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Ординатура / Офтальмология / Немецкие материалы / BASICS Augenheilkunde 2 auflage_Patzelt_2009

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Anatomie und Physiologie des inneren Auges

Vorder-und Hinterkammer,

Kammerwasser

Kammerwinkel Schlemmkanal

Linsenkapsel

Linsenrinde

I Abb. I : Transversalsehn itt durch das Auge. 1101

Als Vorderkammer bezeichnet man den

von Hornhautrückseite, Iris und Linsen-

vorderflä che begrenzten Bereich. Die

Hinterkammer bilden lrishinterfläche,

periphere Linsenund Glaskörpervorder-

fläche, Zonulafasern und Ziliarfortsätze.

Das Kammerwasser wird vom Ziliar-

epithel in der hinteren Augenkammer

gebildet und fließt durch die Pupille in

die vordere Augenkammer. Hier gelangt

es durch das Trabekelwerk des Kam-

merwinkels in den ringförmigen

Schlemmkanal und schließlich in den

venösen

Blutstrom. Das Kammerwasser

ernährt

Linse und Hornhaut, das Verhält-

nis zwischen Produktion und Abtrans-

port bestimmt den Augeninnendruck.

Uvea

Die Uvea [Syn.: Tunica vasculosa, Gefäßhaut) wird gebildet aus der Regenbogenhaut [Iris), dem Ziliarkörpe r [Corpus ciliare) und der Aderhaut [Chorioidea).

Cornea

Hinterkammer

Retina

 

Chorioidea

 

Sklera

Papille

enthä lt. Bei Kontraktion rückt der Ziliarmuskel nach innen, wodurch sich die Zonulafasern entspannen. Aufgrund ihrer Eigenelastizität wölbt sich die Linse dann stär ker und es kommt zur Akkommodation (Scharfstellen des Auges auf naheliegende Objekte). Die Ziliarfortsätze aus zweischichtigem Ziliarepithel produzieren das Kammerwasser.

Iris

Aderhaut

Die Iris [Regenbogenhaut) besteht aus

Bindegewebe, das Blutgefäße und ver-

einzelte Chromatophoren [Pigment-

zellen) enthält. Auf der Hinterseite ist

sie vom sog. Pigmentblatt bedeckt,

welches die Iris undurchsichtig macht.

Die Menge der Chromatophoren be-

stimmt die Augenfarbe: Braune Augen

haben am meisten Pigment, blaue am

wenigsten . In der Mitte besitzt die Iris

ein Loch, die Pupille. Die Öffnung

der

Pupille kann durch den ri ngförmig

um

die Pupille herum verlaufenden

 

M. sphincter pupillae (Innervation:

Parasympathikus) verengt (Miosis)

und

durch seinen Gegenspieler, den radiär

verlaufend en M. dilatator pupillae

(Innervation: Sympathikus), erweitert

[Mydriasis) werden.

 

Ziliarkörper

Der Ziliarkörper (Corpus ciliare) enthält den Ziliarmuskel (Innervation: Parasym - pathikus), der sowohl meridional als auch ringfö rmig verlaufende Faserzüge

Die Aderhaut [Chorioidea) befind et sich

zwischen Netzhaut und Sklera. Sie

 

besteht aus einem schwammartigen Ge

-

fäßg eflecht. Zur Sklera hin find en sich

 

größe re Gefäße,

zur Netzhaut hin mitt-

 

lere und kleine

Gefaße . Dieser Blut-

 

reichtum verleiht dem Fundus seine

 

rote Farbe. Die Ad erhaut dient der

 

Ernährung der Photorezeptoren der

 

Netzhaut und hält die Temperatur des

 

Au ges konstant.

Ihr dichtes Nervenge-

 

flecht enthält keine sensiblen Fasern.

 

Linse

 

Die Linse (Lens) wird unterteilt in ei nen

härteren Kern (Nucleus) und eine

weichere Rinde (Cortex) aus Linsen-

proteinen und wird insgesamt von einer

Kapsel (Capsula) umhüllt. Die Linse

hat altersabhängig einen Durchmesser

von 8- I 0 mm und eine Dicke von

2- 5 mm . Sie ist bikonvex, wobei di

Hin terseite stärk er gekrümmt ist als die

Vord erseite.

