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Ординатура / Офтальмология / Немецкие материалы / Tipps und Tricks fur den Augenarzt Problemlosungen von A bis Z_Schmidt_2008

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14 A Amaurose beider Augen

Menzi J, Körner F (1992) Systemische Kortikosteroidtherapie bei nicht-arteriitischer anteriorer ischämischer Optikusneuropathie. Klin Monatsbl Augenheilkd 200:349–353

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Schmidt D, Noetzel H, Mühlhäuser J (1977) Okzipitale Erblindung bei der juvenilen, spongiösen, glioneuralen Dystrophie. Klin Monatsbl Augenheilkd 171:520–525

Schmidt D (1995) Die Arteriitis temporalis Horton. Diagnose, Differentialdiagnose, Therapie. Elephas Buchverlag, St. Gallen, Schweiz

Amaurose durch Optikuskompression

A 15

Amaurose durch Optikuskompression

Ziel

Frühzeitige Diagnose zur Vermeidung einer Sehbeeinträchtigung.

Problem

Eine einoder beidseitige Amaurose mit Kopfschmerzen kann das einzige klinische Zeichen einer Mukozele des Sinus sphenoidalis sein.

Lösung und Alternativen

Auch im Kindesalter kann eine mit Blindheit einhergehende Mukozele des Sinus sphenoidalis auftreten. Die Sehminderung kann akut beide Augen betreffen.

Zusätzlich zur Optikuskompression können auch eine Läsion des N. oculomotorius oder ein Chiasma-Syndrom auftreten. An Symptomen sind Kopfschmerzen, Diplopie, Visusminderung anzuführen. Auch eine Protrusio bulbi kann sich entwickeln.

Weiterführende Tipps

Amaurose beider Augen als Folge einer akuten autoimmunen Neuritis nervi optici; Blickinduzierter passagerer Sehverlust; Maskeradezeichen; Neuritis nervi optici (Gesichtsfeldausfall); Pupillen-Wechsel- belichtungstest („swinging flashlight test“)

Literatur

Casteels I, De Loof E, Brock P, Jorissen M, Dralands L, Missotten L, Wilms G (1992) Sudden blindness in a child:presenting symptom of a sphenoid sinus mucocele. Br J Ophthalmol 76:502–504

16 A Amaurose durch Optikuskompression

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Goodwin JA, Glaser JS (1978) Chiasmal syndrome in sphenoid sinus mucocele. Ann Neurol

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Lüchtenberg M, Berkefeld J, May A et al. (2002) Passagere einseitige Amaurose. Ophthalmologe 99:390–391

Noterman J, Patay Z, De Witte O, Salmon I, Brotchi J (1995) Amaurose unilatérale sur ostéome du sinus sphénoïdal associé à une mucocèle. Neurochirurgie 41:419–423

Petit-Dutaillis D, Schiff-Wertheimer, Aubry M, Metzger J (1958) Syndrome de compression d´un nerf optique par une mucocèle sphénoïdal latente. Intervention par voie para-latéro- nasale. Importance des signes radiologiques pour le diagnostic. Neurochirurgie 4:81–94

Amblyopie bei Kleinkindern und älteren Kindern

A 17

Amblyopie bei Kleinkindern und älteren Kindern

Ziel

Frühzeitige Feststellung einer Amblyopie bei Kleinkindern und Säuglingen.

Problem

Bei jedem Kind mit unilateralem Schielen besteht der dringende Verdacht auf eine Amblyopie. Das Behandlungsergebnis fällt bei einer konsequenten Frühbehandlung meistens günstig aus.

Lösung und Alternativen

Nachweis einer Amblyopie im Säuglingsoder

Kleinkindalter

Die Augen des Kindes sollten alternierend abgedeckt werden. Das Kind weist keine Abwehrreaktion auf, wenn eine regelrechte Sehschärfe beider Augen besteht. Ist jedoch die Sehschärfe eines Auges herabgesetzt, dann wehrt sich das Kind beim Abdecken des gut sehenden Auges. Das Kind versucht, die abdeckende Hand des Untersuchers wegzuschieben, oder beginnt zu weinen oder versucht, den Kopf wegzudrehen.

