Добавил:
kiopkiopkiop18@yandex.ru t.me/Prokururor I Вовсе не секретарь, но почту проверяю Опубликованный материал нарушает ваши авторские права? Сообщите нам.
Вуз: Предмет: Файл:
Ординатура / Офтальмология / Немецкие материалы / Altersabhangige Makuladegeneration_Holz, Pauleikhoff, Spaide, Bird_2011.pdf
Скачиваний:
0
Добавлен:
28.03.2026
Размер:
12.57 Mб
Скачать

6.4 · Störungen der Aderhautperfusion

111

6

 

Angiographie. Im Fluoreszein-Angiogramm können Drusen als hypofluoreszente bzw. hyperfluoreszente Drusen unterschieden werden in Abhängigkeit ihrer Affinität zum hydrophilen Fluoreszein-Farbstoff bzw. ihrer chemischen Zusammensetzung und damit ihrer biophysikalischen Eigenschaften [16]. Auch können sich Drusen im Angiogramm zunächst hypound im weiteren Verlauf hyperfluoreszent darstellen – ein Anfärbeverhalten, wie es oft bei weichen Drusen zu beobachten ist. Es gibt Hinweise dafür, dass hyperfluoreszente und damit hydrophile Drusen eher zu choroidalen Neovaskularisationen prädisponieren, während hypofluoreszente und damit hydrophobe Drusen eher zu Pigmentepithelabhebungen führen.

Optische Kohärenztomographie. In der optischen Kohärenztomographie zeigen sich Drusen als kleine Abhebungen des RPE von der darunterliegenden Bruch-Membran. Da aber eine Quantifizierung dieser »Erhebungen« im OCT bisher nicht standardmäßig verfügbar ist, hat eine prognostische Einschätzung der dort sichtbaren Drusen bisher keine klinische Bedeutung. Automatisierte Quantifizierungen der frühen AMD-Kennzeichen im OCT werden hier aber in Zukunft für klinische und präventivtherapeutische Studien an Bedeutung gewinnen. Auch muss eine klinische Abgrenzung dieser »Abhebungen des RPE« in Form von Drusen im OCT eindeutig von der »serösen Pigmentepithelabhebung« erfolgen ( Kap. 7), um eine prognostische und therapieindizierende Überinterpretation der Befunde zu verhindern.

6.3Fokale Hypound Hyperpigmentationen des retinalen Pigmentepithels

Häufig geht die altersabhängige Makuladegeneration mit umschriebenen, fokalen Hyperoder Hypopigmentationen einher ( Abb. 6.7). Dabei können Hyperpigmentationen sowohl durch Veränderungen in Höhe des retinalen Pigmentepithels bedingt sein (erhöhter Melaningehalt bzw. Proliferation mit Übereinanderlagerungen von Pigmentepithelzellen) oder pigmentierte Zellen (Pigmentepithelzellen oder Makrophagen, die Melanin phagozytiert haben) können in die neurosensorische Netzhaut migriert sein. Letzteres Phänomen wird auch in Verbindung mit intraretinalen neovaskulären Komplexen (»retinal angiomatous proliferations«, RAP-Lä- sionen) oder retinochoroidalen vaskulären Anastomosen beobachtet. Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass fokale Hyperpigmentationen ein Hochrisikomerkmal hinsichtlich der Entwicklung choroida-

Abb. 6.7 Fokale Hyperpigmentationen als zusätzliches Hochrisikomerkmal in Gegenwart multipler Drusen

ler Neovaskularisationen darstellen. Fokale Areale mit Hypopigmentation können sich auch unabhängig von Drusen entwickeln, wobei dies nicht notwendigerweise mit einem Verlust retinaler Pigmentepithelzellen an diesem Ort verbunden sein muss, sondern auch auf einem reduzierten Gehalt an intrazellulären Melaningranula basieren kann. Die retinale Sensitivität korrespondierend mit solchen Arealen weist – wenn nicht weitere Veränderungen hinzutreten – meist keine messbare Beeinträchtigung auf.

6.4Störungen der Aderhautperfusion

Im Angiogramm findet sich bei einem Teil der Patienten mit AMD eine Verzögerung der Aderhautperfusion. Von einer verlängerten fluoreszenz-angiographischen Füllung der Aderhaut wird dann ausgegangen, wenn sich in der Transitphase des Angiogramms ein mindestens fünf Papillendurchmesser großes Areal mit sich langsam entwickelnder punktbzw. fleckförmiger Aderhautfluoreszenz zeigt. Diese hyperfluoreszenten Punkte verschmelzen erst in der venösen Phase mit der Netzhautzirkulation. Außerdem sind große Aderhautgefäße in der Transitphase vor der Füllung der Choriokapillaris sichtbar ( Abb. 6.8).

