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Ординатура / Офтальмология / Немецкие материалы / Tipps und Tricks fur den Augenarzt Problemlosungen von A bis Z_Schmidt_2008

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Makulaloch M 247

Abb. 2

SF6 C3F8

Tamponadeneffekt

Tamponadeneffekt

Links Tamponade durch SF6 und Positionierung mit nach unten gerichtetem Gesicht: anatomische Erfolgsrate betrug 64 %. Rechts Eine C3F8-Tamponade ohne Positionierung führte zu einem Lochverschluss bei 88 % der Patienten.

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248 M Maskeradezeichen

Maskeradezeichen

Ziel

Richtige Diagnose trotz irreführender Symptome.

Problem

Bei Patienten werden nicht selten Krankheitszeichen beobachtet, die eine bestimmte typische Krankheit vortäuschen, sodass der Arzt fehlgeleitet wird.

Lösung und Alternativen

Krankheitszeichen, die den Arzt in der Diagnosestellung narren können, sind insbesondere solche bei der Myasthenie, der Syphilis, der Loa-loa-Er- krankung, bei paraneoplastischen Syndromen, der okkulten Arteriitis cranialis (temporalis) oder der Metastasen.

Ganz besonders wichtig zu kennen sind Maskerade-Syndrome bei malignen Tumoren. Bei Neoplasien des Auges zeigen sich nicht selten Entzündungen des Augeninnern, beispielsweise eine Iritis, die dann konventionsgemäß mit steroidhaltigen Augentropfen behandelt werden. Bei einer Begleitentzündung des Augeninnern, hervorgerufen durch einen bösartigen Tumor, sind entzündungshemmende Tropfen oft unwirksam, beispielsweise bei einem okulären Melanom oder einem Retinoblastom.

Bei einer unklaren Iritis wird eine Kammerwasseruntersuchung auf Zellen und Keime nach einer Paracentese der Vorderkammer empfohlen.

Gefährlich ist auch die Diagnose „Vitritis“ bei einem Non-Hodgkin-B- Zell-Lymphom (früher als „Retikulumzellsarkom“, heute auch als Immunoblastom bezeichnet). Diese Tumore werden zu den „Primärzentralner- vensystem-Lymphomen“ (PCNSL) gerechnet, denn sie führen zu einem Befall des Auges und des Gehirns. Die Tumore können zunächst nur als okuläre Erkrankung in Form einer Vitritis in Erscheinung treten, seltener

Maskeradezeichen M 249

sind zerebrale Läsionen primär vorhanden. Schließlich können auch ZNSund Augen-Symptome etwa gleichzeitig entstehen. Eine fragliche Glaskörperund Netzhauttrübung sollte durch eine diagnostische Vitrektomie abgeklärt werden. Es wurde auch von einem „GUN“-Syndrom gesprochen, um auf die wesentlichen Veränderungen Glaukom, Uveitis und neurologische Symptome des PCNSL hinzuweisen. Im MRT des Kopfs werden periventrikuläre Läsionen gefunden. Die Patienten fallen bei zerebralen Läsionen durch Verhaltensstörungen auf, bei ausgeprägten Hirnschäden werden Hemiparesen, Epilepsie, zerebelläre Veränderungen einschließlich einer Ataxie oder Hirnnervenparesen beobachtet. Die Krankheit befällt meistens ältere Menschen.

Therapie

Bestrahlung und zytostatische Behandlung, sodass eine langjährige Remission bei frühem Behandlungsbeginn erhofft werden kann.

Abb. 1

„Maskeradesyndrom“: Lymphom-Erkrankung, die sich am Auge als Vitritis mit multifokalen subretinalen Infiltraten zeigt (aus Augustin 2001)

250 M Maskeradezeichen

Weiterführende Tipps

Chorioiditis und Diplopie bei Borreliose; Glaskörperblutung unklarer Genese (Es kann sich um einen neurochirurgischen Notfall handeln!); Intraokuläre und intrakranielle Blutungen bei einem „battered child syndrome“ durch Kindesmisshandlung; Leukämie und Mukormykose (Phykomykose); Maskierte oder „okkulte“ Arteriitis cranialis (Riesenzellarteriitis, Arteriitis temporalis Horton); Panarteriitis nodosa (PAN), Arteriitis temporalis bei einem Jugendlichen; Rhabdomyosarkom der Orbitaspitze, eine Form des Apex-Syndroms; Sehminderung durch eine „PVR“ (Proliferative Vitreoretinopathie); Toxoplasmose der Retina-Chorioidea

Literatur

Augustin AJ (2001) Augenheilkunde, 2. komplett überarbeitete Auflage, Springer Verlag Berlin, Heidelberg

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Maskierte oder okkulte Arteriitis cranialis M 251

Maskierte oder okkulte Arteriitis cranialis (Riesenzellarteriitis, Arteriitis temporalis Horton)

Ziel

Abklärung von Sehstörungen als Zeichen einer drohenden Erblindung durch Arteriitis cranialis.

