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Ординатура / Офтальмология / Немецкие материалы / Checkliste Augenheilkund 3 auflage_Burk_2005

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1

Untersuchungen

1.8Pupille

Bei anomaler Korrespondenz entspricht der Abstand zwischen weißem Fixierlicht und rotem Licht dem Anomaliewinkel.

Bei subnormalem Binokularsehen oder schwankendem objektivem Schielwinkel wandert das rote Licht um das Fixierlicht links und rechts hin und her.

1.8 Pupille

Allgemeine Anmerkungen zur Beurteilung der Pupillenweite

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Norm: Differenz der Pupillenweite nicht größer als 0,5 mm; beim Neugeborenen ist die Pupille miotisch (2 – 3 mm), allmähliche Größenzunahme im 1. LJZ; Pupillenreaktionen auf Licht ab etwa der 30. Schwangerschaftswoche, aber gering ausgeprägt bis etwa zum 4. Lebensmonat.

Pathologisch:

Das Leitsymptom der efferenten Störung ist die Anisokorie (ungleiche Pupillenweite).

Die rein afferente Störung weist keine Anisokorie auf.

Ausschluss einer Anisokorie

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Definition: Ungleiche Pupillenweite; Leitsymptom der efferenten Störung.

Indikation: Bestandteil jeder augenärztlichen Untersuchung, insbesondere bei neuroophthalmologischen Fragestellungen.

Durchführung: Bei Tageslicht und im abgedunkelten Raum jeweils Messung der Pupillenweite (Millimeterskala; Pupillometer).

Spaltlampen-Untersuchung (S. 29) zum Ausschluss einer Irisveränderung (s. Tab. 10.2, S. 229).

Beurteilung: Norm: Differenz nicht größer als 0,5 mm.

Prüfung der Lichtreaktion

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Definition:

1.Afferenz der Lichtreaktion: Rezeptoren – retinale Ganglienzellen – N. opticus – Kreuzen der nasalen Axone (etwas mehr als die Hälfte) im Chiasma auf die Gegenseite (vgl. Abb. 1.56, S. 66) – Tractus opticus – Brachium colliculi superioris – prätektaler Kernkomplex – beide Edinger-Westphal-Kerne.

2.Efferenz der Lichtreaktion: Parasympathischer Edinger-Westphal-Kern – superfiziale Lage im N. oculomotorius – in der Orbita inferiorer Anteil des N. oculomotorius (Ast zum M. obliquus inferior) – Ganglion ciliare – kurze Ziliarnerven – Irissphinkter und Ziliarkörpermuskulatur (im Verhältnis 1: 30).

Indikation: Bestandteil jeder augenärztlichen Untersuchung, insbesondere bei neuroophthalmologischen Fragestellungen.

Durchführung: Patient blickt in die Ferne, Beleuchtung eines Auges von schräg unten (z. B. indirektes Ophthalmoskop), anschließend des anderen Auges.

Beurteilung:

Norm: In gleichem Ausmaß Miosis auch der jeweils nichtbeleuchteten Seite (konsensuelle Lichtreaktion). Pupillenreaktionen auf Licht ab etwa der 30. Schwangerschaftswoche, aber gering ausgeprägt bis etwa zum 4. Lebensmonat.

Pathologisch:

1.Die efferent gestörte Pupille wird bei direkter Beleuchtung oder Beleuchtung der Gegenseite (indirekt/konsensuell) weniger eng; bei vollständiger parasympathischer Lähmung (innerer Okulomotoriuslähmung) ist sie weit und lichtstarr.

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1.8 Pupille

Da die afferente Fortleitung nicht gestört ist, reagiert die nicht erkrankte Seite konsensuell, wird also enger bei Beleuchtung der erkrankten;

Anmerkung: Naheinstellungsreaktion (Def. S. 14): verminderte oder keine Miosis.

2.Bei einer afferenten Störung ist die Fortleitung zum efferenten Schenkel der Lichtreaktion vermindert oder unterbrochen; bei ipsilateraler, direkter Beleuchtung verengen sich beide Pupillen weniger ausgeprägt oder gar nicht (amaurotische Pupillenstarre); konsensuell (indirekt), d. h., bei Beleuchtung der gesunden Gegenseite wird die afferent gestörte Pupille genauso eng wie die nicht erkrankte Pupille.