Ein Aufhän gea pparat, di

Zonulafasern

[Zonu la Zinni), befestigt

Subarachnoidalraum

die Linse am Ziliarkörp er. Für die Akkommodation muss die Linse elastisch sein, ihre Elastizität nimmt jedoch im Alter ab, was zur Alterssichtigkeit (Presbyopie) führt.

Glaskörper

 

 

 

Der Glaskörper [Corpus vitreum ) hat

 

eine gelartige Konsistenz, er besteht zu

99 %aus Wasser, welches an Hyaluron-

säure gebunden ist und durch Kollagen-

fibrillen stabilisiert wird.

Er grenzt vor-

ne an die Linsenrück seite, vorn

seitlich

an den Ziliarkörper und zur Seite und

nach

hinten an die Netzhaut und wird

von der Membrana hyaloidea um-

 

hüllt.

An der Papille und an der

Ora

 

serrata haftet er vermehrt an der Netz-

haut.

Bei Degeneration des Glaskörpers

kann

er mit der Netzhaut verwachsen.

Durch Zug an diesen Stellen kann ein

 

Riss in der Netzhaut und

in der

Folge

 

eine Netzhautablösung entstehen.

 

Netzhaut

 

 

 

Die Netzhaut [Retina) wandelt dasein

·

fall ende Licht in Nervenimpulse um.

ie

lässt sich histologisch in gu t abgrenzbare

Schichten untergliedern: Außen

sitzt das

retinale Pigmentepithel, di inneren

chichten werden alsneurosensorische

Netzhaut b zeichn t. Das Licht fällt

 

durch drei hin t r inand r

scha lt t

 

Reihen von N uron n: Ganglienzellen

Bipolarzellen und scl1li ßlich di

i

'

nt-

liehen Fotorezeptoren (I Abb.

2) .

 

Anatomie von Augenhöhle und Augenmuskeln

Augenhöhle

lncisu

ra

frontal

is

Die Augenhöhle (Orbita) bildet eine knö-

cherne Schutzhülle um den Augapfel.

Sie ist der Ansatzpunkt für

die äußeren

Augenmuskeln. Außerdem

beinhaltet

die Orbita Sehnerv, weitere sensorische,

motorische und autonome

Nerven, Blut-

gefäße und die Tränendrüse. Durch Fett-

gewebe und einige Bindegewebszüge

wird der Bulbus gepolstert und in seiner

Position gehalten. Die knöchernen Wän-

de der Orbita werden von sieben Kno-

chen (Os frontale, sphenoidale, zygoma-

ticum, lacrimale, ethmoidale, maxillare,

palatinum) gebildet (I Abb. I).

Nach unten und medial

(Lamina papy-

racea) sind die Knochen

sehr dünn

(< 0,5 mm). Wird der Bulbus durch Ge-

walteinwirkung von auß en in die Orbita

gepresst, kann es hier zu einer Fraktur

und damit zur Entlastung des Bulbus

kommen. Andererseits können sich Pro-

zesse im Sinus maxillarisoder in den

Sinus ethmoidales durch diese dünne Be-

grenzung leicht in die Orbita ausbreiten.

An der Spitze des Orbitaltrichters befin-

den sich drei Öffnungen

(I

Abb. 2):

Durch den Canalis opticus gelangen

der Sehnerv und die A.

ophthalmica

in die Augenhöhle. Die V. ophthalmica

leitet das Blut aus Orbita und Auge in

den Sinus cavernosus.

Dies hat klini-

sehe Bedeutung, da es bei Infektionen

der Orbita so zu einer Sinus-cavernosus-

Thrombose kommen kann.

Lateral des

Canalis opticus befindet sich die Fissu-

ra orbitalis superior, durch welche die

V ophthalmica und die Hirnnerven 111

(N. oculomotorius), N (N. trochlearis)

und V1 (N. abducens) sowie die drei

Os frontale

Os Sph enoidale

Fi ssura orbitalis supenor

Os zygomatlcum

Fissura orb italis

inferior

Canalis infra orb italis

I Abb. 1:

Anatomie der Orbit a. 115]

Äste des 1. Trigeminusastes (N. Fronta-

lis, N. lacrimalis, N. nasociliaris) ziehen.

