-Perimetrie: An vorgegebenen GFOrten wird automatisiert durch Veränderung der Helligkeit (Leuchtdichte) der Schwellenwert bestimmt, bei dem der Patient zwischen Lichtreiz und Umfeldleuchtdichte unterscheiden kann; das Verhältnis von 0 dB (maximale Reizleuchtdichte) zu 30 dB (geringe Reizleuchtdichte) entspricht dabei einem Verhältnis der Schwellenunterschiedsempfindlichkeiten von 1: 1000.
Beachte: Physiolog. Altersverlauf: Schwellenwertreduktion um ca. 0,7 – 1,0 dB/10 Jahre.
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1
Untersuchungen
Abb. 1.53 · Goldmann-Gesichtsfeld; Glaukomschaden des rechten Auges (Testmarken V4, III4, I4 bis I1)
Beurteilung:
Die kinetische Perimetrie ist vor allem bei neurologischen Fragestellungen bedeutsam.
Die statische Schwellen-Perimetrie (Abb. 1.54) ist für Glaukom-Verlaufskontrol- len erforderlich (Programme z. B. Octopus G1; Humphrey 30 – 2).
Norm:
–GF-Außengrenzen: Nasal und oben 60 , unten 70 , temporal 100 vom Fixierpunkt; die Wahrnehmbarkeit ist abhängig von Reizhelligkeit, Größe, Farbe, Darbietungsdauer und Pupillenweite.
–Zentrales GF: Bereich innerhalb von 30 (perimeterspezifische Nahkorrektur erforderlich; Fehlrefraktion von 1dpt bedingt Sensitivitätsverlust von ca. 1 dB).
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1.16 Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie) |
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Untersuchungen |
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Abb. 1.54 · Octopus-Gesichtsfeld 30 |
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a Normalbefund; Graustufenausdruck rech- |
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tes Auge; |
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b Glaukomschaden (Doppelbogenskotom); |
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Graustufenausdruck linkes Auge; |
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c Zahlenausdruck zu Abb. 1.54b; dargestellt |
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ist die Defekttiefe (dB) am Prüfort. |
– Blinder Fleck: Physiologisches, absolutes Skotom im Bereich der Sehnervenein- |
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trittstelle (medialer Rand 12 , lateraler Rand 17 temporal des Fixierpunktes |
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sowie 1 unterhalb der Horizontalen). |
– |
Gesichtsfeldberg (Abb. 1.55): “Insel des Sehens im Meer der Blindheit„ (Tra- |
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quair); pseudodreidimensionale Darstellung, der von den GF-Außengrenzen |
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C
A
B
30°
60°
80° Fixierpunkt
1.16 Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie)
ANormalbefund: Schwellenwert z.B. 30 dB
BPathologisch: Schwellenwert z.B. 22 dB
C Defekttiefe am Prüfort: 8 dB
Normaler Gesichtsfeldberg
Pathologischer Gesichtsfeldberg, diffuse und lokalisierte Empfindungsherabsetzung
Blinder Fleck, absolutes Skotom
Relatives Skotom im BjerrumAreal, lokalisierte Empfindlichkeitsherabsetzung
Abb. 1.55 · Gesichtsfeldberg; Querschnitt rechtes Auge
zum Zentrum zunehmenden Leuchtdichteunterschiedempfindlichkeit (LUE); das Maximum ist auf die Foveola begrenzt, nur hier Erkennen minimaler Leuchtdichtekontraste (hohe dB-Werte der Schwellenempfindlichkeit); in der kinetischen Perimetrie stellt sich das relative Empfindlichkeitsniveau der geprüften GF-Orte mittels Isopteren (Def. s. o.) dar.
–Statokinetische Dissoziation (STKD): Die physiologisch bessere Empfindlichkeit des Auges bei bewegtem Lichtreiz gegenüber statischer Reizung.
Pathologisch:
–Riddoch-Phänomen: Krankheitsbedingte Zunahme der STKD mit tiefen GFDe- fekten in der statischen Perimetrie (bei kortikalen Läsionen: traditionell bei okzipitalen, aber auch bei anterioren, einschließlich N. opticus, Chiasma).