Problem

Kopfschmerzen sind nicht immer bei einer Arteriitis temporalis vorhanden (okkulte Arteriitis). Eine frühe Diagnose ist bei atypischen Symptomen besonders schwierig.

Lösung und Alternativen

Zu achten ist auf Allgemeinsymptome eines älteren Menschen ab dem 50. Lebensjahr wie allgemeines Krankheitsgefühl, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Muskelund / oder Gelenkschmerzen (Polymyalgia rheumatica; PMR), Kauschmerzen, Depression, aber auch Amaurosis fugax-Attacken und auffällig verbreiterte, druckschmerzhafte, geschlängelte, gelegentlich gerötete Schläfenarterien mit reduzierter Pulsation.

Diagnostisch entscheidend sind Entzündungszeichen im Serum (BSG, CRP, Fibrinogen, Elektrophorese), Duplex-Sonographie der A. temporalis superficialis und vor allem das Ergebnis der Arterienbiopsie.

Bei negativem Biopsiebefund und dringendem klinischen Verdacht ist eine Biopsie der Schläfenarterie der anderen Schädelseite zu empfehlen.

Eine deutliche Darstellung der entzündeten Arterien des Kopfes gelingt auch mit dem Gadolinium-MRT.

252 M Maskierte oder okkulte Arteriitis cranialis

Weiterführende Tipps

Maskeradezeichen

Literatur

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Schmidt D, Vaith P (2005) Erblindung beider Augen bei zu später Diagnose einer Riesenzellarteriitis. Dtsch Med Wochenschr 130:1874–1876

Schmidt D, Vaith P (2005) Riesenzellarteriitis (Arteriitis cranialis, Arteriitis temporalis Horton). Dtsch Med Wochenschr 130:1877–1881

Megalokornea (Glaukom im Säuglingsund Kleinkindalter) M 253

Megalokornea (Glaukom im

Säuglingsund Kleinkindalter)

Ziel

Abklärung der großen Augen von Säuglingen.

Problem

Verhängnisvoll ist es, dass manche Eltern – und andere darin Unerfahrene aus der Umgebung des Kindes – die behandlungsbedürftigen pathologisch großen Augen oft lange Zeit als besonders schöne große Augen missdeuten!

Lösung und Alternativen

Es gibt zwei Arten einer Megalokornea: eine harmlose Form mit normalem Augendruck und eine bei Hydrophthalmus, also mit erhöhtem Druck und Erblindungsgefahr einhergehende Form.

Eine Megalokornea bei normalem Druck wird X-chromosomal-re- zessiv vererbt. Der Durchmesser der Hornhaut sollte beim Neugeborenen 9,5 mm und beim Säugling 11,5 mm nicht überschreiten.

Der Hornhautdurchmesser beträgt normalerweise bei Frühgeborenen ≤ 9 mm, bei Reifgeborenen 10,5 mm.

Ein Hornhaut-Durchmesser im 1. Lebensjahr von 12,0 mm ist stets verdächtig auf ein Glaukom! Der Hornhautdurchmesser kann beim Hydrophthalmus etwa 13 bis sogar 16 mm betragen.

Der Hornhautdurchmesser kann ohne Narkose bestimmt werden, indem ein Zentimetermaß an der Stirn des Kindes dicht oberhalb der Augenbrauen angelegt wird, sodass durch vergleichenden Blick des Untersuchers zwischen Hornhaut des Kindes und der Millimetereinteilung eine recht genaue Messung abgelesen werden kann.

Zum Glaukomausschluss sind frühzeitige mehrfache augenärztliche

254 M Megalokornea (Glaukom im Säuglingsund Kleinkindalter)

Untersuchungen sowie eine genaue Erhebung der Familienanamnese erforderlich. Bei Verdacht auf ein Glaukom ist eine Untersuchung in Narkose notwendig. Eine druckbedingte Megalokornea entsteht infolge Dehnung der Bulbushüllen bei anhaltender Drucksteigerung.

