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  1. Bereicherung des deutschen wortschatzes durch entlehnung aus fremden sprachen

Als der zweite Weg der Bereicherung des Wortschatzes gilt die Wortentlehnung aus anderen Sprachen. Die Berei­cherung des deutschen Wortschatzes durch die Entlehnungen ist mit historischen Tatsachen und mit der Geschichte des deutschen Volkes verbunden. Keltische Elemente stromten in die deutsche Sprache ein, weil das Terretorium des heutigen Deutschlands, bevor die deutschen Stämme dorthin gelangten, mindestens drei, vier Rassen bewohnt hatten, darunter auch die Kelten. Keltischer Herkunft sind Dietrich (ahd. Diotrih, kelt. Teut(i)erix), Dagmar (kelt. Dagomaros), Rhein, Main, Donau, Worms u. a.

Auch manche Wörter slawischer Herkunft sind im 12.—13. Jahrhundert in die deutsche Sprache durch Entlehnung gekommen: Grabow, Treptow, und germanisierte Benennungen wie Brandenburg — slaw, бранный бор, Stargard — slaw. Старый град, Leipzig — slaw. Липск, Chemnitz — slaw. Каменец, Lübeck—slaw. Любечь, Pommern — slaw. Поморье u. a.

Eine grosse Bedeutung hatte für die Bereicherung des deutschen Wortschatzes die Wortentlehnung auf Grund der wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Beziehungen zwischen dem deutschen Volk und Römern:

a) auf dem Gebiet der Landwirtschaft:

Pflanze, ahd. pflanza, lat. planta; Käse, ahd. chasi, lat. caseus; Korb, ahd. Chorb, lat. corbis; Wein, ahd. win, lat. vinum u. a.

b) auf dem Gebiet des Militärwesens:

Kampf, ahd. kampf, lat. campus

c) auf dem Gebiet des Bauwesens: Mauer, lat. murus; Fenster, ahd. venestar, lat. fenestra;

d) auf dem Gebiet des Handels:

Münze, lat. moneta; Markt, lat. Mercatus.

Das Griechische übte auch einen Einfluß auf die Entwicklung des deutschen Wortschatzes aus. Das waren hauptsächlich Wörter aus dem Gebiet der Religion, Bildung, Wissenschaft. Griechischen Ursprungs sind solche Wörter wie Bibliothek, Chor, Charakter, Kirche, Katheder. Auch jetzt werden für die Bezeichnung neuer wissenschaftlicher und technischer Gegenstände und Erscheinungen griechisch-lateinische Stamme gebraucht. Zu solchen Neubildungen des 19.—20. Jahrhunderts gehören Termini wie Phonetik, Telefon, Dynamit, Vitamin u. a.

Der französische Einfluß begann seit dem 11.—12. Jahrhundert. Ins Deutsche kam ein starker Strom französischer Wörter: Palast - frz. palais; Manier — frz. maniere; Pavilion — frz. pavilion; blond — frz. blond; Preis— frz. prix; fein frz. fin; Abenteuer — aventure u. a.

Die ersten englischen Wörter im Deutschen fallen in das 14.—17. Jahrhundert und hängen mit dem Handel zwischen englischen und deutschen Kaufleuten zusammen: Boot — mtlengl. bot; Flagge — mtlengl. flag; Kabine — engl. Сabin u. a., später kamen:

Aus Technik und Wissenschaft: Logarithmus, Spektrum, Barometer, Darwinismus, Evolutionstheorie, experimental u. a.

Aus Industrie, Handel, Finanzwesen: Trust, Tunnel, Koks, Export, Import, City, Scheck, Budget, Banknote, Prozent u.a.

Aus dem politischen Leben: Agitator, Boykott, Interview, Leader, Meeting, Parlament, Reporter u. a.

Aus dem Sport: Box, Boxer, Fußball, Rekord, Hockey, Sport, Tourist, Start, Trainer, Jacht u. a.

Aus dem Gebiet der Mode und Kochkunst: Comfort, comfortabel, Bar, Dandy, Flirt, Gentleman, Klub, fashionable, Smoking, Lunch, Grog, Pudding, Punsch, Sandwich, Whisky, Pick-nick u. a.

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