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Untersuchungen
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1.11Optik/Refraktion
Chronisches Druckekzem der Nase; unzureichender Brillensitz wegen Fehlund Missbildungen im Kopfbereich.
Spastik; Epilepsie; Einäugigkeit.
Indikationsliste verschiedener Gläser:
Trifokalgläser bei Akkommodationsbreite 1,5 dpt.
Gleitsichtgläser als Ergänzung der Kontaktlinse bei Aphakie oder bei Pseudophakie bis zum 60. Lebensjahr.
Therapeutische Sehhilfen
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Verordnungsfähig zur Behandlung von Augenverletzungen, -erkrankungen.
Indikationsliste für Lichtschutz mit 75%iger Transmission oder weniger: Bei den Blendschutz herabsetzenden Substanzverlusten der Iris und Albinismus.
Indikationsliste für Kantenfiltergläser (Def. S. 48):
UV -Kantenfilter 400 nm: Aphakie; Photochemotherapie; UV -Schutz nach Kata- rakt-OP; Iriskolobom; Albinismus.
Kantenfilter 540 – 660 nm: dystrophische Netzhauterkrankungen; Albinismus; Iriskolobom.
Helligkeit und Farbe der Kantenfilter, subjektive Akzeptanz sind zu überprüfen.
Indikationsliste für Prismen:
Horizontale Prismen undfolien in Gläser ab 3 pdpt, vertikale Prismen ab 1 dpt (Gesamtkorrektur in beiden Augen).
Bei krankhaften Störungen der sensorischen und motorischen Zusammenarbeit der Augen und Augenmuskelparesen.
Indikationsliste für verschiedene therapeutische Sehhilfen:
Organisches Glas mit sphärischen oder sphäro-torischen Flächen bei akkommodativem Schielen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres.
Okklusionskapseln, -folien, -pflaster, -schalen, -linsen bei Amblyopie.
Uhrglasverbände bei unvollständigem Lidschluss.
Irislinsen bei den Blendschutz herabsetzenden Substanzverlusten der Iris.
Kontaktlinsen bei Keratokonus mit Hornhautverdünnung 50%, kegelförmiger Vorwölbung, Vogt-Linien (S. 202) und Keratitis punctata superficialis (S. 193).
Indikationsliste für Verbandlinsen/-schalen:
Erosionen, Epitheldefekte, Hornhautulkus, Abrasio nach OP (jeweils nicht nach refraktiv-chirurgischen Eingriffen).
Verletzung, Verätzung, Verbrennung; Hornhautperforation oder lamellierende Hornhautverletzung; Keratoplastik.
Hornhautentzündungen.
Medikamententräger.
Beachte: Entspiegelung wird von den Krankenkassen nicht erstattet, sollte aber empfohlen werden; einfache oder mehrfache Reflexminderung für den täglichen Gebrauch ausreichend.
Optik/Refraktion: Definitionen
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Refraktion: Beziehung der Gesamtbrechkraft aller optischer Medien zur Achsenlänge des Augapfels.
Emmetropie: Der Brennpunkt paralleler Strahlen liegt bei entspannter Akkommodation auf der Netzhaut.
Ametropie: Fehlsichtigkeit, z. B. Hyperopie s. u.
Myopie (Kurzsichtigkeit): Refraktionsfehler, bei dem der Brennpunkt paralleler Strahlen vor der Netzhaut liegt, das Auge ist im Verhältnis zu seiner Brechkraft zu lang; a) Brechungsmyopie: kornealer Radius 7,5 mm; Veränderungen der Linse oder deren Lokalisation; b) Achsenmyopie (S. 313). Korrektion mit Minusgläsern.
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Aus A.Burk u. R.Burk.: Checkliste Augenheilkunde, 4. Aufl. (ISBN 3-13-100573-4) © 2005 Georg Thieme Verlag, Stuttgart
1.11 Optik/Refraktion
Hyperopie (Übersichtigkeit, „Weitsichtigkeit“): Refraktionsfehler, bei dem der Brennpunkt paralleler Strahlen hinter der Netzhaut liegt, das Auge ist im Verhältnis zu seiner Brechkraft zu kurz. Korrektion mit Plusgläsern.
Presbyopie (Altersweitsichtigkeit):
Die Linse verliert mit zunehmendem Alter ihre Akkommodationsfähigkeit (vgl. S. 48, Bestimmung der Akkommodationsbreite und S. 227, Akkommodationsstörungen), ab etwa dem Alter von 45 J. benötigt der Emmetrope eine Nahbrille, die Stärke hängt ab von dem gewünschten Bildschirmabstand (bei Computerarbeit
etwa 60 cm) und/oder Leseabstand (40 cm), individuell unterschiedlich; vgl. Tab. 1.6.
