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Ординатура / Офтальмология / Немецкие материалы / Tipps und Tricks fur den Augenarzt Problemlosungen von A bis Z_Schmidt_2008

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54 A Augenrötung mit Schmerzen bei einem TINU-Syndrom

Abb. 1

Hintere Synechierung bei 6 Uhr, 1. stationärer Behandlungstag (aus Fünfstück et al. 2004)

Therapie

Kortikosteroide wurden bei der Nephritis und der Uveopapillitis erfolgreich eingesetzt.

Weiterführende Tipps

Bakterielle Entzündungen des vorderen Augenabschnitts; Hypopyon, Früherkennung mit Glyzerintropfen

Literatur

Bensmail D, Rosssignol I, Tuil E, Sabourin C, Morin Y, Héron E (2003) Néphropathie tubulointerstitielle et uvéite (syndrome TINU): une nouvelle observation pédiatrique. J Fr Ophtalmol 26:187–190

Fünfstück C, Augsten R, Königsdörffer E, Holzhausen HJ, Strobel J (2004) Vorliegen eines

TINU-Syndroms bei ungeklärter „idiopathischer“ Uveitis. Ophthalmologe 101:844–846

Augenrötung mit Schmerzen bei einem TINU-Syndrom

A 55

Hausmann N, Neyer U, Hämmerle W (1988) Akut rezidivierende Uveitis und idiopathische interstitielle Nephritis – eine nosologische Einheit (TINU-Syndrom). Klin Monatsbl Augenheilkd 193:35–38

Hudde T, Heinz C, Neudorf U, Hoeft S, Heiligenhaus A, Steuhl KP (2002) Tubuointerstitielle Nephritis mit Uveitis (TINU-Syndrom) – Komorbidität und Komplikation bei vier Patienten. Klin Monatsbl Augenheilkd 219: 528–532

56 A Augentropfenverabreichung

Augentropfenverabreichung

Ziel

Wirksame Verabreichung von Augentropfen.

Problem

Augentropfen werden häufig falsch in die Bindehaut der Augen geträufelt, sodass sie unzureichend wirken.

Lösung und Alternativen

Verabreichung durch den Arzt oder das Pflegepersonal

t1. Schritt: Beim Verabreichen von Augentropfen sollten die Augen des sitzenden Patienten nach oben gerichtet sein; das Unterlid ist mit einem Finger, der einen Tupfer am Unterlid hält, nach unten zu ziehen. Der Tropfen sollte in freiem Fall von oben in die untere Umschlagsfalte der Bindehaut, nicht jedoch auf die Hornhaut fallen. Dabei ist zu beachten, dass der Flaschenhals die Wimpern des Patienten nicht berührt, da sonst die Gefahr der Keimübertragung durch Kontakt mit dem Flaschenhals besteht. (Cave: Fleckenbildung durch auf Kleidung fallende Tropfen, z. B. durch Fluoreszeintropfen, da diese Tropfen nicht durch einfaches Waschen beseitigt werden können.)

t2. Schritt: Anschließend sollte das getropfte Auge ca. 2 Minuten lang geschlossen bleiben. Das untere Tränenkanälchen sollte der Patient sofort danach mit dem Zeigefinger abdrücken, damit das getropfte Pharmakon sich im Tränenfilm verteilt und nicht sofort wieder über den Tränenweg abfließt. Diese Empfehlung ist vor allem bei der Verabreichung von antiglaukomatös wirkenden oder antibiotikahaltigen Augentropfen zu beachten. Bei zu kurzem Verweilen des Pharmakons

Augentropfenverabreichung A 57

in der Tränenflüssigkeit und bei starkem Tränenfluss ist die Wirkung des Medikaments erheblich reduziert.