In Narkose ist bei Verdacht auf Hydrophthalmus zusätzlich zur Druckmessung die Bulbusgröße mit Ultraschall zu messen, und es ist auf Dehnungsveränderungen mit vergrößerten Hornhautradien, Rissen der Desze- met-Membran, die als feine Streifen auch leistenartig erhaben sein können („Haab’sche Linien“), und auf eine Papillenexkavation zu achten. Sonographisch sollte die Achsenlänge des Bulbus bestimmt werden.

Tabelle 1

Das normale Längenwachstum des Auges im Kindesalter (modifiziert nach Draeger und Wirt 1988)

Neugeborene

Achsenlänge = ca. 17,2 mm

Wachstum im 1. Jahr:

 

 

3,2–3,5 mm

1. Geburtstag

Achsenlänge = ca. 20,7 mm

Wachstum im 2. Jahr:

(etwa)

 

0,9–1,0 mm

2. Geburtstag

Achsenlänge = ca. 21,7 mm

Wachstum im 3. Jahr:

(etwa)

 

bis zu 0,5 mm

3. Geburtstag

Achsenlänge = ca. 22,2 mm

Wachstum im 4. Jahr:

(etwa)

 

bis zu 0,5 mm

ca. 4. Geburtstag

Achsenlänge = ca. 22,5 mm

Wachstum im 5.–15. Jahr:

(etwa)

 

0,1–0,2 mm

 

 

 

Cave: Hornhaut-Trübungen kommen vor nach Zangengeburt, nach Keratitis, beispielsweise durch Masern oder Lues, bei kongenitalen Systemerkrankungen und Syndromen, beispielsweise bei Mukopolysaccharidose und bei der Trisomie 13, 18, 21.

Systemerkrankungen

Eine Megalokornea ohne Druckerhöhung wird auch im Rahmen von Systemerkrankungen beobachtet, z. B. beim Alport-Syndrom, Down-Syn- drom, Marfan-Syndrom, der Neurofibromatose und der Kraniosynostose.

Megalokornea (Glaukom im Säuglingsund Kleinkindalter) M 255

Abb. 1

1cm

Bestimmung des Hornhautdurchmessers (Zentimetermaß an der Stirn)

Weiterführende Tipps

Hydrophthalmus (kongenitales Glaukom)

Literatur

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Dietlein TS (2003) Glaukom und Uveitis. Ophthalmologe 100:991–1006

Draeger J, Wirt H (1988) Klassifizierung und Therapie des Glaukoms im Kindesalter. Fortschr Ophthalmol 85:63–69

Seidman DJ, Nelson LB, Calhoun JH, Spaeth GL, Harley RD (1986) Signs and symptoms in the presentation of primary infantile glaucoma. Pediatrics 77:399–404

256 M „Milchsaft“verätzung

„Milchsaft“verätzung

Ziel

Rasche Entfernung der ätzenden Flüssigkeit.

Problem

Durch Pflanzensaft, der ins Auge spritzt, kann eine schwere Verätzung des Auges hervorgerufen werden. Sowohl durch den Milchsaft der ZypressenWolfsmilch als auch durch Saft der Zierpflanze Dieffenbachia wurden Augenschäden beschrieben. Der Saft der Dieffenbachia spritzt beim Knicken eines Stiels der Pflanze. Eine Patientin versuchte eine Warze am Lidrand mit Milchsaft der Zypressen-Wolfsmilch zu ätzen.

Lösung und Alternativen

Bei der Verätzung der Augen durch Pflanzensaft werden schwere Reizungen des vorderen Augenabschnitts hervorgerufen.

Latex von Wolfsmilchgewächsen verursacht Verätzungen mit Lidschwellung, Konjunktivitis, Keratitis, Iritis mit Hypopyon bzw. eine Endophthalmitis.

Eine häufige in Europa heimische Art ist die Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias). Die ätzende Wirkung wird durch Phorbolsäure und Phorbolsäureester verursacht.

Aus der tropischen Zierpflanze Dieffenbachia (Familie der Araceae) kann der Saft ins Auge spritzen. Unzählige feine Kalziumoxalatkristalle bewirken eine schwere Keratitis. Es finden sich unzählige feine glitzernde Kristalle im Hornhautepithel.

Therapie

Sofortiges Spülen des Auges. Eine Behandlung mit unspezifischen Salben wird empfohlen; nach Epithelschluss der Hornhaut sind auch kortikoste-