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Ординатура / Офтальмология / Немецкие материалы / Tipps und Tricks fur den Augenarzt Problemlosungen von A bis Z_Schmidt_2008

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Schöpfernaht als ambulanter Eingriff

S 377

Literatur

Augustin AJ (2007) Augenheilkunde, 3. Auflage, Springer Verlag Berlin, Heidelberg

Schöpfer O (1949) Über einen einfachen Eingriff zur Behebung des Entropium spasticum. Klin Monatsbl Augenheilkd 115:40–42

Vörösmarthy D (1970) Blaskovics-Kettesy. Eingriffe am Auge. Anleitung zur operativen Tätigkeit des Augenarztes. Enke Verlag, Stuttgart, S 82

378 S Schrotschusskugel in der Orbita

Schrotschusskugel in der Orbita

Ziel

Beurteilung der Operationsindikation.

Problem

Im Röntgenbild zeigt sich eine Schrotschusskugel in der Orbita retrobulbär. Im Allgemeinen liegt sie im orbitalen Gewebe ohne wesentliche Begleitreaktionen hervorzurufen.

Lösung und Alternativen

Die Entfernung einer Kugel aus der Orbita ist nur dann angezeigt, wenn der Fremdkörper durch einen operativen Eingriff leicht zugänglich ist, beispielsweise über einen transkonjunktivalen Zugang. Wenn frische Schäden eingetreten sind, die durch Druck der Kugel auf einen Nerv entstanden sind, ist die Entfernung einer Kugel erforderlich.

Im Allgemeinen verursachen orbitale Metallfremdkörper jedoch keine Beschwerden und bleiben weitgehend reaktionslos im orbitalen Fettgewebe liegen. Kugelbedingte Infektionen treten bei Schussverletzungen selten auf.

Eine größere Operation wie eine Krönlein’sche Orbitotomie durchzuführen, ist nicht ratsam, da bei dem relativ großen orbitalen Eingriff die Gefahr besteht, dass durch das operative Vorgehen orbitale Nerven und Gefäße verletzt werden und operationsbedingte bleibende Schäden zu befürchten sind. Die Erfahrung, insbesondere aus den Kriegszeiten, hat gezeigt, dass Geschosskugeln über viele Jahre reizlos in der Orbita verweilten, ohne nachteilige Reaktionen hervorzurufen.

Orbitale Durchschüsse, wie sie nicht selten in suizidaler Absicht verursacht werden, weisen meistens eine schwere Traumatisierung des Bulbus und der Orbita auf, sodass eine erfolgreiche Wiederherstellung kaum zu

Schrotschusskugel in der Orbita

S 379

erwarten ist. Eine gemeinsame operative Versorgung mit Neurochirurgen, Kieferchirurgen und HNO-Ärzten kann dabei notwendig sein.

Der Nachweis eines metallischen Fremdkörpers in der Orbita sollte mit Röntgenaufnahmen oder einem CT erfolgen. Ein Magnetresonanztomogramm (MRT) ist bei allen metallischen Fremdkörpern im menschlichen Körper kontraindiziert. Hinzu kommt, dass mit einem MRT knöcherne Verletzungen weniger deutlich darstellbar sind als mit einem CT.

Weiterführende Tipps

Orbitachirurgie, Navigationssystem; Orbitadachverletzung (ein möglicher neurochirurgischer Notfall); Orbitahämatom, posttraumatisches

Literatur

Groenouw A (1899) Schussverletzungen der Augenhöhle mit Nachweis des Geschosses durch Röntgenstrahlen. Klin Monatsbl Augenheilkd 37:151–161

Günther J (1909) Über die Schrotschussverletzungen des Auges vom klinischen und patholo- gisch-anatomischen Standpunkt aus. Klin Monatsbl Augenheilkd 47:167–195

Medicke I, Müller-Jensen K (1998) Prognose orbitaler Schußverletzungen. Ophthalmologe 95:172–175

Plocher R (1916) Über orbitale Steckschüsse, ihre Symptomatologie, Prognose und Therapie. Klin Monatsbl Augenheilkd 56:27–61

Temiz OM, Lang GK (2007) Akute Visusminderung nach Luftgewehrkugelverletzung. Klin Monatsbl Augenheilkd 224:804–806

380 S Schwarze oder braune Kornea

Schwarze oder braune Kornea

Ziel

Rechtzeitiges Absetzen von Epinephrin-Augentropfen bei der Glaukombehandlung.

Problem

Schwarzes Pigment in der Konjunktiva oder Kornea lässt die Vermutung eines malignen Prozesses aufkommen.

Lösung und Alternativen

Eine genaue Anamnese ist erforderlich, um zu erfahren, ob der Patient über längere Zeit adrenalinhaltige Augentropfen oder -salbe verwendet hat.