Fallen diese Nerven und der Sehnerv

aus, spricht man von einem Orbitaspir-

zensyndrom. Durch die Fissura orbita-

lis inferior verlaufen die Nn. infraorbi-

talis und zygomaticus, die beid e die

Augenhöhle nur passieren, ohne hier

etwas zu innervieren - von parasympa-

thischen Fasern des N. zygomaticus zur

Tränendrüse einmal abgesehen.

Augenmuskeln

Äußere

Augenmuskeln

Wie in den I Abbildungen 2 und 3 zu

sehen, entspringen die vier Rektusmus-

keln von einem gemeinsamen Sehnen-

M. rectus superior

Canalis opticus

 

 

 

N. lacrimalis

 

 

M. Ievator palpebrae

 

 

 

 

 

N. frontalis

 

 

superioris

 

 

 

 

 

 

 

 

M. rectus medialis

 

 

'"'"'.---

M. obliquus superior

 

 

oJH-tlti---

-

N. opticus

 

r. superior

'/ ------

A. ophthalmica

 

 

 

 

 

~'lii'ii:~~M'l<:t'<f>v-..::- N. oculomotorius

 

N. abducens

 

 

r. inferior

 

 

 

 

I

Abb. 2: Fiss ura

M. rectus lateralis

 

 

M. rectus inferior

 

 

 

orbit ali s superior

 

 

 

und Ca nali s opt icus

N. nasociliaris

V. ophthalmica inferior

recht s.

 

 

 

Canali s optic u s

O s lacrima le

 

Fossa sacc i

 

lacrim ali s

 

Maxilla

 

Os ethmoidale

 

Os palatinum

Foramen infraorbitale

 

ring, der den unteren

Anteil der Fissura

orbitalis superiorund

den Canalis opti -

cus umschließ t. Die Muskeln strahlen

von hier konusförmi g auf den Bulbus

aus. Innerhalb dieses Konus verlaufen

die in I Abbildung 3 eingezeichneten

Nerven, insbesondere auch jene, die für

die Sensibilität des Bulbusverantwort-

lich sind (s.u.). Für eine komplette

Lokalanä sthesie des Auges muss also

das Anä sthetikum in diesen intra-

konalen Raum injiziert werd en oder

dorthin diffundieren.

 

Die Funktion der extraokulären Mus-

keln hän gt auch von der Bulbusposition

zum Zeitpunkt der Muskelkontraktion

ab. Man unterscheidet zwischen Haupt-

funktion eines Muskels, sprich der Be-

wegungsrichtung des

Bulbus, die er am

stärksten beeinflusst, und zwi schen Ne-

benfunktion, also zusätzlichen Effekten

auf die Augenposition. Im Einzelnen:

.,._ M. rectus lateralis (N. abducens):

Er bewegt das Auge nach lateral , sodass

eine Lähmung eine Abweichung nach

innen zur Folge hat.

 

.,._ M. rectus medialis (N. oculomoto·

riu s) : Er bew gt dasAuge nach nasal.

.,._ M. rectus superior und M. rectus

inferior (N. oculomotorius): Di s bei-

d n Musk in hab n n b n ihrer Haupt-

funk tion, nämlich d r

ßli ckh bung und

Grundlagen

617

R. commu nicans cum nervo zygomatico

N. lacrim alis

Ganglion ciliare

 

R. commun icans

 

 

 

 

cum nervo faciali

 

 

 

I

Abb. 3: Nerve n und

Muskeln der Orbita.

j1

5]

-senkung, auch noch

Nebenfunktionen

 

als Adduktoren und

Rotatoren.

 

..,. M. obliquus superior (N. trochlea-

 

ris): Er entspringt superomedial des

 

Foramen opticum, wird durch die Tro-

 

chlea im Winkel zwischen der Superio-

 

ren und

medialen Orbitawand umge-

 

lenkt und inseriert oben am hinteren

 

lateralen

Quadranten des Bulbus. Der

 

Muskel ist ein Einwärtsrotator des

 

Auges und fungiert auch als Senker und

 

Abduktor.

 

 

..,. M. obliquus inferior [N. oc ulomo-

 

torius): Er entspringt am Orbitaboden,

 

seitlich des Canalis nasolacrimalis, und

 

inseriert im hinteren unteren tempo-

 

ralen Quadraten des

Bulbus. Er ist ein

 

Auswärtsrotator des

Auges und hat als

 

Nebenfunktionen die Hebung und Ab-

 

duktion.