Überprüfung der Lesefähigkeit für die gewünschte Entfernung und Bestimmung des Nahpunktes (vgl. S. 48) erforderlich, um eine Akkommodationsanstrengung auszuschließen; der Nahpunkt muss augennäher im Vergleich zur gewünschten Leseentfernung liegen.
Tabelle 1.6 · Beziehung Alter/Nahaddition
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Alter |
ungefähre Nahaddition in dpt |
|
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33 cm |
40 cm |
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
45 |
1,0 |
0,75 |
48 |
1,5 |
1,0 |
50 |
2,0 |
1,5 |
55 |
2,25 |
1,75 |
60 |
2,5 |
2,0 |
70 |
3,0 |
2,5 |
|
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Untersuchungen
Hornhaut-Astigmatismus (Stabsichtigkeit): Die Hornhaut ist in einem Meridian stärker gewölbt, die Lichtstrahlen werden nicht in einem einzigen Punkt der Netzhaut vereint.
Korrektion mit Zylindergläsern: Brechende Wirkung senkrecht zur Achse, achsenparallel keine Wirkung.
Astigmatismus rectus (nach der Regel): Brechkraft im vertikalen Meridian stärker als im horizontalen (Minuszylinderglas mit Achse 0 30 und 180 30 ).
Astigmatismus inversus (gegen die Regel): Brechkraft im horizontalen Meridian stärker als im vertikalen (Minuszylindergläser mit Achse 90 30 ).
Astigmatismus obliquus: Schräge Achsenlage (45 14 und 135 14 ).
Umrechnung Minuszylinder in Pluszylinder: der umgerechnete sphärische Wert ergibt sich aus der Summe des sphärischen und des Zylinderwertes, der Zylinderbetrag wechselt das Vorzeichen, die Achse dreht sich um 90 ;
z. B. 1,0 c.cyl. – 1,5 Achse 0 = – 0,5 c.cyl. 1,5 Achse 90 .
Dioptrie (dpt): Brechkrafteinheit, reziproker Wert der in Metern gemessenen Linsenbrennweite f:
D (dpt) = 1: f (m); z. B. f = 10 cm, dann D = 1: 0,10(m) = 10 dpt
Anisometropie: Unterschiedliche Brechkraft beider Augen (dpt).
Aniseikonie: Bildgrößenungleichheit beider Augen.
Beachte: Faustregel: 1 dpt Anisometropie entsprechen ungefähr 2% Aniseikonie; bis zu 7% Aniseikonie werden in der Regel toleriert.
Prisma: Körper aus durchsichtigem Medium, dessen brechende Flächen eben sind und miteinander den brechenden Winkel einschließen.
Die dem brechenden Winkel gegenüberliegende Fläche ist die Basis des Prismas;
ein Lichtstrahl wird beim Durchtritt zweifach gebrochen und zur Basis hin abge- |
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lenkt, die Stärke der Ablenkung hängt ab von der Größe des brechenden Winkels. |
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Untersuchungen
1.11 Optik/Refraktion
Prismenwirkung: Alte Bezeichnung pdpt = Ablenkung eines Lichtstrahls (in cm) 1 m hinter dem Prisma; z. B. Prisma besitzt Ablenkung 1 pdpt, wenn Lichtstrahl 1 m hinter dem Prisma um 1 cm abglenkt wird; neue Bezeichnung: Prisma der Stärke h (Höhe der Ablenkung) cm/m führt zu einer Ablenkung von Lichtstrahlen um h cm in 1 m Entfernung.
Bestimmung der Akkommodationsbreite
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Definition: Akkommodation = Fähigkeit des Auges, unter Zunahme der Brechkraft nahe gelegene Objekte auf der Netzhaut scharf abzubilden.
Akkommodationsbreite = Akkommodationsnahpunkt-Bestimmung, monokular und binokular mit optimaler Fernkorrektion.
Indikation: Akkommodative Esotropie S. 407; pathol. verminderte Akkommodation z. B. bei sympathischer Ophthalmie (S. 332), Botulismus (S. 227).
Durchführung: z. B. kleine Optotypen oder geeignete Testfiguren langsam so weit an die Augen heranbringen, bis diese unscharf erscheinen.
Gemessen wird der Abstand zum Hornhautscheitelpunkt in m.
