- •Widmung
- •Vorwort
- •Anschriften
- •Inhaltsverzeichnis
- •1 Untersuchungsmethoden
- •1.1 Fluorescein-Angiographie
- •1.2 Indocyaningrün-Angiographie
- •5.7 Chloroquin-Retinopathie
- •6 Tumoren
- •7 Diabetische Retinopathie
- •1.1 Fluorescein-Angiographie
- •2 Behandlung des anaphylaktischen Schocks
- •3 Altersbedingte Makuladegeneration und choroidale Neovaskularisationen anderer Genese – Fluorescein
- •3.1 Altersbedingte Makulopathie und Makuladegeneration
- •1.1 Fluorescein-Angiographie
- •1.2 Indocyaningrün-Angiographie
- •4 Altersbedingte Makuladegeneration – Indocyaningrün
- •4.1 Retinale angiomatöse Proliferation
- •1.1 Fluorescein-Angiographie
- •5 Hereditäre und toxische Netzhauterkrankungen
- •5.1 Retinitis pigmentosa
- •1.1 Fluorescein-Angiographie
- •6 Tumoren
- •6.1 Aderhautnävus und Aderhautmelanom
- •1.1 Fluorescein-Angiographie
- •7 Diabetische Retinopathie
- •7.1 Nichtproliferative diabetische Retinopathie
- •1.1 Fluorescein-Angiographie
- •8 Andere Gefäßerkrankungen
- •8.1 Hypertensive Retinopathie
- •1.1 Fluorescein-Angiographie
- •9 Erkrankungen der Makula und der zentralen Netzhaut
- •9.1 Retinitis centralis serosa
- •1.1 Fluorescein-Angiographie
- •10 Entzündliche und Autoimmunerkrankungen
- •10.1 Toxoplasmose-Chorioretinitis
- •11 Erkrankungen des Sehnervs
- •11.1 Anteriore ischämische Optikusneuropathie
- •5.7 Chloroquin-Retinopathie
- •Sachverzeichnis
3 Altersbedingte Makuladegeneration und choroidale Neovaskularisationen anderer Genese – Fluorescein
3.1 Altersbedingte Makulopathie und Makuladegeneration J. Wachtlin
Definition und Einteilung
Bei der altersbedingten Makulaerkrankung unterscheidet man ein Frühstadium (= altersbedingte Makulopathie [ARM]) und ein Spätstadium (= altersbedingte Makuladegeneration [AMD]).
Die Inzidenz nimmt bei der beidseitigen, progredienten
1Erkrankung mit dem Alter zu. Die altersbedingte Makuladegeneration ist die häufigste Ursache für eine Erblin-
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dung in den westlichen Industrienationen. |
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Kennzeichen der altersbedingten Makulopathie sind |
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weiche Drusen, oft zeigen sich auch Defekte des retina- |
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len Pigmentepithels (RPE). |
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Bei der altersbedingten Makuladegeneration werden |
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die nichtexsudative „trockene“ Form und die exsuda- |
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tive „feuchte“ Form unterschieden. |
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Bei der nichtexsudativen altersbedingten Makuladege- |
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neration liegt eine geographische Atrophie des retina- |
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len Pigmentepithels zusammen mit Drusen vor. |
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Liegt eine choroidale Neovaskularisation (CNV), eine |
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RPE-Abhebung oder Blutung vor, besteht eine exsuda- |
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tive altersbedingte Makuladegeneration. |
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Epidemiologie, Pathophysiologie und Klinik |
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In großen epidemiologischen Studien wird die Präva- |
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lenz der altersbedingten Makuladegeneration ungefähr |
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zwischen 0,2 % bei den 55–64-Jährigen und bis zu 11 % |
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bei den über 85 Jahre alten Menschen angegeben. Die |
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altersbedingte Makulopathie ist je nach Lebensalter |
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etwa 4–10-mal häufiger. |
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Etwa 85 % der AMD-Patienten leiden unter der nichtex- |
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sudativen Form, 15 % unter der exsudativen altersbe- |
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dingten Makuladegeneration. |
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Gesicherte Risikofaktoren umfassen Nikotinkonsum, |
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zunehmendes Alter und genetische Prädisposition. Dis- |
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kutiert werden auch Faktoren wie Ernährung, positive |
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Familienanamnese für altersbedingte Makuladegene- |
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ration oder aber Z. n. Kataraktoperation wegen des |
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dann fehlenden Lichtschutzes im blauen Wellenlän- |
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genbereich. |
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Die Pathophysiologie ist nicht genau geklärt. Multifak- |
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toriell beeinflusste Alterungsprozesse führen zur Stö- |
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rung der funktionellen Einheit von Photorezeptoren, |
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retinalem Pigmentepithel und Bruch-Membran.
Die klassischen Symptome sind Visusverschlechterung und Metamorphopsien.
Es kommt im Verlauf zum ausgedehnten Zentralskotom und der Verlagerung der Fixation nach parazentral. Lesen und das Erkennen von Gesichtern ist nicht mehr möglich.
Die Funktionseinschränkung ist bei der exsudativen altersbedingten Makuladegeneration deutlich schneller fortschreitend als bei der nichtexsudativen Form.
Das periphere Sehen bleibt in der Regel erhalten und eine Orientierung im Raum ist auch im Spätstadium der Erkrankung möglich.
Diagnose und Behandlung
Die Diagnose erfolgt durch Klinik, Amslernetz und Fluorescein-Angiographie zur Differenzierung der verschiedenen Formen der altersbedingten Makuladegeneration.
Methoden wie optische Kohärenztomographie (OCT) und Autofluoreszenzuntersuchungen können zusätzlich eingesetzt werden. Die Indocyaningrün-Angiogra- phie ist in Einzelfällen sinnvoll.
Bei der altersbedingten Makulopathie kann durch Nikotinverzicht und durch medikamentöse Prophylaxe in bestimmten Stadien (ARED-Studie) ein Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt werden.
Bei der exsudativen altersbedingten Makuladegeneration können die Argonlaserkoagulation und die photodynamische Therapie (PDT), wie in kontrollierten Studien (MPS- u. TAP-Studie) gezeigt wurde, bei bestimmten Voraussetzungen zu einer Stabilisierung des Befundes bzw. zu einer verminderten Progression führen.
Die Anpassung von vergrößernden Sehhilfen sollte möglichst frühzeitig bei noch ausreichendem Visus erfolgen.
Drusen
Epidemiologie, Pathophysiologie und Klinik
Drusen sind Ablagerungen von abnormem, eiweißund lipidhaltigem amorphem Material zwischen dem retinalen Pigmentepithel und der Bruch-Membran.
Klinisch imponieren Drusen als gelbe oder auch weißliche subretinale Verdickungen. Es werden harte und weiche Drusen unterschieden, die auch gemischt auftreten können. Weiche Drusen sind größer als 65 μm (1/2 Venendurchmesser am Papillenrand), harte Drusen sind kleiner.
Harte Drusen sind rund und scharf begrenzt, weiche Drusen größer, unscharf begrenzt und teilweise konfluierend (mittelgroße weiche Drusen: 65–124 μm, große weiche Drusen 125 μm).
Weiche, große und konfluierende Drusen gelten als Risikofaktor für ein Fortschreiten der Makulopathie. Sie können, müssen aber nicht mit Sehstörungen einhergehen.
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3.1 Altersbedingte Makulopathie und Makuladegeneration
Abb. 3.1 a–f
a Klinisches Bild: Altersabhängige Makulopathie (ARM) mit weichen und harten Drusen als gelblich-weißliche Ablagerungen, im klinischen Bild nicht gut voneinander zu unterscheiden.
bFrühphase: Die harten Drusen temporal sind als kleine, scharf begrenzte hyperfluoreszente Areale abzugrenzen.
cSpäte arteriovenöse Phase: Die harten Drusen haben ihre maximale Hyperfluoreszenz erreicht und sind klar darstellbar. Die weichen Drusen sind im Verlauf deutlicher sichtbar geworden, weniger gut abgegrenzt, aber klar erkennbar.
dSpätphase: Die Hyperfluoreszenz im Bereich der weichen Drusen persistiert ohne Leckage, die Hyperfluoreszenz der harten Drusen ist kaum noch erkennbar.
eKlinisches Bild: Konfluierende weiche Drusen.
fSpätphase: Es besteht eine flaue Hyperfluoreszenz, aber keine Leckage im Bereich der konfluierenden Drusen.