Therapie

Seit langer Zeit wurde die Lehrmeinung vertreten, dass eine Amblyopiebehandlung bis zum siebten Lebensjahr anzustreben sei, da zu einem späteren Zeitpunkt keine entscheidende Sehverbesserung mehr erreicht werden könne. In den letzten Jahren (bereits schon 1977) werden jedoch zunehmend Beobachtungen veröffentlicht, dass selbst bei Kindern im Alter von 9–15 Jahren durch intensive langzeitige Okklusionsbehandlung des besser

18 A Amblyopie bei Kleinkindern und älteren Kindern

Abb. 1

Kindliches Verhalten bei Amblyopie des rechten Auges: Zufrieden bei Okklusion des rechten Auges; Weinen bei Abdeckung des linken Auges und schlechterem Sehen mit amblyopem Auge.

sehenden Auges noch eine Visusbesserung des amblyopen Auges erreicht werden kann. Die Visuszunahme tritt sowohl bei Kindern mit Anisometropie als auch mit einer Schielamblyopie auf. Eine frühzeitige Amblyopiebehandlung ist jedoch stets anzustreben, da eine bessere Prognose im frühen Kindesalter besteht.

Ein im Säuglingsalter auftretender Strabismus kann auch erstes Zeichen eines Retinoblastoms sein, so dass der Fundus stets untersucht werden muss!

Weiterführende Tipps

Bakterielle Entzündungen des vorderen Augenabschnitts; Hirnund Augentumor, das trilaterale Retinoblastom; Maskeradezeichen; Nystagmus, kongenitaler, mit Kopfzwangshaltung; Prismenvergleichstest;

Skiaskopie („retinoscopy“)

Amblyopie bei Kleinkindern und älteren Kindern

A 19

Literatur

Davé NK, Nelson LB (2005) The treatment of amblyopia in older children. In: Rapuano CJ (ed) The year book of ophthalmology, Chapter 7, Pediatric Ophthalmology. Elsevier, Mosby, pp 189–192

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Noorden GK von, Maumenee AE (1971) Atlas der Schieldiagnostik. FK Schattauer Verlag Stuttgart, S 54–55

Schmidt D, Stapp M (1977) Über die Wirkung der Euthyskopund Okklusionsbehandlung beim Konvergenzschielen. Klin Monatsbl Augenheilkd 171:105–117

20 A Amnionmembran zur Therapie eines Hornhautulkus

Amnionmembran zur Therapie eines Hornhautulkus

Ziel

Intensive Behandlung eines chronischen Hornhautulkus.

Problem

Chronische Hornhauterkrankungen mit Ulzera bessern sich unter einer konservativen Behandlung kaum. Besonders schwierig zu behandeln ist eine Keratitis neuroparalytica.

Lösung und Alternativen

Eine Amnionmembrantransplantation wird zur Rekonstruktion der Hornhautoberfläche, insbesondere bei persistierenden Epitheldefekten und Hornhautulzera empfohlen.

Eine Amniontransplantation wurde bereits bei sehr jungen Kindern mit beidseitigem zentralem, neuroparalytischem, trophischem Hornhautulkus erfolgreich durchgeführt. Nach Amniontransplantation fand ein vollständiger Epithelschluss statt.

Nach Verbrennungen mittleren Grades wurde im akuten Stadium durch die Amnionmembranbehandlung eine Besserung der Hornhautläsionen festgestellt.

Vorgehensweise: Die Transplantation mehrerer Schichten der Amnionmembran ist erforderlich.

Eine alternative Therapie, insbesondere bei Patienten auf einer Intensivstation, ist die passagere Lidvernähung (zusätzlich Antibiotika).

Weiterführende Tipps

Bakterielle Entzündungen des vorderen Augenabschnitts; Benetzungsstörungen; Bulbusperforation, gedeckte; “Graft-versus-Host Disease“; Keratitis, rätselhafte

Amnionmembran zur Therapie eines Hornhautulkus

A 21

Abb. 1

a Progrediente Vaskularisation und Ulzera 7 Wochen nach Verätzung.

b Hornhaut deutlich klarer, stabiles Epithel, reizarmer Zustand 7 Monate nach AMT + autologer LT (aus Stoiber et al. 2002)

Literatur

Azuara-Blanco A, Pillai CT, Dua HS (1999) Amniotic membrane transplantation for ocular surface reconstruction. Br J Ophthalmol 83:399–402

