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5. Das deutsche konsonantensystem

Das Wort „Konsonant" (lat. con-sonans) bedeutet „mit dem Vokal zusammen". Das belegt die untergeordnete Rolle des Konsonanten in der Silbe: Konsonanten haben keine silbenbildende Funktion (eine Ausnahme bilden Sonanten). Sprachfunktionell betrachtet man die Konsonanten als Satellitenphoneme im Unterschied zu den Vokalen, die Kernphoneme heissen. Die Konsonanten bilden sozusagen den Rand der Silbenstruktur.

Der akustische konsonantische Effekt, die sog. konsonantische Stärke, kommt auf Grund der Bewegungen der Sprechorgane zustande. Nach Th. Vennemann [66] unterscheidet man folgende Stärkeklassen der Konsonanten: Verschlusssprenglaute, Engereibelaute, Nasenlaute, Seitenlaute.

Die Konsonanten bilden im Deutschen ein System. Das deutsche Konsonantensystem enthält 24 Konsonanten (einschliesslich das „r" als ein Phonem, das in drei Varianten auftritt, und drei Affrikaten).

In bezug auf ihre sprachliche Funktion werden die Konsonantenphoneme nach bestimmten phonologischen Merkmalen systematisiert und klassifiziert.

Die Klassifikation der Konsonantenphoneme

erfolgt

- nach der Artikulationsart,

  • nach der Artikulationsstelle bzw. dem artikulierenden Organ,

  • nach der Artikulationsintensität bzw. Stimmbeteiligung,

  • nach der Nasenresonanz.

Die Tabelle 1 stellt das Konsonantensystem des Deutschen dar. Die distinktiven Merkmale bilden die Grundlage für die Klassifizierung der Konsonanten.

Die Analyse dieser Tabelle zeigt folgendes:

Nach der Artikulationsstelle bzw. Artikulierendem Organ unterscheidet man

- Labiale (Lippenlaute), und zwar Bilabiale (Zweilippenlaute) - /p, b, pf,

m/ und Labiodentale (Zahnlippenlaute) - /f, v/;

- Alveolare (Vorderzungenlaute), und zwar Dentalalveolare - /t, d, s, z,

ts, n, 1, r/ und Postalveolare - / ∫ , ζ , t∫ /;

- Palatale, und zwar Präpalatale (Mittelzungenlaute) - /ζ, j/ und Postpalatale (Hinterzungenlaute) - /k, g, ŋ/;

  • Velare - /x/, [я]; Uvulare (Zäpfchenlaute) - das Zäpfchen - [R];

  • Pharyngallaryngale (Rachenlaute) - /h/.

Nach der Artikulationsart, d.h. nach der Art der lautbildenden Hemmstelle und ihrem Überwindungsmerkmal, unterscheidet man zwischen drei Hindernstufen:

- dieVerschlussbildung bei den Explosiven /p,b,t d, k, g/,

- die Engebildung bei den Frikativen /f, v, s, z, ∫, ζ, ζ, j, x, я, h/,

- die Sonorität bei den Nasalen /m, n, ŋ/ und dem Lateralen /1/.

6. Die deutsche Gegenwartssprache. Die Existenzformen der deutschen Gegenwartssprache

Die deutsche Sprache ist Staatssprache in der Bundesrepublik Deutschland und in Osterreich, und sie ist eine der vier offiziellen Sprachen in der Schweiz und eine der Sprachen in Luxemburg. Staatssprache ist das Deutsche auch in Liechtenstein.

Die Zahl der Deutschsprechenden beträgt in diesen Ländern etwa 90 Millionen Menschen.

Die deutsche Gegenwartssprache hat einige historisch bedingte Existenzformen.

1.Die gemeindeutsche nationale Literatursprache. Die wichtigste Existenzform der deutschen Gegenwartssprache ist die deutsche nationale Literatursprache (die deutsche Gemeinsprache/Einheitssprache, Hochsprache, Hochdeutsch).

Heute ist die deutsche nationale Literatursprache in den deutschsprachigen Staaten die Sprache der schönen Literatur und Kultur, der Wissenschaft, der Presse, die Amtssprache und Schulsprache, die Sprache des öffentlichen Umgangs und auch die gepflegte Sprache des privaten Umgangs (die literatursprachliche Alltagssprache).

In den einzelnen deutschsprachigen Staaten weist die deutsche Literatursprache gewisse Eigenheiten іm Wortschatz, in der Aussprache, in Wort- und Formenbildung auf. Da sich der deutschen Sprache mehrere Nationen bedienen, handelt es sich um nationale Varianten der deutschen Literatursprache, und zwar um die deutsche Literatursprache des deutschen Staates, um die deutsche Literatursprache Österreichs und die der Schweiz.

2.Deutsche Territorialdialekte. Den Gegenpol zur deutschen nationalen Literatursprache bilden die sog. Territorialdialekte. Die Territorialdialekte haben sich im mittelalterlichen Deutschland im Rahmen der feudalen Grafschaften und Kleinfürstentümer herausgebildet, und ihre Grenzen entsprechen noch heute, wie die Mundartforschung bewiesen hat, im wesentlichen den politischen Grenzen jener Zeit.

So verzeichnet zum Beispiel der Deutsche Sprachatlas 67 verschiedene mundartliche Aussprachevarianten für was: was, wos, waas, woos, wäs, wes, wös, wus, waos, waus, waös, waus, woas, woes, wois, wous; bas, bos, bäs, bais, bous; wat, wot, wät, waot, woat; wa; bat u.a. Neben dem literatursprachlichen Kartoffel und dem literatursprachlich-umgangssprachlichen Erdapfel existieren regionale Bezeichnungen: Erdbirne, Grundbirne, Bodenbirne, Gummel und ihre mundartlichen Formen: zu Kartoffel - Tartoffel, Artoffel, Artuffel, Artüffel, Ärtoffel, Artöffels, Ertoffel; u.a.

Man teilt die deutschen Territorialdialekte in Niederdeutsch (Plattdeutsch, benannt nach dem Bodenrelief des nordlichen Teils der BRD), Mitteldeutsch und Oberdeutsch ein.

3.Städtische Halbmundarten und Umgangssprache. Zwischen der nationalen Literatursprache und den Lokalmundarten steht noch eine Erscheinungsform der deutschen Gegenwartssprache, die verschiedenartig abgestuften Abarten von Umgangssprache. Die Umgangssprache unterscheidet sich von den Lokalmundarten grundsätzlich als eine übermundartliche bzw. intermundartliche Sprachform mit mehr oder weniger grossflächigem Geltungsbereich. Die Umgangssprache weist je nach dem Grad der lokalen Färbung mannigfaltige Abstufungen auf je nach Alter und Bildungsgrad der Sprecher und je nach der Sprechsituation (Familienumgang, Alltagsverkehr, öffentliches Leben).

Die ständige Wechselwirking zwischen Mundart, den mehrfachen Abstufungen der Umgangssprache und der Literatursprache finden ihren Ausdruck in der sog. Zweisprachigkeit der meisten Deutschsprechenden, für die Deutsch die Muttersprache ist und die je nach der sozialen Sprechsituation verschiedene Sprachformen verwenden oder wenigstens verstehen.

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