Kehrwert des Abstands in m entspricht Maximum der Akkommodation ( = Akkommodationsbreite) in dpt; Beispiel: Abstand 0,25 m; 1/0,25 m = 4 dpt Akkommodation.
Beurteilung: s. Tab. 1.7.
Tabelle 1.7 · Ungefähre Entwicklung der Akkommodationsbreite nach Sachsenweger
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Jahre |
Nahpunkt (m, abgerundet) |
Akkomm.-Breite (dpt) |
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
10 |
0,07 |
15 |
20 |
0,10 |
10 |
30 |
0,14 |
7 |
40 |
0,22 |
4,5 |
50 |
0,4 |
2,5 |
60 |
1,0 |
1 |
70 |
unendlich |
0 |
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Kantenfilter
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Definition:
Sperrfilter, die zusätzlich zu allen UV-Anteilen spezifische Wellenlängen des Spektrums des sichtbaren Lichtes blockieren (Kante = steiler Übergang vom durchlässigen zum undurchlässigen Bereich des sichtbaren Lichts).
Der Effekt ist häufig eine Kontrastverstärkung.
Indikation nach GKV:
400 nm Kantenfilter: Aphakie, Photochemotherapie, UV-Schutz nach KataraktOP, Iriskolobom, Albinismus.
540 – 660 nm Kantenfilter: Dystrophische Netzhauterkrankungen, Albinismus, Iriskolobom.
Durchführung:
Erprobung subjektiv im Hellen durch den Vergleich verschiedener Filtergläser; Helligkeit, Farbe und Akzeptanz sind zu prüfen.
Bei Achromatopsie mit fehlender Funktion aller 3 Zapfensysteme: Kante im höheren Wellenlängenbereich, der Filter schneidet den größten Teil des skotopi-
schen Sehens ab (Reduktion der relativen Überbelichtung der Stäbchen bei Hel- 48 ligkeit).
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1.11 Optik/Refraktion
Bei Blauzapfenmonochromasie (nur Funktion der Blauzapfen und Stäbchen erhalten): Blaue Kantenfilter zur Verbesserung der Kontrastempfindlichkeit.
Vergrößernde Sehhilfen
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Indikation: Sehschärfe des besseren Auges 0,4, aber nicht 0,02; weitere Voraussetzungen für die Indikationsstellung: 1. durch Verordnung einer Brille oder von Kontaktlinsen lässt sich Lesen normaler Zeitungsschrift nicht erreichen; 2. Motivation (Patient muss lesen wollen, auch mit relativ viel Mühe); 3. vergrößertes Bild des Sehfeldes muss auf funktionstüchtiger Netzhaut abgebildet werden, Gesichtsfelddefekte dürfen sich nicht auf dieses Areal ausdehnen, besonders makulanahe Gesichtsfelddefekte stören beim Lesen; 4. Patient muss vor Verordnung zeigen, dass er ohne fremde Hilfe die entsprechende Sehhilfe benutzen kann.
Zu berücksichtigende Nachteile bei der Indikationsstellung: mit zunehmender Vergrößerung werden der Arbeitsabstand und das Blickfeld kleiner; Anwendung nur im Stehen oder Sitzen möglich (große periphere Gesichtsfelddefekte durch vergrößernde Sehhilfe).
Verordnungskriterium: Subjektive Zufriedenheit mit der Leseleistung, die mit der adäquaten vergrößernden Sehhilfe erreicht werden kann.
Durchführung:
Die vergrößernde Sehhilfe muss bei der Krankenkasse beantragt werden.
Anpassung:
a)Abschätzung der notwendigen Vergrößerung V nach der Formel V = 0,4 (zum Lesen notwendige Sehschärfe)/Visus c.c. (cum correctione = Brillenkorrektion).
b)Leseprobentafeln für Sehbehinderte (Zeiss):
Mit altersentsprechender Nahkorrektion werden Texte mit verschiedener Vergrößerung in 25 cm angeboten; die Vergrößerung des gerade noch flüssig gelesenen Textes ist die erforderliche; werden Buchstaben oder Wörter nicht gesehen, bestehen zentrale Gesichtsfelddefekte.
c)Vergrößerung (V) durch verstärkte Lesebrille, Lupe (Leseglas) kann geschätzt werden nach der Formel:
V = D (dpt Lesebrille bzw. Lupe)/4 dpt; mit Arbeitsabstand (cm) a = 1/D.
Beurteilung: Wahl der geeigneten vergrößernden Sehhilfe nach Tab. 1.8.
Bei notwendiger Vergrößerung mehr als 8fach oder Visus 0,12 Bildschirmlesegerät zu erwägen, sinnvoll bis 18fach.