Selbstverabreichung durch den Patienten

Es wurde von Patienten vorgeschlagen, bei eingeschränkter Fingerbeweglichkeit (beispielsweise durch Arthritis) kleine Ophthiolen in eine Wimpernzange einzuspannen und anschließend durch Halten des Instruments über das Auge, Tropfen gezielt in die Bindehaut fallen zu lassen. Patienten mit einer rheumatoiden Arthritis leiden häufig an einer Conjunctivitis sicca und müssen sich deshalb häufig Augentropfen verabreichen.

Abb. 1

Digitales Abdrücken der abführenden Tränenwege nach Verabreichung von Augentropfen

Weiterführende Tipps

Bakterielle Entzündungen des vorderen Augenabschnitts; Muskelchirurgie in Tropfanästhesie; Patientencompliance; Zykloplegie

58 A Augentropfenverabreichung

Literatur

Dahlmann AH, Chew CKS (2002) Application of eye drops by patients with rheumatoid ar-

thritis. J Rheumatol 29:850

Augenverband, Amblyopiegefahr bei Kindern unter 6 Jahren

A 59

Augenverband, Amblyopiegefahr bei Kindern unter 6 Jahren

Ziel

Sehminderung infolge eines unnötig angelegten Augenverbands.

Problem

Gelegentlich wird nicht daran gedacht, dass bei Kleinkindern nach einer banalen Augenerkrankung durch das Anlegen eines Verbands für mehrere Tage eine Deprivations-Amblyopie hervorgerufen werden kann. Um das kindliche Auge gut zu schützen, wird nicht selten aus einem übertriebenen Sicherheitsbedürfnis heraus ein Verband angelegt, obwohl dies in vielen Situationen unnötig ist und nicht nur die Gefahr einer Amblyopie birgt. Durch Wärmestau können sich überdies Bakterien in„idealer“ Weise vermehren.

Lösung und Alternativen

Vergleichende Versuche mit einer gelochten Plastikhartschale und einem Verband mit „Mull-pad“ bei unterschiedlichen Personen ergaben, dass ein Verband verstärkte Schmerzen, höhere Enzymaktivitäten und ein verändertes Besiedlungsmuster mit Keimen bewirkte.

Ein Augenverband kann im seltenen Fall eines trockenen Auges angebracht sein, um das Auge feucht zu halten. Diese Situation trifft jedoch meist nicht auf Kleinkinder zu.

Ein Augenverband, der direkt nach einer Operation in unsachgemäßer Weise angelegt wird, beispielsweise wenn der Verband auf ein nicht vollständig geschlossenes Auge, evtl. sogar mit Druck angelegt wird, kann postoperativ nach Abklingen der Anästhetika-Wirkung erhebliche Schmerzen infolge einer druckbedingten Erosio corneae verursachen.

60 A Augenverband, Amblyopiegefahr bei Kindern unter 6 Jahren

Weiterführende Tipps

Amblyopie bei Kleinkindern und älteren Kindern

Literatur

Schrage NF, Flick S, von Fischern T, Reim M, Wenzel M (1997) Temperaturveränderungen der Hornhaut durch Anlegen eines Augenverbandes. Ophthalmologe 94:492–495

Turß R, Teschler H (1981) Die Wirksamkeit von Verbänden und Schutzbrillen bei „trockenem Auge“. Ber Dtsch Ophthalmol Ges 78:425–429

AZOOR (Akute zonale okkulte äußere („outer“) Retinopathie)

A 61

AZOOR (Akute zonale okkulte äußere („outer“) Retinopathie)

Ziel

Nachweis einer mit Gesichtsfeldausfällen einhergehenden Retinopathie.

Problem

Eine 23-Jährige, sonst gesund erscheinende kurzsichtige Frau berichtete über verstärkte Photophobie mit einer seitlichen Gesichtsfeldeinengung eines Auges nach einem grippalen Infekt.