In Analogie zu histologischen und angiographischen Befunden bei der Sorsby-Fundusdystrophie – einer dominant vererbten Makuladystrophie, die mit ausgedehnten,

112 Kapitel 6 · Frühe AMD

 

Abb. 6.8a,b Fluoreszein-angiographi-

 

6

scher Befund bei Verzögerung der Ader-

 

hautperfusion in der arteriellen Phase (a)

 

und der frühen Transitphase (b) des Angio-

 

 

a

 

gramms

 

 

diffusen Ablagerungen im Bereich der Bruch-Membran einhergeht – wird dies als ein indirekter Hinweis auf das Vorliegen diffuser Drusen im Gegensatz zu den ophthalmoskopisch sichtbaren fokalen Drusen gewertet [15, 17]. Wie in Kap. 5 ausgeführt, spielen diffuse Ablagerungen zwischen retinalem Pigmentepithel und Bruch-Membran bei der Pathogenese der altersabhängigen Makuladegeneration eine erhebliche Rolle. Insofern überrascht es nicht, dass Patienten mit verzögerter Aderhautperfusion eine ungünstige Prognose hinsichtlich der Inzidenz visusmindernder Läsionen aufweisen. Überzufällig häufig ist dieser Befund außerdem mit der Entwicklung einer geographischen Atrophie des retinalen Pigmentepithels verbunden [9].

Fazit

Die frühen Manifestationsformen der altersabhängigen Makuladegeneration sind klinisch in Form von Drusen und Hypobzw. Hyperpigmentierungen sichtbar. Sie entstehen auf genetischer Grundlage und führen zunächst nur zu einer geringgradigen visuellen Beeinträchtigung. Bei der klinischen Einordnung der Befunde sind eine einheitliche Terminologie und eine präzise Differenzierung erstrebenswert, auch weil diese prognostisch relevant und für die Indikationsstellung prophylaktischer oder therapeutischer Maßnahmen bedeutsam sind. Drusen unterliegen dynamischen Veränderungen mit der Zeit und zeigen für den jeweiligen Patienten wie auch die anderen Manifestationsformen eine tendenziell symmetrische Ausprägung. Ihre Gegenwart geht mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung choroidaler Neovaskularisationen, einer Abhebung des retinalen Pigmentepithels oder einer geographischen Atrophie einher. Große, weiche, konfluente Drusen und zusätzliche fokale Hyperpigmentationen weisen auf ein besonders hohes Risiko hin.

b

Literatur

[1]Age-Related Eye Disease Study Research Group (2001) A randomized, placebo-controlled, clinical trial of high-dose supplementation with vitamins C and E, beta carotene, and zinc for age-related macular degeneration and vision loss: AREDS report no. 8. Arch Ophthalmol 119:1417–1436

[2]Arnold JJ, Sarks SH, Killingsworth MC, Sarks JP (1995) Reticular pseudodrusen: a risk factor in age-related maculopathy. Retina 15:183–191

[3]Barondes M, Pauleikhoff D, Chisholm IC, Minessian D, Bird AC (1986) Bilaterality of drusen. Br J Ophthalmol 74:180–182

[4]Bird AC, Bressler NM, Bressler SB, Chisholm IH, Coscas G, Davis MD, de Jong PT, Klaver CC, Klein BE, Klein R, et al. (1995) An international classification and grading system for age-related maculopathy and age-related macular degeneration. The International ARM Epidemiological Study Group. Surv Ophthalmol 39:367–374

[5]Brown B, Lovie-Kitchin J (1987) Contrast-sensitivity in central and paracentral retina in age-related macular maculopathy. Clin Exper Optom 7:145–148

[6]Curcio CA, Millican CL (1999) Basal linear deposit and large drusen are specific for early age-related maculopathy. Arch Ophthalmol 117:329–339

[7]Farwick A, Wellmann J, Stoll M, Pauleikhoff D, Hense HW (2010) Susceptibility genes and progression in age-related maculopathy: a study of single eyes. Invest Ophthalmol Vis Sci 51:731– 736

[8]Gass JD, Jallow S, Davis B (1985) Adult vitelliform macular detachment occurring in patients with basal laminar drusen. Am J Ophthalm 99:445–459

[9]Holz FG, Wolfensberger TJ, Piguet B, Gross-Jendroska B, Wells JA, Minassian DC, Chisholm IH, Bird AC (1994) Bilateral macular drusen in age-related macular degeneration: prognosis and risk factors. Ophthalmology 101:1522–1528

[10]Holz FG, Gross-Jendroska M, Eckstein A, Hog CR, Arden GB, Bird AC (1995) Colour contrast sensitivity in patients with age-related Bruch’s membrane changes. German J Ophthalmol 4:336–341

[11]Katta S, Kaur I, Chakrabarti S (2009) The molecular genetic basis of age-related macular degeneration: an overview. J Genet 88:425–449

Literatur

[12]Klein R, Klein BE, Tomany SC, Meuer SM, Huang GH (2002) Tenyear incidence and progression of age-related maculopathy: The Beaver Dam Eye Study. Ophthalmology 109:1767–1779

