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Ординатура / Офтальмология / Немецкие материалы / Tipps und Tricks fur den Augenarzt Problemlosungen von A bis Z_Schmidt_2008

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Nystagmus, kongenitaler, mit Kopfzwangshaltung

N 287

Eine Kontraindikation der Operation stellt ein periodisch alternierender Nystagmus dar.

Weiterführende Tipps

Abduzensparese, beidseitige oder kongenitale Esotropie?; Amblyopie bei Kleinkindern und älteren Kindern; Kopfzwangshaltung bei Trochlearisparese, Untersuchung „am Krankenbett“; Tremor des Kopfs bei Spasmus nutans

Literatur

Anderson JR (1953) Causes and treatment of congenital eccentric nystagmus.Br J Ophthalmol 37: 267–281

Gräf M, Droutsas K, Kaufmann H (2000) Kongenitaler Nystagmus: Indikation, Ergebnisse und Dosierung der Operation nach Kestenbaum bei 34 Patienten. Klin Monatsbl Augenheilkd

217:334–339

Kestenbaum A (1953) Nouvelle opération du nystagmus. Bull Soc Ophtalmol Fr:599–602 Kommerell G (1974) Nystagmusoperation zur Korrektur verschiedener Kopfzwangshaltungen.

Klin Monatsbl Augenheilkd 164:172–191

Todter F (1982) Beeinflussung der nystagmusbedingten Kopfzwangshaltung durch die Kestenbaum’sche Operation. Klin Monatsbl Augenheilkd 181:391–396

288 O Oberflächenanästhetika, Missbrauch

Oberflächenanästhetika, Missbrauch

Ziel

Warnung vor Schäden durch missbräuchliche Verwendung von Oberflächenanästhetika.

Problem

Patienten, die sich ohne Schwierigkeiten Oberflächenanästhetika besorgen und diese häufig verwenden, um ihre Augenschmerzen zu lindern, jedoch nicht ausreichend über Nebenwirkungen der Tropfen aufgeklärt wurden, sind sehr gefährdet, eine schwere Keratopathie zu entwickeln.

Lösung und Alternativen

Oberflächenanästhetika bewirken bei häufigem Tropfen Epitheldefekte der Hornhaut, die zu einer schweren Keratopathie führen können mit vollständiger Eintrübung und Erweichung des Hornhautstromagewebes, sodass eine Keratoplastik erforderlich werden kann.

Gefürchtet sind Pilzinfektionen wie beispielsweise eine Candida-Ke- ratitis als Folge der tropfenbedingten trophischen Keratitis. Eine Auflockerung des Hornhautgewebes führt zur Schrankenstörung, die zu einer intraokulären Keiminvasion von Bakterien oder Pilzen mit einer Endophthalmitis und drohendem Verlust des Auges führen kann.

Schmerzen des Auges sollten nicht mit Oberflächenanästhetika bekämpft werden, sondern es ist stets notwendig, zunächst nach der Ursache der Schmerzen zu fahnden. Danach kann gezielt mit geeigneten Mitteln die schmerzhafte Grundkrankheit bekämpft werden. Anästhetika verschleiern das Krankheitsbild, sodass die Diagnose der Grundkrankheit erschwert ist.

Oberflächenanästhetika dürfen Patienten nicht verordnet werden. Bei einer Keratokonjunktivitis ist eine Untersuchung mit einem Abstrich von

Oberflächenanästhetika, Missbrauch

O 289

Bindehaut und Hornhaut mit Überimpfung auf ein Kulturmedium erforderlich.

Weiterführende Tipps

Augentropfenverabreichung; Bakterielle Entzündungen des vorderen Augenabschnitts; Benetzungsstörungen; Hurrikan-Keratitis; Keratitis, rätselhafte (Akanthamöbenkeratitis); Korneale Epitheldefektbehandlung mit Serumaugentropfen; Raupen-, Vogelspinnenhaarverletzung; Tintenstiftverätzungen

Literatur

Ardjomand N, Faschinger C, Haller-Schober EM, Scarpatetti M, Faulborn J (2002) Nekrotisierene ulzerierende Keratopathie nach Lokalanästhetikamissbrauch. Ophthalmologe 99:872–875

Behrendt T (1957) Experimental secondary effects of topical anesthesia of the cornea. Am J Ophthalmol 44:74–77

Bunge P (1885) Über schädliche Wirkungen des Cocains auf die Hornhaut. Klin Monatsbl Augenheilkd 23:402–407

Chern KC, Meisler DM, Wilhelmus KR, Jones DB, Stern GA, Lowder CY (1996) Corneal anesthetic abuse and candida keratitis. Ophthalmology 103:37–40

Cursiefen C, Seitz B, Kruse FE (2005) Neurotrophe Keratopathie. Pathogenese, Klinik und Diagnostik. Ophthalmologe 102:7–14

Katsimpris JM, Sarantoulakkon M, Kordelou A, Petkou D, Petropoulos IK (2007) Clinical findings in patients with topical anaestetic abuse keratitis: a report of five cases. Klin Monatsbl Augenheilkd 224:303–308

290 O Ophthalmoskopie zur Nystagmusbeurteilung

Ophthalmoskopie zur Nystagmusbeurteilung, Untersuchung„am Krankenbett“

Ziel

Unterscheidung zwischen einer peripheren und einer zentral ausgelösten vestibulären Läsion (Verhalten des Nystagmus).

