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I. Im Althochdeutschen

1. In den nord- und westgermanischen Sprachen: germ. ē¹ (offen) > ahd. â

got. slēpan > ahd. slâfan

2. ahd. Diphthongierung: (VIII-IX Jh.)

2.a. germ ē² (geschlossen) > ahd. ia

got. hēr > ahd. hiar

2.b. germ. ô > ahd. uo

lat frâter > got. brôþar > ahd. bruoder

3. ahd. Monophthongierung:

3.a. germ. ai > ahd. ē vor h, r, w (VII. Jh.)

got. laisjan > ahd. leren

3.b. germ. au > ahd. ô vor h und Dentalen l, r, n, t, d, s (VIII. Jh.)

got. hauhs > ahd. hoh

4. Diphthongsverengung:

4.a. germ. ai > ahd. ei (in anderen Positionen)

got. haitan > ahd. heizzan

4.b. germ. au > ahd. ou (in anderen Positionen) (Ende des VIII. – Anfang des IX. Jh.)

got. auga > ahd. ouga

5. Zusammenfall von den Diphthongen ia und io (XI. Jh.)

ia > ie hiar >hier [ie]

io > ie tiof > tief [ie]

II. Im Mittelhochdeutschen (1050-1350)

Die langen und kurzen Vokale a, o, u, e, i sind im Mhd. in unbetonter Stellung zu e [ә] abgeschwächt oder gänzlich geschwunden.

I. Stufe - Abschwächung

ahd. nimu nemames > mhd. nime nemen

nimis nemet nimest nemet

nimit nemant nimet nement

II. Stufe – Schwund der Vokale*

ahd. eltiro > mhd. elter_

ahd. herison > mhd. hersen “herrschen”

IV. Sonstige Veränderungen im deutschen Vokalsystem

III. Im Frühneuhochdeutschen (1350-1650)

1. Diphthongierung alter enger Vokale der oberen Zungenhebung (XII. Jh. von den südöstlichen Gebieten)

a). i > ei [ai]

mhd. din > fnhd. dein

b). u > au

mhd. hus > fnhd. Haus

c). iu [y:] > eu [øy:]

mhd. liute > fnhd. Leute

mhd. min niuwez hus > nhd. mein neues Haus

2. Erweiterung alter enger Diphthonge

a). ei [ei] > ei [ai]

mhd. kleit [ei] > fnhd. Kleid [ai]

Aber: „ai“ bleibt in einigen Wörtern erhalten

  • zur Bedeutungsdifferenzierung

Seite – Saite, Weise – Waise

  • bei den Wörtern lateinischer Herkunft

Mai, Main, Laie

  • als Merkmal der süddeutschen schriftlichen Tradition (ai – süddt., ei – norddt.) Kaiser

b). ou > au

mhd. boum > fnhd. Baum

koufen kaufen

Gleiche Prozesse beobachtet man beim Übergang öu zu eu, äu:

mhd. tröume – nhd. Träume

3. Monophthongierung alter Diphthonge (XII. Jh.)

a). uo > ū

mhd. kluoc > fnhd. klug

b). ie [ie] > ie [ī]

mhd. bieten [ie] > fnhd. bieten [ī]

Dehnungszeichen: mhd. sīc > fnhd. Sieg

c). üe > ü

mhd. güete > fnhd. Güte

mhd. lieben guoten brüeder > nhd. liebe gute Brüder

4. Rundung (Labialisierung):

4. A. Rundung des e zu ö nach w, vor Labialen, sch und l:

mhd. zwelf – nhd. zwölf,

4. b. Rundung des i zu ü nach w, vor sch und Nasalverbindung:

mhd. wirdec – nhd. würdig

5. Entrundung (Delabialisierung) ü > i

mhd. sprützen – nhd. spritzen

6. Hebung des langen â vor Nasalen und Labialen > ô

mhd. âne > fnhd. ohne

mânet Mônat

7. Senkung der Vokale u/ü zu o/ö vor Nasalen m/mm und n/nn

u vor Nasalen > o

mhd. sunne > fnhd. Sonne

ü vor Nasalen > ö

mhd. künec > fnhd. König