 

 

 

M. Ievato r palpebrae superioris

 

Die Sehnenfasern des Muskels setzen

 

am Tarsus an und strahlen auch in die

-

Lidhaut ein. Dadurch entsteht die Deck

falte des

Oberlids. Der Muskel hebt das

 

Oberlid.

Er wird durch den N. oculo-

 

motorius inn ervi ert.

 

Glandula lacrima tis

Nerven der Orbita

 

Neben den oben genannten motori-

schen Nerven und dem

Nervus opticus

enthä lt die Orbita auch

noch solche zur

sensiblen und parasympathischen Ver-

sorgung des Auges. Äste

des ersten

Trigeminusastes (N. ophthalmicus)

versorgen die Orbita (Konjunktiven,

Hornhaut, Iris, Corpus

ciliare), aber

auch die Haut von Stirn, Oberlid und

Nase sensibel. Eine Herpes-zoster-Infek-

tion der Nasenspitze muss deshalb

auch immer an eine

intraokulare Beteili-

gung denken lassen.

Parasympathi-

sche Fasern für M.

sphincter pupillae

und M. ciliaris verlaufen mit dem

N. oculomotorius und werden im Gang-

lion ciliare umgeschaltet. Dieses liegt

etwa 15 mm hinter dem Bulbus lateral

des N. opticus.

 

 

 

Die parasympathischen Fasern fü r die

Tränendrüse verlaufen zuerst mit dem

N. facialis und dann

mit dem N. maxil-

laris und N. zygomaticus.

Die sensorischen, parasympathischen

und sympathischen

Fasern erreichen

den Bulbus als

Nn

. ciliares longi und

breves, die die

Sklera von hinten durch-

dringen .

 

 

 

Vom Sympathikus versorgt werden der

M. dilatator pupillae, der M. tarsalis und

der M. orbitalis, eine dünne Schicht

glatter Muskulatur über der Fissura

orbitalis inferior. Die postganglionären

sympathischen Fasern kommen aus

dem Ganglion cervicale superior, von

dem aus sie mit der A. carotis interna in

den Schädel, durch den Sinus caverno-

sus und schließlich zum Ganglion ciliare

ziehen.

 

 

 

Eine maximale Weitstellung der Pupille

(Mydriasis) kann durch die topische

Applikation eines Parasympatholytikums

(z. B. Tropicamid)

und eines Sympatho-

mimetikums (z. B.

Phenylephrin) er-

reicht werden.

 

 

Zusammenfassung

te

Die mediale und inferiore Wand der Orbita sind sehr dünn .

te

Canalis opticus: Durch ihn ziehen Sehnerv und A. ophthalmica.

te

Fissura orbitalis superior: Hier ziehen die Vena ophthalmica und die

 

Hirnnerven 111 - VI durch - vom V. Hirnnerv allerdings nur die drei Äste des

 

N. ophthalmicus.

te

Fissura orbitalis inferior: Durchtritt von N. infraorbitaUs und N. zygomaticus.

te

Der 111

. Hirnnerv versorgt die Mm. recti superior, inferior und medialis

 

sowie

M. obliquus inferior und M. Ievator palpebrae superioris. Der

 

IV. Hirnnerv versorgt den M. obliquus superior. Der VI. Hirnnerv versorgt

 

den M. rectus lateralis.

te

Die Funktion der äußeren Augenmuskeln hängt auch von der Bulbusposi-

 

tion ab. Man unterscheidet zwischen Hauptfunktion und Nebenfunktionen.

Pathologie und Histopathologie des Auges

Entzündung

Drei physiologische Barrieren schirm en das Auge vom

Körp er-

 

 

 

-Schranke und

 

die

kreislauf ab: Die Blut-Kammerwasser

 

 

 

 

 

äußere und innere Blut-Retina-Schranke. Erstere besteht

aus Tight junctions zwischen den Endoth elzellen der

 

Blut-

gefäße in der Iris. Sie

sorgt z. B.

dafür, dass keine Proteine des

Blutplasmas in das Kammerwasser gelangen könn en, wo sie

zu Trübungen und Verklebungen führen würden. Die äußere

Blut-Retina-Schranke wird

durch Zonulae occludentes, die

benachbarte Pigmentepithelzellen verbinden, gebildet.