Fleckförmige dunkelbraune bis schwarze, pigmentierte Areale der Kornea oder Konjunktiva können bei Glaukompatienten durch eine Langzeitbehandlung mit dem Sympathomimetikum Adrenalin (Epinephrin) verursacht werden. Auch in der Bindehaut zeigen sich schwarze Pigmentablagerungen. Bei dem schwarzen Pigment handelt es sich um Adrenochrom, ein Oxydationsprodukt von Adrenalin. Das Pigment fand sich zwischen dem Epithel und der Bowman-Membran sowie in Keratozyten des oberflächlichen Hornhautstromas eingelagert. In der Bindehaut wurde histologisch Pigment in Zysten oder Krypten der Konjunktiva gefunden.

Untersuchungen ergaben Adrenochrom-Ablagerungen der Kornea, die durch Kaliumpermanganat gebleicht wurden.

Literatur

Blobner F (1938) Hornhautverfärbung durch ein Adrenalinpräparat. Klin Monatsbl Augen-

heilkd 100:758–763

Schwarze oder braune Kornea

S 381

Green WR, Kaufer GJ, Dubroff S (1967) Black cornea. A complication of topical use of epinephrine. Ophthalmologica 154:88–95

Hunold AC, Dithmar S (2007) Hämatokornea. Klin Monatsbl Augenheikd 224:736–737 Kaiser PK, Pineda R, Albert DM, Shore JW (1992) „Black cornea“ after long-term epinephrine

use. Arch Ophthalmol 110:1273–1275

Krejci L, Harrison R (1970) Epinephrine effects on corneal cells in tissue culture. Arch Ophthalmol 83:451–454

Löwenstein A (1927) Künstliche Hervorrufung melanotischer Geschwülstchen in der Bindehaut. 46. Versammlung Dtsch Ophthalmol Ges Heidelberg 439–441

Pau H, Schmitt-Gräff A (1981) Pigmentierte Bindehauteinschlüsse nach örtlicher Adrenalingabe. Graefe’s Arch Ophthalmol 216:69–75

Steiber Z, Ehlers N, Heegaard S, Hjortdal J, Berta A, Prause JU (2008) Brown cornea. Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 246:537–541

Schmidt R (1934) Isolierte Melanosis corneae. 8 Jahre nach Exzision eines oberflächlichen Melanosarkoms am Hornhautlimbus. Klin Monatsbl Augenheilkd 93:164–170

Steiber Z, Ehlers N, Heegaard S, Hjortdal J, Berta A, Prause JU (2008) Brown cornea. Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 246:537–541

382 S Sehhilfen, vergrößernde

Sehhilfen, vergrößernde

Ziel

Optimale Sehverbesserung mit optischen Vergrößerungssystemen.

Problem

Die richtige Korrektur bei einer Sehschwäche ist individuell zu testen. Eine Makuladegeneration führt häufig zu einer stark herabgesetzten Sehschärfe, sodass vergrößernde Sehhilfen angepasst werden sollten.

Lösung und Alternativen

Die zum Lesen erforderliche Mindestsehschärfe liegt bei 0,3–0,4. Bei einer schlechteren Sehschärfe ≤ 0,3–0,1 sollten optische Hilfen (Lupe, Lupenbrillen, Teleskopsysteme) angepasst werden.

Liegt der Visus noch tiefer, bei ≤ 0,1–0,05 kann mit einem Handfernrohr sowie mit elektronischen Hilfen (Bildschirmlesegerät), die zur Vergrößerung des Textes eingesetzt werden, probiert werden, ob eine bessere Lesefähigkeit erreicht wird.

Beleuchtung bei vergrößernden Sehhilfen (Lupenbrille, Galilei-Fernrohrbrille oder Kepler-Fernrohrbrille)

Ausreichendes Licht ist für Sehbehinderte enorm wichtig. Der Vergrößerungsbedarf kann mit richtiger Beleuchtung um einige Stufen geringer ausfallen. Medientrübungen können jedoch zu Blendeffekten führen, so dass eine zu starke Beleuchtung unangenehm wirkt. Durch Lampen mit verschiedenen Lichttemperaturen kann die subjektiv angenehmste Beleuchtung gewählt werden.

Sehhilfen, vergrößernde

S 383

Tabelle 1

Zuordnung der wichtigsten Gruppen vergrößernder Sehhilfen zu Visuswerten der Patienten sowie Angaben zum Vergrößerungsbereich für Ferne und Nähe. Die Angaben gelten als Orientierungswerte (Grein 2002)

Visus

Vergrößernde

Vergrößerung Nähe

Vergrößerung

 

Sehhilfe

 

Ferne

0,4–0,16

Lupenbrille

Binokular 1- bis 3-fach

-

0,4–0,1

-

Monokular 1-bis 5-fach

-

0,4–0,1

Lupe

1- bis 5-fach

-

0,3–0,1

Fernrohrbrille Galilei

2- bis 6-fach

1,8 bis 2,5-fach

0,2–0,1

Fernrohrbrille Kepler

4- bis 6-fach

3- bis 4-fach

0,4–0,05

Handfernrohr

4- bis 6-fach

3- bis 6-fach

0,1–0,5

elektr. Lesegerät

5- bis 30-fach

-

 