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3 Altersbedingte Makuladegeneration und choroidale Neovaskularisationen anderer Genese – Fluorescein
Fluorescein-Angiographie
In der Fluorescein-Angiographie können Drusen sowohl hyperals auch hypofluoreszent erscheinen.
Harte Drusen sind bereits in der Frühphase der Angiographie als hyperfluoreszente Strukturen sichtbar und zeigen in der Spätphase eher eine abgeschwächte Hyperfluoreszenz.
Weiche Drusen reichern das Fluorescein im Verlauf der Angiographie langsamer ein. Die Hyperfluoreszenz ist nicht so deutlich, dafür aber für eine längere Zeit vorhanden als bei harten Drusen.
1Bei konfluierenden weichen Drusen kann die Abgrenzung zu einer kleinen choroidalen Neovaskularisation oder RPE-Abhebung durch die langsame Zunahme der
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Hyperfluoreszenz schwierig sein. |
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Diagnose und Behandlung |
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Die Diagnose kann meist schon durch die binokulare |
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Ophthalmoskopie gestellt werden. Die Fluorescein-An- |
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giographie ist zur Abgrenzung einer choroidalen Neo- |
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vaskularisation und RPE-Abhebung teilweise notwen- |
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dig. |
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Die Aufklärung des Patienten und die Selbsttestung |
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mittels Amslernetz sind die wichtigsten Maßnahmen |
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zur Früherkennung der Entstehung der exsudativen al- |
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tersbedingten Makuladegeneration mit dem Risiko des |
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Visusverlustes. Sie sind Voraussetzung für eine frühest- |
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mögliche Therapie. |
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Die prophylaktische Laserkoagulation ist keine gesi- |
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cherte Therapieoption und hat das Risiko einer sekun- |
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dären CNV-Entstehung. |
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Nur bei einer Untergruppe von ARM-Patienten mit mit- |
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telgroßen (65–124 |
μm) und |
mindestens |
1 großen |
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Druse ( 125 μm) lässt sich ein Vorteil der Prophylaxe |
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mit einer spezifischen Kombination von Vitaminen und |
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Spurenelementen bezüglich der Progression der alters- |
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bedingten Makulopathie nachweisen (ARED-Studie). |
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Nichtexsudative altersbedingte |
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Makuladegeneration, geographische |
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Atrophie |
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Epidemiologie, Pathophysiologie und Klinik |
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Die nichtexsudative oder atrophische altersbedingte |
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Makuladegeneration |
(AMD, |
Synonym: |
„trockene“ |
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AMD) ist ein Spätstadium der altersbedingten Makula- |
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erkrankung. |
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Es bestehen vor allem ausgedehnte, flächige Atrophien |
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der Photorezeptoren, des Pigmentepithels und der Choriokapillaris im Sinne einer geographischen Atrophie zusammen mit Drusen.
Die Sehverschlechterung ist schleichend, einzelne Atrophieareale können mit der Zeit konfluieren. Bei beidseitiger Erkrankung besteht häufig ein symmetrischer Befund.
Fluorescein-Angiographie
Die Fluorescein-Angiographie zeigt charakteristischerweise im Bereich der Atrophie einen ausgedehnten Fensterdefekt. Durch den Fensterdefekt besteht eine Hyperfluoreszenz, die durch die Aderhautgefäße und die Fluoreszenz der Sklera hervorgerufen wird; charakteristischerweise kommt es nicht zu einer sichtbaren Leckage im Randbereich der Hyperfluoreszenz. Unter Umständen kann der Fensterdefekt mit einer choroidalen Neovaskularisation oder einer Abhebung des retinalen Pigmentepithels verwechselt werden.
Diagnose und Behandlung
Die Diagnose wird klinisch und in Einzelfällen angiographisch gestellt. Autofluoreszenzuntersuchungen sind zur Früherkennung und Verlaufsbeurteilung möglich.
Es gibt bisher keine Therapiemöglichkeit. Eine Sehbehindertenberatung ist sinnvoll und vergrößernde Sehhilfen sollten frühzeitig verordnet werden.
Literatur
A randomized, placebo-controlled, clinical trial of high-dose supplementation with vitamins C and E, beta carotene, and zinc for agerelated macular degeneration and vision loss: AREDS report no. 8. Arch Ophthalmol. 2001;119:1417–36.
Bird AC, Bressler NM, Bressler SB, et al. An international classification and grading system for age-related maculopathy and age-re- lated macular degeneration. The International ARM Epidemiological Study Group. Surv Ophthalmol. 1995;39:367–74.
Green WR, Enger C. Age-related macular degeneration histopathologic studies. The 1992 Lorenz E. Zimmerman Lecture. Ophthalmology. 1993;100:1519–35.
Pauleikhoff D, Sheraidah G, Marshall J, Bird AC, Wessing A. Biochemische und histochemische Analyse altersabhängiger Lipidablagerungen in der Bruchschen Membran. Ophthalmologe. 1994;91:730–4.
Sarks JP, Sarks SH, Killingsworth MC. Evolution of soft drusen in agerelated macular degeneration. Eye. 1994;8:269–83.
Schütt F, Pauleikhoff D, Holz FG. Vitamine und Spurenelemente bei Altersabhängiger Makuladegeneration. Ophthalmologe. 2002; 99:301–3.
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3.1 Altersbedingte Makulopathie und Makuladegeneration
Abb. 3.1 g–i |
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g Klinisches Bild: Ausgedehnte geographische Atrophie, die großen |
i Autofluoreszenz: Durch die geographische Atrophie besteht in |
Aderhautgefäße sind sichtbar. |
den betroffenen Arealen wegen des fehlenden RPE keine Auto- |
h Frühphase: Es füllen sich die tiefen Aderhautgefäße, diese sind |
fluoreszenz, die Grenze des Atrophieareals ist gut zu erkennen. |
wegen des Fensterdefektes gut sichtbar. Bei alleiniger Betrach- |
Verstärkte Autofluoreszenz am Rand kennzeichnet Bereiche zu- |
tung der Fluorescein-Angiographie kann diese mit einer choro- |
künftiger Atrophie. |
idalen Neovaskularisation verwechselt werden. Im Verlauf |
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kommt es jedoch nicht zu Leckagephänomenen im Randbereich |
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der Atrophie. |
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3 Altersbedingte Makuladegeneration und choroidale Neovaskularisationen anderer Genese – Fluorescein
3.2 Klassische choroidale Neovaskularisation |
J. Wachtlin |
Epidemiologie, Pathophysiologie und Klinik
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Man unterscheidet klassische und okkulte choroidale |
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Neovaskularisationen (CNV), die auch kombiniert auf- |
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treten können; je nach relativer Größe des klassischen |
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Anteils spricht man dann von überwiegend oder mini- |
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mal klassischen |
choroidalen Neovaskularisationen. |
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Klassische choroidale Neovaskularisationen sind we- |
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sentlich seltener zu diagnostizieren als die okkulten |
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oder gemischten. Die heute gebräuchlichen Definitio- |
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nen basieren direkt oder indirekt auf der „Macular Pho- |
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tocoagulation Study“ (MPS-Studie). |
||
Die Diagnose einer klassischen choroidalen Neovasku- |
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larisation erfolgt durch die Angiographie. Die klinische |
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Bedeutung der Definition ist durch die darauf basie- |
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rende Wahl der Therapiemöglichkeiten bedingt. Eine |
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klassische CNV kann sowohl bei einer exsudativen al- |
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tersbedingten Makuladegeneration (AMD) als auch bei |
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anderen Grunderkrankungen vorkommen. |
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Eine klassische choroidale Neovaskularisation ist defi- |
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niert als eine in der Frühphase gut sichtbare und ab- |
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grenzbare Hyperfluoreszenz mit zunehmender Leckage |
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in der Spätphase. |
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Es kommt zur Entstehung von neu gebildeten fibrovas- |
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kulären Netzwerken, die aus der Choriokapillaris durch |
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die Bruch-Membran zwischen Netzhaut und retinalem |
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Pigmentepithel (RPE) einwachsen. |
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Wegen ihrer Lage überwiegend oberhalb des retinalen |
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Pigmentepithels ist die klassische CNV in der Angiogra- |
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phie besser abgrenzbar als die okkulte CNV, die vor- |
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nehmlich unter dem retinalen Pigmentepithel prolife- |
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riert. |
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Initiale Symptome einer klassischen choroidalen Neo- |
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vaskularisation |
sind Metamorphopsien, Visusabfall |
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und zentrale Gesichtsfelddefekte. |
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Klinische Zeichen der choroidalen Neovaskularisation |
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sind gräulich-weiße subretinale Veränderungen zu- |
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sammen mit einem Netzhautödem, harten Exsudaten |
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und subund intraretinalen Blutungen. Unbehandelt |
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kommt es zur Progression mit Vergrößerung der Läsion |
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sowie nachfolgendem Untergang der Photorezeptoren. |
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Endstadium ist die subretinale Fibrose oder die disziforme Narbe, die auch als „Morbus Junius-Kuhnt“ be-
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zeichnet wird. |
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Fluorescein-Angiographie |
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Typisch sind die bereits in der frühen arteriellen und |
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arteriovenösen Phase als abgrenzbare Hyperfluores- |
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zenz darstellbaren Gefäße, die unter der Neuroretina, |
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jedoch vor dem retinalen Pigmentepithel proliferieren. |
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Die choroidale Neovaskularisation kann sich entweder |
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als regelrechtes Netzwerk mit deutlich abgrenzbaren |
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Gefäßen oder aber als homogene Struktur darstellen. |
Oft ist ein kleiner hypofluoreszenter Randsaum zu sehen. Die Darstellung eines eindeutigen Gefäßnetzwerkes ist keine obligate Voraussetzung für die Diagnose einer klassischen choroidalen Neovaskularisation.