 

Eben-

so besitzen die Endothelzellen der retinalen Blutgefäße

 

Zonu-

lae occludentes, welche die innere Blut-Retina-Schranke auf-

 

 

en erlauben nur den

Durchtritt

bauen. Die Blut-Retina-Schrank

 

 

Stoffen.

von Nährstoffen, nicht aber von höhermolekularen

Das Zusammenbrechen dieser Barrieren führt zu einer intra-

okulären Entzündung. In den meisten Teilen des Körpers

ist

 

 

 

stellung des

 

die Entzündung ein Schritt in der Wiederher

Vernarbungen

Gewebes. Im Auge aber kann eine Entzündung

Makulaöd

em,

der Hornhaut, eine Katarakt, ein Glaukom, ein

 

Ablösung der Netzhaut und anderes zur Folge haben . Daher

werden in der Augenheilkunde

häufig topische

Steroide ange-

wand t, um eine Entzündung zu

unterdrücken.

 

 

 

 

 

Gefäßneubildungen

 

 

 

 

 

 

 

Die Gefäßversorgung des Auges

ist so gestaltet, dass sie nicht

die optische Qualitä t des Auges stör t. Hornhau t, Linse

und

Glaskörper sind frei von Blutgefäßen, die Gefäße der Netz-

haut liegen so, dass sie die

Bildentstehung au f der Netzhaut

nicht beeinträchtigen.

(z. B.

Entzündun gen) können

jedoch zu

Einige Erkrankungen

pathologischen Gefäßneubildungen am Auge führen. Die

 

neuen Blutgefäße sind von ihrer Wandstruktur

her minder-

wertig, sodass es zum

Austritt von Blutbestandtei len ins Ge-

webe kommen kann.

An der Hornhaut können

sie so zu einer

Trübung führen (I Abb. I) . Durch das Einwachsen

von

Blut-

gefäßen in die Hornhaut ist auch die sonst hi er vorhand

ene

 

 

Immuntoleranz gegenüb er fremdem Antigen beeinträchtigt

sodass z. B.

nach einer Hornhaut-Transplanta tion das Absto-

 

'

ßungsrisiko

erhöh t ist. Am Üb ergang von Glaskör per zu Netz-

haut könn en di e ne uen Ge fä ße bl uten und sich kontrahieren

'

was zu ei ner Netzhautablösun g führ en kann.

 

 

 

 

 

 

 

Infektion

 

 

 

 

 

Infektionen wirken sich am Auge durch die nachfol ge nd e

 

 

Entzündun gsreaktion wie oben beschrieben besonders nach -

teili g aus. Während bei and eren Organen Vernarbungen nicht

unbedingt negative Folgen haben, droht beim Auge der Funk-

tionsverlust.

 

 

 

 

Erkrankungen der Netzhaut

 

 

 

 

Das Pigmentepithel der Netzhaut ernährt die Fotoreze ptoren

und phagozytiert die von ihnen abgestoßenen Teile, erhält

 

 

also ein physiologisches Milieu aufrech t. Bei Erkran kungen

 

 

von Aderund Netzhaut teilen sich die Zellen des Pigment-

 

 

epithels und wandern. In der Fundoskopi e sind Hypound

 

 

Hyperpigmenli erungen als Zeich en dieses Prozesses

zu sehen .

 

 

 

 

Systemische Krankheiten und Immunprozesse

 

 

Beim Auge

hat man mit der Fundoskopie die einmalige

Mög-

 

lichkeit, Blutgefäß e direkt zu betrachten. So könn en die Aus

-

wirkungen

vieler systemischer Erkrankungen, die das Blut-

 

 

gefä ßsystem mit betreffen (z. B. Diabetes und Bluthochdruck),

am Auge erkannt werden.

 

 

 

-

Auch Autoimmunlu-ankheiten könn en sich am Auge bemerk

bar machen. Der Hauptrnanifestationsort der autoimmunolo

-

gisch bedingten Entzündun gsreaktion ist die Uvea (Aderhaut,

Ziliarkörp er und Iris) . Im vord eren Au genabschnitt mach t sich

das al s Iritis bemerkbar, im hinteren Augenabschnitt kommt

 

 

es zu einer

Entzündun g der Aderhaut.

 

i-

 

 

 

 

 

 

 

Mal igne Lymphome, Bronchial-, Mammaund Ni erenkarz

 

 

nome metastasieren relativ häufi g in Orbita und Auge.

 

 

 

1

Abb.