Kruse FE, Rohrschneider K, Völcker HE (1999) Transplantation von Amnionmembran zur Rekonstruktion der Hornhautoberfläche. Operatives Vorgehen. Ophthalmologe 96:673–678 Leber M, Reinhard T, Effert R (2002) Beidseitige Amniontransplantation bei neuroparalytischem Hornhautulkus bei einem ein Jahr alten dystrophen Kind (Abstract). Klin Mo-

natsbl Augenheilkd 219, Suppl 4:S1–S11

Spelsberg H, Sundmacher R (2007) Amnionmembrantransplantation und hochdosiertes systemisches Ciclosporin A (Sandimmun optoral (R) bei Ulkus Mooren. Klin Monatsbl Augenheilkd 224:135–139

Stoiber J, Ruckhofer J, Muss W, Grabner G (2002) Amnion-Limbus-Transplantation zur Oberflächenrekonstruktion nach schwerer Verätzung und Verbrennung. Ophthalmologe 99:839–848

Tamhane A, Vajpayee RB, Biswas NR, Pandey RM, Sharma N, Titiyal JS, Tandon R (2005) Evaluation of amniotic membrane transplantation as an adjunct to medical therapy as compared with medical therapy alone in acute ocular burns. Ophthalmology 112:1963–1969

22 A Amotiooperation mit Silikonölauffüllung

Amotiooperation mit Silikonölauffüllung

Ziel

Erreichen eines postoperativen stabilen Netzhautbefunds.

Problem

Bei komplizierter Amotio retinae, bei der sich epiretinale und subretinale Membranen ausgebildet haben, reicht eine Vitrektomie und Amotiooperation häufig nicht aus, um einen dauerhaften stabilen Befund zu erreichen. Die große Gefahr einer Reamotio bleibt bestehen, insbesondere bei einer diabetischen Retinopathie.

Lösung und Alternativen

Ein Auffüllen des Glaskörperraums mit Silikonöl ist erforderlich, da hierdurch eine permanente Tamponade auf die gesamte Netzhaut ausgeübt wird.

In einem vor der Operation stattfindenden Aufklärungsgespräch ist dem Patienten zu verdeutlichen, dass mit postoperativen Komplikationen zu rechnen ist.

Bei den Komplikationen ist zwischen solchen zu unterscheiden, die unabhängig von Silikon aufgetreten wären und solchen, die durch das Öl hervorgerufen werden. Re-Proliferationen mit nachfolgender Re-Amotio sind Komplikationen, die trotz des Öls entstehen können. Durch erneute Operationen und erneutes Auffüllen mit Silikon besteht die Möglichkeit das restliche Sehvermögen noch zu retten. Als Komplikationen können durch Silikon eine Katarakt, eine Keratopathie oder ein Glaukom entstehen.

Silikonöl ist trotz der hohen Komplikationsrate zu empfehlen, da mit keiner anderen operativen Technik die Wiederanlegung der Retina erreicht werden kann. Ohne Silikonöl ist häufig mit baldiger Blindheit zu rechnen.

Amotiooperation mit Silikonölauffüllung

A 23

Weiterführende Tipps

Amotio retinae (Wo ist das Netzhautloch zu finden?); Frühgeborenenretinopathie; Makulaektopie; Makulaloch; Netzhautblutungen nach vorausgegangener Strahlenbehandlung

Literatur

Dimopoulos St, Heimann K (1986) Spätkomplikationen nach Silikonölinjektion. Langzeitbeobachtungen an 100 Fällen. Klin Monatsbl Augenheilkd 189:223–227

Gnad H, Skorpik C, Paroussis P et al. (1984) Funktionelle anatomische Resultate nach temporärer Silikonölimplantation. Klin Monatsbl Augenheilkd 185:364–367

Heimann K, Dimopoulos St, Paulmann H (1984) Silikonölinjektion in der Behandlung komplizierter Netzhautablösungen. Klin Monatsbl Augenheilkd 185:505–508

Kusserow C, Müller M (2008) 40 Jahre inkomplette Silikonöltamponade nach Ablatiochirurgie. Klin Monatsbl Augenheilkd 225:298–301

Sandner D, Herbrig E, Engelmann K (2007) High-density oil (Densiron) as a primary intraocular tamponade: 12-month follow up. Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 245:1097–1105