Im weiteren Verlauf der Angiographie zeigt sich eine zunehmende Hyperfluoreszenz mit deutlicher Leckage in der Spätphase, hervorgerufen durch den Farbstoffaustritt aus den undichten Gefäßen der CNV.
Leckage bedeutet, dass die Intensität und die Ausdehnung der Hyperfluoreszenz in der Spätphase zunehmen und über die in der Frühphase sichtbare Grenzen der choroidalen Neovaskularisation hinausgehen.
Diagnose und Behandlung
Die Verdachtsdiagnose wird klinisch gestellt, zur Bestätigung der Diagnose ist die Fluorescein-Angiographie unerlässlich. Eine rein klinische Unterscheidung zwischen klassischen und okkulten Neovaskularisationen ist nicht möglich.
Bei klinisch nicht vorhandenen exsudativen Veränderungen der Makula, ausgedehnten Blutungen oder im Spätstadium der Erkrankung (disziforme Narbe) sollte auf eine Angiographie wegen der bereits klinisch zu stellenden Diagnose und der fehlenden therapeutischen Konsequenz verzichtet werden.
Die weitere Unterteilung der klassischen choroidalen Neovaskularisation erfolgt nach deren Lage im Verhältnis zum Zentrum der Fovea (Kap. 3.3). Hieraus ergibt sich auch die Therapiemöglichkeit.
Bei subfovealer, überwiegend klassischer choroidaler Neovaskularisation ist die photodynamische Therapie (PDT) die Therapie der Wahl (TAPund VIP-Studie). Bei juxtaund extrafovealer klassischer choroidaler Neovaskularisation ist der Nutzen der Argonlaserkoagulation durch die MPS-Studie belegt (Kap. 3.5).
Literatur
Barbazetto I, Burdan A, Bressler NM, et al. Photodynamic therapy of subfoveal choroidal neovascularization with verteporfin: fluorescein angiographic guidelines for evaluation and treatment–TAP and VIP report No. 2. Arch Ophthalmol. 2003;121:1253–68.
Blumenkranz MS, Russell SR, Robey MG, Kott-Blumenkranz R, Penneys N. Risk factors in age-related maculopathy complicated by choroidal neovascularization. Ophthalmology. 1986;93:552–8.
Grossniklaus HE, Gass JD. Clinicopathologic correlations of surgically excised type 1 and type 2 submacular choroidal neovascular membranes. Am J Ophthalmol. 1998;126:59–69.
Lafaut BA. Clinicopathologic correlation of surgically removed submacular tissue. Bull Soc Belge Ophtalmol. 2000;49–53.
Pauleikhoff D, Holz FG. Die altersabhängige Makuladegeneration. 1. Epidemiologie, Pathogenese und klinische Differenzierung. Ophthalmologe. 1996;93:299–315.
Sarks SH. New vessel formation beneath the retinal pigment epithelium in senile eyes. Br J Ophthalmol. 1973;57:951–65.
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3.2 Klassische choroidale Neovaskularisation
a
Abb. 3.2 a–i
aSchematische Darstellung der Lage einer klassischen choroidalen Neovaskularisation zwischen Neuroretina und retinalem Pigmentepithel.
bKlinischer Befund: Die CNV ist schwer zu erkennen, es zeigen sich eine leichte Graufärbung im Bereich der Fovea, etwas Blut und einzelne Drusen.
cFrühe arteriovenöse Phase: Das Gefäßnetz der klassischen CNV stellt sich als frühe, gut abgrenzbare Hyperfluoreszenz dar. Es bestehen weiterhin einzelne kleine Blockadeareale durch Blutungen sowie harte Drusen.
dSpäte arteriovenöse Phase: Deutliche Zunahme der Hyperfluoreszenz im Bereich der CNV.
eSpätphase: Leckage aus der CNV. Das Fluorescein tritt aus den Gefäßen aus, die Ausdehnung des Leckageareals geht über das in der Frühphase sichtbare Gefäßnetz hinaus.
fFrühe arteriovenöse Phase: Bei einem anderen Beispiel einer klassischen CNV besteht eine abgrenzbare, homogene Hyperfluoreszenz, die Gefäßschlingen sind allerdings nicht zu identifizieren.
gSpätphase: Es zeigt sich ebenfalls eine deutliche Leckage aus der CNV.
hKlinisches Bild: Spätstadium der exsudativen altersabhängigen Makuladegeneration ohne Therapie. Es besteht eine ausgedehnte disziforme Narbe mit subretinaler Fibrose und Blutung.
iSpätphase: Leckage und Staining im Bereich der ausgedehnten subretinalen Fibrose. Diese Angiographie ist überflüssig, da die Diagnose klinisch gestellt werden kann und sich keine therapeutischen Konsequenzen aus der Angiographie ergeben.
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3.3 Lokalisation der choroidalen Neovaskularisation |
J. Wachtlin |
Definitionen zur Lokalisation
Choroidale Neovaskularisationen (CNV) werden entsprechend ihrer Lage zum avaskulären Zentrum der Fovea unterteilt. Die heute gebräuchlichen Definitionen basieren auf der „Macular Photocoagulation Study“ (MPS-Studie).
Extrafoveal bedeutet, dass die choroidale Neovaskularisation 200 μm oder mehr vom avaskulären Zentrum der Fovea entfernt ist.
Juxtafoveal heißt, dass die choroidale Neovaskularisation mit ihrem am weitesten nach zentral reichenden Ausläufer zwischen 199 μm bis maximal 1 μm an das avaskuläre Zentrum der Fovea heranreicht. Das Zentrum selbst ist aber nicht betroffen.
Subfoveal bedeutet, dass ein Teil der choroidalen Neovaskularisation unter dem geometrischen Zentrum der avaskulären Fovea liegt.
Fluorescein-Angiographie
Die Angiographie zeigt das Bild der entsprechenden choroidalen Neovaskularisation (klassisch/okkult oder gemischt).
Rein klassische choroidale Neovaskularisationen sollen hinsichtlich der Einschätzung ihrer Lokalisation in der arteriellen bzw. frühen arteriovenösen Phase beurteilt werden. Zeigt sich z. B. in der Frühphase ein Gefäßnetzwerk mit juxtafovealer Lage, dessen zunehmende Leckage in der Spätphase bis in das Zentrum der avaskulären Zone (also subfoveal) läuft, ist die klassische CNV als „juxtafoveal“ einzustufen. Okkulte choroidale Neovaskularisationen können erst in der Spätphase der Angiographie hinsichtlich ihrer Lokalisation eingeteilt werden.