Tabelle 1.8 · Vergrößernde Sehhilfen
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Sehschärfe |
vergrößernde |
maximale Vergröße- |
maximale Vergröße- |
|
Sehhilfe |
rung Nähe |
rung Ferne |
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
0,2 |
– |
–0,4 |
verstärkte Lesebrille |
1- bis 2fach |
– |
0,2 |
– –0,4 |
Lupe (Leseglas) |
2- bis 4fach |
– |
|
0,1 |
– |
–0,3 |
Fernrohrbrille |
2- bis 12fach |
1,8fach |
0,05 |
– –0,2 |
Prismen-Lupenbrille |
4- bis 12fach |
3,8fach |
|
0,02 |
– –0,1 |
Bildschirmlesegerät |
5- bis 40fach |
– |
|
0,02 |
– –0,1 |
monokulares Fernrohr |
– |
4- bis 8fach |
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Untersuchungen
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1.11 Optik/Refraktion
Kontaktlinsen (KL)
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Definition: Kontaktlinsen (KL) sind Kunststoffhaftschalen auf der Hornhautoberfläche, die in der Tränenflüssigkeit schwimmen. Unterschieden werden formstabile (“harte„) KL aus Silikonkopolymeren oder z. B. PMMA, CAB und flexible (“weiche„) KL (Hydrogel-KL, Silikonhydrogele, Silikonkautschuklinsen).
Indikation: Refraktionsausgleich bei Fehlsichtigkeit; therapeutisch (Verbandlinse, Medikamententräger); kosmetisch.
Kontraindikationen:
Absolute Kontraindikationen: Mangel an Intelligenz, Zuverlässigkeit, Motivation, Hygiene; Immunschwäche (z. B. AIDS); Entzündungen von Hornhaut/Bindehaut (z. B. Herpes simplex); großes Sickerkissen; schweres Sicca-Syndrom; Einäugigkeit (Ausnahme: ausgeprägte Visusverbesserung durch KL); herabgesetzte Hornhautsensibilität.
Relative Kontraindikationen: Allergien; Lidund Lidstellungsprobleme; Keratitis sicca; Medikamente mit Auswirkungen auf die Hornhaut, z. B. Antikonzeptiva, Antidepressiva, Betablocker; bestimmte Umweltfaktoren, z. B. Staub, Dämpfe, Trockenheit.
Folgende Punkte sind bei Indikationsstellung und Verordnung zu berücksichtigen:
Medizinische Indikation für die Kostenübernahme durch die Krankenkasse:
–Myopie/Hyperopie ab 8,0 dpt; Astigmatismus: irregulär, rectus, inversus 3 dpt, obliquus 2 dpt; Keratokonus (s. S. 202); Aphakie; Aniseikonie; Anisometropie ab 2 dpt; Verbandlinse (Hornhauterkrankung, -verletzung); Okklusionslinse bei Schielbehandlung als ultima ratio; Iris-Farblinse bei Substanzverlust der Iris; als Medikamententräger.
–Regelversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung sind formstabile, gasdurchlässige KL; die Verordnung flexibler KL muss besonders begründet werden, (ausreichender Trageversuch mit formstabilen Linsen soll durchgeführt worden sein).
–Austauschsysteme (s.u.), Weichlinsen für die begrenzte (7 – 14-tägige) Tragedauer nur dann verordnungsfähig, wenn formstabile Linsen nicht getragen werden können und wenn konventionelle Weichlinsen wegen starker Verunreinigungen durch Eiweißabscheidungen, die mit konventionellen Reinigungsverfahren nicht entfernbar sind, in hoher Frequenz verworfen werden müssen.
–Zusätzliche Verordnung von Brillengläsern, bei Presbyopie Gläser für eine Nahbrille (bei eingesetzten KL) möglich.
Vorteile der KL gegenüber der Brille:
–Gesichtsfeldvergrößerung bei Hyperopie und Aphakie; ein Hyperoper muss im Vergleich zum Normalsichtigen auf gleiche Entfernung weniger akkommodieren, benötigt später einen Nahzusatz; ein hyperopes Augenpaar muss weniger konvergieren; ein Myoper hat infolge der Netzhautbildvergrößerung eine Erhöhung der Sehschärfe.
–Kosmetik; keine Allergie, keine Druckstellen durch Brillengestell; kein Beschlagen der Brillengläser.