Problem

Ein Nystagmus, der durch eine vestibuläre Erkrankung hervorgerufen wird, kann entweder Folge einer peripheren Läsion des Vestibularorgans oder einer Hirnstammschädigung sein. Zur Untersuchung wird das Spiegeln des Augenhintergrunds empfohlen, da mithilfe der Ophthalmoskopie auch ein gering ausgeprägter Nystagmus zu erkennen ist.

Lösung und Alternativen

Während der Untersuchung sollte der Raum abgedunkelt sein. Der Patient wird gebeten, einen entfernten Punkt zu fixieren, während der Untersucher den Fundus des nicht fixierenden Auges spiegelt. Die Driftrate der langsamen Phase des Nystagmus kann auf der Papille beobachtet werden. Anschließend wird das fixierende Auge mit der Hand abgedeckt und der Nystagmus des anderen Auges beim Spiegeln beobachtet. Anschließend wird das abgedeckte Auge wieder freigegeben, sodass die Drift erneut beurteilt werden kann. Die Nystagmusdrift wird unter den beiden Versuchsbedingungen miteinander verglichen. Das Abdecken und Öffnen des Auges kann mehrfach wiederholt werden, um den Wechsel der Geschwindigkeit der langsamen Phase besser beurteilen zu können. Wird der Nystagmus beim Fixieren supprimiert, so handelt es sich um eine periphere Läsion. Bleibt hingegen die Driftrate unbeeinflusst oder nimmt beim Abdecken des Auges noch zu, dann liegt wahrscheinlich eine zentrale vestibuläre Läsion vor.

Ophthalmoskopie zur Nystagmusbeurteilung

O 291

Der Vorteil der Untersuchung besteht darin, dass abgesehen von einem Augenspiegel keine zusätzlichen Instrumente erforderlich sind.

Weiterführende Tipps

Bewusstloser Patient, Prüfung der reflexbedingten Augenbewegungen am Krankenbett; Nystagmus, kongenitaler, mit Kopfzwangshaltung;Vestibulo-okulärer Reflex (VOR)

Literatur

Zee DZ (1978) Ophthalmoscopy in examination of patients with vestibular disorders. Ann

Neurol 3:373–374

292 O Optikusneuropathie, anteriore ischämische (AION)

Optikusneuropathie, anteriore ischämische (AION) bei einer Amiodaronbehandlung

Ziel

Rechtzeitiges Erkennen eines Sehnervschadens.

Problem

Amiodaron gilt als das zur Zeit effektivste Anti-Arrhythmikum in der Behandlung tachykarder Herzrhythmusstörungen. Eine langsam zunehmende Sehminderung kann unter Amiodaron eintreten. Bei Patienten, die mit Amiodaron behandelt wurden, zeigte sich zunächst eine symptomlose Papillenschwellung, später jedoch eine Sehminderung. Die Früherkennung einer Papillenschwellung ist deshalb erforderlich. Auch eine Blausinnstörung kann entstehen.

Lösung und Alternativen

Eine symptomlose Papillenschwellung kann das erste Zeichen einer Sehnervschädigung sein.

Eine selektive Akkumulation von intracytoplasmatischen lamellären Einschlüssen in den großen Axonen des Sehnervs kann zur mechanischen oder biochemischen Herabsetzung der Axoplasma-Strömung führen. Die Papillenschwellung wird durch eine axonale Kompression mit Blockade der Axoplasma-Strömung erklärt. Sie kann sich nach Absetzen von Amiodaron zurückbilden.

Als Empfehlung sollte jeder Patient, der mit Amiodaron behandelt wird, in regelmäßigen Abständen (ca. alle 3 Monate) auf eine Papillenschwellung und eine Tritanstörung hin untersucht werden, selbst wenn der Patient noch keine Sehstörung bemerkt hat.

In Kooperation mit dem Kardiologen ist das Risiko einer bleibenden Sehminderung bei einer Papillenschwellung gegenüber einer lebensbe-

Optikusneuropathie, anteriore ischämische (AION)

O 293

drohlichen kardialen Verschlechterung bei der Frage des Therapieabbruchs von Amiodaron abzuwägen.

Auch eine Cornea verticillata kann sich nach Absetzen des Medikaments zurückbilden.