Wichtig ist die Bestimmung der Lokalisation zur Beurteilung der Prognose und Behandelbarkeit der choroidalen Neovaskularisation. Studien über Therapieoptionen (Laserkoagulation und photodynamische Therapie [PDT]) und den natürlichen Verlauf beruhen auf dieser Einteilung.
Klinisch kann zwar festgestellt werden, in welchem Abstand zum Fixationszentrum (also dem funktionellen Zentrum der Fovea) eine choroidale Neovaskularisation liegt, die Einteilung der Lage (sub-/juxta-/extrafoveal) hinsichtlich des avaskulären Zentrums der Fovea ist jedoch nur angiographisch möglich.
Literatur
Argon laser photocoagulation for neovascular maculopathy. Fiveyear results from randomized clinical trials. Macular Photocoagulation Study Group. Arch Ophthalmol. 1991;109:1109–14.
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3.3 Lokalisation der choroidalen Neovaskularisation
Abb. 3.3 a–f
a Klinisches Bild: Die Lage der choroidalen Neovaskularisation (CNV) hinsichtlich des avaskulären Zentrums der Fovea ist nicht eindeutig zu bestimmen.
b Arteriovenöse Phase: In der Angiographie ist die juxtafoveale Lage (1–199 μm vom avaskulären Zentrum der Fovea entfernt) der CNV zu erkennen. Es zeigt sich eine überwiegend klassische CNV, temporal ist ein okkulter Anteil mit geringerer Hypofluoreszenz und später Leckage erkennbar.
cArteriovenöse Phase: Weiteres Beispiel für eine juxtafoveale Lage einer klassischen CNV. Die CNV reicht in die avaskuläre Zone der Fovea, nicht aber in deren Zentrum.
d Frühe arteriovenöse Phase: Es zeigt sich die Ausdehnung einer überwiegend klassischen CNV bis unter das avaskuläre Zentrum der Fovea, es besteht somit eine subfoveale Lage. Die okkulten Anteile sind insbesondere temporal und oberhalb der Fovea lokalisiert.
eArteriovenöse Phase: Die Ausdehnung der CNV kann wegen der Blockade aufgrund der Blutung nicht genau bestimmt werden.
fSpätphase: Die CNV (Leckage einer klassischen CNV in der Spätphase) liegt mehr als 200 μm vom avaskulären Zentrum der Fovea entfernt, also extrafoveal.
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Aus Heimann, H., U. Kellner, M. H. Foerster: Angiographie-Atlas des Augenhintergrundes (ISBN 9783131364913) © 2004 Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart
3 Altersbedingte Makuladegeneration und choroidale Neovaskularisationen anderer Genese – Fluorescein
3.4 Okkulte choroidale Neovaskularisation |
F. Gelisken |
Epidemiologie, Pathophysiologie und Klinik
Die okkulte choroidale Neovaskularsation (CNV) ist eine Untergruppe der neovaskulären altersbedingten Makuladegeneration und umfasst ca. 80 % aller neu diagnostisierten choroidalen Neovaskularisationen. Okkulte choroidale Neovaskularisationen sind häufiger in der kaukasischen Rasse, es besteht keine Geschlechts-
1präferenz.
Es kommt zu einem Einsprossen von neovaskulären Gefäßen aus den choroidalen Kapillaren durch die
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Bruch-Membran unter das retinale Pigmentepithel |
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(RPE) (klassische choroidale Neovaskularisation: vor- |
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wiegend oberhalb des retinalen Pigmentepithels). Bei |
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Progression ist eine Invasion unter die Retina möglich. |
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Symptomatisch wird die okkulte choroidale Neovasku- |
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larisation durch eine langsam fortschreitende Sehmin- |
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derung (klassische choroidale Neovaskularisation: eher |
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rasche Progredienz). |
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Als besondere Komplikation überwiegend okkulter |
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choroidaler Neovaskularisationen kann nach Pigment- |
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epithelabhebung ein Einriss des Pigmentepithels beob- |
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achtet werden, der oft zu einer massiven und dauerhaf- |
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ten Visusminderung führt. Einrisse des retinalen Pig- |
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mentepithels sind insbesondere nach Laserkoagulation |
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oder photodynamischer Therapie (PDT) bei okkulten |
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choroidalen Neovaskularisationen mit RPE-Abhebung |
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zu beobachten. |
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Fluorescein-Angiographie |
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Zwei Formen der okkulten Neovaskularisationen werden |
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angiographisch unterschieden (Macular Photocoagulation |
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Study-Klassifikation [MPS-Klassifikation]): |
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Typ 1 (fibrovaskuläre Pigmentepithelabhebung) |
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– Die fibrovaskuläre Pigmentepithelabhebung ist die |
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häufigste Form der okkulten choroidalen Neovasku- |
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larisation. |
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– Es findet sich eine irreguläre Elevation des retinalen |
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Pigmentepithels (stereoskopische Fluorescein-An- |
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giographie). |
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– In den ersten Minuten entwickelt sich eine inhomo- |
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gene, irregulär zunehmende Hyperfluoreszenz, |
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(„stippled“ Hyperfluoreszenz). Im Verlauf kommt es |
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zu einer Zunahme der punktförmigen Hyperfluores- |
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zenzen in der Spätphase (5. und 10. Minute). |
–Eine Einkerbung („Notch“) am Rande einer RPE-Ab- hebung ist kein Kriterium nach MPS, korreliert aber häufig mit der Lokalisation einer okkulten choroidalen Neovaskularisation.
Typ 2 (späte Leckage unbestimmter Herkunft)
–Dieser Typ wird seltener diagnostiziert (teilweise aufgrund des milden Sehverlustes bei geringer Exsudation) und häufig als Läsionskomponente übersehen. Es besteht keine RPE-Abhebung.
–In der Frühphase fehlt eine fluoresceinangiographische Korrelation zu den in der Spätphase festgestellten Hyperfluoreszenzen.
–Im Verlauf kommt es zur Darstellung einer irregulären inhomogenen Hyperfluoreszenz, die bis in die Spätphase zunimmt.
–Eine Differenzierung dieses CNV-Typs von den nach einer photodynamischen Therapie (PDT) beobachteten irregulären Späthyperfluoreszenzen am CNVRand ist oft schwierig.
Weitere MPSund PDT-Terminologie:
Neovaskuläre Läsion: Die Fläche der klassischen und der okkulten choroidalen Neovaskularisation.
Gesamte Läsion: Die gesamte Fläche der neovaskulären Läsion und der Läsionskomponenten.
Läsionskomponenten: Gemeint sind die choroidalen Neovaskularisationen und die Funduspathologien am Rande der neovaskulären Läsion, die die Abgrenzbarkeit der choroidalen Neovaskularisation verhindern (z. B. Pigment, Blutung, seröse Pigmentepithelabhebung).
Elevierte blockierte Fluoreszenz: Blockadebedingte Hypofluoreszenz am Rande der neovaskulären Läsion in Abwesenheit einer Blutung, bedingt durch subretinales Fibrin, Pigment oder subretinale Fibrose; wird als Teil der neovaskulären Läsion behandelt.
Minimal oder überwiegend klassisch: Der klassische CNV-Anteil an der Gesamtläsion beträgt unter oder mehr als 50 %.
Diagnose und Behandlung
Die Diagnose basiert auf der stereoskopischen fluoresceinangiographischen Klassifikation der Macular Photocoagulation Study (MPS).
Es besteht eine seröse oder fibrovaskuläre Pigmentepithelabhebung. Eine verlässliche und objektive Analyse der choroidalen Neovaskularisation ist nur durch die stereoskopische Fluorescein-Angiographie möglich.
Eine Laserkoagulation der okkulten CNV ist ungünstiger als der natürliche Verlauf.
Eine photodynamische Therapie (PDT) scheint bei einer Untergruppe der okkulten choroidalen Neovaskularisationen einen Vorteil gegenüber einer nichtbehandelten Kontrollgruppe zu ergeben (kleine CNV, relativ guter Visus). Bei okkulter CNV mit seröser Pigmentepithelabhebung besteht jedoch die Gefahr des Pigmentepitheleinrisses mit einer deutlichen Visusminderung.