Zur Untersuchung einer relativen afferenten Störung s. u. Swinging-flashlight- Test.

Anmerkung: Naheinstellungsreaktion beiderseits normal.

1

Untersuchungen

Swinging-flashlight-Test

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Definition: Test zur Feststellung eines relativen afferenten Defizits der Pupillenreaktion.

Indikation: z. B. Retrobulbärneuritis (S. 370).

Durchführung: Abgedunkelter Raum, Blick in die Ferne, sehr helle Lichtquelle (z. B. indirektes Ophthalmoskop) von unten, jeweils sicher nur auf ein Auge richten. Mehrmals abwechselnd das rechte und linke Auge 3 – 5 Sek. beleuchten.

Beurteilung:

Norm: Die ipsilaterale Pupille wird eng (konsensuell mit gleicher Amplitude die kontralaterale), sofort anschließend erfolgt eine diskrete Dilatation beider Pupillen; bei Beleuchtung des kontralateralen Auges prompte und gleiche Miosis beider Pupillen im selben Ausmaß wie ipsilateral.

Pathologisch: vgl. Beispiel in Abb. 1.31: Im abgedunkelten Raum sind die Pupillen isokor (a); bei Beleuchtung der erkrankten Seite werden beide Pupillen nicht so eng (b) wie bei Beleuchtung der gesunden (c) (d. h. konsensuell wird die Pupille der erkrankten Seite enger als bei direkter Beleuchtung).

Bei Beobachtung nur des jeweils beleuchteten Auges: Die normale Pupille wird eng (c), diejenige der erkrankten Seite dilatiert (d) oder reagiert verlangsamt.

Bei Läsionen im Tractus opticus mit homonymer Hemianopsie (Def. S. 64) ist der relative afferente Defekt an dem Auge mit dem temporalen Gesichtsfeldausfall zu beobachten, da die nasalen kreuzenden Fasern die Mehrheit darstellen (z. B. Läsion Tractus opticus R: homonyme Hemianopsie nach links – d. h. nasales GF R fällt aus, temporales GF L – der afferente Defekt besteht L, auf der Seite des temporalen GF-Defektes).

Anmerkung: Miosis bei Naheinstellungsreaktion vorhanden.

R

L

R

L

a

 

b

 

 

 

Lichtquelle

 

c

 

d

 

 

Lichtquelle

Lichtquelle

 

Abb. 1.31 · Swinging- flash-light-Test bei Retrobulbärneuritis R

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Untersuchungen

1.8 Pupille

Untersuchungsgang bei Anisokorie

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Anisokorie = ungleiche Pupillenweite = Leitsymptom der efferenten Störung

Spaltlampen-Untersuchung zum Ausschluss einer Iriserkrankung s. Tab. 10.2, S. 229

Überprüfung der Lichtreaktion (S. 26)

Anisokorie deutlicher bei Tageslicht/im abgedunkelten Raum?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1

 

2

 

 

 

 

 

– gute Reaktion der weiten und der engen

– schlechte oder aufgehobene Lichtreaktion

 

Pupille

 

des weiteren Auges (direkt und konsuell)

– Anisokorie deutlicher bei Dunkelheit

– Anisokorie ausgeprägter bei Tageslicht

– Kokain-AT (2–10%) beiderseits

– Pilocarpin 0,1% AT (Test auf Hypersensitivität)

 

 

 

 

beiderseits

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1.1

 

1.2

 

2.1

 

2.2

 

 

 

 

 

 

 

beide Pupillen

die engere Pupille wird nicht

Pupille wird nicht enger Pupille wird eng

werden weit

so weit wie die weitere Pupille

– Pilocarpin 1% AT

Schlussfolgerung:

Schlussfolgerung:

Schlussfolgerung:

(Test auf anticholin-

tonische Pupille

einfache Anisokorie

Horner-Syndrom (S. 231)

erge Blockade)

(S. 231)

nach frühestens 48 Std.: 1% Hydroxyamphetamin (in den USA wieder im Handel) alternativ Pholedrin AT beiderseits

1.2.1

 

 

 

 

2.1.1

 