Nachteile der KL gegenüber der Brille:
–Netzhautbildverkleinerung bei höherer Hyperopie vermindert die Sehschärfe; ein Myoper muss mehr akkommodieren, benötigt früher einen Nahzusatz (die Möglichkeit des Nahlesens ohne Korrektion wird ihm genommen); ein myopes Augenpaar muss mehr konvergieren.
–Höhere Infektions-, Allergie-, Verletzungsgefahr; größerer Hygiene-/Kosten- aufwand; schwankende Visuswerte (oft Tränenfilm abhängig); Komplikationen s. u.
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1.11 Optik/Refraktion
Wahl der Linsen:
Formstabile KL:
–Vorteile: Gute optische Eigenschaften, geringe Oberflächenempfindlichkeit, Formstabilität, leichte Pflege, biologische Indifferenz gegenüber Mikroorganismen, Ausgleich von regulärem, irregulärem Astigmatismus, Keratokonus möglich (zunächst mit Standardlinse in Abhängigkeit vom Fluoreszenzbild, bei höherem Astigmatismus torische Kontaktlinsen aufwendiger Geometrie).
–Nachteile: Geringe Elastizität, keine Gaspermeabilität (Hornhautödem), Abnahme der Hornhautsensibilität, problematischer Wechsel Brille/KL, Pseudokeratokonus möglich.
Flexible KL:
–Vorteile: Flexibilität, Permeabilität, gute Verträglichkeit, Wechsel Brille/KL gut möglich.
–Nachteile: Abund Einlagerungen (z. B. Eiweißablagerungen = jelly bumps), Infektionen, Allergien, toxische Schäden, Hornhautkomplikationen (Endothelschäden), Astigmatismus 1,0 kann nicht ausgeglichen werden (nur mit Sonderlinsen).
Kontaktlinsentypen:
Therapeutische KL: Bei Erkrankungen, Verletzungen des Augenvorderabschnitts eingesetzte Verbandlinsen; Medikamententräger.
Mehrstärken-KL bei Presbyopie.
Einweg-KL: Tageslinsen, für den Einmalgebrauch bestimmt.
Austausch-KL: Austausch der KL nach einem vorgegebenen Tragerhythmus (14 Tage bis 3 Monate).
KL mit verlängerter Tragedauer (vT-Linsen): Hohe Sauerstoffdurchlässigkeit erforderlich (Dk/t-Wert 87 10–9); z. B. Silikonhydrogellinsen; engmaschige Kontrollen.
Verschiedene Eigenschaften formstabiler und flexibler KL: Ein-, mehrkurvig; sphärisch; asphärisch; torisch (zum Astigmusausgleich); Keratokonuslinsen; Irisfarblinsen; Okklusionslinsen; Tönung, UV-Filter.
Orthokeratologie-KL: Durch das regelmäßige nächtliche Tragen einer computertomographisch individuell ermittelten Spezial-KL wird die Brechkraft der Hornhaut so beeinflusst, dass tagsüber ohne Korrektur volle Sehschärfe erreicht wird (bis – 4,5 dpt, Astigmatismus bis 1,5 dpt).
KL-Anpassung:
Allgemein-, Umwelt-, Medikamenten-, Allergien-, Augen-Anamnese.
Sehschärfenund Refraktionsbestimmung (ab S. 40).
Ophthalmometrie (S. 29): Zentrale Hornhautradien, Sagittalradien.
Bestimmung des Hornhautund Pupillendurchmessers.
Bestimmung der Hornhautsensibilität (S. 29).
Bestimmung der Tränenfilmaufreißzeit (S. 11) und Schirmer-Test (S. 10).
Auswahl der ersten harten KL (wenn keine Anpassempfehlung der Firma vorliegt):
–Fehlender Astigmatismus: zentraler Rückflächenradius der KL 0,1 mm flacher als der Hornhautradius (z. B. 7,7 mm 7,8 mm).
–Geringer Astigmatismus: Parallelanpassung (s. u.).
–Höherer Astigmatismus: Zentraler Rückflächenradius der KL entsprechend steilem Hornhautradius (kleinerer Wert) plus 2/3 der Hornhautradiendifferenz (Übergang zu torischen Kontaktlinsen, wenn Fluoresceinbild nicht mehr vertretbar oder bei Restastigmatismus).
–Kontaktlinsendurchmesser: So klein wie möglich, so groß wie nötig; Entscheidung nach dem Einsetzen der ersten Probelinse bei Betrachtung der korneoskleralen Übergangszone im dunklen Raum (beim Blick nach oben dezentrieren harte KL nach unten, – KL nach oben).
