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I./V.? wulf-(u?*)

i.-e. –ā- > germ. –ō- (f) Sg. Pl.

-jo- N. gib-a gib-o-s(!/?)

G. gib-o-s(!/?) gib-o(?)

D. gib-ai gib-o-m (!)

A. gib-a gib-os(?)

i.-e. –i- > germ. -i- (m,f) Sg. Pl.

N. gast- gast-ei-s(!)

G. gast-i-s(!) gast-e

D. gast-a gast-i-m(!)

A. gast- gast-i-ns(!)

i.-e. –u- > germ. –u- (m,n,f) Sg. Pl.

N. sun-u-s(!) sun-ju-s(!)

G. sun-au-s(!) sun-iw-e(!)

D. sun-au( ?) sun-u-m( !)

A. sun-u(?) sun-u-ns(!)

b). Konsonantische Stämme

i.-e. –n- > germ. –in/an- (m,n) Sg. Pl.

-on-/ein (f) N. guma gum-an-s

G. gum-in-s gum-an-ē

D. gum-in gum-am

A. gum-an gum-an-s

i.-e. –r- > germ. –r- (m,f) Sg. Pl.

N. broþ-ar broþ-r-jus

G. broþ-r-s broþ-r-ē

D. broþ-r broþ-r-um

A. broþ-ar broþ-r-uns

i.-e. –s- > germ. “s” verschmilzt mit dem Stamm

Neu: germ. –nd- (m)2 Sg. Pl.

N. frijō-nd-s frijō-nd-s

G. frijō-nd-is frijō-nd-ē

D. frijō-nd- frijō-nd-am

A. frijō-nd- frijō-nd-s

c). Wurzelnomina (m,f)

Sg. Pl.

N. mann-a, baurg-s man-s, baurg-s

G. man-s, baug-s mann-e, baurg-ē

D. man-, baurg- mann-am baur-im

A. mann-an, baurg- man-s baurg-s

Neben der Deklination, an der die Stammvokale teilnehmen, gibt es im germanischen auch eine Deklinationsart, die die Anschließung der Flexion unmittelbar an die Wurzel voraussetzt. Diese Substantive haben das stammbildende Suffix nicht. Das sind Wurzelnomina. Im Ahd. bleiben nur Reste dieser Deklinationsklasse.

III. Deklination des Substantivs im Althochdeutschen

1. Grammatische Kategorien des Genus, des Numerus und des Kasus sind aus dem Germ. Übernommen.

2. Am Anfang des Ahd bleibt die Einteilung der Substantive in die Stammklassen nach dem stammbildenden Suffix erhalten. Die Vereinfachung der morphologischen Wortstruktur (Verschmelzung des Suffixes mit der Flexion/mit dem Stamm) verbreitet sich in allen Stammklassen.

a). Vokalische Stämme

m n f

-a- tag wort -

-ja- hirti kunni -

-wa- sneo kniu -

-i- gast - kraft, fart

-o- - - erda, zala

-jo- - - suntea, redia

Die germ. u-Stämme verschwanden. Sie gingen in andere Deklinationsklassen über (vor allem in die i-Deklination).

b). Konsonantische Stämme

m n f

-n- namo, garto herza, ouga, zunga, sunna

-nt- friunt, fiant - -

-ir- - lamb, kalb -

-r- bruoder - muoter

(verschmilzt mit dem Stamm)

c). Wurzelnomina

m n f

man - burg, naht, brust

3. Das alte I.-e. Prinzip der Einteilung der Substantive in die Stammklassen wird aufgehoben und durch ein anderes Prinzip ersetzt.

2 Tendenzen: t. Zur Umgruppierung (nach dem Geschlecht) und t. Zum Ausgleich im Rahmen des einheitlichen Paradigmas (induzierende Stämme)

Die entscheidende Rolle beim beginnenden Ausgleich der Deklinationstypen gehört den sog. induzierenden Deklinationstypen. Es sind die umfangreichen Deklinationsklassen von Wörtern. Von ihnen ging eine große Anziehungskraft aus, so dass sich ihnen die kleineren Deklinationsklassen ganz oder teilweise anschlossen. Besonders intensiv vollzog sich der Ausgleich im Sg. Die Tendenz der Umgruppierung der Deklinationsklassen nach dem Genus war auch bemerkbar, indem sie den Prozess des Ausgleiches begleitete.

Einer der produktivsten Typen unter den ehemaligen vokalischen Stämmen ist die a-Deklination. Ihr gleichen sich die kleinen Gruppen konsonantischer Stämme (nt-, r-Stämme) und die Wurzelnomina an. Große Ähnlichkeit mit der a-Deklination weisen die ja- und wa-Stämme auf. Ihre Eigenart besteht darin, dass sie in einigen Formen vor der Kasusflexion und im Wortauslaut ihre stammbildenden Suffixe bewahrten: j > i, w vor der Flexion = w, w im Auslaut > o. Alle Maskulina (außer der n-Deklination) haben sich im Sg. der a-Deklination angeglichen.

a). Maskulinum

Sg

Paradig-ma

-a- (ind.)