2.1.2

 

1.2.2

 

 

Erweiterung der engeren

engere Pupille

Pupille wird eng

Pupille wird nicht eng

Pupille

 

 

wird weniger weit

Schlussfolgerung:

Schlussfolgerung:

Schlussfolgerung:

 

 

Schlussfolgerung:

Okulomotorius-

Atropin o.ä. Stoffe

präganglionäres Horner-

postganglionäres

lähmung (Ur-

haben zur Mydriasis

Syndrom (Differenzierung

Horner-Syndrom

sachen s. Tab. 22.2,

geführt

1. Neuron/2. Neuron durch

(3.Neuron)

 

S. 411)

 

 

zerebrale Begleitsymptome

 

 

 

 

 

bei Horner-Syndrom im

 

 

 

 

 

Bereich des 1. Neurons)

 

 

 

 

 

Anmerkung:

Argyll-Robertson-Pupillen: meist keine Anisokorie (klein, irregulär beiderseits, beiderseits schlechte Lichtreaktion, Nahreflex prompt, Verengung beiderseits nach Pilocarpin, kaum Reaktion auf Mydriatika)

Mittelhirn-Pupillen: meist keine Anisokorie (beiderseits weit, evtl. oval, schlechte Lichtreaktion, Nahreflex kann erhalten sein, Pilocarpin verengt, Mydriatika erweitern)

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1.9 Augenvorderabschnitt

1.9 Augenvorderabschnitt

Ästhesiometrie

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Definition: Prüfung der Hornhautsensibilität.

Indikation: z. B. herabgesetzt bei Herpes-simplex-Infektion der Hornhaut (S. 209).

Durchführung: Orientierend mit steril ausgezogenem Stieltupfer (qualitativ).

Semiquantitativ: Reizhaarset nach Luneau.

Quantitativ mit dem Ästhesiometer nach Draeger: Ein Reizkörper kann mit einer definierten Kraft, die über eine Skala angezeigt wird, der Hornhaut-Oberfläche angenähert werden.

Beurteilung: (qualitativ)

Norm: Bei Reizung der rechten oder linken Hornhaut durch Annäherung von temporal, jeweils seitengleicher Lidschlussreflex,

Pathologisch: Der erste Ast des N. trigeminus fällt aus, z. B. rechts: Bei Reizung der rechten Hornhaut, kein Lidschlussreflex bds. (oder erst nach stärkerem Druck); bei Reizung der linken Hornhaut seitengleicher Lidschlussreflex auszulösen.

1

Untersuchungen

Messung des Hornhautdurchmessers

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Indikation: z. B. bei Verdacht auf Buphthalmus (S. 240)

Durchführung: Mit transparentem Messstab Messung des Hornhautdurchmessers von Limbus zu Limbus.

Beurteilung:

Norm: Bei Kindern 1 J. 9,5 – 10 mm, sonst horizontal etwa 11,7 mm und vertikal etwa 10,6 mm,

Pathologisch: Horizontal 13 mm.

Messung der Hornhautkrümmungsradien

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Indikation: Bestimmung des Hornhautastigmatismus; Ermittlung genauer Größenverhältnisse bei biometrischen Verfahren (z. B. Brechkraftbestimmung einer Kunstlinse; HRT, S. 68)

Durchführung: Zwei Marken werden mit konstantem Abstand scheinbar aus unendlicher Ferne auf die Hornhaut projiziert, die hierdurch entstandenen zwei Horn- haut-Spiegelbildchen (ihr Abstand ist abhängig von der Hornhautkrümmung) müssen zur Deckung gebracht werden, z. B. manuell mit dem Zeiss-Ophthalmometer oder automatisch mit dem IOL Master.

Beurteilung:

Norm: Durchschnittlicher Hornhautkrümmungsradius 7,7 mm.

Eine steilere Hornhaut, z. B. bei Keratokonus (S. 202) führt zu kleineren Werten, eine Abflachung der Hornhaut zu höheren (z. B. Megalokornea, S. 192).

Die gemessen Hornhautradien können in dpt umgerechnet werden. Die Differenz in den Hauptschnitten entspricht dem kornealen Astigmatismus. Die Umrechnung in dpt variiert in Abhängigkeit des vom Gerätehersteller zugrunde gelegten Hornhautbrechungsindex (1,332 – 1,338).