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Untersuchungen
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11.11 Optik/Refraktion
–Brechkraft (dpt): Als Faustregel sphärischer Wert plus halber Zylinder Untersuchungen (ab 4,5 dpt Berücksichtigung des Hornhautscheitelabstands).
–Überrefraktion am Phoropter vor Beendigung der Anpassung: Wert wird zur Brechkraft der Probelinse addiert.
Auswahl der weichen KL nach Anpassempfehlung der Firma; (Tendenz zum flachen Radius, Limbus gut bedeckt, Randschlingennetz gut sichtbar).
KL-Eintragezeit/Einsetzen/Herausnehmen:
–1. Tag: 1 Std., SPL-Kontrolle; 2. Tag: 2mal 2 Std. vormittags und nachmittags, SPL-Kontrolle. 3. Tag: 2mal 3 Std. mit Überprüfung der Refraktion und SPLKontrolle.
–Individuelle Festlegung weiterer Kontrollintervalle, bei komplikationslosem Tragen viertelbis halbjährlich; immer bei Beschwerden.
Weiche und harte Standard-KL werden nur tagsüber getragen und zur Nacht herausgenommen; sie müssen einmal täglich gereinigt und desinfiziert und weiche KL einmal wöchentlich mit Enzymreiniger behandelt werden (Empfehlungen der Firma beachten).
Einsetzen: Anfeuchten mit steriler gepufferter Kochsalz-Lsg., KL auf Fingerspitze geben, Lider spreizen, Linsen während des Heranführens fixieren und einsetzen, zuerst Oberlid, dann Unterlid loslassen.
Herausnehmen:
–Harte KL: Augen weit öffnen, zwischen zwei Fingern wird die Lidhaut am lateralen Kanthus fest nach lateral gezogen, die KL fällt dann in die aufgehaltene Hand.
–Weiche KL: Vorsichtig wird die Linse direkt zwischen Daumen und Zeigefinger aus dem Auge genommen.
Beurteilung:
Beurteilung des Sitzes harter KL im Fluoresceinbild:
–Korrekter Sitz: Parallele Auflage mit gleichmäßiger Farbstoffverteilung (gleitenden Übergängen); gute Tränenfilmzirkulation; helle Ringzone der äußeren Kontaktlinsenperipherie.
–Steilanpassung: Zentrale Fluoresceinansammlung; periphere KL-Auflage mit dunklem ringförmigem Band; schlechte Tränenzirkulation unter der Kontaktlinse.
–Flachanpassung: Zentrale dunkle Auflage der KL mit dickem peripherem Fluoresceinring.
–Fluoresceinbild bei hohem Astigmatismus: Horizontale bandförmige zentrale dunkle Tränenschicht, übrige Anteile Fluoresceinpositiv.
Beurteilung des Sitzes weicher KL: Entscheidend sind Zentrierverhalten und die Beweglichkeit beim Lidschlag (z. B. beim Blick geradeaus und leichtem Spreizen der Lider exakte Zentrierung; nach Bewegungen der Augen wieder rasche Zentrierung; nach dem Lidschluss kein Verrutschen der Linsenkante auf die Hornhaut).
Cave: Kein Fluorescein, einige weiche KL lagern es irreversibel ein.
–Steilanpassung: Instabiler Visus; Tragekomfort herabgesetzt; erhöhte Blendungsempfindlichkeit; Beweglichkeit herabgesetzt; Linsenabdruck auf der Bindehaut; Hyperämie.
–Flachanpassung: Instabiler Visus; Fremdkörpergefühl; Dezentrierung; Luftblasen unter der KL; konjunktivale Reizung.
Komplikationen:
–Allergische Reaktion auf Material, Pflegemittel, Einund Auflagerungen der KL (Blepharokonjunktivitiden).
–Bindehaut und Hornhautverletzungen/-veränderungen: z. B. Erosionen (S. 438); Hornhautepithelödem (S. 193) Mikrozysten und Hornhautepithelver-
|
dünnung nach exzessivem Tragen von KL mit verlängerter Tragedauer; Stro- |
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mainfiltrate (S. 193); Hornhautulkus (S. 194; S. 208). |
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1.12 Farbsinn
–Akanthamöbenkeratitis (S. 210).
–Endothelveränderungen (Variabilität der Endothelzellgröße: Polymegatismus und der -form: Pleomorphismus).
–Toxische Keratopathie (mixed solution bei weichen KL).
–Overwear-Syndrom: Zentrales Hornhautödem, oberflächliche Epitheldefekte.