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3.4 Okkulte choroidale Neovaskularisation
Die Empfehlungen zur photodynamischen Therapie bei altersbedingter Makuladegeneration (AMD) sind relativ häufigen Änderungen unterworfen. Es wird an dieser Stelle auf die aktuellen Empfehlungen der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) und des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA) verwiesen.
Zahlreiche weitere experimentelle Therapieoptionen sind bis jetzt ohne statistisch signifikantes Ergebnis (transpupilläre Thermotherapie, ICG-angiographisch geführte Laserkoagulation, Feeding-Vessel-Laserkoagu- lation, antiangiogenische Therapie, periund intraokulare Kortisoninjektionen, Makulachirurgie).
Der Übergang einer okkulten choroidalen Neovaskularisation in die gemischte oder klassische Form ist möglich (50 % in 1 Jahr). Daher sind trotz langsam progressiver Sehminderung Kontrollen mit Fluorescein-Angio- graphie in einigen Monatsabständen sinnvoll.
Literatur
Macular Photocoagulation Study Group. Subfoveal neovascular lesions in age-related macular degeneration. Guidelines for evaluation and treatment in the macular photocoagulation study. Arch Ophthalmol. 1991;109:1242–57.
Barbazetto I, Burdan A, Bressler NM, et al. Photodynamic therapy of subfoveal choroidal neovascularization with verteporfin: fluorescein angiographic guidelines for evaluation and treatment–TAP and VIP report No. 2. Arch Ophthalmol. 2003;121:1253–68.
Bressler NM, Frost LA, Bressler SB, Murphy RP, Fine SL. Natural course of poorly defined choroidal neovascularization associated with macular degeneration. Arch Ophthalmol. 1988; 106: 1537–42.
Freund KB, Yannuzzi LA, Sorenson JA. Age-related macular degeneration and choroidal neovascularization. Am J Ophthalmol. 1993;115:786–91.
Lafaut BA, Bartz-Schmidt KU, Vanden Broecke C, et al. Clinicopathological correlation in exudative age related macular degeneration: histological differentiation between classic and occult choroidal neovascularisation. Br J Ophthalmol. 2000;84:239–43.
Soubrane G, Coscas G, Francais C, Koenig F. Occult subretinal new vessels in age-related macular degeneration. Natural history and early laser treatment. Ophthalmology. 1990;97:649–57.
Abb. 3.4 a–d Okkulte choroidale Neovaskularisation Typ 1
(Fibrovaskuläre Pigmentepithelabhebung)
aKlinisches Bild: Im Bereich der Makula zeigt sich eine flache Pigmentepithelabhebung (PEA).
bFrühe arteriovenöse Phase: Es zeigt sich eine Hypofluoreszenz entsprechend der fibrovaskulären PEA. Im Gegensatz zur klassischen CNV ist keine frühe, gut abgrenzbare Hyperfluoreszenz zu erkennen.
cArteriovenöse Phase: Nasal der Makula zeigt sich eine zunehmende Hyperfluoreszenz. Der mittlere und temporale Anteil der
okkulten CNV zeigt sich noch hypofluoreszent (in dieser Phase wäre in einer rein serösen PEA eine regelmäßige Hyperfluoreszenz in der gesamten Läsion zu erwarten).
dSpätphase: In der 5. min ist die gesamte fibrovaskuläre PEA bis unterhalb der Fovea mit einer Hyperfluoreszenz erkennbar. Die Irregularität der Ränder und die inhomogene Hyperfluoreszenz sind wichtigen Anzeichen einer fibrovaskulären PEA. Die nierenförmige Einkerbung weist ebenfalls auf eine okkulte CNV hin.
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Abb. 3.4 e–l |
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e–h Okkulte CNV Typ 2 |
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(Spätleckage nichtidentifizierbarer Herkunft) |
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Klinisches Bild: Es zeigen sich Pigmentveränderungen im Bereich |
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der Makula und subretinale Blutungen unterhalb der Fovea.
fFrühphase: Es besteht keine frühe Hyperfluoreszenz.
gArteriovenöse Phase: Es zeigen sich schlecht abgrenzbare inho-
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mogene und irreguläre Hyperfluoreszenzen in der Makula und |
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eine Blockade unterhalb der Fovea bedingt durch die subretinale |
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Blutung. |
hSpätphase: Temporal und nasal unterhalb der Fovea zeigt sich eine schlecht abgrenzbare Hyperfluoreszenz, die nicht mit dem Muster einer PEA vereinbar ist und sich nicht in der Frühphase der Angiographie vermuten lässt.
i–l Gemischte CNV
iKlinisches Bild: Am rechten Auge zeigt sich subretinale Flüssigkeit in der Makula. Temporal der Fovea liegt eine subretinale gräuliche Läsion, umgeben von einer subretinalen Blutung.
jFrühphase: Temporal der Fovea zeigt sich eine gut abgrenzbare starke Hyperfluoreszenz, vereinbar mit einer klassischen CNV. Temporal unterhalb der klassischen CNV ist eine Blockade entsprechend der subretinalen Blutung zu sehen. Zusätzlich fällt ein hypofluoreszenter Ring (betont oberhalb der CNV) um die klassische CNV herum auf.
kArteriovenöse Phase: Zunahme der Hyperfluoreszenz im Bereich der klassischen CNV. Unterhalb und oberhalb der klassischen CNV zeigt sich eine zunehmende inhomogene scheibenförmige Hyperfluoreszenz.
lSpätphase: Es zeigt sich eine stark leckende Läsion innerhalb einer scheibenförmigen inhomogenen Hyperfluoreszenz. Die intensive Leckage markiert die klassische CNV. Die scheibenförmige Hyperfluoreszenz ist vereinbar mit einer okkulten CNV (Typ 1; fibrovaskuläre Pigmentepithelabhebung). Es handelt sich hier um eine subfoveale neovaskuläre Läsion mit klassischen und okkulten Anteilen. Die klassische CNV ist kleiner als 50 % der gesamten neovaskulären Läsion (minimal klassische CNV).
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3.4 Okkulte choroidale Neovaskularisation
Abb. 3.4 m–r Einriss des retinalen Pigmentepithels (RPE)
m Klinisches Bild: Temporal und oberhalb der Fovea zeigt sich eine helle Struktur. Nasal und unterhalb der Fovea befindet sich eine ovale dunkel pigmentierte Läsion mit scharfer Abgrenzung zu der Aufhellung in der Makula.
nFrühe arteriovenöse Phase: Es zeigen sich choroidale Gefäße temporal oberhalb der Fovea. Dieses Phänomen ist ein Fensterdefekt, bedingt durch das Fehlen der Pigmentepithelschicht. Nasal unterhalb der Fovea ist eine Blockade, bedingt durch die eingerollte Pigmentepithelschicht. Um die hypound hyperfluoreszente Läsion zeigt sich eine homogene Hintergrundfluoreszenz durch das intakte Pigmentepithel.
oArteriovenöse Phase: Zunahme der Hyperfluoreszenz, bedingt durch die Leckage der Choriokapillaris. Mitten in der Blockade sind einzelne hyperfluoreszente Areale zu erkennen, die eine CNV unterhalb des Pigmentepithels der Netzhaut andeuten.
pSpätphase: Zunahme der Intensität der Hyperfluoreszenz, vereinbar mit der Abhebung der neurosensorischen Netzhaut. Es handelt sich hier um einen akuten Pigmentepitheleinriss, verursacht durch eine okkulte CNV im nasal unteren Rand der Läsion.
qSpätphase: Okkulte CNV mit RPE-Abhebung und typischem „Sternenhimmel“-Bild zahlreicher kleiner Hyperfluoreszenzen in der Spätphase.
rSpätphase: RPE-Riss nach photodynamischer Therapie (PDT) der CNV in q. Im großen Bild ist in der mittleren arteriovenösen Phase die Blockade durch die vermehrte Pigmentierung des eingerollten RPE nach nasal oben zu erkennen. Im weiteren Verlauf (kleines Bild) zeigt sich die scharf markierte Hyperfluoreszenz in den Bereichen des fehlenden RPE, die Hypofluoreszenz im nasal oberen Anteil bleibt bestehen.
