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57) Textualität, ihre Definition aus Sicht der Textlinguistik. Kriterien der Textualität.

Unter Textualität versteht man in der Textlinguistik die Eigenschaft, ein Text zu sein. Verschiedene Kriterien der Textualität unterscheiden also Texte von sogenannten „Nicht-Texten“. Eine einheitliche, in der Sprachwissenschaft allgemein anerkannte Definition von „Text“ existiert bislang nicht.

Im alltäglichen Sprachgebrauch werden nur solche sprachlichen Äußerungen als Text bezeichnet, die bestimmte Kriterien erfüllen. Diese Art der Feststellung von Textualität beruht in etwa auf folgender Definition: ein Text ist eine abgeschlossene, schriftliche oder potentiell schreibbare sprachliche Äußerung, die aus mehreren Sätzen besteht, die miteinander im inhaltlichen und formalen Zusammenhang stehen.

Die sieben textkonstitutiven Prinzipien nach Baugrande, Dressler:

Textkohäsion, Textkohärenz, Intentionalität, Akzeptabilität, Informativität, Situtionalität, Intertextualität.

Unter Kohäsion versteht man semantisch-syntaktische Verknüpfheit von Sätzen in einem Text. Kohäsionsmittel sind Konnektive, Rekkurenz, partielle Rekkurenz, Pro-Formen, Textdeixis, Vorwissensdeixis, Situationsdeixis, Substitution, Tempus, Ellipse, explizite Textverknüpfung.

Kohärenz betrifft die Funktionen, die durch die Komponenten der Textwelt, d.h.die Konstellation von Konzepten und Relationen für einander gegenseitig zugänglich und relevant sind. Die Intentionalität ist ein gezieltes Handeln betreffendes Kriterium der Textualität.

58. Typologie der Texte nach dem Prinzip der Kompositionsformen. Kompositionsformen des Textes.

Die Grundlage für die Klassifikation der Darstellungsarten bildet das Verhältnis Sprecher-Sachverhalt einerseits und die Einstellung des Sprechers zum Sachverhalt andererseits. Danach unterscheidet man:

-Beschreibung (dafür sind Genauigkeit, Verallgemeinerung typisch. Beschreibung trägt einen rein informativen Charakter, deshalb ist sie weder expressiv, noch emotionell. Sie ist für den Stil der Wissenschaft typisch, kann aber zu bestimmten Zwecken auch im Stil der schöngeistigen Literatur verwendet werden. Abarten: Gegenstandsbeschreibung, Vorgangsbeschreibung, Erlebnisschilderung, Charakteristik.)

-Erzählung (nicht nur Information vermittelt, sondern auch bestrebt ist, ein Geschehen als nacherlebtes zu erfassen und den Lesern daran teilnehmen zu lassen)

-Bericht ( Das ist ein Text, der einen Sachverhalt oder eine Handlung objektiv schildert, ohne Wertungen des Autors zu enthalten. Abarten: Live-Bericht, Reportage, Feature, Hintergrundbericht)

-Erörtern (Hierbei muss man seinen Standpunkt zu einer Frage oder Aufgabestellung überlegen und entsprechend mit Thesen, Argumenten und Beispielen begründen. Abarten: lineare (Argumente einer Art), dialektische (Argumentierung beider Seiten), textgebundene (mit dem Text als Grundlage), literarische (Bezug auf Fragen aus der Literatur) Erörterung)

-Charakteristik (hat als abstrakten Inhaltstyp sowohl das Objekt, als auch den Vorgang sowie den Zustand; subjektive Darstellungsart, verlangt Stellungname und Urteil. Abarten: Charakterisieren eines Menschen aus der Umwelt, das literarische Porträt, aber auch ein sachliches Gutachten zu einer Diplomarbeit, einer Dissertation, einem Buch, Kommentar. Es gibt direkte und indirekte Charakteristik)