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4. Beim Übergang vom Mhd. zum Fnhd. und besonders im Fnhd. tritt häufig der Prozess der Assimilation von Konsonanten auf: mb > mm, mp > mm

mhd. stumber/stump > fnhd. stumm

zimber > Zimmer

5. S mhd. Glas, hus (I.-e.) /

s [s] daz, uz (<t, 2Lvg) >

z fnhd. Glas, Haus, das, aus

Es erfolgt im Fnhd. der Zusammenfall der Phoneme s (indoeuropäischer Herkunft) und z (entstanden infolge der 2. LV). Sie werden nicht nur gleich ausgesprochen, sondern auch gleich geschrieben.

6. [n] +[g] > [ŋ] mhd. sanc, kranc > fnhd. sang[ŋ]

Vgl. An/gabe, ein/gießen

7. [t]+[∫] > [t∫] ahd. diutisk [-sk]> mhd. diutisch [dyti] > fnhd. deutsch [dǿyt]

Umlaut

Der Umlaut ist auch eine regressive Assimilation. Durch i, j der Folgesilbe erfolgt eine Palatalisierung des Stammsilbenvokals.

1. Primärumlaut (ahd.: Mitte des VIII. Jh. – X. Jh.) ǎ > ě vor i / j

got. lagja > ahd. leggen

got. badi > ahd. betti

formbildende Funktion:

Pluralform der Subst. (i-, ir -Deklination):

got. gasts – gasteis > ahd. gast – gesti,

Präs. Ind. der st. V. (VI. Ablautreihe) fǎru fǎrames

fěris fǎret

fěrit fǎrant

Steigerungsstufen der Adjektive:

got. alt – altiro – altisto

ahd. alt – eltiro – eltisto

wortbildende Funktion:

ahd. man “Mann“ – mennisco

Ausnahmen:

1. â (lang) slâfan – slâfu, slâfis, slâfit

2. ǎ vor ht, rw, hs, + i/j bleibt ǎ

ahd. maht – mahtig

3. wenn die Silbe, die das i enthielt, einen stärkeren Nebenton trug

ahd. kraftlih“mächtig“ mǎnlih“männlich“

4. in den mehrsilbigen Wörtern (oft vor den Suffixen i, in, lin, nissi):

ahd. mǎgad (Sg.) – mǎgadi (Pl.)

5. wenn das i oder j schon geschwunden war, ehe der Umlautprozess begann.

2. Sekundärumlaut (X.Jh. – Fnhd.)

1. Ausnahmen – überwunden:

a). ǎ vor ht, rw, hs, nl + i/j > ě

ahd. mǎhti > mhd. měhte

b). in den mehrsilbigen Wörtern:

ahd. mǎgad (Sg.) – mǎgadi (Pl.)

c). wenn die Silbe, die das i enthielt, einen stärkeren Nebenton trug

ahd. mǎnlih > mhd. měnlih

2. â (lang)> æ ahd. slâfu mhd. slâfe

slâfis(t) slæfest

slâfit slæfet

3. ŏ>ö ahd. korbi mhd. körbe

ŭ>ü ahd. wurti mhd. würde

û>iu ahd. husir mhd. hiuser [y]

ô>œ ahd. hohiro mhd. hœher

uo> üe ahd. guoti mhd. güete “Güte”

ou> öu ahd. loubir mhd. löuber

4. Rückumlaut

got. lagjan – lagida– lagidedum – lagiþs >

ahd. leggen – legita – legitum – gilegit

aber:

got. brannjan – brannida – brannidedum – branniþs

spätgot. *brannien – brannda – branndum – gibrannid

ahd. brennen – bran(n)ta (!) – bran(n)tum(!) – gibrennit

Im heutigen Deutsch sind nur 7 solche Verben erhalten geblieben (brennen, nennen, rennen, kennen, wenden, senden, denken).

* ein schweres Morphem – Morphem mit einem langen Vokal, Diphthong oder Morphem, das auf eine Konsonantenverbindung ausgeht. Ein leichtes Morphem ist ein Morphem mit einem kurzen Vokal und einem Konsonanten im Morphemauslaut.

IV. Sonstige Veränderungen im deutschen Vokalsystem