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3 Altersbedingte Makuladegeneration und choroidale Neovaskularisationen anderer Genese – Fluorescein
3.5 Verlauf nach Laserkoagulation |
J. Wachtlin |
Laserkoagulation – Prinzip und Studien
Das Prinzip der Laserkoagulation besteht in der thermischen Induktion einer Nekrose in der choroidalen Neovaskularisation (CNV). Hierbei werden auch die darüber liegenden Photorezeptoren und das retinale Pigmentepithel (RPE) zerstört.
Die MPS-Studie hat gezeigt, dass eine Argonlaserkoagulation von juxtaund extrafovealen, gut abgrenzbaren (klassischen) choroidalen Neovaskularisationen das Risiko, einen schweren Sehverlust zu erleiden, signifikant vermindern kann. Das funktionelle Ziel besteht in einer Stabilisierung des Visus und des Skotoms.
Die Größe einer choroidalen Neovaskularisation sollte 3,5 Papillendurchmesser nicht überschreiten, kleine Läsionen haben eine bessere Visusprognose.
Okkulte oder schlecht abgrenzbare choroidale Neovaskularisationen sollten nicht mit einer Argonlaserkoagulation behandelt werden, da sie häufig wegen der schlechten Abgrenzbarkeit nur inkomplett gelasert werden und die Rezidivgefahr zu hoch ist.
Die Argonlaserkoagulation von subfovealen klassischen choroidalen Neovaskularisationen führt direkt nach der Laserung zu einer akuten Visusverschlechterung. Erst im Langzeitverlauf nach 2 Jahren zeigt sich statistisch ein Vorteil gegenüber dem natürlichen Verlauf. Wegen der initial starken Verschlechterung hat sich die Laserkoagulation von subfovealen klassischen choroidalen Neovaskularisationen nicht durchgesetzt.
Die Rezidivrate nach Laserkoagulation liegt bei bis zu 50 %. Rezidive treten häufig in Richtung des Zentrums der Fovea auf.
Fluorescein-Angiographie
Mit der Fluorescein-Angiographie kann der Verlauf nach Laserkoagulation kontrolliert werden.
In der Frühphase wird eine runde Hypofluoreszenz beobachtet, entsprechend einem Füllungsdefekt aufgrund der vorangegangenen thermalen Laserkoagulation. Der Füllungsdefekt entwickelt sich nach der Laserkoagulation der choroidalen Neovaskularisation durch den Verschluss der Choriokapillaris. Am Rande der Hypofluoreszenz ist eine kreisförmige Hyperfluoreszenz zu erkennen. Dieses Phänomen entspricht einem Fensterdefekt, bedingt durch den Pigmentverlust der Pigmentepithelschicht (durch den Kollateralschaden der konventionellen Laserkoagulation) und dem somit sichtbaren Fluorescein in der Choriokapillaris.
Eine Zunahme der Intensität und der Größe der Hyperfluoreszenz in den folgenden Phasen der FluoresceinAngiographie ist in der Differenzierung dieses Phänomens von einer Persistenz oder einem Rezidiv einer choroidalen Neovaskularisation für die weiteren Therapieschritte entscheidend.
Bei einer trockenen Lasernarbe werden die Grenzen der Randhyperfluoreszenz in der Spätphase respektiert.
Bei Rezidiven oder persistierenden choroidalen Neovaskularisationen treten zusätzliche Hyperfluoreszenzen auf, die den Gefäßen oder der Leckage von Fluorescein entsprechen.
Literatur
Subfoveal neovascular lesions in age-related macular degeneration. Guidelines for evaluation and treatment in the macular photocoagulation study. Macular Photocoagulation Study Group. Arch Ophthalmol. 1991;109:1242–57.
Laser photocoagulation of subfoveal neovascular lesions of age-rela- ted macular degeneration. Updated findings from two clinical trials. Macular Photocoagulation Study Group. Arch Ophthalmol. 1993;111:1200–9.
Laser photocoagulation for juxtafoveal choroidal neovascularization. Five-year results from randomized clinical trials. Macular Photocoagulation Study Group. Arch Ophthalmol. 1994; 112:500–9.
Barbazetto I, Burdan A, Bressler NM, et al. Photodynamic therapy of subfoveal choroidal neovascularization with verteporfin: fluorescein angiographic guidelines for evaluation and treatment–TAP and VIP report No. 2. Arch Ophthalmol. 2003;121:1253–68.
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3.5 Verlauf nach Laserkoagulation
Abb. 3.5 a–i
aKlinisches Bild: Z. n. konventioneller Laserkoagulation bei einer extrafoveal gelegenen CNV: Nasal der Fovea zeigen sich eine hypopigmentierte Läsion und eine subretinale Fibrose. Zusätzlich wird eine zarte subretinale Blutung in der Fovea erkannt.
bFrühphase: Runde Hypofluoreszenz, vereinbar mit einem Füllungsdefekt aufgrund der vorangegangenen Laserkoagulation. Die Hyperfluoreszenz am Rande der Hypofluoreszenz entspricht dem sichtbaren Fluorescein in der Choriokapillaris bei Pigmentepitheldefekten am Rande der Lasernarbe.
cArteriovenöse Phase: Hypofluoreszente, extrafoveal gelegene, trockene Lasernarbe.
dSpätphase: Die Lasernarbe bleibt trocken. Die Randhyperfluoreszenz respektiert die in der Frühphase festgestellten Grenzen und entspricht dem Pigmentepitheldefekt.
eKlinisches Bild: Z. n. konventioneller Laserkoagulation bei einer extrafoveal gelegenen CNV: Nasal der Fovea atrophische pigmentierte Lasernarbe. Nasal und oberhalb der Lasernarbe subretinale Flüssigkeitansammlung und subretinale gräuliche Läsion.
fFrühe arteriovenöse Phase: In der arteriovenösen Füllungsphase zeigt sich eine runde hypofluoreszente Lasernarbe nasal der Fovea, umgeben von einem hyperfluoreszenten Rand. Am nasalen Rand der Lasernarbe ist das Gefäßnetz einer rezidivierenden CNV mit einem zuführenden Gefäß zu erkennen.
gMittlere arteriovenöse Phase: Aufgrund der zunehmenden Leckage sind die Details des CNV-Gefäßnetzes nicht zu erkennen.
hSpätphase: Hier zeigt sich eine starke Hyperfluoreszenz, die die Grenzen der nach Laserkoagulation rezidivierenden CNV decken.
iKlassische extrafoveale CNV nach Laserkoagulation: Kleines Bild: Extrafoveale CNV mit Leckage vor Koagulation. Großes Bild: Zentrale Hypofluoreszenz durch Pigmentierung mit hyperfluoreszentem Randsaum in der Spätphase, bedingt durch die Aderhautatrophie in diesem Bereich. Keine Leckage, kein Hinweis auf ein Rezidiv.
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3 Altersbedingte Makuladegeneration und choroidale Neovaskularisationen anderer Genese – Fluorescein
3.6 Verlauf nach photodynamischer Therapie |
J. Wachtlin |
Photodynamische Therapie – Prinzip und Studien
Die photodynamische Therapie (PDT) ist zz. die Therapieoption der Wahl bei subfovealen klassischen oder überwiegend klassischen choroidalen Neovaskularisationen (CNV) bei altersbedingter Makuladegeneration (AMD).
Bei dem Therapieverfahren wird ein Photosensibilisa-
1tor i. v. appliziert wird, welcher in der choroidalen Neovaskularisation akkumuliert und dort durch einen speziellen Laser selektiv aktiviert wird. Es entstehen hoch-
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reaktive Sauerstoffverbindungen, die zur Thrombose |
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der choroidalen Neovaskularisation führen. Die im Be- |
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handlungsbereich liegenden Netzhautgefäße werden |
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nicht thrombosiert. |
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In großen kontrollierten Studien (TAPund VIP-Studie) |
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wurde gezeigt, dass bei altersbedingter Makuladegene- |
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ration mit subfovealer, überwiegend klassischer cho- |
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roidaler Neovaskularisation ein Visusverlust von 3 oder |
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mehr Zeilen durch die photodynamische Therapie im |
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Vergleich zur Plazebogruppe signifikant häufiger ver- |
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hindert werden konnte. |
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Neuere Studien zeigen auch eine Wirksamkeit der Be- |
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handlung bei kleinen okkulten choroidalen Neovasku- |
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larisationen und bei choroidalen Neovaskularisationen |
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auf Grund anderer Erkrankungen. |
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Prinzipiell wirkt die photodynamische Therapie auch |
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bei juxtaund extrafovealen choroidalen Neovaskulari- |
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sationen. Über den Visusverlauf bei solchen Lokalisa- |
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tionen liegen aber noch keine publizierten Studien vor. |
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Die Indikationen und vor allem die Kostenerstattung im |
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Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung unter- |
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liegen bei der photodynamischen Therapie zz. ständi- |
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gen Änderungen, so dass Anwender sich diesbezüglich |
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bei den entsprechenden Stellen (DOG, BVA) aktuell in- |
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formieren müssen. |
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Da die Behandlung in der Regel mehrfach wiederholt |
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werden muss, ist die Kenntnis der charakteristischen |
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angiographischen Befunde nach photodynamischer |
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Therapie von klinischer Bedeutung. |
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Typische Veränderungen nach photodynamischer The- |
rapie sind sekundäre Pigmentierungen und das sog. „Staining“.