Irregulärer Astigmatismus: Marken verzerrt, nicht zur Deckung zu bringen.

Prinzip der Spaltlampen-(SPL-)Untersuchung

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Definition: Binokulares Untersuchungsmikroskop, das ein spaltförmig begrenztes Lichtbündel aus Parallelstrahlen emittiert.

Indikation: Zur Beurteilung des Vorderabschnitts; neben Lidrand, Bindehaut, Episklera und Sklera Darstellung von Hornhaut, Vorderkammer, Augenlinse und vorde-

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Untersuchungen

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1.9 Augenvorderabschnitt

rem Glaskörper (Abb. 1.32); mit Zusatzoptiken (s. u.) Untersuchung von Kammerwinkel und Augenhintergrund.

Durchführung: Ein in Breite, Höhe und Achsenlage verstellbarer Lichtspalt wird durch eine achromatische Linse bester Form auf das Auge gelenkt; die Linse ist auf einem Schwenkarm montiert, hierdurch sind verschiedene Beobachtungswinkel möglich; die Beurteilung erfolgt durch ein binokulares Mikroskop, die Scharfeinstellung des jeweils zu beobachtenden Augenabschnittes durch Vorund Seitwärtsbewegungen der Lampe an einem Hebel; die Höhenverstellung ist integriert oder elektrisch steuerbar; ein rotfreier Filter und ein Blaufilter können in den Strahlengang eingebracht werden (Recoss-Scheibe); der Kopf des sitzenden Patienten wird gegenüber vom Beobachtungsmikroskop in einer Kinnund Stirnstütze mit Höhenverstellung gelagert; der Untersuchungsstuhl ist in der Regel ebenfalls in der Höhe verstellbar.

Abb. 1.32 · Spaltlampenbild von Hornhaut, Vorderkammer, Augenlinse und vorderem Glaskörper

Untersuchungstechniken:

Direkte Beleuchtung: a) mit breitem Spalt diffus, um größere Läsionen sichtbar zu machen, b) dann enger stellen und optisches Abfahren eines Augenabschnittes (z. B. Hornhaut) durch Verschieben des Schwenkarmes; c) mit sehr feiner Spalteinstellung Tiefenbestimmung einer Läsion (Abb. 1.33, 1.34, 1.35, 1.36); d) bei Verminderung der Spalthöhe, Veränderungen in der Augenvorderkammer besonders gut beurteilbar (Tyndall, Zellen; Abb. 17.2, S. 321).

Im regredienten (vom Fundus reflektierten) Licht: Voraussetzung ist Parallelität von Beleuchtungsund Beobachtungsstrahlengang; a) die zu untersuchende Struktur (z. B. Iris) wird zentral im Beobachtungsmikroskop eingestellt; b) der Spalt wird durch die Pupille auf den Fundus gerichtet (z. B. Abb. 1.37).

Abb. 1.33 · Oberflächliches Ulcus corneae (Spaltbild): zentraler Epitheldefekt (Stadium 2) s. S. 208 bakterielle Keratitis/Hornhautulkus

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1.9 Augenvorderabschnitt

Abb. 1.34 · Bullöse Keratopathie bei Fuchs-Endothel-Epithel-Dystrophie (Spaltbild): mattes Epithel mit unebener Oberfläche durch Vesikel und Blasen

Abb. 1.35 · Keratokonus (Spaltbild): Im Bereich der kegelförmigen Vorwölbung ist die Hornhaut deutlich verdünnt (Spaltbild)

Abb. 1.36 · Flache Augenvorderkammer, die zum Winkelblockglaukom disponiert (Spaltbild)

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Untersuchungen

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Untersuchungen

1.9 Augenvorderabschnitt

Abb. 1.37 · Pigmentdispersionssyndrom: Pigmentverlust des Irispigmentepithels führt zu spaltartigen, radialen Transilluminationsdefekten (Foto im regredienten Licht); s. auch S. 235

Im indirekten Licht: Untersuchung einer Struktur im Streulicht neben einer fokal (vom Spalt) ausgeleuchteten Stelle; z. B. sklerales Streulicht: der Spalt wird auf den Limbus gerichtet, feine Trübungen, Ödemzonen in der Kornea stören den Lichtweg des passierenden Streulichtes und werden sichtbar.