–Gesichtsfeldeinschränkung: Einengung der Außengrenze (in höherem Alter
physiologisch). Extremvariante: “Röhren-GF„ bei Retinitis pigmentosa (S. 299).
–Skotom (S): GF-Bereich mit fehlender (absolutes S) oder reduzierter Lichtwahrnehmung (relatives S) ohne Kontakt zur GF-Außengrenze (Abb. 1.54b; Abb. 1.55).
–Defekttiefe: Differenz des individuellen Schwellenwertes an einem Testpunkt zur Altersnorm an diesem Punkt; z. B. Schwellenwert am Testpunkt 22 dB, Altersnorm 30 dB, ergibt eine Defekttiefe von 8 dB (Abb. 1.55); im Graustufenausdruck (Abb. 1.54) werden Defekte geschwärzt repräsentiert.
–Mittlere Defekttiefe: Über alle Testpunkte gemittelte Empfindlichkeitsherabsetzung gegenüber der Altersnorm.
Konfrontationstests: Fingerzählen
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Indikation: Screening auf Hemiund Quadrantenanopsie; bettlägrige Patienten.
Durchführung: Monokular; Patient blickt mit rechtem Auge in linkes Auge des Untersuchers und umgekehrt.
1.1 bis 5 Finger werden in jeweils einem der 4 Quadranten angeboten;
2.simultan werden in beiden Hälften des Gesichtsfeldes Finger angeboten.
Beurteilung:
Verdacht auf Gesichtsfelddefekt in dem Quadranten, in welchem die Finger nicht oder nicht alle erkannt werden.
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Untersuchungen
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Untersuchungen
1.16 Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie)
Extinktionsphänomen: Bei isolierter Testung können Finger im defekten Gesichtsfeld gezählt werden, bei gleichzeitiger Präsentation in beiden Hälften des Gesichtsfeldes nicht mehr.
Konfrontationstests: Farbvergleich
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Indikation: Chiasmaläsion; Optikuserkrankung.
Durchführung: Monokular:
a)Verdacht auf eine Chiasmaläsion: Zwei gleiche rote Objekte werden links und rechts der Vertikalen (der Fixation) angeboten.
b)Verdacht auf eine Optikuserkrankung (relatives Zentralskotom): Ein rotes Objekt wird zentral angeboten, eines etwa 10 peripher.
Beurteilung:
a)Verdacht auf eine Chiasmaläsion: Bei einer Hemianopsie erscheint ein Objekt weniger gesättigt (blasser).
b)Verdacht auf eine Optikuserkrankung: Das zentral angebotene Objekt erscheint blasser.
Gesichtsfeldsfelduntersuchung – Definitionen
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Zentrales Gesichtsfeld (GF): Innerhalb 30 , peripheres: Außerhalb 30 .
Skotom (= GF-Defekt):
Absolutes: Vollständig.
Relatives: Verminderte Funktion (Goldmann-Perimetrie: in umschriebenem GFBereich wird z. B. Marke III4 erkannt, I4 aber nicht; automatische Perimetrie: z. B. lokalisierte Schwellenwertherabsetzung; Abb. 1.53; Abb. 1.55).
Seidel-Skotom: Kommaförmige Verlängerung des Blinden Flecks.
Bjerrum-Skotom: Bogenförmiger Nervenfaserdefekt im 15 -Bereich (s. Tab. 1.10).
Zentralskotom: Fixation eingeschlossen (s. Tab. 1.10).
Parazentralskotom: Im zentralen GF, Fixation nicht betroffen (s.Tab. 1.10).
Zentrozökalskotom: Schließt Blinden Fleck und Fixation ein (s. Tab. 1.10).
Blinder Fleck: Physiologisches absolutes Skotom im Bereich der Sehnerveneintrittstelle (medialer Rand 12 , lateraler Rand 17 temporal des Fixierpunktes sowie 1 unterhalb der Horizontalen; Abb. 1.52, Abb. 1.54a).