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Fluorescein-Angiographie
Hypofluoreszenz
Unmittelbar nach der photodynamischen Therapie kommt es zu einer temporären Minderperfusion der Choriokapillaris. Bis ca. 46 Wochen nach der Behandlung ist deswegen ein hypofluoreszentes Areal im Bereich des Behandlungsspots zu sehen.
Nach Ablauf von 6 Wochen zeigt sich in der Regel keine Hypofluoreszenz mehr.
Leckage
Im Verlauf nach photodynamischer Therapie kann durch Reperfusion der choroidalen Neovaskularisation eine erneute Leckage auftreten. Die Größe und Zusammensetzung (klassisch oder okkult) der choroidalen Neovaskularisation kann sich ändern. Sie ist nicht entscheidend für die Weiterbehandlung.
Beim Vorliegen einer Leckage sowie persistierender Metamorphopsien ist meist eine weitere PDT-Behand- lung indiziert. In den größeren Studien wurden im Schnitt 3–4 Behandlungen pro Patient und Jahr durchgeführt.
Pigmentierung
Insbesondere nach mehrfacher photodynamischer Therapie und bei jüngeren Patienten zeigt sich eine verstärkte Pigmentierung um die choroidale Neovaskularisation herum. Hierbei umhüllt das retinale Pigmentepithel (RPE) die choroidale Neovaskularisation.
Diese Pigmentierung führt durch eine Blockade zu einer Hypofluoreszenz am Rande der choroidalen Neovaskularisation.
Staining
Als Staining wird die leichte Zunahme der Hyperfluoreszenz im Bereich von Narben oder Fibrosen bezeichnet, ohne dass eine wirkliche Leckage und Ödem vorliegen.
Ein Staining ist häufig nach mehrfacher photodynamischer Therapie, nach Argonlaserkoagulation oder im Endstadium der altersbedingten Makuladegeneration mit Ausbildung einer subretinalen Fibrose und Narbe zu sehen und schwierig gegenüber einer Leckage abzugrenzen.
Typisch ist eine leichte Zunahme der Hyperfluoreszenz bis ca. 5 min nach Injektion. Im weiteren Verlauf bis 10 min zeigt sich dann in der Regel eine Abnahme der Hyperfluoreszenz.
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3.6 Verlauf nach photodynamischer Therapie
Im Gegensatz hierzu bleibt bei einer Leckage die Intensität der Hyperfluoreszenz von der 5- bis zur 10-min- Aufnahme gleich oder nimmt weiter zu.
Beim Staining überschreitet das hyperfluoreszente Areal in der Spätphase nicht die Grenzen der in der Frühphase abgrenzbaren Läsion.
Neben dem fluoresceinangiographischen Befund ist auch die klinische Beurteilung der vorliegenden exsudativen Veränderungen zu berücksichtigen. Zusätzliche Informationen erhält man mit einer Stereoangiographie, alternativ muss der angiographische Befund mit dem binokularen ophthalmoskopischen Befund korreliert werden. Eine optische Kohärenztomographie (OCT) ist hier ebenfalls hilfreich und wird immer häufiger zur Verlaufsbeobachtung nach photodynamischer Therapie herangezogen.
Bei einem Staining besteht keine Indikation zur weiteren PDT-Behandlung. Eine Leckage deutet jedoch in aller Regel auf eine persistierende CNV oder ein CNV-Re- zidiv hin, so dass in Abhängigkeit vom klinischen Befund eine Wiederbehandlung diskutiert werden sollte.
Literatur
Photodynamic therapy of subfoveal choroidal neovascularization in age-related macular degeneration with verteporfin: one-year results of 2 randomized clinical trials – TAP report. Treatment of age-related macular degeneration with photodynamic therapy (TAP) Study Group. Arch Ophthalmol. 1999;117:1329–45.
Guidelines for using verteporfin (visudyne) in photodynamic therapy to treat choroidal neovascularization due to age-related macular degeneration and other causes. Retina. 2002;22:6–18.
Barbazetto I, Burdan A, Bressler NM, et al. Photodynamic therapy of subfoveal choroidal neovascularization with verteporfin: fluorescein angiographic guidelines for evaluation and treatment – TAP and VIP report No. 2. Arch Ophthalmol. 2003;121:1253–68.
Bressler NM. Verteporfin therapy of subfoveal choroidal neovascularization in age-related macular degeneration: two-year results of a randomized clinical trial including lesions with occult with no classic choroidal neovascularization-verteporfin in photodynamic therapy report 2. Am J Ophthalmol. 2002;133:168–9.
Kaiser RS, Berger JW, Williams GA, et al. Variability in fluorescein angiography interpretation for photodynamic therapy in age-related macular degeneration. Retina. 2002;22:683–90.
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Abb. 3.6 a–f
aFrühe arteriovenöse Phase: Befund 3 Tage nach experimenteller photodynamischer Therapie (PDT). Es zeigt sich eine deutliche Minderperfusion der Choriokapillaris, die größeren Aderhautgefäße sind perfundiert. Die Netzhautgefäße weisen keine Perfusionsänderungen auf.
bArteriovenöse Phase: Klassische subfoveale choroidale Neovaskularisation (CNV) vor PDT, es ist eine scharf begrenzte frühe Hyperfluoreszenz mit beginnender Leckage zu erkennen.
cArteriovenöse Phase: 6 Wochen nach PDT der CNV in b, die CNV ist deutlich kleiner. Im Bereich des Behandlungsspots um die CNV
ist eine leichte Hypofluoreszenz durch die Minderperfusion nach PDT vorhanden.
d Spätphase: Es besteht weiterhin eine Leckage, eine Wiederbehandlung ist indiziert.
eKlinisches Bild: CNV 9 Monate nach PDT mit fibrosierter Narbe und sekundärer Pigmentierung am Rande der Läsion.
fFrühe arteriovenöse Phase: Im Bereich der Pigmentierung zeigt sich durch die Blockade ein hypofluoreszenter Randsaum, keine Indikation zur PDT.
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3.6 Verlauf nach photodynamischer Therapie
Abb. 3.6 g–l
gKlinisches Bild: Leichte gelblich-weiße Verfärbung nach PDT als Zeichen einer Fibrosierung, in der binokularen Ophthalmoskopie ist kein Netzhautödem zu erkennen.
hFrühe arteriovenöse Phase: Es zeigt sich eine leichte frühe Hyperfluoreszenz im gesamten Behandlungsgebiet.
iSpätphase: Die in der Frühphase darstellbare Hyperfluoreszenz nimmt kaum zu, es besteht ein Staining, die Fibrose färbt sich an, ohne dass eine Leckage vorhanden ist.
jKlinisches Bild: Narbe und subretinale Fibrose nach PDT mit pigmentiertem Randsaum ohne Netzhautödem.
kFrühe arteriovenöse Phase: Es grenzt sich eine frühe Hyperfluoreszenz mit einem hypofluoreszenten Randsaum ab. Die Grenze und Größe der Läsion entsprechen genau dem klinischen Bild.
lSpätphase: Die Hyperfluoreszenz im Bereich der Narbe nimmt etwas zu, überschreitet aber nicht die in der Frühphase sichtbare scharf markierte Grenze der Läsion. Es besteht keine Leckage, es liegt ein Staining der Narbe vor.