Fluoresceinfärbung

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Indikation: z. B. zur Darstellung von Hornhautdefekten.

Durchführung: Benötigt wird 2%ige alkalische Fluoresceinlösung z. B. auf Papierstreifen; ein Streifen wird bulbusparallel vorsichtig in den unteren Bindehautsack gehalten; der Patient wird aufgefordert, die Augen einmal zu schließen und wieder zu öffnen; anschließend wird der Papierstreifen entfernt.

 

Abb. 1.38 · Dendritica-Figur bei Herpes-

 

simplex-Virus-Keratitis (Fluoresceinfär-

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bung); s. auch S. 209

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1.9 Augenvorderabschnitt

Beurteilung: Mit der Spaltlampe: korneale Defekte grüngelb; mit Kobaltblaufilter grün (Abb. 1.38).

Anmerkung: kontraindiziert bei weichen Kontaktlinsen; können erst nach Spülung und etwa 1 Std. wieder eingesetzt werden.

Seidel-Test

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Definition: Test auf Fistelbildung im Augenvorderabschnitt.

Indikation: Z. B. nach perforierender Verletzung.

Durchführung: an der Spaltlampe Kobaltblaufilter vorschalten, 1 Tropfen steriles Fluorescein (1 µl 0,2%ig) mit Glasstäbchen im vermuteten Fistelbereich applizieren.

Beurteilung: Pathologisch ist ein Spüleffekt durch austretendes Kammerwasser.

Bengalrosafärbung

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Indikation: z. B. zur Bindehautbeurteilung beim trockenen Auge (S. 144).

Durchführung: An der Spaltlampe einen Tropfen Bengalrosa 1% in den unteren Bindehautsack geben, Augen einmal schließen und wieder öffnen lassen.

Beurteilung:

Norm: Keine Anfärbung von Zellsystemen mit vitaler Oberflächenstruktur.

Pathologisch: Anfärbung von Strukturen: z. B. zwei konjunktivale Dreiecke mit Basis zum Limbus (Sicca-Syndrom), muköse Fäden, korneale Filamente, Erosionen von Bindehaut und Kornea.

Prinzip der Endothelmikroskopie

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Indikation: z. B. vor geplanter Kataraktextraktion oder zur Beurteilung von Spendermaterial für eine Hornhautverpflanzung.

Durchführung: Untersuchung des Endothels mit einem Mikroskop, das im Spiegelbezirk reflektiertes Licht untersuchen kann (die spiegelnde Fläche ist die Grenzfläche des Endothels gegen das Kammerwasser, nur im Bereich der optischen Grenzflächen entstehen Spiegelbilder).

Beurteilung: Wabenartiges Mosaik sechseckiger Endothelzellen darstellbar, Beurteilung von Anzahl, Größe und Form möglich.

Norm: Gleichmäßig große, sechseckige Zellen (Abb. 1.39a); Zellzahl mit 1 1/2 J. ungefähr 5000 Zellen/mm2; bei jungen Menschen 4500 bis 2500 Zellen/mm2; bei alten Menschen 2750 bis 1500 Zellen/mm2 (hohe interindividuelle Variabilität, aber beide Augen nicht signifikant unterschiedlich).

Pathologisch: Pleomorphismus (Variabilität der Form); Polymegatismus (Variabilität der Zellgröße; Abb. 1.39b); Reduktion der Zellzahl.

Abb. 1.39 · a und b Hornhautendothel (Schemazeichnung); a Normalbefund; b Variabilität der Zellgröße (Polymegatismus)

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Untersuchungen

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Untersuchungen

1.9 Augenvorderabschnitt

Gonioskopie

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Definition: Untersuchung des Kammerwinkels mit Spaltlampe und Kontaktgläsern mit Spiegel.

Indikation: Basisuntersuchung z. B. Differenzialdiagnose der Glaukome.