-nt-

-r-

W/n

(bes.)

-ja-

(bes.)

-wa-

(bes.)

-i-

(bes.3)

N

-

tag

fiant

fater

man

hirti

sneo

gast

G

-es

tages

fiantes

fateres

mannes

hirtes

snewes

gastes

D

-e

tage

fiante

fatere

manne

hirtie

snewe

gaste

A

-

tag

fiant

fater

man

hirti

sneo

gast

I(!)

-u/-o

tagu/-o-

-

-

-

hirtiu/-o

-

gastiu

Pl

N

tagā

fiantā

faterā

man_

hirte/

ā

snewā

gesti

G

-o

tago

fianto

fatero

manno

hirteo

snewo

gesteo

D

um/-om/-un/-on

tagum/-om/-un/-on

fiantum

om/-un/-on

faterum

om/-un/-on

mannun om/-un/-on

hirtum

om/-un/-on

snewum/

-om/un/-on

gestim

A

tagā

fiantā

faterā

man_

hirte/

ā

snewā

gesti

Neutrale a-, ja-, wa-Stämme unterscheiden sich von den entsprechenden Maskulina nur im Plural. Ir-Deklination gleicht der a-Deklination im Sg.; im Pl. bleibt das stammbildende Suffix erhalten und gilt als Plural kennzeichnendes Mittel. Kurzes a in der Wurzel wird durch ir umgelautet.

b). Neutrum

Sg

Paradigma

-a- (ind.)

-ja-

(bes.)

-wa-

(bes.)

-ir-

(bes.)

N

-

wort

kunni

kniu

lamb

G

-es

wortes

kunnes

kniwes

lambes

D

-e

worte

kunnie

kniwe

lambe

A

-

wort

kunni

kniu

lamb

I(!)

-u/-o

wortu

kunniu/-o

-

lambu

Pl.

N

-

wort

kunne

kniu

lembir

G

-o

worto

kunneo

kniweo

lembiro

D

um/-om/-un/-on

wortum/

-om/-un/-on

kunnum

om/-un/-on

kniwum/

-om/-un/

-on

lembirum

-om/-un/-on/

A

-

wort

kunne

kniu

lembir

c). Femininum

Der zweite selbständige Deklinationstyp (neben der a-Deklination) ist die i-Deklination. Ihre Eigenart im Sg. und Pl. bewahren nur die Feminina. Die Maskulina haben sich im Sg. den a-Stämmen (Sg. gast, gastes, gaste, gast, gastiu; Pl. gesti, gesteo, gestim, gesti) angeglichen.

Die dritte vokalische Deklination sind die o-Stämme (Feminina). Im G. und D. Pl. weisen die Substantive dieser Deklination die gleichen Formen mit der femininen n-Deklination auf.

-i- Deklination -o- Deklination

Sg

Paradigma

Sg

N

-

kraft

N

-a

geba

G

-i

krefti

G

-a/-u/-o

geba/-u/-o

D

-i

krefti

D

-u/-o

gebu/-o

A

-

kraft

A

-a

geba

Pl.

Pl.

N

i

krefti

N

-a

geba

G

-io/-o

kreftio

G

-ono

gebono

D

-im/-in/en

kreftim

D

-om/-on

gebom/-on

A

-i

krefti

A

-a

geba

Der einzige produktive Typ der konsonantischen Stämme ist die n-Deklination. Die n-Stämme hatten noch in der vorliterarischen Zeit die meisten Flexionsendungen eingebüßt. Dafür behielten sie aber das stammbildende Suffix –n in den meisten Kasusformen, das zur Kasusflexion umgedeutet wurde. Das stammbildende Suffix –n erscheint bei allen Substantiven in Begleitung eines Vokals.

d). n-Deklination (m, n, f)

Sg

m

n

f

N

-o

namo

-a

herza

-a

zunga

G

-en/-in

namen/-in

-en/-in

herzen/-in

-ūn

zungūn

D

-en/-in

namen/-in

-en/-in

herzen/-in

-ūn

zungūn

A

-on/un

namon/-un

-a

herza

-ūn

zungūn

Pl.

N

-on/un

namon/-un

-un/ -on

herzun/ -on

-ūn

zungūn

G

-ōno

namōno

-ōno

herzōno

-ōno

zungōno

D

-ōm/-ōn

namōm/-ōn

om/-ōn

herzom/-ōn

-ōm/-ōn

zungōm/-ōn

A

-on/un

namon/-un

un/ on

herzun/ on

-ūn

zungūn