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3 Altersbedingte Makuladegeneration und choroidale Neovaskularisationen anderer Genese – Fluorescein
3.7 Choroidale Neovaskularisationen anderer Genese J. Wachtlin
Einleitung
Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Ursache für die Ausbildung von choroidalen Neovaskularisationen (CNV). Weitere Ursachen für eine CNV sind, nach Häufigkeit sortiert:
–Myopie,
–postinflammatorisch, Z. n. Chorioretinitis,
–idiopathisch,
–Angioid Streaks, Trauma, Makuladystrophien, usw.
Häufig findet sich eine Desintegrität des funktionellen Komplexes Aderhaut, retinales Pigmentepithel (RPE), Bruch-Membran und Choriokapillaris. In diesen Bereichen entsteht die CNV.
Die CNV ist häufig vom klassischen Typ.
Myopie
Bei pathologischer Myopie (Achsenlänge 25 mm oder Refraktion –6,0 dpt. oder mehr) kommt es häufig zur Ausbildung einer myopen Makulopathie.
Die myope Makulopathie umfasst eine chorioretinale Atrophie und Lacksprünge (Risse in der Bruch-Memb- ran).
Im Bereich von Lacksprüngen kann es zur Ausbildung von Blutungen kommen, die teilweise auch mit einer CNV einhergehen.
Unbehandelt ist das Endstadium der Fuchs-Fleck, eine leicht erhabene, pigmentierte Narbe in der Fovea.
Postinflammatorische CNV
Verschiedene entzündliche Erkrankungen führen zur Ausbildung einer choroidalen Neovaskularisation.
Die Histoplasmose ist eine systemische Infektion mit dem Pilz Histoplasma capsulatum, der vor allem im Mississippi-Missouri-Gebiet endemisch ist. Bei einem Teil dieser Patienten kommt es zur Ausbildung des okulären Histoplasmose-Syndroms (OHS).
Typische klinische Befunde beim OHS sind: peripapilläre Atrophie, Histospots (kleine ausgestanzte Narben), CNV, keine intraokulare Entzündung.
Da der Pilz in Europa nicht endemisch ist, wird hier ein klinisch identisches Krankheitsbild als „Presumed (angenommenes) Ocular Histoplasmosis Syndrome“ (POHS) bezeichnet.
Weitere seltenere chorioretinale Entzündungen, die mit einer CNV auftreten können:
–Punctate Inner Choriodopathy (PIC) mit kleinen, unscharfen gelblichen Herden (meist bei jungen myopen Frauen),
–multifokale Chorioditis mit Panuveitis (MFCP), ähnlich wie POHS, jedoch mit Vitritis.
Weitere Ursachen einer CNV
Eine idiopathische CNV ist eine Ausschlussdiagnose, wenn keine Zeichen einer altersbedingten Makulade-
generation oder altersbedingten Makulopathie (Drusen) vorliegen und das Alter 50 Jahre ist. Oft ist die Erkrankung beidseitig bei unklarer Genese.
Bei „Angioid Streaks“ bestehen Risse in der BruchMembran, verbunden mit einer subretinalen Fibrose und einer CNV. Oft ist die Erkrankung mit einem Pseudoxanthoma elasticum assoziiert.
Bei traumatischer Aderhautruptur entsteht die CNV an der Rupturlinie.
Hereditäre Makuladystrophien (selten).
Diagnose und Behandlung
Die Diagnose des zugrunde liegenden Krankheitsbildes erfolgt klinisch, die der CNV angiographisch.
Bei juxtaund extrafovealer Lage ist bei OHS und Myopie eine Argonlaserkoagulation nach der MPS-Studie indiziert.
Bei subfovealer Lage bei Myopie und okulärem Histo- plasmose-Syndrom verspricht die Behandlung mit photodynamischer Therapie derzeit die besten Ergebnisse (VIP-Studie).
Kontrollierte Studien zum POHS liegen nicht vor, es wird analog zum OHS behandelt.
Zu bedenken ist die Vergrößerung der Lasernarben bei CNVs, die nicht durch AMD bedingt sind, weswegen auch bei juxtafovealer Lage eine PDT erwogen werden kann.
Natürlicher Verlauf und subretinale Chirurgie haben vor allem bei der idiopathischen CNV eine bessere Prognose als bei AMD, da das Ausmaß der Schädigung des retinalen Pigmentepithels im Vergleich geringer zu sein scheint.
Literatur
Argon laser photocoagulation for neovascular maculopathy. Fiveyear results from randomized clinical trials. Macular Photocoagulation Study Group. Arch Ophthalmol. 1991;109:1109–14.
Avila MP, Weiter JJ, Jalkh AE, Trempe CL, Pruett RC, Schepens CL. Natural history of choroidal neovascularization in degenerative myopia. Ophthalmology. 1984;91:1573–81.
Blinder KJ, Blumenkranz MS, Bressler NM, et al. Verteporfin therapy of subfoveal choroidal neovascularization in pathologic myopia: 2-year results of a randomized clinical trial – VIP report no. 3. Ophthalmology. 2003;110:667–73.
Parnell JR, Jampol LM, Yannuzzi LA, Gass JD, Tittl MK. Differentiation between presumed ocular histoplasmosis syndrome and multifocal choroiditis with panuveitis based on morphology of photographed fundus lesions and fluorescein angiography. Arch Ophthalmol. 2001;119:208–12.
Saperstein DA, Rosenfeld PJ, Bressler NM, et al. Photodynamic therapy of subfoveal choroidal neovascularization with verteporfin in the ocular histoplasmosis syndrome: one-year results of an uncontrolled, prospective case series. Ophthalmology. 2002; 109:1499–505.
Wachtlin J, Heimann H, Behme T, Foerster MH. Long-term results after photodynamic therapy with verteporfin for choroidal neovascularizations secondary to inflammatory chorioretinal diseases. Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol. 2003;241:899906.
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3.7 Choroidale Neovaskularisationen anderer Genese
Abb. 3.7 a–i
aKlinischer Befund: Myope Dehnungsherde mit Netzhaut-Ader- haut-Atrophie sowie posteriorem Staphylom bei Myopia magna. Die Sklera scheint durch. Am Rande des Staphyloms und des Atrophieareals zeigt sich ein gräulich ödematöser Bereich mit Blutung.
bArteriovenöse Phase: Im Bereich der Atrophie besteht eine Hypofluoreszenz, da die Choriokapillaris atrophiert ist. Einzelne Aderhautgefäße sind neben den Netzhautgefäßen sichtbar. Am Rande ist eine frühe Hyperfluoreszenz durch die choroidale Neovaskularisation (CNV) zu sehen, umgeben von einer Blockade durch die Blutung.
cSpätphase: Im Bereich der Atrophie zeigt sich jetzt eine Hyperfluoreszenz, hervorgerufen durch die Hintergrundfluoreszenz der Sklera. Im Bereich der CNV besteht nun eine deutliche Leckage.
dKlinischer Befund: Bei Presumed Ocular Histoplasmosis Syndrome (POHS) sind typische kleine ausgestanzte Narben („Histospots“) erkennbar, daneben eine peripapilläre Atrophie sowie eine exsudative Makulopathie mit Blutung.
eArteriovenöse Phase: Zentral zeigt sich eine frühe Hyperfluoreszenz im Sinne einer CNV. Blockadephänomene sind im Bereich der Narben, der Blutung und der Pigmentierungen erkennbar.
fSpätphase: Leckage aus dem CNV-Areal, die nichtpigmentierten Narben zeigen eine Hyperfluoreszenz durch die sklerale Hintergrundfluoreszenz, die pigmentierten Narben nur am Rand.
gKlinischer Befund: Bei der „Punctate Inner Choriodopathy“ (PIC) können kleine gelblich-weiße Herde, etwas unscharf begrenzt, auf Höhe der Aderhaut am hinteren Pol beobachtet werden.
hFrühphase: Es zeigt sich eine frühe Hyperfluoreszenz der Herde im Gegensatz zu den Narben beim POHS. Weiterhin kann unterhalb der Fovea eine juxtafoveale Hyperfluoreszenz, umgeben von einem hypofluoreszenten Randsaum, beobachtet werden.
iSpätphase: Weitere Zunahme der Hyperfluoreszenz in den Herden. Weiter zeigt sich eine noch wenig aktive juxtafoveale CNV mit nur geringer Leckage und Staining.
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