–Tight-lens-Syndrom: Steilsitz (meist alter forminstabiler Linsen mit verlängerter Tragedauer.
–Riesenpapillenkonjunktivitis (S. 161).
1.12Farbsinn
1
Untersuchungen
Farbsinntests: Allgemeine Bemerkungen/Definitionen
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Definition:
Normaler Trichromat: Normaler Farbentüchtiger, kann mit Hilfe von drei ausgewählten Spektralfarben (Rot, Grün, Blau) alle anderen Farben durch Mischung herstellen.
Dichromat: Ein Zapfenpigment fehlt weitestgehend, über additive Mischung zweier ausgewählter Spektralfarben wird der Farbraum definiert (z. B. Protanopie: Rotkomponente fehlt, wird nicht hinzugezogen).
Anomale Trichromaten: Besitzen drei Zapfensysteme; die Mischungsanteile der drei Grundfarben weichen jedoch von der Norm ab (Protanomalie, Deuteranomalie).
Indikation: z. B. Gutachten (einige Berufe, Führerscheine stellen besondere Anforderungen an den Farbsinn); vgl. auch ab S. 308 stationäre, kongenitale und progressive Zapfendysfunktionen/-dystrophien.
Durchführung: Zu beachten bei Farbsinntests: richtige Ausleuchtung (Tageslicht oder Tageslichtlampe), richtiger Abstand, keine getönten Brillengläser; mit dem Alter zunehmende Absorption kurzer Wellenlängen durch die Augenlinse.
Pseudoisochromatische Tafeln nach Ishihara
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Definition:
Isochromasie: Gleichartige Farbwahrnehmung.
Pseudoisochromasie: Scheinbar gleichartige Farbwahrnehmung bei Farbfehlsichtigkeit.
Indikation: Feststellung einer Rot/Grün-Farbsinnstörung.
Durchführung:
Vorgeschriebener Abstand 75 cm, Tageslicht, Fernkorrektur, keine getönten Brillengläser (evtl. Nahkorrektur für 75 cm Abstand bei Presbyopie).
Auf einer bestimmten Anzahl von Tafeln erscheint jeweils eine Zahl aus vielen verschiedenen Farbtupfen zusammengesetzt, auf einem Untergrund aus andersfarbigen oder grauen Farbtupfen.
Beurteilung: Die Farben von Zahl und Untergrund sind so gewählt, dass sie für den Farbuntüchtigen schwer zu unterscheiden sind, da sie auf den Verwechslungslinien liegen; er liest keine oder eine verkehrte Zahl, der Farbtüchtige erkennt die Zahl richtig.
Farnsworth-Farbfleckverfahren
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Definition: Die Unterscheidungsempfindlichkeit für Farbtöne entlang des gesamten Farbenkreises wird untersucht, die Farben sind Munsell-Papieren entnommen.
Indikation: Erworbene und angeborene Farbsinnstörungen.
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Untersuchungen
1.12 Farbsinn
Beachte: Bei der Indikationsstellung zu berücksichtigen: keine sichere Unterscheidung Dichromaten/anomale Trichromaten möglich; aber auch Blausinnstörungen zu erfassen, daher vor allem geeignet zur Erfassung erworbener Farbsinnstörungen.
Durchführung:
Panel-D-15-Test: Von einer blauen Farbmarke ausgehend ist von 15 verschiedenfarbigen gemischten Farbknöpfen jeweils der ähnlichste an den vorangehenden zu reihen.
Testformen: a) gesättigt; b) ungesättigt (empfindlicher, mehr Weißanteile zugemischt).
Farnsworth-Munsell-100-Hue-Test: Erweitertes Testverfahren mit 85 Farbscheibchen.
Beurteilung:
Die unter den Farbknöpfen befindlichen Zahlen ergeben eine bestimmte Reihenfolge, nach der die im Schema von Abb. 1.48 eingetragenen Zahlen miteinander durch Striche verbunden werden; vgl. Abb. 1.48 a) Normalbefund.
Bei Fehlern entstehen das Schema durchschneidende Linien (Verwechslungsachsen), die entsprechend der Proto-, Deuterooder Trito-Verwechslungsachse verlaufen; z. B. Abb. 1.48 b).
Abb. 1.48 · Panel-D-15-Test nach Farnsworth
Anomaloskop nach Nagel
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Definition: Spektralfarbenmischapparat.
Indikation: z. B. Gutachten (einige Berufe und Führerscheine stellen besondere Anforderungen an den Farbsinn).
Beachte: Bei der Indikationsstellung: Blausinnstörung nicht erfassbar.
