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10. Wichtige Etappen in der deutschen Geschichte.

Vom zweiten Weltkrieg zur Vereinigung Deutschlands

Im März 1939 liess Hitler deutsche Truppen nach Prag einmarschieren, und am 1. September desselben Jahres entfesselte er mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg. In fünfeinhalb Jahren kostete der Krieg 55 Millionen Menschen das Leben und verwüstete weite Teile Europas.

Am 8./9. Mai 1945 schlug die Stunde Null für das Deutschland der Nachkriegszeit. Die letzte amtierende Reichsregierung unter Grossadmiral Dönitz wurde verhaftet und zusammen mit anderen hohen Verantwortlichen der nationalsozialistischen Diktatur bei den Nürnberger Kriegsverbrecher- Prozessen unter Anklage wegen Verbrechen gegen Frieden und Menschlichkeit gestellt. Die vier Siegermächte USA, Grossbritannien, Sowjetunion und Frankreich übernahmen die oberste Gewalt und teilten die Hauptstadt in vier Sektoren und das Reichsgebiet in vier Besatzungszonen. Die Ostgebiete wurden unter polnische beziehungsweise sowjetische Verwaltung gestellt.  

Auf der Potsdamer Konferenz im Sommer 1945 waren sich die vier Siegermächte einig, dass Deutschland entnazifiziert, entmilitarisiert, wirtschaftlich dezentralisiert und die Deutschen zur Demokratie erzogen werden sollten.  

Die Geburtsstunde der BRD schlug am 23. Mai 1949 mit der feierlichen Verkündung des Grundgesetzes. Nach der Wahl zum ersten Bundestag am 14. August 1949 wurde die Verfassung mit parlamentarischem Leben erfüllt. Die erste Bundesregierung unter Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) bereitete die Rückkehr Deutschlands auf einen „ehrenhaften Platz unter den freien und friedliebenden Nationen der Welt“ vor.

 

Während im Westen Deutschlands das Modell der sozialen Marktwirtschaft aufgebaut wurde, ging in der Sowjetischen Besatzungszone die Sozialisierung der Industrie voran. Die Trennung zwischen Ost und West war mit der Verkündung der Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik am 7. Oktober 1949 auch juristisch vollzogen. Es gab zwei deutsche Staaten, die beide den Anspruch erhoben, Kern und Modell eines wiederherzustellenden Gesamtdeutschlands zu sein. Am 13. August 1961 wurde die Mauer mitten durch Berlin gebaut und ein Todesstreifen entlang der Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten gezogen. Damit sollte der Flüchtlingsstrom aus der DDR nach Westen gestoppt werden.  

Im Sommer 1989 öffnete Ungarn seine Grenzen für ausreisewillige DDR-Bürger, so dass Tausende von ihnen über Österreich in die Bundesrepublik gelangen konnten. Dieser Ausbruch ermutigte in der DDR immer mehr Menschen zu Protestaktionen. Als die DDR-Führung Anfang Oktober 1989 mit grossem Propagandaaufwand den 40. Jahrestag der Staatsgründung feierte, kam es vor allem in Leipzig zu ersten Massenprotesten. „Wir sind das Volk“ war der Slogan.  

Im August 1990 sprach sich die DDR-Volkskammer für den schnellstmöglichen Beitritt zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland aus. Der Einigungsvertrag vom 31. August sah vor, dass die fünf neu gebildeten Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Länder der Bundesrepublik Deutschland werden. In Moskau unterzeichneten am 12. September 1990 die Aussenminister der Bundesrepublik Deutschland, der DDR, der USA, der Sowjetunion, Grossbritanniens und Frankreichs den „Vertrag über die abschliessende Regelung in Bezug auf Deutschland“, den so genannten Zwei-plus-vier-Vertrag. Am 3. Oktober 1990 wurde der deutsche Staat wieder vereinigt.

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