1:

Vaskul

a

ri

sa

ti on der Hornh aut.

!51

I

Ab b. 2: Hi

histiozytäre

stologischer Entzün dung)

Schn

. [21

itt durch

in

Chal zion (

ranulomatös

Mikrobiologie des Auges

Die meisten Infekti onen des Auges sind

harmlos,

wie z. B.

 

Konjunktivitiden

und Infektionen der Lider. Infektionen der

Hornhaut, des Bulbus und der Orbita jedoch können das

 

Augenlicht und bei weiterem Fortschreiten sogar das Leben

des Patienten gefährden.

Komplikationen von Infektionen des

Auges sind in I Tabelle 1 aufgelistet

 

 

 

 

 

 

Das Auge ist durch verschiedene Mechanismen vor schädli -

chen Einwirkungen von außen geschü tzt [I Abb. 1). Das

Epi-

thel von Hornhaut und Bindehaut stellt normalerweise eine

mechanische Barriere

gegen das Eindringen von Keimen

 

dar. Der Trän enfilm wä scht Keime weg und enthält darü ber

hinaus antimikrobielle Substanzen wie Lysozym und

 

JgA.

Beim Blinzeln wird mit jedem Lidschlag ein neuer Tränenfilm

vor dem Auge hochgezogen. Außerdem wird das

Auge durch

den Blinzelreflex vor mechanischen

Schädigungen von außen

geschützt

 

 

 

kommen eine Reihe

von

Während das Augeninnere steril ist,

Keimen physiologischerweise auf Lidern und Bindehaut

vor,

 

 

 

z. B. Staphylococcus epidermidis, Propionibacteri um acnes,

 

eine Reihe von Pilzen oder selten Staphylococcus

aureus. Auf

den Konjunktiven gehören folgend e Keime zur physiologi-

 

schen Flora: Corynebacterium xerosis, Neisserien, Moraxe l-

len , Staphylokokken und

Streptokokken

.

 

 

 

 

Handelt es sich um einen

pathogenen Keim, so spielen An·

-

zahl und Virulenz der Keime eine Rolle dabei, ob die Mikro

organismen abgewehrt werden können oder ob es zu einer

 

Infektion kommt

Bei Vorliegen prädisponierender Faktoren

 

wie häm atogener

Infektion, Immundefekt, Beschädi gung der

Epithelbarriere oder chronischer Beeinträchtigun g der Augen-

oberfläche können auch physiologische Keime pathogen wer-

den und eine schwere Infektion auslösen. Neisseria gonor-

 

rhoeae kann sogar intakt

es Hornhautepithel durchdringen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Betroffene Struktur

Komplikat

ion

 

 

 

Bindehaut

Verlust von Becherzellen

 

 

Schrumpfung

 

Horn haut

Trübun g

 

---

 

 

 

 

 

 

--~--------------------

 

 

Ulk us, bis hin zur Perfora tion

 

lntraokulä r

Katarakt

 

 

 

 

Glaukom

 

 

 

Schäden

an der Netzhaut

 

 

Phthisis

bulbi (Erbli ndung und Schrumpfung des Bulbus)

I

Tab. 1: Komplikationen bei Entzündunge n des Auges.

Methoden zur Gewinnung von mikro-

 

 

biologischem Untersuchungsmaterial

 

 

Bindehautabst rich

 

 

ivae

Das Unte rl id wir ektropioniert und der

 

 

Fornix conjunct

wird mit einem sterilen Wattestäbchen

ausgewischt

 

(I Abb. 2). Dabei muss darauf geac htet werden, dass man

nicht den Lid rand und die Wimpern berührt. Mit dem

-

Watte

stäb chen wird dann ein Kulturmedium

beimpft.

 

 

 

 

 

Kratzbio psie de r Bindehaut

 

das Oberlid

Nach Lokalanästhesie mittels Augentropfen wird

ektropioniert und man schabt mit einem sterilen

Spate

l auf

der Bind ehau t des Lids. Das gewon nene Material wird auf

einem Objektträger verteilt und dann zur weiteren Beurtei-

lung gefä rbt

 

 

 

Fornix conjunctivae superior

___

M. Ievator superioris

palpebrae

Conjunctiva

M. orbicularis oculi

-----1---'...

,.\

Fornix conjunctivae inferior

I Abb. t

desAug

:

Schut zm s. JI OJ

echa

n

isme

n