Hemianopsie: Eine Hälfte des GF fehlt, strenge Respektierung des vertikalen oder horizontalen Meridians (s. Tab. 1.11).
Quadrantenausfall: Ein Viertel des GF fehlt, strenge Respektierung des vertikalen Meridians (s. Tab. 1.11).
Homonymer GF-Ausfall: Bei beiden GF liegt der Defekt auf der gleichen Seite; kongruent: beide Defekte fast deckungsgleich, inkongruent: weichen in der Ausdehnung voneinander ab (s. Tab. 1.11).
Ring-Skotom: Ringförmig im 20 – 40 -Bereich (s. Tab. 1.10).
Positives Skotom: Subjektive Wahrnehmung eines Skotoms, evtl. farbig.
Frequenzverdopplungsperimetrie (FDT; Matrix)
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Definition: Gesichtsfeldtest, der auf dem Phänomen der Frequenzverdopplungsillusion basiert. Wird ein Streifenmuster mit niedriger räumlicher Auflösung hochfrequent in Gegenphase (hell-dunkel/dunkel-hell) geflickert, führt der schnelle Wechsel zur Illusion der Verdopplung der Streifenmusterfrequenz.
Indikation: Glaukom; Screening und Frühdiagnose des Glaukoms (Schädigung der magnozellulären Ganglienzellen wird erfasst).
Durchführung: Tragbares Tischgerät; Untersuchung bei Raumlicht; nicht geteste-
tes Auge wird beim Blick in das Gerät automatisch abgedeckt; Stimuluspräsentation in 17 oder 19 Sektoren im zentralen 20 - oder 30 -Gesichtsfeld; der Kontrast wird 64 verändert bis der Patient das Streifenmuster erkennt; je ausgeprägter die Schädi-
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1.16 Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie)
Tabelle 1.10 · Typische Gesichtsfelddefekte unilateral (bilateral möglich) (zur Anatomie vgl. Abb. 1.56)
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Bezeichnung |
30°-GF-LA |
Mögliche Ursachen – Auswahl |
Makulaläsion; PapillenverZentralskotom 
änderungen; Retrobulbär-
neuritis
Zentralzökalskotom
Parazentralskotom
Bjerrum-Skotom/ Nervenfaserbündeldefekt
Rönne-Sprung
(nasaler Sprung)
altitudinale Hemianopsie
Ringskotom
isolierter temporaler Halbmond
konzentrische Einschränkung
Verschluss einer zilioretinalen Arterie, Leber heredodegenerative Optikusatrophie, toxische Amblyopie Netzhaut-Aderhaut-Verän- derung; frühes Glaukom; markhaltige Nervenfasern
Glaukom; Drusenpapille
Glaukom; Drusenpapille; chron. Papillenödem (selten isoliert)
vordere ischämische Optikusneuropathie; hemiretinaler Arterienverschluss; Glaukom
Retinitis pigmentosa; Glaukom; Chloroquintherapie
patholog. Prozess in der vorderen Sehrinde
Kompression des N. opticus; Retinopathie; Simulation
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Untersuchungen
gung des magnozellulären Systems, desto stärker muss der Kontrast sein; Screening ( 1 Min.) oder Schwellenverfahren (wenige Min.) möglich.
Beurteilung: Ausdruck der Gesichtsfelddefekte als Grauskala, totale Abweichung, Musterabweichung mit Verlässlichkeitsindizes, Wahrscheinlichkeiten, mittlerer Abweichung und Musterstandardabweichung.
Blau-auf-Gelb-Perimetrie (short wave automated perimetry, SWAP)
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Definition: Gesichtsfelduntersuchung zur Testung der blauen Zapfen und ihrer Ganglienzellverbindungen.
Indikation: Diagnostik früher glaukomatöser und neurologischer Gesichtsfelddefekte bei jungen Patienten (linseninduzierte Artefakte bei älteren Patienten).
Durchführung: Ein blauer Goldmann-Standard-Stimulus wird auf gelbem Hintergrund präsentiert.
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