Durchführung: z. B. mit dem Spiegelkontaktglas nach Goldmann (Gonioskop) an der Spaltlampe:

1 Tropfanästhesie mit z. B. Oxybuprocain 0,4% AT.

2 Einsetzen des Gonioskops: a) Methocel (Dispersa-Methylhydroxypropylcellulose 20 mg) ohne Luftblasen auf die konkave Fläche geben, Unterlid etwas nach unten ziehen; b) Patient nach oben blicken lassen, Gonioskop vorsichtig aufsetzen und ohne Druck zwischen Daumen und Zeigefinger halten.

3 Mit feiner Spalt-Einstellung durch vorsichtige Rotation um 360 Abfahren des Kammerwinkels (KW).

Beurteilung:

Norm: Sämtliche Kammerwinkelstrukturen zirkulär sichtbar (s. Abb. 1.40, 11.1 a S. 235 weiter KW). Beim Kleinkind: transparentes Trabekelwerk mit durchscheinendem Skleralsporn und Ziliarkörperband.

Pathologisch: Partielle oder komplette Kammerwinkelverlegung, Synechienbildung, siehe z. B. Abb. 1.40, 11.1 b S. 235 enger KW.

Klassifikationskriterien:

Klassifikation der Kammerwinkelweite nach Scheie: A: weit offen (20 – 45 ); B: mäßig eng (10 – 20 ); C: sehr eng ( 10 ); D: partielle oder komplette Kammerwinkelverlegung.

Beurteilungskriterien nach Spaeth: 1. Weite der Kammerwinkelbucht (40 – 10 ); 2. Form der Iriswölbung (flach, normal, steil); 3. Höhe der Insertion im Kammerwinkel (E = sehr tief bis A = sehr hoch).

34 Abb. 1.40 · Kammerwinkel: a weit und b eng

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1.9 Augenvorderabschnitt

Gradeinteilung nach Shaffer: 4: sehr weit, Ziliarkörperband eben noch sichtbar; 3: offen, Einblick bis zum hinteren Trabekelwerk; 2: mittelgradig verengt, Einblick bis zum vorderen Trabekelwerk; 1: sehr eng, Einblick bis zur Schwal- be-Linie; 0: durch iridokornealen Kontakt verschlossener Kammerwinkel.

Applanationstonometrie (Augeninnendruckmessung)

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Definition: Zur Bestimmung des Augeninnendruckes wird die Kraft gemessen, die erforderlich ist, um die zentralen 7,35 mm2 (Durchmesser der Kreisfläche 3,06 mm) der Hornhaut zu applanieren.

Indikation: z. B. Glaukom (S. 235 /S. 375); intraokuläre Entzündung (S. 319).

Durchführung:

Geräte: Spaltlampen-Tonometer mit austauschbarem Messzylinder (nach Goldmann) oder Handapplanationstonometer (z. B. nach Draeger, nach Perkins).

Messung an der Spaltlampe (Abb. 1.41 d):

1.Hornhaut-Oberflächenanästhesie mit z. B. Oxybuprocain 0,4% AT und Anfärbung mit Fluorescein (s. S. 32).

Beachte Patienteninformation: Im Anschluss an die Untersuchung eine Stunde lang die Augen nicht reiben, da Herabsetzung der Hornhautempfindlichkeit in dieser Zeit.

2.Blaufilter in Strahlengang bringen; maximale Breite des Spaltes auf Messzone gerichtet.

3.Unter makroskopischer Kontrolle vorsichtiges Annähern des desinfizierten Messkölbchens an die zentrale Hornhaut (bei Applanationsflächenkontakt wird die Spitze des Messkölbchens heller); ggf. Zurückhalten der Lider – ohne Druck auf den Bulbus – mit Fingern oder Stieltupfer.

4.Monokulare Beobachtung durch das Spaltlampenokular, weitere vorsichtige Annäherung an die Hornhaut bis Abb. 1.41a oder b sichtbar sind, dann unter Bedienung der Skalenschraube des Tonometers Einstellung nach Bild c, nur in diesem Fall sind genau 7,35 mm2 applaniert.

Abb. 1.41 · a – d Applanationstonometrie: a Druck niedriger als Skalenwert; b Druck höher als Skalenwert; c Druck gleich Skalenwert; d Messung des Augeninnendrucks mit dem Spaltlam- pen-Applanationstonometer nach Goldmann

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Untersuchungen

d

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