Abb. 1

Papillenbefund unter Einnahme von Amiodaron am rechten (oben) und linken (unten) Auge (aus Kristin und Ulbig 2001)

294 O Optikusneuropathie, anteriore ischämische (AION)

Weiterführende Tipps

Hemianopsie, inferiore; Papillenschwellung; Pupillen-Wechselbe- lichtungstest („swinging flashlight test“)

Literatur

Chew E, Ghosh M, McCulloch C (1982) Amiodarone-induced cornea verticillata. Can J Ophthalmol 17:96–99

Garrett SN, Kearney JJ, Schiffman JS (1988) Amiodarone optic neuropathy. J Clin Neuro-oph- thalmol 8:105–110

Gittinger JW, Asdourian GK (1987) Papillopathy caused by amiodarone. Arch Ophthalmol 105:349–351

Hayreh SS, Zimmerman MB (2007) Optic disc edema in non-arteritic anterior ischemic optic neuropathy. Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 245:1107–1121

Kristin N, Ulbig M (2001) Akutes Papillenödem bei Amiodaroneinnahme. Ophthalmologe 98:212–213

Mansour AM, Puklin JE, O’Grady R (1988) Optic nerve ultrastructure following amiodarone therapy. J Clin Neuro-ophthalmol 8:231–237

Schmidt D (2003) Visuelle Prognose bei Amiodaronbehandlung. Klin Monatsbl Augenheilkd 220:774–786

Optikusverdickung O 295

Optikusverdickung

Ziel

Beurteilung einer Sehnervläsion.

Problem

Im Computertomogramm (CT) oder Magnetresonanztomogramm (MRT) können sich Optikusverdickungen unterschiedlicher Ursachen darstellen. Sind Verdickungen immer als bedrohlich anzusehen?

Lösung und Alternativen

Ein Optikusgliom im Kindesalter, das auch bei der Neurofibromatose-1 vorkommen kann, führt zu einer einseitigen Verdickung des Sehnervs.

Ein Gliom des Sehnervs kann zur Protrusio bulbi, Optikusatrophie, Stauungspapille und Strabismus führen.

Zu beachten:

Kinder mit einem Optikusbzw. Chiasmagliom weisen nicht selten einen Strabismus auf, so dass eine Amblyopie zusätzlich zur Optikusatrophie auftreten kann. Es ist deshalb wichtig, auch bei einer tumorbedingten Optikusatrophie an eine zusätzliche Amblyopie zu denken! Es sollte deshalb bei dem nicht selten entstehenden Strabismus eine Okklusionsbehandlung in Betracht gezogen werden.

Mit der Kernspintomographie können Tumorgröße, -ausdehnung und -wachstum des Glioms bestimmt werden. Typischerweise zeigt sich eine scharf begrenzte, „fusiforme“ Verdickung (Aussehen wie ein „Lollipop“) des Sehnervs.

Eine umschriebene Verdickung kann auch durch ein Optikusscheidenmeningeom entstehen. Als Grunderkrankung kann dabei eine Neurofibromatose (NF-2) vorliegen.

Meningeome im Kindesalter sind aggressiver als solche im Erwachse-

296 O Optikusverdickung

nenalter. Bilaterale Optikusmeningeome treten nahezu immer bei Patienten mit NF-2 auf. Im CT findet sich das „tram-track“-Zeichen (Bahngleisoder Bahnschienen-Zeichen), bei dem eine Aufhellung im Zentrum des vergrößerten Sehnervs zu erkennen ist, mit einem peripheren „Enhancement“, das jedoch nicht spezifisch für ein Meningeom ist. Im CT-Bild stellen sich lineare oder granuläre Verkalkungen im Tumor als typische Zeichen eines Sehnervmeningeoms dar.

Der Sehnerv kann auch durch eine Neuritis, aber auch durch ein Lymphom, eine Sarkoidose, Toxoplasmose, Tuberkulose, Leukämie, durch Syphilis oder ein Hämangiopericytom befallen sein. Auch an ein Hämangioblastom oder an eine Tumormetastase ist zu denken. Ein Optikusscheidenhämatom kann posttraumatisch entstanden sein. Im Falle einer Sehbeeinträchtigung sollte eine operative Entlastung erwogen werden.

Weiterführende Tipps

Intraokuläre und intrakranielle Blutungen bei einem „battered child syndrome“ durch Kindesmisshandlung; Leukämie und Mukormykose (Phykomykose); Neuritis nervi optici (Gesichtsfeldausfall); Orbitachirurgie, Navigationssystem; Orbitahämatom, posttraumatisches;

Rhabdomyosarkom der Orbitaspitze, eine Form des Apex-Syndroms;

Strecktest des N. opticus

Literatur

Aoki S, Barkovich AJ, Nishimura K, Kjos BO, Machida T, Cogen P, Edwards M, Norman D (1989) Neurofibromatosis types 1 and 2: Cranial MR findings. Radiology 172:527–534 Applegate LJ, Pribram HFW (1989) Hematoma of optic nerve glioma – a cause for sudden proptosis. Magnetic resonance imaging findings. J Clin Neuro-ophthalmol 9:15–19

Azar-Kia B, Mafee MF, Horowitz SW, Fine M, Raofi B (1988) CT and MRI of the optic nerve and sheath. Seminars Ultrasound, CT, MR. 9:443–454

Burde RM, Savino PJ, Trobe JD (1989) Neuro-ophthalmologie. Symptome-Diagnose-Therapie. Kohlhammer-Verlag, Stuttgart

Schumacher M (1982) Fehlinterpretation unilateraler Opticusver-dickungen. Klin Monatsbl

Augenheilkd 181:202–205