[13]Lommatzsch A, Hermans P, Müller KD, Bornfeld N, Bird AC, Pauleikhoff D (2008) Are low inflammatory reactions involved in exudative age-related macular degeneration? Morphological and immunhistochemical analysis of AMD associated with basal deposits. Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 246:803–810

[14]Pauleikhoff D, Barondes MJ, Minessian D, Chisholm IH, Bird AC (1990a) Drusen as risk factors in age-related macular disease. Am J Ophthalmol 109:38–43

[15]Pauleikhoff D, Chen JC, Chisholm IH, Bird AC (1990b) Choroidal perfusion abnormality with age-related Bruch‘s membrane change. Am J Opthalmol 109:211–217

[16]Pauleikhoff D, Zuels S, Sheraidah G, Bird AC (1992) Correlation between biochemical composition and fluorescein binding of deposits in Bruch’s membrane. Ophthalmology 99:1548–1553

[17]Piguet B, Palmvang IB, Chisholm IH, Minassian D, Bird AC (1992) Evolution of age-related macular degeneration with choroidal perfusion abnormality. Am J Ophthalmol 113:657–663

[18]Rivera A, Fisher SA, Fritsche LG, Keilhauer CN, Lichtner P, Meitinger T, Weber BH (2005) Hypothetical LOC387715 is a second major susceptibility gene for age-related macular degeneration, contributing independently of complement factor H to disease risk. Hum Mol Genet 14:3227–3236

[19]Rudolf M, Malek G, Messinger JD, Clark ME, Wang L, Curcio CA (2008) Sub-retinal drusenoid deposits in human retina: organization and composition. Exp Eye Res 87:402–408

[20]Russell SR, Mullins RF, Schneider BL, Hageman GS (2000) Location, substructure, and composition of basal laminar drusen compared with drusen associated with aging and age-related macular degeneration. Am J Ophthalmol 129:205–214

[21]Sarks SH, Van Driel D, Maxwell L, Killingsworth M (1980) Softening of drusen and subretinal neovascularization. Trans Ophthalmol Soc UK 100:414–422

[22]Schmitz-Valckenberg S, Alten F, Steinberg JS, Jaffe GJ, Fleckenstein M, Mukesh BN, Hohman TC, Holz FG for the GAP-Study Group (2011) Reticular drusen associated with geographic atrophy in age-related macular degeneration. . Invest Ophthalmol Vis Sci, online publiziert: 15.04.2011

[23]Schmitz-Valckenberg S, Steinberg JS, Fleckenstein M, Visvalingam S, Brinkmann CK, Holz FG (2010) Combined confocal scanning laser ophthalmoscopy and spectral-domain optical coherence tomography imaging of reticular drusen associated with age-related macular degeneration. Ophthalmology 117:1169–1176

[24]Scilley K, Jackson GR, Cideciyan AV, Maguire MG, Jacobson SG, Owsley C (2002) Early age-related maculopathy and self-reported visual difficulty in daily life. Ophthalmology 109:1235–1242

[25]Seddon JM, Francis PJ, George S, Schultz DW, Rosner B, Klein ML (2007) Association of CFH Y402H and LOC387715 A69S with progression of age-related macular degeneration. JAMA 297:1793–1800

[26]Spaide RF, Curcio CA (2010) Drusen characterization with multimodal imaging. Retina 30: 1441–1454

[27]Steinmetz RL, Haimovici R, Jubb C, Fitzke FW, Bird AC (1993) Symptomatic abnormalities of dark adaptation in patients with agerelated Bruch’s membrane change. Br J Ophthalmol 77:549–554

[28]Van Leeuwen R, Klaver CC, Vingerling JR, Hofman A, de Jong PT (2003) The risk and natural course of age-related maculopathy: follow-up at 6 1/2 years in the Rotterdam study. Arch Ophthalmol 121:519–526

113

6

 

 

 

[29]Wang L, Clark ME, Crossman DK, Kojima K, Messinger JD, Mobley JA, Curcio CA (2010) Abundant lipid and protein components of drusen. PLoS ONE 5 (4):e10329

[30]Wasmuth S, Lueck K, Baehler H, Lommatzsch A, Pauleikhoff D (2009) Increased vitronectin production by complement-stimula- ted human retinal pigment epithelial cells. Invest Ophthalmol Vis Sci 50:5304–5309

[31]Zweifel SA, Spaide RF, Curcio CA, Malek G, Imamura Y (2010) Reticular pseudodrusen are subretinal drusenoid deposits. Ophthalmology 117:303–312

[32]Zweifel SA, Imamura Y, Spaide TC, Fujiwara T, Spaide RF (2010) Prevalence and significance of subretinal drusenoid deposits (reticular pseudodrusen) in age-related macular degeneration. Ophthalmology 117:1775–1781