Lösung und Alternativen

Die AZOOR-Erkrankung ist durch eine akute Sehminderung eines oder mehrerer Gesichtsfeldzonen, verursacht durch eine Dysfunktion retinaler Rezeptoren, charakterisiert. Unterschieden wird zwischen zwei Formen, der primären Störung retinaler Rezeptoren (Typ I) und der kombinierten Störung der Rezeptoren und des Pigmentepithels (Typ II). Typischerweise erkranken am häufigsten junge, sonst gesund erscheinende Frauen, die eine Myopie aufweisen. Sie leiden unter einer Photophobie. Das temporale Gesichtsfeld, einschließlich des blinden Flecks ist betroffen unter Schonung des zentralen Gesichtsfeldareals. Glaskörperzellen und eingeengte Netzhautgefäße in den betroffenen retinalen Zonen mit gelegentlichen Zeichen einer Periphlebitis können sich innerhalb einiger Wochen entwickeln. Bei etwa 50 % der Patienten sind beide Augen befallen. Die Gesichtsfeldausfälle können sich vergrößern, seltener bleiben sie unverändert im Verlauf von 4–6 Monaten bestehen oder sie verkleinern sich. Bei etwa der Hälfte der Patientinnen tritt infolge eines Untergangs der Netzhautrezeptoren und Läsionen des Pigmentepithels eine fleckförmige Pigmentierung auf. Als primäre Ursache wurde eine Viruserkrankung vermutet.

Bei 16 % von 50 Patienten bestand eine zusätzliche Autoimmunerkran-

62 A AZOOR (Akute zonale okkulte äußere („outer“) Retinopathie)

kung wie beispielsweise eine Hashimoto-Thyreoiditis, eine Myasthenia gravis oder eine multiple Sklerose.

Zum „AZOOR-Komplex“ oder „AZOOR-Syndrom zählte Gass das Syndrom der flüchtigen weißen Flecken („multiple evanescent white dot syndrome“ oder „MEWDS“), die multifokale Chorioiditis, die punktförmige innere Chorioidiopathie („punctate inner choroidopathy oder PIC“), die akute idiopathische Vergrößerung des blinden Flecks („acute idiopathic blind spot enlargement“), die akute makulare Neuroretinopathie und die akute ringförmige äußere Retinopathie („annular outer retinopathy“). Therapeutisch zeigte sich bei Patienten mit einer AZOOR und einer MEWDS kein Ansprechen auf Kortikosteroide.

Abb. 1

Fundusbefund (oben) und kombinierte Fluoreszenz und ICG-Angiographie (unten) nach 6 Monaten, Fernvisus 0,4 (aus Helbig et al. 2001)

AZOOR (Akute zonale okkulte äußere („outer“) Retinopathie)

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Weiterführende Tipps

Atrophia gyrata, fortschreitende, aber behandelbare Netz-Aderhautde- generation; Chorioiditis und Diplopie bei Borreliose; Multiple Sklerose mit einer posterioren Uveitis

Literatur

Gass JDM (1993) Acute zonal occult outer retinopathy. J Clin Neuro-ophthalmol 13:79–97 Gass JDM (1995) Acute annular outer retinopathy as a variant of acute zonal occult outer reti-

nopathy. Am J Ophthalmol 119:330–334

Gass JDM (2003) Are acute zonal occult outer retinopathy and the white spot syndromes (AZOOR complex) specific autoimmune diseases? Am J Ophthalmol 135:380–381

Helbig H, Sutter F, Thölen A (2001) Akute zonale okkulte äußere Retinopathie (AZOOR). Ophthalmologe 98:574–578

Holz FG, Kim RY, Schwartz SD, Harper CA, Wroblewski J, Arden GB, Bird AC (1994) Acute zonal occult outer retinopathy (AZOOR) associated with multifocal choroidopathy. Eye 8:77–83

Jampol LM, Becker KG (2003) White spot syndromes of the retina: a hypothesis based on the common genetic hypothesis of autoimmune/inflammatory disease. Am J Ophthalmol 135:376–379