Durchführung: Durch Okular wird auf ein 2 großes, rundes Testfeld mit horizontaler Unterteilung geblickt (vgl. Abb. 1.49).
Obere Testfeldhälfte: Mischung aus Rot (671 nm) und Grün (546 nm); über links am Gerät befindliche Mischschraube kann Mischungsverhältnis variiert werden.
0 Skalenteile ( = 0 Rotanteile): Nur grüne Mischungskomponente erscheint, 73 Skalenteile ( = 73 Rotanteile): nur rote Mischungskomponente erscheint.
Untere Testfeldhälfte: Vergleichslicht Natriumgelb (589 nm). Durch Gelbschraube rechts am Gerät Helligkeit zu variieren, 0 – 87 Skalenteile (87 = maximale Helligkeit).
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1.12 Farbsinn |
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Testfeld: |
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Rot-Grün-Mischung |
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normaler Trichromat |
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0 |
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30 |
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40 50 60 Skt.70 |
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Mischschraube |
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Gelbschraube |
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Natriumgelb
Abb. 1.49 · Anomaloskop
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Untersuchungen
–Untersuchungsprinzip: Mischung aus Rot und Grün im oberen Testfeld soll mit Hilfe der Schrauben mit gelbem Vergleichslicht nach Helligkeit und Farbe in Übereinstimmung gebracht werden.
–Vor jeder Messung Adaptationsfeld betrachten, Testfeld jeweils nur etwa 3 Sek. fixieren, danach Beurteilung.
Untersuchungsgang zur Diagnostik von Rot/Grün-Störungen, Mittelnormgleichung (MNG): 40 Rotanteile Mischschraube/15 Skalenteile Gelbschraube wird angeboten (Abb. 1.49).
a)Als farbund helligkeitsgleich empfunden: Etweder normaler Trichromat oder Dichromat, folgende Untersuchungen schließen an:
1.Endgleichung reines Rot, 73 Skalenteile wird angeboten, unteres Testfeld soll nur mit der Gelbschraube helligkeitsgleich eingestellt werden; von Protano- pen reines Rot als sehr dunkel empfunden, Gelbschraube auf 1 – 3 Skalenteile, Deuteranoper belässt 15, normaler Trichromat findet keine Stellung mit Übereinstimmung.
2.Bestimmung der absoluten Einstellbreite: Untersucher verändert Mischschraube um wenige Teilstriche (Rotanteile) um die MNG nach oben und unten und lässt beurteilen (z. B. 42/15 bereits als zu rötlich, z. B. 39/15 als zu grünlich). Norm: 2 – 3 Teilstriche Abweichung von Rotanteil 40 können noch als gleich empfunden werden. Herabgesetzte Unterschiedsempfindlichkeit für Farbtöne bei mehr als 5 Teilstrichen.
3.Bestimmung der relativen Einstellbreite: Testfeld wird 15 Sek. fixiert, sonst wie Punkt 2. Norm: Um 2 – 3 Teilstriche größer als absolute Einstellbreite.
b)MNG wird abgelehnt: Verdacht auf anomalen Trichromaten:
–Deuteranomalie: Obere Testfeldhälfte zu rot, untere zu grün; folgende Untersuchungen schließen an: 1. Die zu erwartende Mischungsgleichung 20/15 wird angeboten (Deuteranomalie ist so definiert, dass mit der Mischschraube zu viel Grün benötigt wird bzw. weniger Rotanteile, um das obere Testfeld in Farbe und Helligkeit mit dem unteren in Übereinstimmung zu bringen); 2. Bestimmung der absoluten Einstellbreite vgl. a) 2.; 3. Bestimmung der relativen Einstellbreite vgl. a) 3.
–Protanomalie: Obere Testfeldhälfte als zu grün, untere als zu rot empfunden; folgende Untersuchungen schließen an: 1. Die zu erwartende Mischungsgleichung 60/8 wird angeboten (Protanomalie ist so definiert, dass mit der Mischschraube zu viel Rot benötigt wird, um das obere Testfeld in Farbe und Helligkeit mit dem unteren in Übereinstimmung zu bringen; zusätzlich erscheint dem Protogestörten das obere Testfeld als zu dunkel [normales Photopigment im mittleren Wellenbereich durch eines mit kurzwelligem Sensitivitätsmaximum ersetzt, hierdurch sichtbares Spektrum am langwelligen Ende ver-
kürzt]); 2. Bestimmung der absoluten Einstellbreite vgl. a) 2.; 3. Bestimmung |
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der relativen Einstellbreite vgl. a) 3. |
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