 

 

 

Abb. 1

Bildschirmsystem mit Kamera im Handteil. Wird die Kamera auf ein Stativ gesetzt, kann darunter geschrieben werden (aus Grein 2002)

384 S Sehhilfen, vergrößernde

Weiterführende Tipps

Kantenfilter; Lochblende (Stenopäische Blende); Neovaskularisation, juxtafoveale chorioidale; Photostress-Test („Lichtbelastungs-Test“);

Skiaskopie („retinoscopy“); Spiegelbrille; Zykloplegie

Literatur

Grein HJ (2002) Low vision – Versorgung Sehbehinderter mit vergrößernden Sehhilfen. Teil II:

Anpassung und Verordnung. Ophthalmologe 99:884–900

Rohrschneider K (2008) Vergrößernde Sehhilfen. Klin Monatsbl Augenheilkd 225:R55–R72

Sehminderung durch eine„PVR“ (Proliferative Vitreoretinopathie)

S 385

Sehminderung durch eine„PVR“ (Proliferative Vitreoretinopathie)

Ziel

Beseitigung der proliferativen Membranen mit dem Ziel der Netzhautanlage.

Problem

Ein Patient erlitt ein schweres Trauma eines Auges. Eine Netzhautablösung wurde vor mehreren Monaten erfolgreich behandelt. In letzter Zeit sieht er zunehmend mit dem erkrankten Auge schlechter.

Lösung und Alternativen

Als Folge von Netzhautschäden, beispielsweise durch eine Amotio retinae nach einem Trauma, durch Diabetes mellitus oder nach netzhautchirurgischen Eingriffen, auch nach einem Zentralvenenverschluss kann sich eine PVR ausbilden. Dabei wandern omnipotente Pigmentepithelzellen in den Glaskörperraum, die sich myofibroblastenähnlich umwandeln und proliferieren. An der Netzhautoberfläche bilden sich Membranen, die sich kontrahieren und die Netzhautoberfläche falten. Schließlich entwickeln sich Stränge im Glaskörper, die zu Kontraktionen führen und einen Zug an der Netzhaut ausüben, sodass eine Traktions-Amotio entsteht.

Therapie

Eine Vitrektomie mit Entfernung der epiund subretinalen Membranen kombiniert mit einer Cerclage-Operation der Netzhaut wurde erfolgreich durchgeführt. Bei der Operation kann in fortgeschrittenen Situationen eine Retinotomie mit anschließender Diathermiebehandlung bzw. Endolasertherapie notwendig werden.

386 S Sehminderung durch eine„PVR“ (Proliferative Vitreoretinopathie)

Intraoperativ kann die intravitreale Gabe von Perfluordecalin oder eine Gasinjektion zur Tamponade der anliegenden Retina erforderlich sein. Perfluordecalin wird am Ende der Vitrektomie abgesaugt, bei gleichzeitiger Injektion von Gas (SF6 oder C3F8) oder von Silikonöl.

Der Patient muss darüber früh aufgeklärt werden, dass mehrere Eingriffe erforderlich sind.

Als Komplikation einer Gasoder Silikonauffüllung kann nach ca. 6 Monaten eine Katarakt auftreten.

Weiterführende Tipps

Amotiooperation mit Silikonölauffüllung; Amotio retinae (Wo ist das Netzhautloch zu finden?); Bulbusperforation, gedeckte; Glaskörperblutung unklarer Genese (Es kann sich um einen neurochirurgischen Notfall handeln!)

Literatur

Böker T, Koch F, Spitznas M (1991) Verzögerte Resorption subretinaler Flüssigkeit nach pneumatischer Retinopexie. Fortschr Ophthalmol 88:354–357

Draeger J (1966) Zur Technik intravitrealer Verfahren bei der Ablatio-Behandlung. Mod Probl Ophthalmol 7:317–324

Eckardt C (1992) Behandlung komplizierter Netzhautablösungen. Intraoperativer Gebrauch von Perfluordecalin. Ophthalmologe 89:22–26

Koch F, Spitznas M, Böker T, Mougharbel M, Ohlhorst D, Hockwin O (1991) Entwicklung von Linsentrübungen in einem Zeitraum von 6 Monaten nach pneumatischer Retinopexie. Fortschr Ophthalmol 88:216–218

Kroll P, Berg P, Biermeyer H (1988) Langzeitergebnisse nach vitreoretinaler Silikonölchirurgie. Fortschr Ophthalmol 85:259–262

Laqua H, Lucke K, Foerster MH (1988) Entwicklung und gegenwärtiger Stand der Silikonölchirurgie. Klin Monatsbl Augenheilkd 192:277–283

Zivojnovic R, Metens DAE, Peperkamp E (1982) Das flüssige Silikon in der Amotiochirurgie

(II). Bericht über 280 Fälle – weitere Entwicklung der Technik. Klin Monatsbl Augenheilkd 181:444–452